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führte, und es sind außer diesem Verlust der armen Kohlenbrenner auch ungefähr 20,000 Klafter Brennholz fortgerissen worden.

^ Wien, 18. Mai. Gestern Abends war Diner bei Sr. Majestät dem Könige von Belgien im Gc- sandtschaftshotel, zu welchem nebst Sr. königl. Hoheit dem Herzoge von Sachsen-Loburg, der F.M.L. Gras Leiningen, die drei Brüder, Grafen Mennsdorf, das Gefolge Sr. Maj. des Königs und das Gesandtschafts- Personale geladen waren. Ihre Majestät die Königin von Hannover hat für das k. f. österreichische Infan­terieregimentFürst von Warschau" ein prachtvolles Fahnenband hier anfertigen lassen. Zur Berichtigung der Angabe mehrerer Journale, daß Oesterreich sich in Constantinopel auf die Seite der Pforte gestellt habe, so, daß Rußland gegenwärtig im Oriente ganz isolirt stehe, theile ich Ihnen mit, daß das diesseitige Cabinet dem k. öfter. Geschäftsträger Hr. v. Kletzl die bestimmte Weisung zugehen ließ, sich in allen Fragen, welche eine religiöse Tendenz haben, ganz neutral zu verhalten, und sich weder an der Frage Ler heiligen Stätten noch an der Patriachatsreform zu betheiligen. Sollte jedoch sein Rath von irgend einer Macht angcsucht werden, so solle er sich diesem Wunsche fügen, dabei aber aus­drücklich eröffnen, Laß seiner Erklärung keine officiöse BeLeutung beizulegen sei. Die hohe Pforte hat, wie hier zuverlässig bekannt ist, in der Frage der hei­ligen Stätten die Unterstützung LeS kaiserlich königlichen österreichischen Geschäftsträgers verlangt; Hr. v. Kletzl hat aber natürlich unter dem oben erwähnten Vorbe­halte erklärt, das Wiener Cabinet könne nur wünschen, daß die Pforte die russischen Vermirtlungsvorschläge annehme. Hierdurch behebt sich aber von selbst das Gerückt, nach welchem Oesterreich sich mit Frankreich und England auf die Seite Ler Pforte gestellt hatte. Um unseren Handelsbeziehungen in America eine größere Ausdehnung zu geben, ist die Neugestaltung der drei General - Consulatc in New-Uork, Valparaiso und Rio-Janeiro beantragt worden, und es sollen unter Einem, auch die daselbst aufgestellten Consular-Agentur vermehrt werden, indem man mit Recht hofft, daß hier­durch unsere Handels Interessen wesentlich gefördert werden müssen.

Triest, 17. Mai. Reisende, die mit dem Packet- boot eiugctroffen sind, versichern, daß die britische Flotte Malta verlassen habe

Frankreich.

Paris, 18. Ma. Der Kaiser hat der Stadt Mery, die 1814 durch die Verbündeten viel gelitten hat, 300,000 Frs. zustellen lassen, welche zum Ausbau und zur Restauration der Kirche und des Stadthauses, die damals stark beschädigt wurden, verwendet werden sollen. Unverbürgt heißt es, daß die Regierung sich bezüglich der Herstellung der Todesstrafe für Hochver­rath mit der Commission, zu deren Berichterstatter wahrscheinlich de la Gueronniere ernannt wird, ver­ständigen und den Art. 87 des Strafgesetzbuches fallen lassen werde, daß bloß der Art. 86 wieder in Kraft treten soll. Ueber die Krönung des Kaisers sollen mit Rom immer noch Unterhandlungen gepflogen werden. Heute begann die Berathung über das Budget. Hr. v. Flavigny gab eine scharfe Kritik jdes Optimis­mus, dem die Regierung sich hingibt. Er ging alle Handlungen der Regierung Lurch von der Freilassung Abd-el-Kader's bis zur Gründung LeS Mobilar-CreditS, welche alle möglichen Unternehmungen befördern, bei denen großentheils nur die Spekulanten gewonnen. DaS führe zur Demoralisation des Volkes, welches mit Neid und Mißtrauen aus die binnen wenig Tagen auf der Börse erworbenen großen Reichthümer blicke. Traurig ist essagt Hr. v. Flavigny, an der Spitze dieser Operationen die angesehendsten Männer zu erblicken, wenn der Cardinal Richelieu in unserer Zeit lebte, so würde er Präsident einer Eisenbahn-Gesellschaft sein, Hr. v. Flavigny klagte zuletzt über die Machtlosigkeit des gesetzgebenden Körpers und forderte die Mitglieder auf, sich frank und-frei, wie er selbst, auszusprechen. Hr. Baroche antwortete ihm in schlagender Weise; u. A. führte er an, daß die Regierung das Casino Paganini Habe schließen lassen, um fiuanciclle Durchstechereien zu verhindern, über welche Hr. v. Flaviguy Klage führe. Nach Herrn Baroche ergriff der Herzog von Uzèö das Wort gegen das Budget. Da Baroche sich auf den günstigen Stand der Börse berufen hatte, so erinnerte der Herzog von UzèS daran, daß am Tage Les Ab­schieds von Fontainebleau die Course gestiegen wären. Dr. Veron sprach einige Worte über die Nothwendig­keit, daß die schönen Künste und Wissenschaften mehr unterstützt würden, erregte aber eine allgemeine Heiter­keit, Lie ihn zwang, sich zu setzen. Morgen wird die Abstimmung über das Budget erfolgen. Um die Con- cesssion der Eisenbahn von Besancon nach Mül­hausen bewerben sich gegenwärtig 8 Gesellschaften. Man erwartet, daß die Regierung die Concession ohne Zuschuß auS der StaarScasse und ohne Zinsgarantie cr- thcilcn wird. Die Commission, welche sich mit der Dotation für die Wi-twe des Marschalls Ney bcschäf- tigt, hat eine Deputation an den Kaiser abgcschickt, um ihn zu bitten, den Gesetzentwurf zurückzuziehen. Das Wiener BlattWanderer" heute mit Beschlag be­legt worden. Man spricht von der Vermählung des

Fräulein Rachel mit einem reichen russischen Bojaren, welcher 500,000 Rubel jährliche Einkünfte, 15 Schlösser und 30,000 Leibeigene besitzen soll. Die Regierung hat den Gesetzentwurf über die der Wittwe des Mar­schalls Ney zu gewährende Nationalbelohnung von 300,000 Frs. von freien Stücken zur ückgenommeu.

Ein Nachkomme der oströmischen Kaiser, der Prinz Komnenos, dessen Familie nach der Einnahme von Cou- stautinopel bis 1562 in Trapezunt herrschte von wo sie, nach ihrer Entthronung, sich nach Corsica begab, tritt jetzt, wie wir gemeldet haben, als Präsident für einen angeblich wiederherzustellenden christlichen Kaiserthron in Constantinopel auf. Der Vater dieses Prätendenten, Demetrius Komnenos, wurde von König Ludwig XVI., durch eine Parlamentsacte von 1782, als wirklicher Nachkomme der Kaiser von Trapezunt rc. anerkannt, und diente beim Ausbruch der französischen Revolution in der Armee des Prinzen von Conde. Er erhielt 1802 von dem ersten Consul Banaparte eine Pension von 4000 Fr., blieb wäbrcnd der Restauration im un­gestörten Fortgenuß derselben, wurde Marechal de Camp und Ludwigsritter, und starb 1821, etwas über 71 Jahre alt. Herrn von Larochejaquelcin's Schrift hat so eben den Druck verlassen. Das interessanteste darin dürfte der Schluß sein, zu dem der Marquis gelangt, daß nämlich einstweilen die Dynastie Bona­parte allein geeignet sei, Frankreich zu regieren.

Paris, 19. Mai. Nach längerer Unterbrechung war heute von 9 bis 11 Uhr Abends wieder großer Empfang bei dem Kaiser und der Kaiserin. Es waren bei diesem Hoffeste die Senatoren und viele ausdrücklich Eingeladene erschienen. Alle waren in sehr reicher Tracht und die Gesellschaft gehörte zu den glänzendsten, welche man unter der jetzigen Regierung in den Tuile- rien gesehen, obgleich sie diesmal nur in den besondern Appartemcnten der Majestäten versammelt war. Die Möblirung des kaiserlichen Schlosses St. Cloub, wohin sich der Kaiser demnächst zu begeben gedenkt, wird mit großer Eile betrieben. Eine Verordnung des hiesigen Polizeiptâsecten bestimmt, daß von nun an in Paris keine Anzeige weder in Straßen und auf Plätzen, noch in öffentlichen Localen angeschlagen werden darf, wenn dazu nicht vorher auf der Präfectur die ausdrückliche Ermächtigung eingeholt und erlangt worden ist. Heute Nachmittag ist großes Kirchthurmreiten (sleeple chase) zu La Marche, zu dem sich die vorzüglichsten Mitglieder des Jockeyclubs und die elegantesten Frauen in großer Zahl begeben haben. Frau Beecher- Stöwe wird heute Abend hier eintreffen. Baron v. Rothschild hat das berühmte Weingut (cru) Mou­ton von Medoc für 1,125,000 Fr. gekauft. Das min­der wichtige Palmercru von Medoc ist durch Emil Pe­reire erworben worden. .

Schweiz.

Freiburg Die Staatskanzlei ladet alle Capita- listcn und Banquiers, welche an dem Zwangsanleihen freiwilligen" Antheil nehmen wollen, ein, innerhalb acht Tagen der Finanzdirection anzuzeigen, mit welcher Summe sie sich betheiligen. Die Assemblee nationale schließt einen ihrer Artikel gegen die Schweiz mit fol­genden Worten:Wir beharren bei Allem, was avir gesagt haben gegen diesen Haufen von Schelmen und Banditen, welche in der Schweiz die revolutionäre Dic- tatur ausüben. Wir finden, die europäischen Groß­mächte sündigen gegen alle ihre Pflichten, indem sie eine solche Regierung länger bestehen lassen."

Belgien.

Brüffel, 14. Mai. Herr Raspail hat die Er- laubniß erhalten, sein Domicil in Belgien zu nehmen. Es scheint, daß die Regierung Anfangs nicht geneigt war, ihm die Erlaubniß zu gewähren, die ihm erst zu Theil wurde, als Graf Vilain XIV. sich für ihn ver­wandte. Hr. Raspail war früher Professor in einem Jesuitencollegium, wo Herr Vilain seine Erziehung er­halten hat.

Niederlande.

Haag, 18. Mai. Die bis jetzt bekannt geworden neu Wahlen zur zweiten Kammer der Generalstaaten und die Mittheilungen, welche man über den Wahl' kampf im Lande überhaupt erhält, lassen annehmen, daß die protestantische Partei bas Uebergcwicht erhält und ihre Gegner, welche sich konstitutionelle und libe­rale Protestanten nennen, auf den meisten Punkten un­terliegen.

Italien.

Turin, 12. Mai. Mit dem Commissionsbericht über die Exigenz von 400,000 Fr., zur Unterstützung der von der österreichischen Sequestration betroffenen Lombardo-Piemontesen, ist der Notenwechsel mit Oester­reich, wie es scheint, vollständig erschienen. Es sind 13 Nummern von bedeutendem Umfang und sie schließen mit demSchreiben an die piemontesischen Gesandten in Paris und London. Das letzle österreichische Actcnstück ist aus Wien vom 7. April. Oesterreich geht darin von der Absicht aus, daß die Eigenschaft piemontcsischcr Unterthanen, als später erwvrbcnj, nicht den Autcce- dentien der Flüchtlinge einen andern Charakter geben könne, daß die Sequestration als Maßregel der Zeit fortdauern und je nach dem Betragen der Flüchtlinge gemildert oder verschärft werden würde.

Lombardei. Nach der neuesten Volkszählung ha­

ben die lombardischen Provinzen zusammen 2,773,907 und die Stadt Mailand 161,962 Einwohner.

Nom, 9. Mai. Vor einigen Tagen ist ein außer­ordentlicher Courier aus Berlin bei der hiesigen preu­ßischen Gesandtschaft angekommen. Man sagt, ès fänden Verhandlungen wegen des neulichen päpstlichen Breve's in Sachen der gemischten Ehen statt. Ebenso bringt er Instructionen für die Angelegenheit der Dotation der Bisthümer, die bekanntlich bis jetzt immer dem hie­sigen preußischen Geschäftsträger abgingen; wenigstens wurde dieses immer vorgegeben, wenn die päpstliche Behörde den Gegenstand der vorschriftsmäßigen Dota­tion zur Sprache brachte. Monsignore Bedini schifft sich heute zu Civitavecchia zu seiner Reise nach America ein. Bekanntlich ist er als Nuntius nach Brasilien be­stimmt. Er wird aber noch zuvor längere Zeit sich in New-Uork aufhalten.

Donanfürstenthümer.

Jaffy, 9. Mai. (Presse.) Seit der Rückkehr des Fürsten Ghtka fand in dem Fürstenthum Moldau fol­gender Ministerwechsel statt: Logothet Kostaki Stourdza wurde zum Minister des Innern statt des Beyzade Ni­colaus Soutzo, der das Portefeuille des Cultus und Unterrichts erhielt, ernannt. Der bisherige ehrenhafte Vorsteher dieses letzter» Ministeriums, Wornik Gregor Kusa, war krankheitshalber von seinem Posten abzutreten genöthigt,

Der A. A. Z. wird ans Constantinopel vom 5. d. mit Bestimmtheit gemeldet, daß außer ber Frage um die heiligen Stätten ein Verlangen um Gebietsab­tretung am Kaukasus, von dem englische Blätter bereits berichteten, durch den Fürsten Menczikoff faktisch gestellt worden und daß es zweites Hauptmotiv seiner Sendung ist. Der Gegenstand, um den es sich in letzterer Be­ziehung handelt, ist der Hafen von Bakum oder Batun. Dieser Hajen bietet, längs der ganzen Küste vom Asow- schen Meer bis zum Fluß Tschoroch, der bei Batun mündet, den sichersten Ankerplatz dar und kann ohne bedeutende Kosten zu einem Stationspunct für die rus­sischen Kriegsschiffe eingerichtet werden. Die eigentliche Vertheidigungslinie des Kaukasus wäre, von diesem Punct aus, in dem Rücken gefaßt; gleichzeitig wäre er eine Basis für jedwede spätere Operation gegen die asiatische Türkei, sowie auch gegen Persien. Man sagt, daß die Russen dem Verlangen den ganzen Nachdruck ihrer militärischen Vorbereitungen zu Odessa und Se- bastopol zu geben gewußt und es in Folge dessen be­reits Anfangs Aprils durchgesetzt hätten, daß indeß Lord Stratford gleich nach seiner Ankunft dagegen pro- testirt und für den Fall, daß die Abtretung zur Aus­führung käme, eine (ich weiß nicht welche?) Einmischung Englands augezeigt habe. Man trug sich jüngst wieder mit benunruhigeudett Gerüchten. Am Dinstag vor acht Tagen hatte die plötzliche Absendung der eng­lischen Dampffregatte Tiger an Admiral Dundas nach Malta zu Aehnlichem Veranlassung gegeben.

Nachrichten aus Bosnien zufolge hat Hurschid Pascha den Christen neun Fermans zur Erbauung von neun Kirchen gegeben. Der Ingenieur Esreff Effendi hat bereits die Orte für diese Kirchen ausgemessen.

Ostindien

Die kleine Revolution in Bhawalpur scheint einen friedlichen Ausgang zu nehmen. Doch hatte, der Delhi Gazette vom 26. März zufolge, der jetzige Na- bob seinen abgesetzten Vorfahr Sadik Mahommed bis dahin noch nicht ausgeliefert, wie die britischen Behör­den in Lahor verlangten. Gleichwohl war der englische Commissär, der mit einem Expeditipuscorps von Mul­tan ans bis an die Grenze von Bhawalpnr vorgerückt, auf höher» Befehl wieder umgekehrt. Jm Nizam- st a a t nimmt die Anarchie täglich zu, und das unver­meidliche Schicksal desselben, d. h» die Einverleibung in Britisch-Indien, tritt immer näher. Im ganzen ge­nießt Britisch - Indien vollkommene Ruhe. Doch ist man in den drei Präsidentschaften sehr entrüstet über das verbreitete Gerücht, daß die Regierung des Mutter­landes die Absicht habe, den bisherigen indischen Frei­brief auf zehn Jahre zu verlängern, ohne das Ergebniß einer genauern Untersuchung abzuwarten.

Neueste Nachrichten.

Altenburg, 18. Mai. Unsere neuvermählte Erb- herrsckaft wird Sonnabend hier erwartet.

Breslau, 19. Mai. Heute ist der bisherige Bis- thums^Verweser Canonicus Dr. Heinrich Förster zum Fürstbischof von Breslau gewählt worden.

Wien, 19. Mai. Soeben ist Sc. Majestät der König von Preußen, begleitet von unseres Kai­sers Majestät, in der kaiserlichen Burg angelangt, wo allerhöchst demselben ein sehr feierlicher Empfang geworden ist.

Eine telegraphische Depesche der A. Z. auS Wien vom 18. d. sagt: Die Triester und Galaczea Nach- richten stimmen darin überein, daß Fürst Menczikoff ein Ultimatum überreicht habe.

Aus Alexandria, 27. April heißt es in der Turiner Correspondenz", daß Said Pascha sich ganz in Ungnade befinde. Er ist der dritte Sohn Mchemet Ali's,1 Haupt der französischen Partei und Admiral der egyptischen Flotte, die jetzt nur noch dem Namen nach besteht. __________________________________________________

Verantwortlicher Redacteur: Dr. A. N-nck.