Einzelbild herunterladen
 

Nassauische Allgemeine Zeitung.

Wr 148. Montag den 27. Juni IS ^

Bestellungen auf das mit dem 1. Juli beginnende dritte Quartal der Nassauischen Allgemein.' Zeitung werden baldigst erbeten.

Die,,Naffamsche SlUgtmrinr Zeimng" mit bem 6eUetriftif*en-8eibtattBer Wanderer" crfcdcini, Sonntag# au#genommen, tâgli.t) uns betragt bet PränuinerarivnspreiS für Wiesbaden und , nach dem neuen yoftregulatio nunmehr at4 für den stanzen Umfang deS Zturn» und TariS'schen VerwaliunstSbczirkS mit Inbegriff deS PoffausfchlagS 2 ff., für die übrigen Länder deS deulsch-öfferreichischen PoffvereinS, mir für daS Ausland 2 ff. 24 kr. Inserate werben die »eSefv -ii-x Petitzeile oder deren Raum mit 3 kr. berechnet. BeffeUungen beliebe man in der Buchhandlung von W. Friedrich, Vauggaffe 42, nuSwän« bei den nächffgelkgenen Postämtern, zu machen.

aud

litt)

Amtlicher Theil.

D i e n st » a ch r i ch t e n.

Seine Hoheit der Herzog haben denOberpost- meister von Vrints-Treuen feld die nachgesuchte Erlaubniß das ihm von Se. k. k. Maj. dem Kaiser von Oesterreich verliehene Lommandeurkreuz des kais. Oester- reickischen Leopoldordens anzunehmen und zu tragen gnädigst ertheilt.

Se. Hoheit der Herzog haben den Probater B'randscheid I, zum Revisor bei der Ministerial- Abtheilung deS Innern zr ernennen geruht.

Lehrer Simon zu Oberndorf ist in den Ruhestand versetzt und Schulcanhidat Müller von Idstein mit Vorsehung der Lchrvicarstelle zu Oberndorf beauftragt worden.

Nichtamtlicher Theil.

Jur orientalische» Frage.

Die österreichische Corrcspondcuz spricht sich über die russische Eirculardepcschc und den beigeschlossenen Noten­entwurf in folgender Weise aus: Aus dem Inhalte dieser Altenstöcke ergibt sich, was wir bei jeder Gelegen­heit mit Nachdruck hervorhoben, daß nämlich der ge­rechtigkeitsliebende und loyale Charakter des Beherr­schens von Rußland jeden Schein ehrgeizer, aggressiver und gewaltthätiger Absichten ausschlicße. Eben so feier­lich uud bündig als jemals sind die beruhigendsten Zu­sicherungen in dieser Hinsicht in den in Rede stehenden Schriftstücken erneuert worden, und hierin liegt un­streitig eine hohe Gewähr für die Bewahrung des all- Hemeiven Friedens da wohl nur ein Angriff gegen die Existenz und. Integrität der Pforte die Proportionen einer allgemeinen Gefahr und eines europäischen Con- stictes all nehmen könnte. Nach der von dem kafferlich russischen Cabinete gegebenen Darstellung haben die Be- gehren Rußlands eine meritorische Und formelle Seite In merilo begehrt Rußland die Verbürgung der Im­munitäten Und Privilegien der griechischen Kirche unter der ausdrücklich Bezeichnung desorthodoxen orientali­schen Cultnö" da der frühere gewählte Ausdrucköglise gréco-russe* der bisher gebräuchlichen Terminologie nicht zu entsprechen ichien, ferner die pünktliche und ge­treue Ausführung zweier bezüglich der heiligen Grab- und Stältenfrage bereits erlassener Fermane; endlich die Wiederherstcllund der Kuppel der heiligen Grabeskirche, den Bau einer Kirche und eines Hospitals in Jerusalem. Abgesehen von den zuletzt erwähnten, speciellen Begehren- die jedenfalls untergeordneter Art sind, ist die eigentliche Frage der heiligen Stätten bereits geordnet. Was die Verbürgung der Immunitäten und Privilegien der ortho­doxen orientalischen Kirche betrifft, so ist sie mittelbar und implicite in dem einweile am 6. Juni d. I. von der Pforte erlassenen Ferman enthalten, wonach die in den Berats enthaltenen, successive sowohl dem betreffen­den Cultus im Allgemeinen als den Patriarchen zugc- sicherten Rechte ausdrücklich gewahrt und garautirt werden. Im Wesentlichen und in der Sache selbst scheint also der Gegenstand des Streites erledigt, und es handelt sich demnach bloß um ein formelles Begehren Rußlands, welches mittelst einer Note die Zusicherung der getreuen Elfüllung seiner specificirieu mertonftien Begehren zu erlangen wünscht. Hienach hat die Frage die Schärfe, welche ihr innewohnte, verloren, und die Aussicht liegt nahe, eS werde sich ein geeignetes Aus- kunftSmittel finden lassen, um nunmehr auch die for mellen Schwierigkeiten, nach Ueberwindung bei merilori- schen, unbeschadet der Würde und der Interessen beider Theile zu beseitigen.

Dieorientalische Frage", schreibt dieTriest. Z. , ist nach den neuesten bis zum 13. reichenden Nachrich­ten auS Constantinopel noch auf ihrem bisherigen Standpunkte und ihrer Lösung eben so nahe oder fern, wie sie es vor Wochen gewesen, obgleich die Russen marschiren und Brücken über den Pruth schlagen, die türkischen Krieger von allen Ecken und Enden nach dem Bosporus eilen, die englischen und französischen Arma­den ihre Banner unweit der D ar d a n e Ü en sch lM .flat- tew lassen und von den africanischeu Gestaden die Va­sallen ihre Streiter entsenden. Sicher ist es, daß die Türkei den Krieg nicht wünsche, großes Vertrauen in

die Vermittlung Oesterreichs durch seinen neuen Jnter- nuntiuS, den Freiherrn v Bruck setze, den die OSmanli bereits Babaschi (Vater) nennen. Die Rüstungen wurden mit allem Eifer fortgesetzt. Der Seraskier be­reitete sich mit mehreren Generalen zur Abreise nach Rumelien vor. Die Armee soll in der Gegend von Adrianopel zusammengezogen werden, von wo aus im Nothfalle die weiteren Marschbefehle erfolgen sollen. DerJmpartial" hebt heivor, daß trotz der unter der muselmännischen Bevölkerung herrschenden kriegerischen Stimmung nicht die geringste Unannehmlichkeit den Eu­ropäern widerfahre. Dasselbe Blatt erfährt über Odessa, daß in Sebastopol 30,000 Mann Landungstruppen zur Einschiffung bereit stehen. Der Ramazan wird bereits mit der größten Strenge von den Muhamedaneru be­obachtet , die öffentlichen Arbeiten sind aber aus Rück- sicht für die obwaltenden Verhältnisse diesmal nicht un­terbrochen, und alle Rüstungen wie die Geschäfte in der Pforte schreiten mit der größten Emsigkeit u:.d Thätig­keit vorwärts.

Nachrichten ans Constantinopel vom 16. b, M. zufolge soll der Divan auf das Andringen des Freiherr» von Bruck sich zur Nachgiebigkeit bereit zeigen und zugleich beschloss, n haben, das Ultimatissimum in einem Schreibe» zu beantworten, worin unter Bezugnahme auf den letzthin von der Pforte erlassenen Firman die darin den Christen aller Confessionen gewährten Be­günstigungen (nochmals?) für unwiderruflich erklärt werden sollten; auch wollte die Pforte in dieser Hinsicht eine moralische Verbindlichkeit gegenüber den christlichen Mächten anerkennen, ohne sich indeß darüber zu einer eigentlichen völkerrechtlichen Pactation herbeizulassen. Ob Rußland sich dadurch, wie die Pforte vorausgesetzt, befriedigt erklären wird' bleibt nach dem Vorbergegauge- neu außerordentlich zweifelhaft. Allerdings werden die Forderungen Rußlands in merilo durch die Bestim­mungen des Fermans erledigt und die Privilegien der griechischen Kirche in dem von ihm gewünschten Um fange gewährleistet. Allein da Rußland diesfalls einen Vertrag begehrt, so stehen beide Mächte immer noch weit auseinander. Und was diesen Punkt betrifft, so dachte man zu Constantinopel am 16. noch iMjNcr nicht an das Nachgeben. Dem Vernehmen na^ ist im Auftrage deS Sultans ungeordnet worden, daß vor­läufig von den politischen Flüchtlingen, meistens Polen, welche sich in England und Frankreich auf bieten und der türkische» Armee jetzt ihre Dienste an bie ten, Nie­mand angenommen werden soll, um dadurch nicht neue Verwicklungen berbcizgführcn. _

In dem Schreiben des Grafen Nesselrode an Rc- schid. Pascha, welches Herr Balabine von Odesia. über­brachte, soll erklärt werden, daß Rußland auch" nicht ein Titelchcu von der Forderung ändern oder in derselben nachgeben könne. Um jedoch irgend welche neueUntcr- Handlungen darüber anknüpfen zu können, müsse vor Allem daS dem Petersburger Hofe so feindlich gesinnte jetzige Ministerium einem anderen Platz machen, das gegen Rnßland freundlich gesinnt sei. Auf diese Er­öffnung erwarte man eine schleunige Antwort; wenn jedoch dieselbe nicht den Erwartungen des Czaaren ent­spreche, so werde die hohe Pforte cs sich selbst zuzu- schrciben haben, wenn die russische Armee ihre jetzige Stellung mit einer vorgerückteren vertausche, ohne daß Rußland damit unmittelbar den Krieg erkläre.

Di*utld)lanb.

< Biebrich 26. Juni. ..Gestern Abend brachte die kaiserlich österreichische und königlich prlußische Re gimentsmusik aus Mainz Sr. Hoheit dem Herzoge unb dessen hohen Gäster eine großartige Serenade. Die beiden Musikcorps kamen nach 9 Ubr, als es be­reits dunkelte, mit einem Dampfboote hier an, stiegen an der Kölner Landungsbrücke aus, brachten ihre Glas- lampen in Ordnung, marschirtcn unter klingendem Spiele vor das Herzogliche Schloß und stellten sich vor dem sogenanntenneuen Baue" auf, wo sich die Hohen Herrschaften in dem Sommercasinosaale befanden. Abwechselnd von beiden Musikcorps wurden die ausge­zeichnetsten Compositionen vorgekragen, welche sich -bei der Ruhe der Nacht doppelt schon ausnahmeu, Den Schluß der großartigen Serenade bildete unser Natio­nallicd:Heil unserm Herzog Heil,"' vorgetragM-von der österreichischen Musik, und eS war 11 Uhr als die beiden Corps wieder unter rauschenderMusik abmarschirten.

Seine Hoheit der Prinz Friedrich von Hessen u: Höchstbessen Gemahlin , sowie Seine Hoheit der Prir von Glücksburg werden heute wieder von hier abu:;..,.

* WikSbnden, 26. Juni. Gestern ist Seine Durchlaucht der regierende Fürst zu W.aldcck um 2 Uhr Nachmittags von hier abgereist.

t* Wiesbaden, 27. Juni. (Sitzung der verei­nigten Kammern vom 16. Juni. Fortsetzung.) Abge­ordneter Heydenreich erstattet Bericht über t . Exigenzetat der Ministcrial- Abtheilung deS 3 " , Cap IV. Medicinalpflege. Dafür sind ang. - dert unter Zit. 1. Besoldungen: 26,9ö0 fl. (810 weniger, als im Jahre 1852, wobei bemerkt wird, >. kein Medicinalbeamter das Maximum des Normal. Halts hat, und daß alle Kategorien derselben unter sei: gesetzlichen Medium stehen und zwar die Mediciualrätl-L um 90 fl., die Assistenten um 65 fl., die Accessisten irr 94 fl., die Thierärzte um 20 fl.) Tit. 2. Canzlèiar wand: 980 fl.; Tit. 3. Reisen und Ueberzugskoste

23,600 fl.; Tit. 4. Jrrenhausanstalt: 7383 sk; ' T . 5. Hebammen-Leh - und Entbindungsanstalt: 2807 (1000 fl. mehr als in 1852 weil eine größere Zahl von aufzuuehmenden Schwangeren in Anssicht gestellt ist); Tit. 6. Sanirätsberichte: 400 fl. in Summa 63,150 fl. Die Bewilligung erfolgt ohne DiScussion.

Dagegen gibt der vom Abgeordneten Heyden­reich vorgetragene Bericht über Câp. X. Lehranstal­ten Anlaß zu vielfachen Erörterungen. Wir geben zuerst eine übersichtliche Zusammenstellung der in dem Budget allgeforderten Beiträge, welche durchgehends ver- willigt winden und lassen sodann die zu einzelnen Po­sten gestellten Anträge mit den darüber stattgehabkctt Verbaiidlungen folgen.

Die Gesammtauforderung für die Lebranftakten ist 74,604 fl. (8,373 fl. mehr als in 1852.) Davon fomnkii auf Tit. lU Beiträge zu den öffeulUcheu Unter- richtSanstalten: A. zu dem CentralstudienfondS: 34,355 fl. (6,955 fl. mehr als 1852); B. zu dem Taubstum- meninftitut; 7,884 fl. (1168 fl mehr als 1852 wegen steigender Anzahl der aufgenommenen armen Taubstum­men) ; C. zu den Elementarschulen : 14,200 fl.; D. zu den Realschulen 8500 fl.; E. zu den Gewerbeschulen 4000 fl., auf Tit. 2. Canzleiaufwand und Inventar 1616 fl. und auf Tit. 3. Reisen: 4000 fl.

Aus dem unter Tit. 1. A. vollständig erörterten Budget des Cen tral studienfonds entnehmen wir folgende Angaben. Die Einnahmev desselben betragen 106,765 fl., nämlich: 1) Reccß aus 1852: 11,770 fl.; 2) Eintritts und Beitragsgelder: 11,019 fl.; 3) Gebäude: 623 fl.; 4) Güter: '14,068 fl ; 5) Waldungen: 5,944 fl.; 5) besondere Gefälle: 243 fl.; 7) Zinsen von Activcapitalien: 21,198 fl.; 8) Zuschuß aus anderen Kassen: 6657 fl.; 9) verkauftes Grund- eigenthum: 21,052 fl.; 10) aus Naturalien: 13,788 fl., 11) Außerordentlich: 400 fL Die Ausgaben des Fonds dagegen betragen: 141,120 8., nämlich Besoldungen und V e rw al tun gS a ufwand: 93,096 fl., und zwar: a , Besoldungen für 1) das Gymnasium zu Weilburg 15,075 fl.; 2) zu Wiesbaden: 13,240 fl.; 3) zu Hadamar: 10,700 fl., 4) Pädagog in Dillenburg: 3600 fl.; 5) Seminar in Usingen: 4495 fl.; 6) in MontabaM; 3780 fl.; 7) Realgymnasium: 8465; 8) landwinhschaftUches Insti­tut : 4200 fl.; 9) Geistliche Seminarien (zu Herborn uhb Limburg) 2000 fl.; 10) Canzleiaufwand : 200 fl.; 11) Religionsunterricht:. 900 fl..;- 12) Heb'egebühren der Rcceptnrbeamteu : 923 fl.; 13) Sonstige Ver­gütungen 3011 fl., (darunter 1425 fl. sg. Fruä lr Mehrbetrag für 19 Lehrer zu Wiesbaden); b Quies- centengehalte : 9016 fl.; c. Stipendien: 3092 fl.; d. Schulbcdürfnissc: 4614 fl.; e. Bibliotheken: 1600 fl.; f Schuiapparate und Mobilien: 4173 fl. Cap. II. Gebäude: 10,922 fl. Cap. 111. Güter: 3983 fl. Cap. IV. Waldungen: 2726 fl. Cap. V. Zehnten und Cap. VI. Grundzinsen : Nichts. Cap. VII Au f besondere vormalige Verwilliguug 956 fl. Cap. VIII. Fund a ti o n s m äß ige au f den Gr und- eigenthn m haftende Lasten: 7274 fl. Cap. IX. Auf Capitalien: 21,085 fl. Cap. X Erlas­sen und niedergeschlagene: 300 fl. Cap. XI. Für acquirirteö Grundeigenihuin: Nichts. Cap. Xil. Ko­sten der N atu r a lyerw a l.tung:. 40 fl. Cap. XIII. Außerordentlich: 735 fl. Durch Vergleich des Einnahme- und Ausgabenbudgets ergibt sich das ge-

Za­ber doi ir $b= ter cht fick Hir or! tar ißt- ne: Siff dal erk um eis itte dei fud glj rt« ein ich ein !ëg au

rei ?ir ite ^bf hr< 101 bei Ai

I nif tio bei ai be enl uz )al Ttc tel

» i ui 18! zb iee mis M iwi e I

Hal c b reis ' si old

Ai 'lltt are hell san tun $ad Mfci fei de i bi irbe Mi lcc den ubl

b