ahen zu einer Verständigung nicht geführt und sind am 13. d. M. durch den Regierungs-Commissarins ge« = schlossen."
Berlin, 13. April. Wie der „L. Z." geschrieben wird, entbehren die neuerdings durch einige Blätter verbreiteten Gerüchte von dem Ausbruche einer neuen MinisterkrisiS jeder Begründung. Alle Differeiiz- punkte, welche hinsichtlich der Regelung einiger inneren Organisations- und Berwaltungsangelegenheiteu vor einiger Zeit im Schooße deS Staatsmiuisteriums aufgetaucht waren, sind schon längst als vollständig ausgeglichen zu betrachten. Von einem Personenwechsel in den höchsten Sphären der Staatsregiernng war dabei überhaupt niemals die Rede. Am eigenthümlichsten aber . klingt cs, daß jenen Gerüchten zufolge der Name des Herrn v. Kleist-Retzow (des Obcrpräsideute» der Rheinprovinz) mit einem bevorstehenden Ministerwechsel in Verbindung gebracht werden soll. Ein solcher Wechsel würde einen Umschwung des Systems (im Winne der Juukerpartei) voraussetzen, für den wenigstens gegenwärtig keine Anzeichen vorhanden sind. Wahrscheinlich liegt der Angabe ein Mißverständniß in Bezug auf die kürzlich wieder zur Sprache gekommene selbstständige Besetzung des landwirthschaftl. Ministeriums zu Grunde. Unter den Candidaten für diesen Posten ist neben Hr». Eichmann allerdings auch' der Oberpräsident v. Kleist- Retzow genannt worden.
Der Premierlieutenant v. Bothwell vom 2. Artillc- rieregiment seit Kurzem von einem längeren Kommando am Bord Ihrer Britischen Majestät Fregatte „Arro- gant" zurückgekehrt, ist der „Danzig" zur Dienstleistung überweisen.
Der Norda mexikanische Oberst Hugues befindet sich gegenwärtig hier. Derselbe hat, wie wir hören, den Auftrag, im Interesse der bevorstehenden Kunst- und Industrie-Ausstellungzu New- Jork mit den Regierungen des Continents in dirccten Verkehr zu treten. Oberst Hugues wohnte der heutigen Parade in Uniform bei und hatte Nachmittags die Ehre, zur Königlichen Tafel gezogen zu werden.
Das Finanz-Ministerium veröffentlicht eine Bekanntmachung vom 5. April 1853, betreffend den Verkehr des Herzoglich Braunschweigischen Harz- Leine - Bezirks mit den übrigen Theilen des Zoll- Vereins.
Wie der „Presse" gemeldet wird, ist die Reise des Königs nach Wien ausgegeben, dagegen stehe es fest, daß sich Se. Maj. nach Ischl begeben wird.
Die „N. Pr. Z." will als ganz bestimmt wissen, daß derwürtembergische Staatsrath Hr. Klindworth eine Anstellung im preuß. Staatsdienst erhalten werde. Derselbe soll zu auswärtigen Missionen verwendet werden. Von den unermüdlichen Freiherrn v. Reden ist zu Frankfurt so eben eine als Manuscript gedruckte Broschüre: „Die jetzige Aufgabe der Statistik in Beziehung zur Staatsverwaltung," erschienen. Die v. Reden'sche statistische systematisch geordnete Sammlung besteht aus mehr denn 1000 Mappen über die verschiedenen Zweige des statistischen Materials, aus etwa 14,000 Bänden, nebst entsprechender Landkartensammlung. Auch der Druck der in demselben Berlage erscheinenden Finanz- statistik desselben Verfassers schreitet fort, und die Fortsetzung des die österreichischen Finanzen betreffenden Tbei- les wird nächstens die Presse verlassen. Eine neue Arbeit des Frhrn. v. Reden: „Preußen seitdem Anfang des 19. Jahrhunderts. Land, Volk und Staat in vergleichender Darstellung", befindet sich gegenwärtig bei Jong- Haus in Darmstadt unter der Preffe.
Wien, 14. April. Die „O. C." meldet die Abreise des Grafen Revel. Der königl. sardinische Gesandte, Herr Graf Revel, sagt dieses Blatt, hat heute, nach Uebergabe einer Protestation seines Hofes in Betreff des Sequesters auf die Güter der lombardischen Emigration, einen ihm von seiner Regierung bewilligten Urlaub angetreten. Während der Abwesenheit des Hrn. Grasen wird der erste Legationssecrclär der Gesandtschaft, Hr. Marchese Contono, als kön. sardinischer Geschäftsträger bei der k. k. Regierung fungiren, und ist in dieser Eigenschaft vom Hrn. Gesandten von seiner Abreise dem Hrn. Minister der auswärtigen Angelegenheiten vorgestellt worden. Von der bekannten Besonnen- heit und Mäßigung des Hrn. Grafen Revel ist zu erwarten, daß seine Anwesenheit zu Turin nur dazu beitragen wird, irrige Auffassungen zu berichtigen und dadurch das eingetretene Mißvcrständniß in Betreff der behaupteten völkerrechtlichen Tragweite der Sequesterfrage aufzuklären und zu beseitigen. — Es heißt, daß auch der k. k. Gesandte am sardinischen Hofe, Graf Appony, demnächst Turin verlassen und sich nach Wien begeben wird.
Die liberale und radicale Presse des Auslandes bestrebt sich unablässig, den Bemühungen, welche Oesterreich den Umtrieben der Umsturzpartei entgegensetzt den ; Charakter der Gespensterfurcht auszudrücken. Es ist dieß, sagt die Oesterr. Corr., die bekannte alte Taktik Alles, was sie compromitirt, zu läugnen, wenn es nur einiger Maßen geläugnet werden kann, das Gewicht unbestreitbarer ihr zur Last fallender Thatsachen jedoch möglichst zu verkleinern,— eine unaufhörliche Variante des be- rüchtigten nega, quod fecisti. Wir haben bei keinem Anlasse versäumt, hervorzuheben, wie alle Thätigkeit der anarchi
schen Faction eine solidarische, den gesammten Welttheil umspannende ist und wie sie blos die Angriffspunkte wechselt, im Großen und Ganzen jedoch die geheiligten, altenOrdnungen der menschlichen Gesellschaft überhaupt umzukehren sich bestrebt. Zahlreiche Thatsachen komme» etzt unserer Auffassung zu Hilfe. Wir sehen in dieser Hinsicht den Ergebnissen des zu Berlin eingeleiteten Vcrschwörnngsproccsses mit einiger Spannung entgegen; es wird damit wieder ein tieferer Einblick mehr in das Netz, womit die Propaganda alle Länder und Völker zu überziehen sucht, gegönnt sein. — Die „Oesterr. Korrespondenz" bezieht sich auf das Nescript der preußischen Negierung, den Gebrauch gefälschter Pässe betreffend, und die in Betreff heimlicher insbesondere zu hochverrätherischen Zwecken bestimmten Waf- fenvorräthe erlassene Verordnung der sächsischen Regierung vom 11. ds. Mts., welche beide Erlässe ans der Ueberzeugung von der Solidarität der revolutionären Umtriebe hervorg^gangen sind. Solche Symptome, so übereinstimmende Wahrnehmungen und so gleichartige Rücksichten, meint das genannte Blatt, sind wahrhaft geeignet, um die unausgesetzte Wachsamkeit aller ihres Rechtes und ihrer Pflichten bewußten Regierungen und die eventuelle Strenge des beleidigten Gesetzes zu rechtfertigen.
Der N. Pr. Z. wird gemeldet, daß in Verbindung mit den jüngsten -Aufstandsversuchen der ungarisch-italienischen Propaganda und ihrer Anhänger im Reiche beabsichtigt wurde die tirolische Festung Kufstein, auf der viele Staatsgefangene namentlich aus dem ungarischen Jnsurrectionskriege gefangen sitzen, in Brand zu stecken, um die Gefangenen zu befreien. Auch noch auf andere feste Plätze soll sich der Plan ausgedehnt haben.
Dem Vernehmen nach hat der FZM. Frhr. v. Jel- lacic am a. h. Hofe die Zusicherung erhalten, daß Se. M. der Kaiser Kroatien und Slavonien noch in diesem Jahre mit einem kurzen Besuche beglücke» dürfte.
Die im Februar in Kroatien errichtete» Feld Hospitäler sind mit dem 1. d. M. wieder aufgelöst worden. — Die bereits sehr weit vorgerückten Verhandlungen über das Concordat werden dem Vernehmen nach nunmehr in Kürze zum Abschlusse gelingen.— Der „Triest. Ztg." wird das Gerücht von einer Auflösung des bisherigen Ministeriums für Kultus und Unterricht als ungegründet bezeichnet und findet starken Nachhall in in- und ausländischen Journalen. — Das Briefporto- erträgniß in Oesterreich stellte sich im Jahre 1852 auf 4,117,187^, somit um 244,151 Höber, als im Jahre 1851. Das finanzielle Ergebniß der Post überhaupt beträgt 9,092,483 fl. nach Abzug der Verwaltungsko- sten 648,105 fl. und mit Hinzurechnung der Panschalsummen für die officiösen Postsendungen pr. 4,848,000 fl. — Die Unterhandlungen in Betreff einer allgemeinen Münzconvention, welche nach Art. 19 des österreichischpreußischen Zollvereins stattzufinden haben, werden nach dem „Wanderer" hier im Juni beginnen.— Exemplare der in Italien eirculirenden Schrift von Mazzini sind auch hierher gelangt. — Hinsichtlich der Asseutirung österreichischer Unterthanen in Constantinopel zu dem k. k. Heere ist bestimmt worden: daß die österreichischen Militärpflichtigen aus der Moldau und Wallachei, aus Serbien, Bosnien, der Herzegowina und Albanien nicht nach Constantinopel, sondern unmittelbar zu der nächsten im österreichischen Staate gelegenen Assentirungs- Commission zu stellen sind. Diese Anordnung ist auch auf die in den bulgarischen Donauplätzen befindlichen österreichischen Militärpflichtigen ausgedehnt worden. Die Abstellung geschieht direct von Seite der k. k. Con- sulaje. — Der Börsenbericht der „Austria" meldet, daß zwischen der Staatsverwaltung und der Direction der Gloggnitzerbahn neue Verhandlungen wegen Einlösung der Bahn gepflogen werden. — Die Ankunft Sr. Maj. des Königs von Bayern in Wien wird sich um einige Tage verzögern und kommt Se. Maj. der König erst Anfangs Mai hierher.—Der F.-M.-L. Graf Gyu- lai (Bruder des Commandanten in Mailand) wurde peusionirt.
Wien, 15. April. Se. kais. Hoheit Herr Erzherzog Sigismund ist vorgestern aus Kroatien, hier auge- kommen. — Se. Maj. der König von Neapel hat Hrn. Ettenreich den Orden Franz I. verliehen. Gestern wurde durch Hrn. Chevalier de König dieser Orden Hrn. Ettenreich übergeben.
Der neuernannte kaiserliche Jnternuutius Freiherr v. Bruck soll sich in den nächsten Tagen schon auf seinen Posten nach Constantinopel begebe». Die Instructionen, welche er mitnimmt, sind durchaus friedlicher Natur.
Wie verlautet, enthielt das eigenhändige Schreiben des Sultans an den Kaiser, welches der vor einigen Tagen hier eingetrolenc Adjutant des Sultans, Mustapha Effendi, überbracht hat, die Entschuldigung der türkischen Regierung bei Oesterreich, die früher gemachten Zusagen in Betreff der Jutcrnirung der revolutionären Flüchtlinge im osmanischen Gebiete nicht ganz erfüllt zu haben. Diese Forderung war eine von jenen, welche der Graf i Leiningen an den Divan zu stellen beauftragt war; da nun die Erfüllung derselben zur Zufriedenheit des hiesigen Kabinettes geschehe», so ist die Beilegung der öster
reichisch-türkischen Mißhelligkeitcn als völlständig zu be- trachten.
Nach der - N. Pr. Z. will der im Großherzogthum Baden von der Lehrkanzel entfernte Hofrath Buß künftigen Sommer mit seiner Familie von Freiburg nach Wien übersiedeln.
Trieft, 12. April. Der russische Oberst Kova- lewsky, welcher bekanntlich als Cabinetscourier nach Montenegro abgesendet war, ist gestern über Cattaro kommend, mit dem Lloyddampfer hier eingetroffen. — Dem Vernehmen nach ist dem hiesigen Kaufmann, Hrn. Eduard Bauer, von Seite des h. Ministeriums gestattet worden, die consularischen Functionen für Haiti auszu- üben. — Die von den gefangenen 54 Grahovianern beim Leben Gebliebenen, 15 an der Zahl, darunter ein Sohn deS verstorbenen tapfern Wojwode» Jacub Wo- jatich, werden auf Kosten der türkischen Regierung von Mostar nach Klcck befördert, von wo sie sich auf einem k. k. Kriegsdampfer nach Cattaro begeben sollen, um von dort nach ihrer Heimath zurückzukehren.
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tya?tö, 15. April. Nach dem „Courrier du Nord" ist noch keine Route für die Reise, welche der Kaiser nach den nordischen Departements zu machen beabsichtigt, bestimmt; nur so viel ist positiv, daß die Reise im Anfänge Septembers unternommen werden wird.— Der Kaiser hat vor einigen Tagen im Palaste der Tulcrien ein von Eugen Goyet in Rom gemaltes Portrait des Pabstes Pius IX. aufstellen lassen. — Nach einer officicllen Mittheilung im „Moniteur" beliefen sich die Erträge der indirecten Staatseinnahmen im ersten Quartale von 1853 auf 199,600,000 Frs., also 14,334,000 Frs. mehr als in 5bcm correspondirenden Zeitraum von 1852, und 20,489,000 Frs. in ehr als in dem von 1851. — Ein kaiserliches Decret im Moniteur vertheilt die aus der Classe 1853 auszuhebenden 80,000 Mann je nach dem Verhältniß der Bevölkerung auf die verschiedenen Departemente. — Der Kaiser ist gänzlich wieder hergestellt; er ging heute mit der Kaiserin im Tuilerieengarten spaziren. — Das Zucht- policcigericht hat heute in der Korrespondenten - Angelegenheit sein Urtheil gefällt. Dasselbe spricht alle Angeklagten von der auf geheime Gesellschaft lautenden Auschnldiguiig frei; wegen der übrigen Anklagepuncte verurteilt es zwei abwesenden Augeschuldigren, Auber- tin und Anatole de Coëtlogon in contumaciam zu 1 Jahr Gefängniß und 1000 Fr. Geldstrafe; ferner Alfred de Coëtlogon zu 8 Monaten Gefängniß und 200 Fr. Geldstrafe; Virmaitre und de Planhol, jeden zu 3 Monaten Gefängniß und 100 Fr. Geldstrafe; de Rovigo, de la Pierre und Flandin, jeden zu 1 Monat Gefängniß. Vallee und de Chantelauze wurden gänzlich freigesprochen. — Die Enthüllung des Grabmals Napolcon's I. wird, wie jetzt verlautet, erst am 8. Mai vor sich gehen. — Die im Processe der Korrespondenten verurteilten Herren werden sämmtlich Berufung einlegen. Wenn der Cour impériale das Urtheil nicht casstrt wegen Verletzung des Briefgeheimnisses, so werden sie sich an den Kassationshof wenden. Die angeklagten Legitimisten vertheidigten sich mit großer Lebhaftigkeit. Der Graf Coëtlogoii rief: „so lange er lebe werde sein Degen und seine Feder dem Dienste der legitimen Monarchie gewidmet sein." Herr v. La Pierre: „Ich werde nicht deßhalb verfolgt, weil ich den Kaiser Badinguet genannt (ein Spitzname, welcher, wie La Pierre behauptet, keinen eigentlichen Sinn habe), sondern weil ich meinem Könige treu bleibe." Der Präsident unterbrach ihn hier mit den Worten: „Es gibt in Frankreich keinen König, mein Herr, sondern einen Kaiser, welcher dreimal von der Nation ernannt ist." „Für Sie, das ist möglich," antwortete Hr. de La Pierre, „aber für mit gibt es einen König. —■ Ein kaiserliches Decret befördert den Komponisten Rossini zum Range eines Kommandeurs und den Dichter Ponsard zum Range eines Officiers der Ehrenlegion. — Der Kriegs-Minister, welcher Marsaille morgen verläßt, aber nur kleine Tagreisen macht, wird am 21. hier eintreffen.
Der Finanzausschuß des gesetzgebenden Körpers setzt seine Berathungen ganz ruhig fort und es wird das Budget ohne alle Widerrede so, wie es vorliegt, angenommen werde». Ein von übelwollender Seite ausge- sprengtes Gerücht, daß der Kaiser dieses Jahr einen Supplementarcredit von zehn Millionen zu seiner Civil« liste verlangen werde, um die mit seiner Thronbesteigung und Vermählung verbundenen außerordentlichen Kosten zu decken, ist unbegründet. — Der Marineminister hatte angeordnet, baß die Mündungen des Bonifacio (des Canals, der die Insel Sardinien von Corsica trennt) von mehreren Schiffen scharf überwacht werden sollen, um die vom Polizeiminister gegen die corsicanischen Banditen ergriffenen Maßregeln zu unterstützen. Wie Briefe aus Corsica melden, hat diese Maßregel schon Erfolg gehabt. Die durch die Thätigkeit der Schiffs- soldateii erschreckten Banditen sind aus dem Süden der Insel ganz verschwunden.
Dem „Lloyd" wird aus Paris vom 10. geschrieben: Obgleich keines unserer Tagblätter noch davon spricht, ist cs gewiß, daß der Kaiser der Franzosen gestern den ganzen Tag im Bette zubrachte, indem er Vormittags eine leichte Operation am rechten Bein,