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Nassauische Allgemeine Zeitung.

TVr ss. Freitag den 8. April ^«LS.

Bestellungen ans dieNass. Allgem, Zeitung" für das zweite Quartal 1853 werden baldigst erbeten.

Die,,Raffamschc Allgemeine Zeitung" mit dem belletristischen BeiblattDer Wanderer" erscheint, SonntagS ausgenommen, täglich und beträgt der PrânumerationSprciS für Wiesbaden, und , nach dem neuen Postregutaiiv nunmehr 08) iir den ganzen Umfang des Lburn- und Taris'schcn Verwaltungsbezirks mit Inbegriff des Postaufschlags 2 ft, für die übrigen Länder des deutsch-österreichischen PostvereinS, wie für das Ausland 2 fl. 24 kr. Anserate werden die »ierspaltig Petitzeile oder deren Raum mit 3 fr. berechnet. Bestellungen beliebe man in der Buchhandlung von W. Friedrich, Langgaffe 42, auSwärtS bei den nächstgelegenen Postämtern, zu machen.

Wien oder Triest zu concurriren, und man begreift an der Elbe wie an der Weser daher schon jetzt die große Thatsache, daß man künftighin die alte Stellung im Handel mit dem Orient gegenüber ^em Handelsstande des Südens nicht wird aufrecht halten können. Die weitere Frage ist dann, was alsdann geschehen, ans welche Weise dieser Ausfall gedeckt werden müsse. Und auch in dieser Beziehung beginnt schon jetzt der Ver­trag zwischen Oesterreich und Preußen eine völlige Re­volution in den Ansichten des Handelsstandes hcrvorzu- rufen. Die einsichtigsten Männer erkennen nämlich, daß die Verbindung des österreichischen und des preußischen Handclsgebieteö vor allem die Zurückführung jedes Handelsplatzes auf seine natürliche Aufgabe zur Folge haben wird; und es ist für den Norden durchaus nicht schwierig, diese seine natürliche Stellung zu finden. Es müssen künftighin Elbe und Weser die Hauptstapelplätze für den transatlantischen Handel sein, und mit aller Kraft diesen vorwärts treibend, die übrigen Handels­linien als untergeordnet betrachten

Sie haben in dieser Beziehung ein reiches Feld; namentlich werden ihnen Tabak, Zucker und Kaffee reichliche und einträgliche Frachten bringen. Allein es ist dabei nicht mehr wie bisher ausreichend, daß man dies ganz und gar der vereinzelten Kraft überlasse. ES muß zugleich eine großartige und regelmäßige Dampf­schifffahrt zwischen den Hansestädten und den Vereinig­ten Staaten Platz greifen, und zu dem Ende muß man sich entschließen, wozu der Norddeutsche seinem Charak­ter nach so schwer zu bringen ist, in Gesellschaften zu handeln. Doch ist die Nothwendigkeit stärker, als die leidige Indolenz, und schon jetzt denkt man daran, in Bremen eine solche Compagnie zu gründen, für deren Entwicklung dasBremer Handelsblatt" und sein, auch durch sein ausgezeichnetes Werk für Nord - America be­kannter Redacteur, dauernde Verdienste erworben. So beginnt hier gleichsam der alte Zustand zu gähren, und kaum abgeschlossen, fängt dieser Vertrag schon jetzt an, Blüten zu treiben in unserem volkswirthschaftlichen Le­ben. Und deßhalb sind auch hier alle Leute einig, mö­gen sie nun Freunde oder Feinde des Freihandels sein, daß er die größte Thatsache der deutschen Geschichte seit der Gründung des deutschen Bundes ist. Von ihm an wird eine neue Epoche in unserer Volkswirthschaft beginnen.

Veutschland

* Wiesbaden, 7. Äpnl. In der heutigen Sitzung der vereinigten Kammern sind die bisherigen Beiräthe der Landesbankdireclion die Herrn Heinrich Trombetta zu Limburg, Jacob Müller zu Eltville und Christian Bertram zu Wiesbaden für 1853 wiedererwählt worden.

In der gestrigen Sitzung der ersten Kammer wurde noch das Pensionsgcsctz vom 27. November 1852 ein­stimmig angenommen. Berichterstatter war Ministerial- rath Bertram.

2s. Wiesbaden, 6. April. Auf die von dem quieScirten Conrector Diesterweg zu Haiger gegen das Urtheil des Assienhofs zu Dillenburg in der Unter­suchung gegen denselben wegen Schriftfälschung und Meineids ergriffene Nichtigkeitsklage hat der Cassations- Hof Sitzung zur öffentlichen Verhandlung der Sache auf Freitag den 15. April, Vormittags 9 Uhr, anberaumt.

* Wiesbaden, 7. April. Nach Mittheilungen, welche neuerdings aus St. Petersburg in Berlin ein­gegangen , steht mit großer Wahrscheinlichkeit auch in diesem Sommer wieder eine Reise Ihrer Majestät der Kaiserin nach Deutschland zu erwarten. Die hohe Frau hatte von der Schlangenbader Cur sich der günstigsten Wirkungen zu erfreuen und dürfte, falls der Reiseplan zur Ausführung kommt, abermals in Schlangenbad einen längeren Aufenthalt nehmen. So berichtet die Zeit."

Gestern ist der Hochwurdigste Bischof von Limburg zu den (am 7. beginnenden) Conferenzen der Bischöfe der oberrheinischen Kirchenprovinz nach Freiburg abge­reist. Die Verhandlungen werden dem Vernehmen nach 3 bis 4 Tage dauern.

Die hiesige Kleinkinder-Bewahranstalt veröffentlicht ihren Bericht über die Verwaltungsjahre 1851 und i 1852. Die Kinderzahl, welche im Jahre 1851 durch- I schnittlich die Anstalt besuchte, war der von 1849 und

Der Februarvertrag.

Der neue Zollverein und andererseits der Handels­vertrag mit Oesterreich werden ihre guten Früchte für Preußen nicht blos, sondern für ganz Deutschland tra­gen, Früchte nicht nur für das materielle Leben, son­dern noch mehr für die höheren politischen und sittlichen Interessen unseres Vaterlandes. So berichtet die Neue Preußische Zeitung. DieDeutsche Allgemeine Zeitung" vom 3. April bezeichnet jetzt als ihr neues Programm die Zoll- und Handelseinigung mit Oester­reich, da etwas Anderes seit dem Verträge vom 19. Februar unerreichbar sei. Die Haltung, die beide Blätter in "dieser Frage beobachtet haben, ist bekannt. Um so gewichtiger fällt es in die Wagschale, daß selbst an­erkannte Gegner der erzielten Einigung ihr Auge den überwiegenden Vortheilen derselben zu verschließen nicht länger im Stande sind. Die eigenthümlichen Verhält­nisse des Nordens bewirken, daß man dorten den Ein­fluß dieser Neugestaltung der Händelsverhältnisse noch als einen bedrohlichen schildert. Indessen wird die Zeit auch hier ihre beruhigende und belehrende Wirkung üben. Sie wird den Norden zu neuer Regsamkeit an- sporncn und seinem eigentlichen Berufe wieder zuführen! Der Triest. Ztg. wird die Gestaltung, welcher die dor­tigen HaudUsverhältnifse in FolgeAdes Februar-Ver­trages cntgcgengehen in einer Korrespondenz aus Nord- deutschland in nachstehender Weise geschildert: Der Ab- schluß des österreichisch-Preußischen Handelsvertrages hat auf den Handelsstand des Nordens einen sehr tiefen Eindruck gemacht, der sich freilich nicht sehr laut, son­dern mehr in allerlei ernsten Bedenken und Erwägnn- gen als in ander Aeußerungen kund thut. In der That ist die Sache ernsthaft genug, denn ehe wenige Jahre hingeben, wird dieser Vertrag mit seinen Folgen auf das Tiefste in die Handelsbeziehungen und Münz­verhältnisse des Nordens hineingegriffen haben. Es wird vielleicht auch für Ihre Leser nicht ohne Interesse sein, auf die allgemeinen Verhältnisse bei uns von die­sem Standpunkte aus einen Blick zu werfen. Bisher hatten nämlich die beiden Hauptstapelplätze des Nor­dens, Bremen Hamburg, fast deu ganzen Import und Export des innern Deutschlands in Händen; nur die belgischen Häfen theilten mit ihnen und Holland mono- polisirte nach wie vor den Kaffeemarkt. Es fiel eigent­lich gar Niemandem recht ein, daß man auch vom Sü­den her, über österreichische Handelswege, Importe be­ziehen könne. Jeb möchte für das eigenthümliche Ver­hältniß, in welchem der Norden zum innern Deutsch­land bis dahin gestanden, zwei Beispiele anführe», die uns beweisen werden, welche Wege der Handel durch die früheren Zoll- und Handelsverhältnisse Oesterreichs einzuschlagen genöthigt war. Nach den neuesten Ta­bellen über den Verkehr der Hamburg-Berliner Eisen­bahn sind im vorigen Jahre von Hamburg nach Berlin nicht weniger als unter anderem, zwei Mil­lionen Pfund frische Südfrüchte befördert. Diese sind dann natürlich nicht eben in Berlin verzehrt, sondern von da durch den ganzen Osten der Pren- ßiscben Monarchie gegangen. Es ist sehr wohl möglich, daß sie auch, z. B? nach Breslau gekommen sind. Nun werden diese Früchte in Hamburger Schnellscgleru etwa von Messina oder Palermo durch die Meerenge von Gibraltar und den Canal nach Hamburg gebracht, da auf die Eisenbahn verladen, und so fast nach demselben Süden wieder zu Lande hingesandt, von dem sie zur See hergekommen! Sie begreifen, daß das jene zwei Millionen Pfund eben weder viel schöner, noch auch viel billiger macht; aber so war es bisher, und die Eisenbahnen haben diesen Verkehr noch gesteigert. Es ist zweitens eine bekannte Thatsache, daß die getrockneten Südfrüchte, Rosinen, Korinthen, Feigen rc. zu Schiffe von Smyrna, u. s. w. nach Bremen und Hamburg ge­hen, und von da bis zu den Anwohnern der Donau­quellen wieder hinaussteigen, um dort verzehrt zu wer­den. Das ist keineswegs ein fehr unbedeutendes Quan­tum; aber cs ist natürlich, daß der Preis dieser Artikel durch den ungeheuren Weg, den sie zurückzulegen haben, wenigstens verdreifacht wird. Es ist deßhalb den ein­sichtigen Importeurs im Norden durchaus nicht zweifel­haft, daß dies Alles jetzt und zwar wahrscheinlich in sehr kurzer -leit anders werden wird. Es wird nicht möglich sein, für eine Reihe sehr wichtiger Artikel künf­tig im Innern Deutschlands mit den Importeurs von

1850 beinahe gleich und betrug 205, ist aber im Jahre 1852 auf 222 gestiegen. Von diesen wurden Ende 1852 täglich 167 in der Anstalt gespeist und 42 woh­nen in derselben als Pensionäre, werden darin erzogen, genährt und gekleidet. Die unmittelbare Aufsicht wird von einem Lehrer und drei Aufseherinnen geführt. Das Ganze steht unter der Leitung des Gcsammtvorstandes, der gegenwärtig aus fünf Vorsteherinnen, fünf Vorste­hern, worunter der Direktor und Hausarzt begriffen, nebst dem Rechner besteht. Von Herrn Münzrath Teichmann dahier ist der Anstalt ein Vcrmächtniß von 2300 fl. zu Theil geworden, außerdem an größeren Geschenken sind im Jahr 1851 305 fl. 21 kr. und im Jahr 1852 433 fl. 59 kr. theilweise aus unbekannter Hand eingegangen.

Karlsruhe, 5. April. Durch Privatbriefe aus den Vereinigten Staaten war bekanntlich gegen Mitte v. M. die Nachricht von Brentano's Tode hierher gelangt. Ganz kürzlich ans Nordamerica eingetroffene Reisende berichtigen dieselbe dahin, daß solche s. Z. in Newyork verbreitet und geglaubt worden, jedoch jeden­falls verfrüht gewesen sei. Brentano liege rettungslos an der Schwindsucht und sehe seiner Auflösung stünd­lich entgegen, sei jedoch bei ihrer Abreise noch am Leben gewesen.

D. Ztg. f. N. -D. wird aus Heidelberg ge­schrieben, es sei unwahr, daß man bei dem Professor Hagen eine ganze Niederlage revolutionärer Schriften (wie die Frkf. Postztg. gemeldet) gefunden habe; es sei nichts als 50 Exemplare seines vor 5 Jahren erschie­nenen, nicht einmal verbotenenPolitischen Katechismus" gefunden worden. Außerdem sei ein Brief Simon's von Trier bei ihm mit Beschlag belegt worden, welcher jedoch nicht von Politik handle, sondern blos die Bitte enthalte, Hagen möge die Fürsprache eines Heidelberger Rechtslehrers für Simon zu einer Anstellung in -Lau­sanne in Aiffpruch nehmen. Daß Hagen fortwährend Hausarrest habe, sei richtig.

Kassel, 6. April. (Kass. Ztg.) Die Abgeordneten zur zweiten Kammer sind im Laufe des gestrigen Tages wieder hier eingetroffen, und haben sich mit den schon seit längerer Zeit hier versammelt gewesenen Ausschüssen in Vernehmen gesetzt, um von deren Arbeiten genauere Kenntniß zu erhalten. Morgen oder übermorgen dürf­ten die förmlichen Sitzungen der zweiten Kammer wie­der beginnen.

Köln, 4. April. (Elb. Ztg.) Ich kann Ihnen aus sicherer Quelle die Mittheilung machen, daß die Fahrten-Vereiuignng zwischen den beiden Dampfschiff­fahrts-Gesellschaften nunmehr fest abgeschlossen ist. Die Brutto-Einnahmen find gemeinschaftlich und werden zur Hälfte vertheilt; die Kölner Gesellschaft empfängt s^r ihre überzähligen Reserve-Schiffe ein mäßiges Präci- puum. Der Vertrag ist auf 6 Jahre. fest.

Hannover. Der Bürgermeister v. Krogh ist von dem Magistrat und Stadtverordnetencollegium zum Ver­treter der Stadt Peine bei den Provinzialständen des Fürstenthums Hildesheim einstimmig ernannt, nament­lich auch zur Vertretung der genannten Stadt im engeren und größeren Ausschüsse der Provinziallandschaft er­mächtigt worden, v. Krogh ist, wie bekannt, einer der vertriebenen Schleswig-Holsteiner.

Oldenburg, 4. April. Es verbreitet sich hier das Gerücht, daß die Erhaltung des Oldenburgischen Freihafens Drake auf der Berliner Zollconferenz ein­stimmig und bis so lange zugcstanden sei, daß vielleicht der Schifffahrtsverkehr auf der Unter-Weser unter Zoll- Controlle gestellt werde.

Altona, 31. März. Sicherm Vernehmen nach sind den Invaliden und Wittwen (Unterofficieren und Gemeinen) jetzt die Unterstützungsgelder für das erste Quartal dieses Jahres zufolge eingegangenen Schreibens des königl. Ministeriums für Holstein und Lauenburg auf die hiesige Kämmerei zur Auszahlung angewiesen. Ueber die Bewilligung der Unterstützung an Officiere u. dgl. verlautet noch nichts ' .

Aus Holstein, 30. März. Die neue Eidesfor­mel, welche die Beamten bei ihrem Amtsantritt zu lei­sten haben, lautet nach dem Gesetzblatt:Demnach der Allerdurchlauchtigste, Großmächtigste Fürst und Herr, Herr Frederik der Siebente, mein allergnädigster Erb­könig und Herr, mich--- allerguädigst bestellet (bestätigt) und angenommen: So gelobe und verpflichte ich mich Ihre k. Majestät Nutzen und Bestes zu be-