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kennbar versehen, dieselben passiren, nach Vorschrift ins Gewehr zu treten und zu präfeutiren haben, wobei jedoch weder die Fahne zu senken, noch das Spiel zu rühren ist. 9tur die Hofburgwache in der Residenz und die Wache an dem jeweiligen allerhöchsten Hoflager ist hievon ausgenommen. Einzelne Schildwachen haben denselben die Ehrenbezeugung, gleich den mit dem Sei­tengewehre versehenen Officicrcn zu leisten. Se. k. Hoheit der Herr Erzherzog Gouverneur von Ungarn wird auf seiner Inspektionsreise in Ungarn übermorgen in Ocdcnburg eintreffen, wo große Vorbereitungen zu einem feierlichen Empfange bereits getroffen sind. Mittwoch wird Se. k. Hoheit mittelst Separatlrain von Ocdcnburg in Wien eintreffen. Die hier stattfinden­den bischöflichen Conserenzen dürften im Laufe dieser Woche auf einige Zeit vertagt werden, da die hochwür- digsten Herren Bischöfe wegen der Feier des Pfingst­festes und der damit verbundenen AnSspendung des heiligen SacramentS der Firmung sich in ihre' resp. Diöcesen begeben werden. Die Konferenzen des deutsch österreichischen Postvercins, welche im Laufe des Monats Mai hier hätten zusammcntretcn sollen, sind auf den Antrag von Hannover verschoben worden.

^ Wien, 7. Mai. Zur Aufnahme Sr. Majestät des Königs von Belgien, welcher am 12. b. in Wien erwartet wird, sind sowohl in der k. k. Hofburg als im belgischen Gesandtschaffsbotel die Appartements in Be­reitschaft gesetzt, man glaubt aber, daß es Se. Majestät vorziehen wird, das PalaisCoburg" zu beziehen. Des Königs von Preußen Majestät wird die Reichs­kanzlei bewohnen. Die Abreise des k. spanischen Ge­sandten Herrn Chevalier della Torre Avlloii ist bis jetzt noch nicht entschieden. Der Herr Chevalier hatte gleich nachdem ihm die Nachricht von seiner Ernennung zum Minister des Auswärtigen zugekommen war, einen Brief an Ihre Majestät die Königin gerichtet, worin er er­klärt, daß er zwar bereit sei, das Portefeuille anzuneh­men, daß er aber fürchte, seine schlechte Gesundheit würde eS kaum zulassen, daß er diesen ehrenvollen aber schwierigen Posten lange Zeit verwalte. Die Antwort auf diesen Brief ist bereits ein getroffen, unb 'man ver­sichert , daß cS darin dem Chevalier frcigestcllt worden sei, ob er seinen Gesandtschaflsposten behalten oder das Portefeuille übernehmen wolle. Lis jetzt hat der Herr Gesandte noch keinen definitiven Entschluß gefaßt. Wahrscheinlich wird er aber den Aufenthalt in Wien verziehen, da es allerdings den Anschein hat, als würde das gegenwärtige Cabinel in Madrid nur eine proviso­rische Existenz haben, und in Kurzem einem neuen von bestimmterer Tendenz Platz machen. Neuesten Nach­richten aus Konstantinopel zufolge hat die Pforte in Betreff der Unabhängiakeitsfrage Montenegro's dem Fürsten Menczikoff die Eröffnung machen lassen, daß sie diese Angelegenheit auf den demnächst in Konstantinopel zu eröffnenden Konferenzen zur Sprache gebracht wissen wolle. Fürst Danilo, welcher von unserem Monarchen das Großkreuz der eisernen Krone erhalten hat, soll sich dem Vernehmen nach entschlossen haben, nach Konstanti­nopel zu reisen, und man will hieraus den Schluß zie­hen, daß die Pforte mit dem Gedanken an die Unab­hängigkeit Montenegro's sich vertraut zu machen anfange. Fürst Dauilo hat gestern in Begleitung des Herrn F.-M.-L. Baron Mamula, dem Flügeladjutanten Sr. Majestät, Obersten Grafen O'Donell und dem Herrn Ritter v. Ettenreich Besuche abgestattet, um denselben einen persönlichen Beweis der innigen Anerkennung ih­rer Verdienste bei der Rettung des hochverehrten Mo­narchen zu geben. Die Organisirungs - Operate für Steiermark fhib bereits vollendet, und an die betreffen­den Ministerien eingesendet worden. Mit Rücksicht auf die Durchführung der Sequestrationsmaßrcgeln ver­nimmt man, daß die damit beauftragte Commission von allen Reklamationen, die bis jetzt cingelaufen sind, nur in zwei Fällen eine Ausnahme angerathen hat.

Wien, 8. Mai. Der späte und strenge Nach­winter, welcher hauptsächlich Galizien und daö Gebiet von Krakau traf, hat zur Steigerung der durch die nicht besonders ergiebige Ernte und die Kartoffelkrankheit dort herbeigeführten Noth geführt. Se. Majestät der Kaiser hat 60,000 fl. zur Ertheilung von Darlehen an hilfsbedürftige Gemeinden angewiesen. Zur Wicdcr- Herbeischaffung des an manchen Orten aufgezchrten Saatkornes sind Einleitungen einer weiteren bedeuten­den Unterstützung aus dem Staatsschatz getroffen wor­den. Für die durch einen Lawinensturz am 14. April in der Gemeinde Bloes iuZVorarlberg Verun­glückten ist eine Sammlung im ganzen Lande cingeleitet worden. Se. Majestät der Kaiser haben allergnädigst 3000 fl. zur Unterstützung für dieselben zu bewilligen geroßt

Nach derNat.-Ztg." wäre der Zweck der Ankunft des Königs der Belgier die Anknüpfung näherer Fami- lienverbindungen mit unserm Hofe, indem man königlich belgischerseits Hoffnungen hegt, für den Herzog von Brabant die Hand einer kaiserl. Erzherzogin zu erhalten. Dies könnte jedoch keine andere sein, als die Erzher­zogin Maria Henriette Anna, eine Tochter des verstor­benen Palatins von Ungarn, Erzherzogs Joseph, die im Jahr 1836 geboren ist.

Die heute stattgehabte Generalversammlung der Actionäre der österreichischen Nationalbank hat beschloßen,

Potsdamer BlumenauSstellung in Augenschein, worauf dort bei Hofe Kamitien-Diner war. Nach Angabe der Kasseler Zeitung arbeitet der königlich belgische Ge­sandte, General von Nothomb, schon seit einiger Zeit an einem wissenschaftlich gehalkenen und auf die Quellen zurückgchenden Exposä über die politische und territo­riale Lage zwischen Belgien und Frankreich, das alS Staatsschrift zur diplomatischen Mittheilung au die Höfe bestimmt scheint.

Sc. k. Hoheit der Prinz von Preußen wird in den ersten Tagen nach Pfingsten sich nach Weimar begeben, wo J. k. Hoheit die Frau Prinzessin bereits zum Be­suche eingetroffen ist. Die AnsstaUungskosten von 100,000 Thlr. für die Prinzessin Anna k. Hoheit wer­den aus der Chatoulle Sr. Majestät deS Königs be­stritten und die zustehende Prinzessinsteuer dem Lande erlassen. Die mehrfach verbreitete Nachricht von dem Rücktritt des Justizministers Herrn Simons hat aller­dings ihre Motive. Die Sache ist mindestens noch in der Schwebe und Hr. Minister Simons im Augenblick noch nicht zurückgetreten. Der Hr. Justizminister wird am 17. zu der zweihundertjährigen Jubiläumsfeier des Appcllatioiisgcrichts zu Greifswald reisen. Seitens mehrerer hiesiger Bankiers hat man in den letzten Ta­gen mehrfache Speculationeu auf daS Steigen der öster­reichischen Staatspapiere,-namentlich auch für die Zeit der Anwesenheit unseres Königs entrirt. Man hält von dieser Seite den Besuch des Königs in Wien selbst schon für ein Motiv zum Steigen der Course. Für den Kaiser Napoleon ist an seinem Sterbetage auch in der hiesigen katholischen St. Hedwigskirche auf Veran- lafsnng der französischen Gesandtschaft eine stille Messe gelesen worden.

Die im Gremium des Bundestages demnächst zur Berathung gelangende Beschwerde des Baron v. Ket­te nburg wegen verletzter Religionsfreiheit, wird auch von der preußischen Regierung,als vor das Forum deS Bundes nicht gehörend", bekämpft werden. AuS Posen wird wieder einmal gemeldet, daß Kaiser Nikolaus zwischen dem 12. und 14. Mai in Warschau eintreffen und dann am 18. oder 19. seine Reise nach Wien fortsetzen werde.

Heute hatten beide Kammern Sitzungen und kamen in erster Kammer die Borlagen in Betreff der Zoll- und Handelsverträge zur Erledigung. Ebenso wurde die Hypothekenorbnung angenommen, in Betreff deren ein nachträglicher Bericht Beitritt zu den Beschlüssen der zweiten Kammer empfohlen hatte.

Der Polizeipräsident v. Hinkeldey ist seiner Stel­lung als Oberleiter des gesammten preußischen Polizei­wesens wieder enthoben worden; die betreffende königl. Cabinetsordre ist förmlich zurückgenommen. Bekanntlich war jene Maßregel allein von dem König und dem Minister des Innern ausgegangen, nachdem die Mehr­heit des Staatsministeriums sich gegen dieselbe ausge- sprochon hatte.

Beim Kammergerichte werden schon in der nächsten Zeit die Einrichtungen zur Ausführung des Gesetzes getroffen, durch welches diesem Gerichtshof die Compc- tenz zur Untersuchung und Aburtheilung der Staats­verbrechen beigelegt wird. Schon die jetzt noch in der Voruntersuchung befindliche Angelegenheit des hier ent­deckten Complottes wird vor dem neuen Gerichtshof zur Entscheidung kommen. Der Staatsanwalt Nörner widmet noch immer vorzugsweise seine Thätigkeit den zur näheren Ergründung des Komplottes dienenden Nachforschungen. Herr Nörner war nach seiner Rück­kehr von London neuerdings wieder einige Tage in Rostock, ist aber inzwischen von dort wieder hier ein­getroffen.

Die Düsseldorfer Dampsschiffahrts-Gesellschaft für den Nieder- und Mittelrhcin hat im verflossenen Jahr einen Reinertrag von 115,000 Thlr. erzielt die Dividende beträgt außerdem, daß dem Reservefonds noch ein bedeutendes Capital zugewiesen wurde, noch 10 Pro- cent. Die Vereinigung der Gesellschaft mit der Kölni­schen ist so gut wie gesichert und dürften die gemein­samen Geschäfte mit halbem Juni beginnen. Das elfte Boot wird mit Nächstem erwartet.

Die Actiouäre der Kölnischen Schleppschiff­fahrts-Gesellschaft erhielten eine Dividende von 5'/2 Pro- cent und konnten mit dem Betriebs-Resultat wohl zufrieden sein, da gegen 1851 eine Mehreinnahme von 38,000 Thlr». stattgefunden hatte, die inzwischen lediglich auf die Bergsahrtsfrachtcn fällt, während die Frachten der Thalfahrt sowohl als die der Gesellschaft zuständigen zwei Roein-Seeschiffe ein Plus gegen das Vorjahr nicht erzielt haben.

Der für die Industrie in Breslau gegründete Verein rührt sich aufs lobenswertheste, zählt bereits gegen 300 Mitglieder und gewinnt ganz besonders auch dadurch, daß sich viele landwirthschastliche Vereine an ihn anschließen. Die Zucht des Maulbeerbaumes erwei crt sich in allen Richtungen, und zwar mit dem glücklichsten Erfolge, und so wird es keiner langen Zeit bedürfen, wo unsere Provinz ein namhaftes Quantum Seide gewinnen wird.

Wien, 7. Mai. Se. k. k. apvst. Majestät haben unterm 2. d. zu befehlen geruht, daß die Militärwachen den Cardinälen der römischen Kirche, wenn diese in eigener Equipage oder mit den Insignien ihrer Würde

den Rest der Bankaktien â 800 fl. per Stück an die Besitzer der älteren Actien auszugeben.

DieWr. Ztg." sagt: Unter der Ueberschrift: Diplomatische Actenstücke zur orientalischen Frage" hat dieAllg. Ztg." vier auf die Mission des Grafen Lci- ningen bezügliche Noten veröffentlicht. Am Schluffe bemerkte die Redaction, daß ihr diese Noten aus Con- stantinopcl mitgetheilt worden sind. Wir halten diese Angabe wenigstens in so weit für richtig, als damit ge­sagt ist, daß die Publication nicht von österreichischer Seite ansgegangen. In letzterer Beziehung glauben wir nämlich mit Grund annchmen zu können, daß die kaiserliche Regierung mit Hinblick auf gewisse in der bezüglichen Verhandlung zu Konstantinopel vorgekommene Umstände sich kaum bestimmt finden dürfte, eine der­artige Veröffentlichung selbst zu veranlassen. Diö von derAllg. Ztg." gebrachten Noten dürften übrigens der Hauptsache nach die Originalicn ziemlich getreu wiedergcbcn.

Bei der im Laufe dieses Sommers zu Kissingen stattfin­denden Konferenz wird Oesterreich demNürnb. Corr." zu­folge durch den Freiherr» von Handel vertreten sein.

Frankreich.

Paris, 8. Mai. Durch kaiserliche Entschließuirg vom gestrigen Tage werden abermals 25 Deccmbcr- Compromittirte .begnadigt. Es befinden sich darunter der ehemalige Redacteur des Journals La Konstitution, de Didier, ein Gutsbesitzer zu Moulins und ein Stu­dent der Rechte. Der Minister des Innern hat jetzt seine Wohnung im Hotel des Ministeriums, die er we­gen der Verheerungen des seiner Zeit gemeldeten Bran­des räumen mußte, wieder bezogen; das dadurch leer gewordene Hotel Forbin -Janson wird nächstens der Staatsraths-Präsident Baroche beziehen. Der gesetz­gebende Körper hat gestern das Gesetz wegen Abände­rung der gesetzlichen Bestimmungen für die Erklärung der Jury ohne Debatte angenommen. Der Bericht über das Budget ist jetzt gedruckt und soll morgen ver# öffentlicht werden. Der erste Theil behandelt die all­gemeine Sache, der zweite geht auf die einzelnen Ca­pitel des Budgets ein. Im Ganzen ist er der Re­gierung unendlich günstiger, als der vorjährige von Chasseloup-Laubat; freilich sind aber auch die damals beantragten Verminderungen von der Regierung aus freiem Antriebe bewilligt und überdies noch zuletzt auf Verlangen des Kaisers die Ausgaben um weitere zwei Millionen verkürzt worden. Ueber die Gründe, welche die Verhaftung des Obersten Beville hcrbci- geführt haben, hört man nichts Bestimmtes. Es scheint jedoch, daß diese Maßregel keine einzeln dastehende ist. Es sollen viele Verhaftungen oorgenommen worden sein. Vor drei bis vier Tagen sah man viele Polizei-Agen- ten in den Quartiers hinter der Madeleine. Zellen- wägen fuhren vpn dort nach der Polizei -Präfeptur. Mebrere Male sah man des Morgens um 5 Uhr wohl­gekleidete junge Leute von Soldaten cscortirt an der Madeleine vorbeikommen. Alle nahmen ihren Weg nach der Polizei-Präfectur. Merkwürdiger Weise ist bis jetzt noch nichts über diese Ereignisse bekannt geworden, und man hört nicht, daß irgend ein Complot entdeckt wor­den ist. Die Actien der großen Central-Eisenbahn stehen auf dem Punkte, ausgegeben zu werden. Die Herren v. Morny, Calvet, Rögniet und Mbsterman wollen nur an solide Unterzeichner abgeben und nicht an Börsen -Spekulanten. Herr von Rothschild wird nächster Woche seine unter sehr günstigen Bedingung gen abgeschlossene toskanische Anleihe auf die Börse bringen.

Der Unfall, der die Kaiserin jungst betroffen hat, soll seine nächste Ursache in einem Sturz derselben von einigen Treppenstufen gehabt haben. An dem Tage, wo der Kaiser sich einer übrigens unbedeutenden Ope­ration unterworfen hatte, konnte die Kaiserin die Kunde über den Erfolg nicht rasch genug haben und ging mehrere Male ans ihrem Zimmer in das unterhalb ge­legene des Kaisers hinab. Hier war es wo sie einen Fehltritt that und ohne eine starke und für sie nach­theilige Anstrengung die Treppe hinabgestürzt sein würde.

Die Verlängerung der Sitzungen deS gesetzgebenden Körpers soll sich nur vom 16. bis zum 21. Mai er­strecken. Vorläufig wird cs versucht, die noch zn er­ledigenden Arbeiten durch verdoppelte Thätigkeit zu be­wältigen. Der Staatsrath hat dem Gesetzentwürfe, durch welchen die Todesstrafe für politische Verbrechen wieder eingeführt und Diejenigen, welche Mitglieder der kaiserlichen Familie öffentlich beleidigen, mit schweren Strafen belegt werden sollen, bereits seine Genehmigung ertheilt.

Der Gencralgouverneur von Algerien, sein Stab und General Pate sind aufgebrochen, um die beabsich­tigte Expedition in Kleinkabylien zu beginnen.

Ein ministerielles Blatt theilt nach einem Privat­schreiben aus St. Petersburg mit, cs sei dasclbst in den bestunterrichteten Kreisen viel von der geheimen Mission eines russischen Gesandten die Rede, der ans der Reise nach China bereits in der Gränzstadt Kiathka angelangt sei, die je zur Hälfte den beiden Regierungen gehöre; wie man versichere, habe diese Mission zum Zweck, dem Beherrscher des Himmlischen Reiches die Hülfe Rußlands zur Bewältigung der in seinen Staa­ten auSgebrochenen Empörung anznbieten.