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hen wolle», in der er sich befand, während man das Bolk mit Angaben von Ausstellung einer Armee von 25,000 Mann und von einer angebliche» energischen Antwort unterhalten habe; was daran sey, werde man in Bern in drei Monaten erfahre». Man müsse die Gränzen besetzen, damit nicht bei einem Einmärsche der Oesterreicher Frankreich Genf unb Basel besetze. Jetzt sei freilich die Lage nicht mehr die gleiche, wie vor drei Wochen, doch halte er sich an daS Sprichwort, besser spät als gar nicht. Merkwürdig ist dann die Erwide- riittg des Herrn Fazy: In der Sache selbst theile er vollkommen die Meinung des Herrn Camperio, so sehr als er habe er die Einberufung der Bundesversammlung gewünscht, auch hätte er ganz anders gehandelt, als der BundeSrath, er hätte 25,000 Mann aufgeboten unb einen Einfall in die Lombardei gemacht. Darüber habe aber der große Rath nicht zu entscheiden, eS frage sich nur, ob er die Einberufung der Bundesversammlung begehren solle? unb gerade, weil er diese Einberufung wünsche, meinte er, Genf solle sie nicht begehren, denn Genf sei so angeschrieben bei den Eidgenossen, daß wenn Genf etwas wünscht, das schon Grund genug sei, daß es nicht geschieht. Wiederholt fragte er dann Herrn Camperio, worum er beim als Natiönalraw nicht ge­sucht habe, 25 seiner College» zu diesem Begehren zu bewegen, was ihn ja schneller zum Ziele geführt hätte. Nach langem Gerede wurde der bereits bekannte Beschluß gefaßt (Einberufung des BundeSrathes zu ver­lange»), dessen Erfolg bic Hehbâ Fazy und Tourte mit deu Worten bezeichneten, er sei ein Schwerthieb iu's Wasser.

Bern, 23. März. Heute ist die letzte Note des Bunbesratbs an Oesterreich dem k. k. Geschäftsträger in Bern übergeben worden. Zugleich hat der Bundes- rath beschlossen, die Aktenstücke über die schwebende Differenz mit Oesterreich der Beröffentlichung zu über- I geben.

Großbritannien.

London, 18. März. In der gestrigen Unterhaus- sitzung beantragte Herr Napier die Vorlegung aller den Sixmile Bridge-Proceß betreffenden Aktenstücke. Da der Antragsteller zur Zeit des Wahltumulkes, der den Pro­ceß veranlaßte, Attorney - General für Irland war, so hielt er es für seine Pflicht, eine ausführliche Darstel­lung des Vorfalles zu geben; dabei beschuldigte er die 'jetzige Regierung schreiender Parteinahme für die katho­lische Faction, da sie den Proceß gegen die beiden Prie­ster, die den Pöbel von Sixmilc-Bridge aufhetzten, nie­derschlug; das wegen gewissenhafter Pflichterfüllung in Anklagestand versetzte Militär sei dagegen bis zum frei­sprechenden Urtheil der Grand Jury mit Härte behan­delt worden. Nach einer längeren Diskussion wurde die Motion genehmigt.

Italien.

Turin, 19. März. Die Abgeordnetenkammer hat sämmtliche Kategorieen des Ausgabenbudgets des Mini­steriums des Innern angenommen.

Dem Turiner Parlamento vom 18. März zufolge beläuft sich die Zahl der aus Genua ausgewiesenen politischen Flüchtlinge auf neun (!!). Es waren außerdem daselbst noch zwölf Leute verhaftet worden, mehrere jedoch angeblich nicht aus politischen Gründen.

Parma 21. März. Dem Vernehmen nach wird das Hcrogthum Parma den österreichisch-preußischen Handelsverträge sich anschließen.

DerOpinione wird aus Florenz gemeldet, daß die Polizei bei der berühmten ehemaligen Sängerin Caroline Ung her eine Haussuchung veranstaltete, aber nichts vorgefundcu habe, was Frau Ungher oder irgend eine andere Person compromittiren könnte. Der französische Gesandte GrafM omess uy ist nach mehr- monatlichem Urlaube ans Paris hier eingetroffen, sein zeitweiliger Stellvertreter ist bereits nach Paris abgereift.

Türkei.

Nachrichten aus Cattaro vom 11. b. M. zufolge hatte sich der Herr Generaladjutant Sr. Maj. des Kai- sers v. Oesterreich Fr. Kellner v. Köllenstein auf dem Kriegsdampfer Custozza nach Zara eingeschifft. Am 10. war Fürst Danilo mit Pero und Georg Petrovich und einigen montenegrinischen Häuptlingen daselbst ein­getroffen um seine unb seines Landes Danksagung für die gnädigste Unterstützung Sr. Maj. des Kaisers von Oesterreich darzubringen. Der Wojwode von Grahowo, Jakob Wujatich, ist am 4. dieses Monats zu Klobuk gestorben, einem vagen Gerüchte zufolge an erhaltenem Gifte. Am 13. verließ Fürst Danilo die Stadt Cat- laro, begleitet von dem Herrn Oberstlieutenant Strati- mirovich, den f. k. Hauptleuten Graf Nugent unb Nagy und den kaiserlisch russischen Commissärcn Kowalewski und Berger. Ihre Sendung hat den Zweck, einige Beschwerden Omer Pascha's gegen die Bevölkerung von Pipers welche die türkischen Truppen auf ihrem Rück­züge belästiget haben sollen, zu untersuchen. Uebrigenö hält Omer Pascha in ber letzten Zeit seine Truppen- massen immer noch zu Spuz, Porgorizza und Antivari concentrirt, nachdem zu ©entart seinem für die Zukunft bestimmten Hauptquartier nur eine Eskadron Kavallerie eingetroffen war, und hatte einen Aufruf erlassen, die ottomanischc Bevölkerung möge etwaige Entschädigungs­ansprüche in Folge durch die Montenegriner erlittenen Besitzstörunge» baldigst geltend machen.

ist der Antrag gestellt und vom Stadtrath bereits ange­nommen worden, dem Herrn Grafen O'Donell und dem Bürger Ettenrcich das Ehrcnbürgcrrecht von Prag zu verleihen. Dem Vernehmen nach soll Herr von Baum­gartner die Leitung des Finanzministeriums beibehalten, Freiherr von Gehringer hingegen diejenigen Geschäfte übernehmen, welche bisher im Bereich deS Handelsmi­nisteriums lagen. Der frühere Minister Graf Sta­dion wird sich diesen Sommer wieder in ein Bad bege­ben. Derselbe ist von seinem Uebel beinahe vollständig hcrgcstellt; nur die Lähmung der Zunge will noch nicht gänzlich weichen. Man sieht den Grafen fast täglich im k. k. Bolksgarten Spaziergänge machen. Der Courier, welcher dem Nuntius am hiesigen Hofe, Sr. Eminenz Hru. Biale Prela, die Insignien der verliehe­nen Cardinalswürde überbrachte, erhielt einem alten Herkommen gemäß ein Geschenk von tausend Stück D»- catcu. Nach dem zwischen Oesterreich und Rußland neuerdings abgeschlossenen Salzliefcrnngs-Bertragc liefert Oesterreich durch zehn Jahre jährlich für 4 Mill. Gul­den E.-M. Salz au Rußland ab.' Ans Gratz wird gemeldet, daß die dort lebende Tochter des verewigten F.-Z.-M. Baron Haynau zwei Stunde» nach, dein Em- treffeu der telegraphischen Nachricht vom Tode ihres Va­ters durch die Post einen Brief desselben erhielt, in wel­chem er den Jubel Wiens bei der ersten Ausfahrt des Kai­sers und sein eignes Glück schildert, während dieses wahren Bürgerfestcs von Sr. Majestät durch die huld­vollste Begegnung ausgezeichnet worden zu sein. Der Verblichene hatte den größten Theil dieses Winters in Florenz zugebracht. Dem Bernehmen nach haben 70,000 Mann russische Truppen, die nächst der Gränze der Moldau und Walachei stehen, den Befehl bekom­men, sich bereit zu halten, der Sendung des Fürsten Mentschikoff in ConstaNtinopel nöthigenfalls den erfor­derlichen Nachdruck zu verleihen. Die Rückkehr des Baron v. Meyendorff aus Petersburg dürfte sich bis j halben April verzögern. Die WienerPresse" schreibt unterm 16. März ans Wien:Die hiesige englische Gesandtschaft hat neuerdings Depeschen aus Constau- tinopel erhalten, aus welchen, wie man vernimmt, her­vorgeht, daß eine Entfernung der politischen Flüchtlinge aus dem Heere Omer Pascha nicht erfolgt sei."

Zranhmd)

Paris, 23. März. Lord Malmesbury, der Ex- Minister des Auswärtigen, ist hier eingetroffen, was einiges Aufsehen erregt. Wie verlautet, ist der Be­fehl zur sofortigen Abfahrt des französischen Geschwa­ders nicht, wie man glaubte, im vorgestrigen Minister- rathe beschlossen worden, wo gar nicht die Rede davon war; der Kaiser selbst beschloß diese Maßregel, und die Minister, mit Ausnahme des Marine-Ministers und des Ministers des Auswärtigen, erfuhren sie erst gestern Morgens durch den Moniteur. Abd-el-Kader hat dem Ex-Bischofe von Algier, Dupuch, ein sehr herz­liches Schreiben überschickt, worin er anzeigt, daß er ihm durch ihren gemeinsamen Freund, den Commandan­ten Boissonnet, eine Geldsumme senden werde, welche Dnpnch zu wohlthätige» Zwecken verwenden solle. Der Proceß gegen die Journalisten soll, wie verlautet, niedergeschlagen und dieser ganzen Angelegenheit keine weitere Folge gegeben werden. Hr. v. Lavalette hatte vorgestern eine Privat-Andieuz beim Kaiser. Das Decret, welches für den Prinzen Napoleon ein Bice-Königthum Algerien ins Dasein ruft, soll bereits unterzeichnet sein. - In Algier beschäftigt man sich mit der Organisirüng eines Trains von 500 Kameelen, der dazu bestimmt ist, erforderlichen Falles die Infan­terie nach, allen Gegenden Algeriens zu befördern. Es ist diese Einrichtung auf den Antrag des Generals Carbuccia getroffen worden, welcher über deren Zweck­mäßigkeit eine Broschüre geschrieben hat. Eine heute an gelangte telegraphische Depesche berichtet, daß der Kriegsminister Marschall St. A r n a u d sich auf den Hyeren-Jnseln sehr rasch erholt und bereits im Staiide ist, täglich einen längeren Spaziergang zu machen. General Menzikoff, ein Sohn des russischen Marine- MinisterS, welcher sich in diesem Augenblicke in einer außerordentlichen Mision in Konstantinopel befindet, ist seit Kurzem in Paris anwesend. Mazzini ist, wie demS. M." berichtet wird, dieser Tage auf der Durchreise nach London in Paris gewesen und hat im Restaurant der Trois frères krovenynux im Palais Royal zu Mittag gespeist. Wenigstens hat die Polizei darüber Bericht erhalten.Der Moniteur veröffentlicht eine neue Liste von 41 Individuen, welchen der Kaiser die Strafen erlassen hat, zu denen sie von den Kriegs­gerichten in Folge ihrer Betheiligung am Decembcrauf- stande verurtheilt waren. Auch in diesem Bcrzcichnisse kömmt kein Name vor, der in weiteren Kreisen bekannt wäre. Der Wittwengehalt der Kaiserin soll nach dem Borschlage der Regierung nur 500,000 Francs betragen. Man glaubt indessen, daß der Senat, wel­cher sich demnächst damit zu beschäftigen haben wird, denselben von freien Stücken auf eine Million erhöhe.

Schweiz

Genf Die Berichte der Genfer Blätter über die Großrathssitzung vom 16. sind nicht ganz ohne Inter­esse die beiden Hauptredner waren die Herren C a in - perio und I. F a zy. Ersterer beschuldigte den Bun- deSrath, er habe sich durch Bücklinge aus der Lage zie­

Neueste Nachrichten.

Kassel, 24. März. Unser Landtag wird nun end« lich beginnen. Die Kammern sind auf den 5. April einberufen,

Berlin, 23. März. (Fr. P -Z ) Der Abschluß in Betreff des preußisch-österreichischen Handelsvertrags ist von Seite der hier anwesenden Zollvereinsbevollmäch- tigteu bereits erfolgt.

Paris, 23. März. (T. E.-D.) Einem circuliren« den Gerüchte nach sei eine Depesche des Consuls von Belgrad mit der Meldung eingetroffen: die Pforte habe sich dem Ultimatum des Fürsten Menczikoff unter-- worfeN, nachdem sie sich von Frankreich und England verlassen gesehen.

Für die hciitsdjen Seideinâchter.

VI.

Die in der Filanda zu Wiesbaden eingehenden Cor- rcfpvnvenzen ergeben, daß noch zu keiner Zeit die Auf­merksamkeit des deutschen Bölkes auf die ScivencultUr so sehr gerichtet' war, als gerade jetzt. Die !>!assauischen Seidenzüchter haben zur Frühlingspflanzung über 18,000 Stück Maulbeerpflanzen und bedeutende Quantrtäten angefordert. Ein General -Rescript der Herzoglich Nas­sauischen Ministerial Abtheilung des Innern vom 12. December 1852 Nr. 34,460 an sämmtliche Kreis- Und Forstämter hat die günstige Folge gehabt, daß nun auch die Nassauischen Forstleute der Cultur des Maulbeerbaumes ' in den Gemeindewaldungen besondere Aufmerksamkeit wid­men. Scbade! daß die Ministcrial-Ahtheilung der Finan­zen obgleich sie in dem erwähnte» General Rescript auch darum erfucht worden war, auf Anpflanzung von Maulbeerbäumen in Domanial-Waloungen hinzuwirken, solches für dieses Fahr abgelehnt hat. Auch von aus­ländischen Seidenzüchtern sind nicht unbedeutende Anfor­derungen auf Maulbeerbäume gemacht worden. Dabei fällt es besonders auf, daß viele Rheinpreuß. Seidenzüch­ter Maulbeerbäume bei der Filanda unter Einsendung der Geldbeträge angeforbert haben, während sie solche doch durch den Rheinpreuß. landwirthschaftlichen Verein un- ' entgeltlich beziehen können. Am Ende dieses Monats werden die Maulbeerpflanzen an die Besteller versendet werden können. Wir vertrauen zu den Pflanzern, daß sie den Pflanzungen allen Fleiß und Aufmerksamkeit wid­men; die Pflanzen bei ihrer Ankunft durch versäumte Anpflanzung nicht schon verderben lassen, bevor sie ge­pflanzt worden sind; bei der Anpflanzung das Einschlem- men nicht versäumen, nicht zu tief in die Erde pflanzen und im ersten Jahr der Anpflanzung während der trock­nen Sommerzeit die Pflanzen zuweilen begießen. Der Boden um alle Maulbeerbäume, muß jedes Jahr aufge­hackt oder gegraben werden. Wüßten oder sähen unsere deutschen Seivenzüchter, welch' großen Fleiß die italienischen Seidcnzüchter auf die Pflege der Maulbeerbäume verwen­deten, während man in Deutschland fast nichts dafür thun will, dann würden sie mit uns sagen, jetzt wissen wir, warum bisher in Deutschland die Seidenzucht nicht ge­deihen konnte. Für den Seidenwurm ist das deutsche. Clima viel behaglichor als das Italienische. Der Italiener muß schon Ende April seine Grains auslegen, damit bis zum Eintritt der großen Hitze die Seibenzucht beendigt ist, sonst gehen ihm die Seivenwürmer zu Grunde. Nach der dritten und vierten Häutung ist dem Seidenwurm die Kühle weit zuträglicher als die Wärme. Ebenso ganz irrig ist es, wenn man glaubt, der Ertrag an Seide sei in den wärmeren Clima's größer als in Deutschland. Ein Engländer, welcher in Neapel eine sehr große Filanda besitzt, kam vor zwei Jahren in nie Filanda nach Wies­baden. Es wurden ihm unter andern auch Nassauische Cocons gezeigt und ihm dabei bemerkt, die Neapolitanischen Cocons würden wohl größer und fadenreicher sein. Nein! erwiederte e-, sie sind dort nicht so groß und fadenreich;< so schöne Coeons habe ich noch nie gesehen.» Ein Hol­länder, welcher auf der Insel Java eine große Besitzung hat und dort längere Jahre mit seiner Familie gelebt hat, befand sich voriges Jahr als Kurgast in Wiesbaden. Da er dort auch Seidenzucht betreiben läßt, so wurden ihm auch Nassauische Cocons und Seide gezeigt. Er fragte wieviele Cocons man hier zu einem Pfund Seide bedürfe, und als ihni die Zahl zwischen 2500 vis 3000- angegeben wurde, bemerkte er, daß man auf Java 7000 Stück Cocons zu einem Pfund Seide bedürfe. Ihr deut­schen Seidenzüchter verwendet also mehr Fleiß auf die Maulbeerpflanzungen, lytD seid beharrlich in Förderung dieses so schönen und einträglichen Culturzweiges; es wird sich lohnen. Seid beharrlich und laßt Euch nicht durch irrige Borurtheile abschrecken, wenn auch die Zürcher Han­dels und Gewerbzeitung in Nr. 11 ihres BlatteS vom 12. März über die Seidenausstellung des baierischen Da­menvereins spöttelt. Wir bürgen Euch dafür, daß dieser Danienverein für Seivenzucht seine Sache auch beharrlich fortsetzt und dann sicher das schöne Ziel der Seidenzucht in Baiern einzuführen erreichen wird.

Schließlich machen wir die deutschen Seidenzüchter darauf aufmerksam, daß es die höchste Zeit ist, Grains für Seidenwürmer in der Filanda zu Wiesbaden einzufordern, denn verspätete Anforderungen können nicht mehr berücksichtigt werden.

Verantwortlicher Redacteur: Dr. A. Aoneb,