tillerie mußte sich aus ihrer Kaserne ausquartiren, die Arbeitsmagazine in der Frauenhvfersttetße stehen tief im Wasser, so daß die Mannschaft da, wo sie sonst zu mar- * schiren pflegt, auf Flößen einhcrfâhrt. Die bei dem großen Eisenbahn-Brückenbau nächst der DLenterschwaige errichtete provisorische Brücke ist gänzlich weggerissen, ebenso die Hälfte der Praterbrücke, ans der sich die 75 Wasserleitungen befinden, weshalb alle laufenden Brun- St. neu unbrauchbar geworden sind. Die Reicheubachbrücke ür ist abgesperrt, eine andere wurde freiwillig abgetragen, und über die große steinerne Brücke pafftreu Tausende g^von Menschen, um das schlimme Schauspiel zu betrach- ' len. Bauholz, Hausthüren und dergleichen schwimmen ^’in Menge daher, was auf Verwüstungen im Cbertanbe '"‘beutet. Nächst Thalkirchen ist ein Floßmeistcr beim 1 $Ctbnen seiner Flöße ertrunken. Im Uebrigen sind die
1 b neu errichteten Rettungsschiffe sehr thätig. Die einzige ^ Hoffnung der bedrohten Theile der Bevölkerung beruht auf der Beobachtung, daß die gestiegene Flutb nach "x'Zechs Stunden wieder fällt, was diesen Abend ein treffen »nisoll. Der Himmel scheint sich aufzukläreu, so daß eine ^b' Erfüllung dieser Hoffnung möglich ist. Die Vorstände Galler Behörden überzeugen sich von den getroffenen Ian Maßregeln fortwährend durch eigenen Augenschein,
vkl 19. Juni, Morgens. In, der Nacht ist das Hoch- 9Jaffer wieder bedeutend gefallen, und ist nunmehr jede ^weitere Gefahr beseitigt.
Sri Gotha 19. Juni. (Fr. I.) In der gestrigen ibgSitznng hat der hiesige Landtag mit großer Majori- tät den Beschluß gefaßt, daß alle Abgabe ■ und Leistnn ^gen, welche an Kirchen, Pfarreien, Schulstellen und ^illiUbe Stiftungen zu entrichten sind, nicht abgelöst werden sollen. Bei der heftigen darüber gepflogenen Debatte war eS eigenthümlich, daß diejenigen Abgeordneten, *—welche principiell gegen die Ablösung der Grunbabgaben .überhaupt gestimmt hatten, sich für die Ablösung der an ^geistliche und Schulstellen zu leistenden Abgaben a»S- B|e sprachen, was ihnen vom Ministertische aus den Vor- Zwurf der Jnconsequenz zuzog.
Ihr Köln, 19. Juni. Unser Männer Gesang - Verein, dtsLessen Leistungen in London mit dem grössten Beifall ^ausgenommen wurden, wird am Mittwoch seine Heimreise antreten, am Donnerstag wahrscheinlich in Brüssel concertiren uad am folgenden Tage hier eintreffen, wo Zilian bereits vdn Seiten der städtischen Verwaltung und 3uj ber hiesigen Gesangvereine einen glänzenden Empfang fhü vorbereitet. Man glaubt übrigens hier, daß die Summe, tes welche für den Dom mitgebracht wird, so erkleklich nicht ausfallen wird, wie man anfänglich erwähnte.
ma Oldenburg, 16. Juni. Vorgestern ist dem Land- wid tag eine Vorlage der Staatsregierung wegen einer für das Herzogthum aufznnchmenden Anleihe zugegangen, in welchem die anzuleihende Summe noch offen gelassen _ unb im Allgemeinen von der Voraussetzung ausgegan 17; gen war, daß aus den Budgetverhandlungen ein Fehlpud betrag hervortreten würde.
9 fr ; Berlin, 18. Juni. Se. Maj. der König ist heute wieder aus Weimar eingetroffen, wo derselbe das Jubiläumsfest des Groß Herzogs von Weimar mit seiner Gegenwart beehrt hatte.
*bt Wie man jetzt genauer vernimmt, sind die Einla-
dungs Schreiben zu der bevorstehenden Zoll-Confercuz unter dem 9. , und die preußischen Proposiiionen 2 dafür unter dem 10. Juni von hier abgegangen; letz- lere betreffen nur administrative Verhältnisse; die Vor- 2 schläge für den Tarif werden erst später gemacht wer. soll noch keineswegs über die Fassung
3) Len, und man
einig sei. Auf
4)
Grund der von Berlin ertheilten Zu-
j'^ ficherungeu, daß man hier fürs Jahr 1854 eine Jndu- strie-Ausstellung des Zollvereins nicht beabsichtige, wird
strie-Ausstellung
in Würte m berg eine LandeS-Jndustrie-Ausstellung — Statt finden, für welche bereits Einleitungen getroffen werden. — Für die bevorstehenden Zollvereins Confe- . ^ rennen soll bis jetzt die Herzoglich Nassauische Re- S» gierung es übernommen haben, die umfaffendsten An- Gec träge zu stellen: 1) auf Beseitigung der UebergangS- Me steuern, namentlich auf Weine; 2) auf Abwendung der
Gefahren, welche dem Weinbaue und der Eisenindustrie ^ durch Herabsetzung der Zölle auf ausländische Einfuhren N. (b. h. beim Weine wohl nicht Anderes als franzö- Hk!» fische Einfuhren) drohen, 3) auf Herstellung einer Sta- '^"' tiftif, welche den ganzen Zollverband umfaßt, 4) auf
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Herstellung einer Gleichheit in Maß, Gewicht u. Geld. In 1. und 2. sind die Wünsche des gejammten Südens repräsentirt. — Am 5. d. M., wäbrend des Wollmark- tes zu Breslau, ist eine Provinzialversammlung derschle- fischen Johanniterordensritter gehalten worden. Bekanntlich sind die meisten großen Wollzüchter in Schlesien, wie der Fürst von Pückler-MuSkau schon vor Jahren bemerkte, auch Johanniterritter.
Gestern, heißt es in der St Z., ist dem Kriegsmi- nisterium eine königliche Cabinctsorbre zugegangen, welche bestimmt, daß diejenigen Osficiere, welche sich den „entwürdigenden Bedingungen" eines angeblich er- laffenen Breve's in Bezug auf die Schließung von Mlsch-Ehen unterwürfen, nicht ferner dem Officierstande angehören könnten. (?) Man erwartet hier, daß in Bezug auf Civil-Beamte eine ähnliche Bestimmung ergehen werde. — Die Lith. Corresp., heißt es ferner, ist falsch unterrichtet, wenn sie behauptet, daß nnter den jetzt den übrigen ZollvereinSregierüngen mitgetheilten Anträgen
PreußenS sich keine den Tarif betreffenden befänden. Preußen hat drei derartige Anträge angekündigt: Herabsetzung der Zölle 1) aus Getreide und andere Le- benSmittel, 2) auf Eisen, 3) auf gewisse ungefärbte Baümwollen-Zeuge von 50 auf 20 Thlr.
Von Berlin auS wird die von uns bezweifelte Nachricht, ein außerordentlicher Bevollmächtigter fei von Paris nach Berlin getieft worden, um Sx, Maj. dem Könige eine von England und Frankreich unterzeichnete Convention mitzutheilen, deren Zweck gewesen, die Türkei zu erhalten und Preuße» zum Beitritt zu vermögen, daß diese Konvention dem österreichischen Cabiuet nicht vorgelegt werden solle, da dessen Gesandter, Herr von Hübner die Erklärung abgegeben habe, daß man in Wien die strengste Neutralität beobachten werde, als eine müßige Erfindung bezeichnet. — Es scheint sich zu bestätigen, daß Hannover auf beii GencralzoUcoufereuzen durch den Generaldirector der directen Steuern, Herrn Albrecht, repräsentirt sein wird. — In G u esc», dem alten Sitz des ErzbiSlhums, ist in den vergangenen Tagen eine Schulfeicrlich'eit zu einer unerquicklichen polnischen Nationaldemonstration seitens der Jugend benutzt worden. — Zu Warschau hatte beim Abgang der letzten Nachrichten das marschfertige zweite Armee- corps die stündlich erwartete Ordre zum Aufnrnch noch nicht erhalten. — Wie man hört, sind die mehrer- wähnten Roten, welche Seitens der russischen Regierung neuerdings den einzelnen Höfen zugegangen sein sollen, aus eine an die russischen Gesandten im Auslande ge- richtete Depesche zurückzusührcu, in welcher allerdings die Besetzung der Donaufürstenthümer als wahrscheinlich bezeichnet, dieselbe aber gleichzeitig in einer Weise cha- racterijut wird, als fei in ihr nichts weniger als ein casus belli zu finden.
Aus Stettin wird berichtet, daß die russische Rc- gierung kein Getreide mehr aus Rußland über Riga herausläßt, im Gegentheil Gelreidekäufe in Preußen zur Verpflegung der Armee zü effectuireu beabsichtigt!
Dresden, 15. Juni. Die letzte Nummer des in Dresden erscheinenden „Eberhardt'S Allg. Polizei-Anzeiger" enthält in der Rubrik „Politisch gefährliche Individuen" Folgendes: Wagner, Richard, ehemaliger Kapellmeister aus Dresden, einer der hervorragendsten Anhänger der Umsturzpartei, welcher wegen Theilnahme an der Revolution in Dresden im Mai 1849 steckbrieflich verfolgt wird, soll dem Vernehmen nach beabsichtigen, sich von Zürich auS, wo er sich gegenwärtig aufhält, nach Deutschland zu begeben. Behufs seiner Habhaftwerdung wird ein Porträt Wagners, der im BetrctungSfalle zu verhaften und an das königliche Stadtgericht zu Dresden abzuliefern sein bürste, Hier Wigefügt." Das wohlgetroffene Porträt Wagners liegt dem Blatte 'bei.'
Wien, 17. Juni. Se. kais. Hoheit der Herr Erzherzog Albrecht, Gouverneur- von Ungarn, ist heute Nachmittags 3*^ im besten Wohlsein auS Szathmar, mit einem Separatzuge der Nordbahn, hier angekom- Mt» und bat sich kurz darauf nach Schönbrunn verfügt. — Die Abreise Sr. Maj. Max von Baiern nach München wird morgen (Samstag) Früh 8 Uhr erfolgen. Der k. bayerische Gesandte, Hr. Graf von Lerchenfeld begleitet den König bis an die Grenze. — Neuerdings schreibt man der „B. Ztg." aus Wien, wird in unterrichteten Kreisen mit Bestimmtheit versichert, daß Ruß- land für die Idee eines Kongresses zur Beilegung der orientalischen Frage, die von England aufgestellt worden, nicht habe gewonnen werden können. Man nimmt in den höheren Kreisen mit Bestimmtheit, an, daß schon im Laufe des nächsten Monats eine persönliche Zusammenkunft deS Kaisers Nicolaus und Sr. Majestät des Kaisers Franz Joseph in Warschau statthaben werde. — Schon in den nächsten Wochen sollen Verhandlungen mit Belgieu und wie man hört auch mit Dänemark über ihren Beitritt zu dem österreichisch-preußischen Zoll und Handelsbunde eröffnet werden.
Man versichert jetzt auf das Bestimmteste, daß gegründete Hoffnung vorhanden sei, durch österreichisch- englische Vermittelung den Frieden erhalten zu sehen. Auch liegen die sichersten Daten vor, daß die Türkei ernstlich den Frieden wünscht, daher sie wohl nicht lange säumen würde, einer durch eine solche Vermittelung zu Stande kommenden Vereinbarung beizutreten. So wird der Leipziger Zeitung geschrieben.
Die „Presse" schreibt: Die bisher in Umlauf gesetzten Gerüchte über Vermittelung der orientalischen Frage dürften als verfrüht angesehen werden. In diesem Augenblicke jedoch wird auS völlig verläßlicher Quelle versichert, daß eine solche nahe bevorstehend sei und namentlich die Differenzen zwischen den Kabinetten von Petersburg und St. James durch die Mühewaltung und die guten Dienste des Wiener CabinetS eine völlig befriedigende Ausgleichung im Interesse deS Weltfriedens finden dürften."
Frankreich.
Paris, 18. Juni. Die heutigen Blätter bringen mehrere Privatdepefchen auS Wien vom 16. und aus London vom 17., welche die österreichische Vermittelung in der orientalischen Frage in Aussicht stellen. Die Londoner Dcpesche lautet wie folgt: „Eine hier direct aus Wien eingelaufene telegraphische Mittheilung meldet, daß Rußland die österreichische Vermittelung in der
orientalischen Angelegenheit angenommen hat." — Kin hier umlaufendes Gerücht will wissen, daß das englische Ministerium, in welchem bekanntlich eine Friedens- und eine Kriegspartei sich entgegenfteben sollen, in der Auflösung begriffen sei. Nach dieser Version würde Graf Aberdeen, Graf Clarendon und Mr. Gladstone zurück- trcten und Palmerston mit Lord John Russell an die Spitze treten. Das Ganze ist jedoch eine Fabel: das englische Kabinet ist überaus friedlich gestimmt und hat sogar dem französischen Ministerium aus die Fragte: ob eö die Besetzung der Donaufürstenthümcr durch die Russen für einen Casus belli halte,—die gewünschte kategorische Antwort nicht gegeben. — Die heute durch den „EgyptuS" aus Konstantinopel eingelaufenen Nachrich. ten melden, daß die türkischen Rüstungen mit großem Eifer fortgesetzt werden. Die Regierungen der Douau- fürftentbümer sollen den Abgesandten des Sultans förmlich erklärt haben, daß sie' im Falle einer Grenzüber-- schreitung durch die russischen Truppen gegen eine solche Vertragsverletzung protestiren und sich auf türkisches Gebiet zurückziehen würden. Auf der Börse ward heute aufS zuversichtlichste behauptet, der General Castelbajac, Gesandter Frankreichs in Petersburg, habe der französischen Regierung in einer besonderen Depesche kund gethan, daß die amtliche Sprache des Kaisers Nikolaus von Tag zu Tag drohender gegen die Türkei werde. Eine andere aus Konstantinopel eingelaufene Depesche meldet, der Sultan sei aufs festeste entschlossen, daS letzte Ultimatum deS Klaren zu verwerfen. Der halbamtliche Theil des Moniteur enthielt gestern einen langen Bericht über die Arbeiten der französischen Commission bei der großen Londoner Industrieausstellung von 1851. . Diese Co in Mission wurde von dem Kaiser empfangen, der ihren Bericht entgegen nahm, bei deffen Ueberreichung ihr Präsident, Senator Charles Dupin, eine Anrede hielt, in welcher er u. A. sagte: „Diese Darstellung enthält den Plan der historischen Arbeiten, worin wir den Fortschritt der Künste bei allen Rationen während des allgemeinen Friedens darthun, der heute auf die Energie Ihrer Weisheit zählt, um seine Wohlthaten fortzusetzen." In seiner Antwort auf Dupiu'S Rede sagte der Kaiser, die Wünsche der Commission für Aufrechthaltung des Friedens entsprächen ganz dem feiiiigen; feine Bemühungen seien darauf gerichtet, und er hoffe, daß der Frieden fortbauern werde. — Das europäische RevolutionScomite hat am 20. Mai und 5. Juni wieder zroei Manifeste erlassen, die in Frankreich vielfach verbreitet werden. Sie schäumen vor Wuth gegen die gegenwärtige französische Regierung und machen gleichzeitig der Bourgeoisie und der gejammten Mittelklasse, die jetzt gewonnen werden soll, viele Komplimente. Auch ein Zeichen der Zeit! — Hier dauern die Verhaftungen fort. Zn denselben gehört auch die des Advocaten F., der gerade mit seiner Frau und Mistress Stowe, der Verfasserin von Onkel Tom's Hütte (?), aufé Land fahren wollte. Alle Personen, die sich später in der Wohnung F.'s einstellten, wurden vorläufig festgenommen. Fortwährend heißt es, daß ein entdecktes Complot gegen des Kaisers Leben die Ursache der meisten hiesigen Verhaftungen fei; mit Untersuchung der Sache ist Hr. Krault beauftragt. Unter den Verhafteten befindet sich auch der Lehrer Jules Alix, Franyois, ehemaliger Redacteur der Revue Jndependance und Garont, ehemaliger Cassirer der Re- forme. In einem Hause an der Allee von Neuilly ist eine große Anzahl Dolche weggenommen worden. —ES soll in der „Notre-Dame-Kirche ein Traueramt für den verstorbenen päpstlichen Nuntius Garibaldi mit dem der kirchlichen und diplomatischen Stellung desselben entsprechenden Pompe gefeiert werden. — Ein Schreiben aus Tunis vom 9. b. MlS. meldet, daß der Gesundheitszustand des BehS sich fortwährend besserte. Die Lage der Angelegenheiten von Konstantinopel verhindert diesen Fürsten, seine Reise nach Europa, die er in diesem Sommer zu seiner Erholung beabsichtigt hatte, auszuführen.
Schweiz.
Bern, 19. Juni. Die Differenz zwischen der Schweiz und Oesterreich wird wie als bestimmt versichert wird bald zu einem friedlichen Austrag gelangen. (Nachrichten ans Paris zufolge betrachtet die französische Regierung diese Frage bereits als abgethan.) Man versichert, daß Tessin die im Lehrfache angestellten lombardischen Flüchtlinge entlassen nub den von ihm ausgewiesenen österreichischen Kapuzinern eine angemessene Pension zngcstehen werde. Dadurch zufrieden gestellt werde die österreichische Regierung die bisherige Grenzsperre gegen diesen Kanton aufheben. — Zu dem Bundesfest werden großartige Vorbereitungen getroffen. — Von allen Thürmen und öffentliche» Gebäuden wehen eidgenössische und berner Fahnen; eine Riesen- flagge auf dem Müuster verkündet de» Gästen, daß Bern sein Bunbesfest feiert. An allen Thoren prangen Ehrenpforten. Der Bundesrath hat den Erbacherhof, worin er tagt, prachtvoll becorireu lassen. Schon wimmeln die Straßen von Fremden; die nächste Zürcherpost kommt mit 26 Beiwagen. — Heule Morgen machte rin Fremder, man sagt ein Luzerner, den Versuch, die jungen Bären im Graben zu vergiften; er wurde bei der That ertappt.
Freiburg. Am 4. b. wurde Hr. Charles vor