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falls mitzutheilen. Wahrscheinlich werden sie die in j meinem Briefe vom 2 d. M. enthaltenen Angaben ebenfalls in Kürze bestätigen, und ich benütze heute die Gelegenheit, um Alles, was in meinen Briefen vom 22. und 31. Januar und 2. Februar rücksichtlich der Hanbelsfrage mitgetheilt worden ist, in seinem ganzen Umfange zu verbürgen. Cs ist mit einem Worte ge­wiß, daß eine allseitige Berständigung im Laufe dieses Monates zu Stande kommen wird.

Die montenegrinischen Angelegenheiten dürften, falls die Mission des F.-M.-L. Grafen .Leiningen nicht von dem erwünschten Erfolge begleitet sein wird, leicht eine sehr ernstliche Wendung nehmen, die aber nicht sowohl für Montenegro als vielmehr für die Pforte von sehr schlimmen Folgen sein würde. Es kann daher im Interesse des europäischen Frie­dens nur angelegentlichst gewünst t werden, daß diese Differenzen, welche wohl nie so weit halten kommen sollen, baldigst beigelegt werden. Die montenegrinische Frage ist, mag man fragen was man will, eine Ange­legenheit von europäischer Bedeutung, und die englische Presse hat nicht Recht, daß sie so leichthin darüber hinweggeht. Weil sie aber von so hoher Wichtigkeit ist, muß man ihre friedliche Lösung wünschen, denn eine kriegerische Lösung müßte zu namenlosen Berwicklungen den Anlaß geben. Das österreichische Observations­corps in Croatien wird fortwährend verstärkt, und es hat vorgestern der größte Theil der hiesigen Garnison den Befehl erhalten, dahin abzugehen. Heute ist be­reits ein Theil derselben und zwar die BrigadeErz­herzog Sigismund" abmarschirt. *)

Nach demNürnberger Correspondenten" wird die zweite Lesung des Vertrages zwischen Oesterreich und den Staaten des Darmstädter Bündnisses am Laufe der künftigen Woche erfolgen. Die erwähnten Verbesserungs­anträge sind von dem bayrischen, württembergischen und kurhessischen Bevollmächtigten gestellt und werden von Oesterreich eifrig unterstützt. Man glaubt, und im Schoße der Conferenz herrscht selbst diese Meinung, daß dieselbe im.Laufe der zweiten Hälfte dieses Monats aufgelöst werden würde. Die aus Berlin eingetroffenen Nachrichten über den Stand der Verhandlungen in der Handelsfrage haben die hiesige Conferenz, der sie mit­getheilt worden sind, in hohemGrade befriedigt, da man hieraus die Ueberzeugung erhielt, daß es dem preußischen Cabinette nunmehr ernstlich darum zu thun ist, die Handelsfrage einer befriedigenden Lösung entge« genzuführcn. (Die Kölner Zeitung will das Gegen­theil wissen, und der Weser Zeitung wird neuerdings in ähnlichem Sinne berichtet. Eine Verständigung paßt natürlich schlecht in den Kram gewisser Leute.)

Salzburg, 2. Febr. Folgendes Unglück hat sich am 26. Jan. im Kapruner - Thale (Pinzgau) ereignet. Dier Männer gingen um halb 3 Uhr Morgens vom Hause um von einem Bergmahd Heu berabzuziehen. Beim Anstiege mußten sie eine viel durch Lawinen ge­fährdete Strecke von einigen Klaftern überschreiten, wo sich auch Ouellwasscr befindet, aus dem sie getrunken, und somit sich etwas aufgehalten zu haben scheinen. Da brach von der Höhe eine Lawine los und die Armen waren im Nn in ihr begraben. Erst des andern Tags fand man die Leichname, die so verstümmelt waren, daß selbst die nächsten Verwandten sie nicht mehr zu erken­nen vermochten. Die Köpfe waren unförmliche Brei­massen ; einen hatte cs in der Mitte eirrzwei gerissen. Zwei derselben waren verbeirathet, von i^enen der eine ein Bauer in dürftigen Umständen, ein hochschwangeres Weib und sieben Kinder, der andere eine Wittwe mit einem Kinde im hülflofesten Zustande hinterläßt. Der 13jährige Sohn des erstgenannten war in der Gesell­schaft der vier Männer. Als sic zu der gefährlichen Stelle kamen, blieb der Knabe, den ein physisches Be­dürfniß drängte, etwas zurück und entging hierdurch dem schrecklichen Unglück Am 28. Jan. fand das trau­rige Leicheubegängniß statt.

Lrankreich.

Paris, 5. Febr. (K. Ztg.) Der heutige Moni­teur hat uns kein neues Ministerium, trotz allen darü­ber verbreiteten Nachrichten, gebracht. Das Erscheinen des betreffenden Decrets im Moniteur ist nur vertagt worden. Ein hochgestellter Staatsbeamter sprach sich vorgestern in seinem Salon in diesem Sinne aus. In der Umgebung des Kaisers sollen auch einige Verän­derungen Ltatt finden. Es wird am Hofe zu viel aus­gegeben , und wenn das jetzige System fortbauert, so wird die Civilliste nach Ablauf eines Jahres ungefähr 30 Millionen Franken Schulden haben. Unter diesen Umständen will man ein großes Spar-System ein­führen. Mehrere Jugendfreunde des Kaisers werden aus diesen Gründen vom Hofe entfernt werden. So soll der Oberst Fleury mit dem Marschall St. Arnaud nach Agerien gehen, und der bekannte Mocquard hat eine Art Ruheposten im Elysee erhalten. Die junge Kaiserin selbst soll keine große Verschwenderin sein, wenn ihr Herz nicht in Anspruch genommen ist, dann aber vor keiner Ausgabe zurückscheuen. Vor Allem aber liebt sie das Reiten. Gegenwärtig arbeitet man an einem prächtigen Amazonenkleide, das sie tragen wird, wenn sie den Kaiser auf seinen Revuen begleitet. Ihr

) Wiederholte Mittheilung.

Gemahl hat ihr zehn Reitpferde zur Verfügung gestellt. Ihre Hofdamen 'müssen alle reiten können; mehrere der­selben haben sich Stunden in der Reitkunst genommen. Hr. Carlier soll wieder in Gunst fein. Seinem Einflüsse soll man die Ernennung einer Commission verdanken, welche mit der Inspektion der Departemental« Präfecturen beauftragt ist. sDie bedeutendsten Kut­schenmacher von Paris sind gegenwärtig mit Verfer­tigung der Wagen für die Feierlichkeit der Salbung beschäftigt. Zwölf prachtvolle Carossen sind für diese Ceremonie bestellt. Der Kaiser und die Kaiserin sind heute in die Tuilcrien zurückgekehrt. Die ein­zigen Pesonen von bekannten Namen, die sich auf der Amnestieliste befinden, sind außer dem Repräsentanten Huguenin, der ausgewiesen war, der gewesene Husaren- Capitän Vidil und einige Journalisten, worunter De- solme von Perigucux und JolrboiS von Colmar. Zu Rethel sind mit der Post viele von der Londoner Flüchtlings-Gesellschaft ausgehende undAchtes Bul­letin" überschriebene revolutionäre Proclamationen an» gekommen, worin gegen das, was in Frankreich ge­schehen ist, protestier, für die Zukunft gedroht und der Kaiser mit den gröbsten Beleidigungen überhäuft wird.

Wie man sich erzählt, soll auf die so bedeutende Vermehrung der ursprünglichen Begnadigungsliste die Kaiserin durch ihre Fürbitte einen wesentlichen Einfluß ansgeübt haben. Der Ruf von der Mildthätigkeit der Kaiserin hat sich übrigens so schnell verbreitet, daß sie mit Bittschriften aller Art förmlich überschwemmt wird, deren Mehrzahl sie jedoch nicht entsprechen wird, da sie es sich zur Regel gemacht haben soll, ihren Einfluß auf den Kaiser ausschließlich nur zu Gunsten der bedürfti­gen Klassen und einzelner Verurtheilten zu verwenden, ihn aber in keinem Falle zu Bevorzugungen bei Be- föidcrungen oder Anstellungen geltend zu machen. Es kann daher begründet sein, daß, wie man versichert, nächstens eine halbamtliche Anzeige erscheinen wird, wo­rin die Grenzen, in denen man sich bittweise an die Kaiserin wenden kann, angegeben werden.

Der Pfarrer von Ham, der sich während der Ge­fangenschaft Louis Napoleons gegen diesen sehr freund­lich und theilnehmend zeigte, ist nun aus Verwendung des Kaisers zum Bischof in partibus ernannt worden. General Dufour, der alte Freund des Kaisers, dem man die militärischen Schriften zuschreibt, welche unter dem Namen Louis Napolcon's erschienen sind, befindet sich hier, um die Eisenbahn, die von Lyon nach Genf führen soll, durchzusetzen. Der Kaiser ist mit der Aufnahme, die die Kaiserin beim Publicum, be­sonders bei der Nativnalgarde gefunden, nicht zufrieden. Die erste Compagnie hat nicht Einen Laut von sich ge­geben, was zwischen ihr und ihrem Kapitän zu einem Wortwechsel führte, wodurch die Sache ruchbar wurde. Zu Folge dieses Wortwechsels sind auch verschiedene Verweise, Absetzungen und Abdankungen vorgekommen. Nachträglich erzählt man noch, daß der Kaiser trotz al­lem Widerspruch der Minister als Zeugen seiner Ver- Heirathung auf dem Hotel de Ville einen Arbeiter und einen gemeinen Soldaten habe nehmen wollen und daß er den Gedanken nur habe fahren lassen, weil dessen Ausführung manchen Gesandten von der Feier in der Notre Dame-Kirche abgehalten hätte. Auch der alte Kanzler Pasquier war eingeladen, den Akt als Zeuge zu unterschreiben, er hat sich aber mit Krankheit ent­schuldigen lassen. Die russische Regierung hat bei der Fabrik in Seraing bei Lüttich 50,000 Stück Ge­wehre bestellt uud den Fabricanten möglichst Beschleu­nigung empfohlen. Sobald 5000 Gewehre fertig sind, müssen sie nach Antwerpen geschickt werden, wo man sie im Kastell deponirt.

Die DampffregatteLabrador" ist mit Abd-el-Ka- der und seiner Familie in Mondania dem Ziele ihrer Bestimmung einem Hafen von Marmora angelangt, von wo der Emir seine Weiterreise nach Broussa, sei­nem künftigen Wohnorte, am Fuße des Berges Olymp zu Lande machen wird, der übrigens nur 10 Stunden weit vom Hafen entfernt ist.

Der gestrige Ball des Präsidenten des Staatsrathes Herrn Laroche war äußerst glänzend. Das Charak­teristische des Balles war das Wiedererscheinen des von allen osficiellen Bällen verbannten schwarzen Frackes, den die hohen Staatsbeamten mit augenscheinlichem Be­hagen gegen die eng anschließende Uniform vertauscht haben.

Durch Decret des Kaisers vom 2. d. ist die Bank von Frankreich ermächtigt, eine Zweigbank in La Ro­chelle zu errichten.

Vor einigen Tagen ist das letzte Grundeigenthum der Familie Orleans auf französischem Boden verkauft worden, die Forste von Bourbon-Lancy, für 900,000 Fr., ihren ungefähren Wcrlhbetrag, und von Bruadon, 2,800,000 Fr., weit unter ihrem Werth.

Eine heute hier angclangte telegraphische Depesche aus Wien, welche meldet:daß das neunte Armeekorps der österreichischen Armee Befehl erhalten habe, sich zum Abmarscke nach der türkischen Grenze bereit zu halten," hat bedeutendes Aufsehen erregt und Stoff zu den abentheuerlichsten Vermuthungen geliefert, worunter die als nahe bevorstehend prophezeite Theilung des os­manischen Reiches gehört. Besonnenere Politiker sehen jedoch in diesen Rüstungen Oesterreichs gegen die Türkei

nichts Anderes, als eine ernste Demonstration, Welchs den wegen Montenegro angeknüpsten Unterhandlungen einen größeren Nachdruck geben soll. In den Regie« rnligszirkelu hegt Man die Ueberzeugung, daß die ganze' Angelegenheit auf diplomatischem Wege zn Günsten der Montenegriner bei gelegt wird. Wahrscheinlich sind auch in diesem Sinne der Pforte von der hiesigen Regierung Rathschläge ertheilt worden, welche sie hoffentlich vcran- lafsen werden, durch rechtzeitige Nachgiebigkeit einem selbst für den europäischen Frieden gefährlichen Conflicte mit Oesterreich und Rußland oorzubcugen.

Italic».

^urtn, 3. Febr. Dec Zustand des vor einiger Zeit erkrankten Ministers Cavour ist immer noch sehr bedenklich, obgleich fünf Aderlässe eine momentane Bes­serung hervorgebrackt haben.

Privatbriefe ans Noni vom 24 Januar enthalten einige Einzclnheiten über das letzte geheime Consistorium, dem zwanzig Cardinäle beiwohnten und in welchem die Rede von dem Verkäufe deS Fürstenthums von Benevent war. Es scheint, daß diese Angelegenheit noch nicht so weit gediehen ist, wie man kürzlich darüber berichtete. Der Verkauf wurde blos als eine Eventualität zur Sprache gebracht und als eine Frage, über die man im Voraus die Ansicht der Cardinäle hören wollte. Nur eine kleine Majorität soll sich dem Anträge günstig gezeigt haben. Die Minorität stützte sich hauptsächlich auf die geringe vom König von Neapel angebotene Summe. Man hatte im Anfänge gesagt, dieselbe be­laufe sich auf 8 Millionen Piaster. Es scheint jedoch, daß man kaum 3 Millionen für das Fürstenthum geben will. Es ist daher sehr wahrscheinlich, daß noch viele Zeit bis zum definitiven Abschlusse dieser Angelegenheit verstreichen wird. Denselben Briefen zufolge hatte der Papst das von der Staats - Consulta zur Tilgung des Papiergeldes vorbereitete Project noch nicht gebilligt. Der König von Bayern wird bis zur Beendigung des Carnevals in Rom bleiben.

Cürkei.

Auch der Allgemeinen Zeitung wird aus Constan- tinopel, in Uebereinstimmung mit dem Bericht der Nat.- Zeitung gemeldet, daß in Bezug auf die erwähnten For­derungen österreichischerseits eine Frist von drei Mona­ten gestellt und nach Ablauf derselben, im Falle der Nichterfüllung, mit bewaffnetem Einschreiten gedroht worden sei. Ein anderer constantinopoluanischer Bericht­erstatter desselben Blattes schreibt:Rußland und be­sonders Oesterreich hat die Pforte schon seit mehreren Jahren so reichlichen Anlaß zu Beschwerden gegeben, daß nach dieser Seite hin eine friedliche Ausgleichung täglich unwahrscheinlicher wird. So hat kürzlich am St. Nikolaustag Herr v. Diroff den von der Pforte zur Beglückwünschung gesandten Dragoman , gar nicht empfangen, sondern erklärt, er könne Dieß nicht, so lange Rußlands Beschwerden in Betreff der heiligen Orte nicht gehoben seien. Von Wien soll der Pforte kürzlich wieder eine drohende Note zugekommen sein, worin sie kategorisch aufgefordert wird, in Betreff der vom österreichischen Cabinct erhobenen Beschwerden eine baldige befriedigende Erklärung abzugeben. Die will­kürliche Behandlung mehrerer österreichischer Untertha­nen hat nun kürzlich der österreichischen Gesandtschaft neuen Anlaß zur Klage gegeben. Die österreichische Gesandtschaft forderte von der Pforte für ihre unschul­dig verhafteten und mißhandelten Unterthanen Genug­thuung und erklärte zugleich, sie habe die Kroaten (solche waren die Betheiligten) ermächtigt, bis auf Wei­teres, im Fall erneuter willkürlicher Angriffe Seitens der türkischen Polizei, gleichfalls von ihren Waffen Ge­brauch zu machen. Wie all Dieß die schon herrschende Spannung und die Verlegenheiten der Pforte immer mehr steigert, ist leicht zu begreifen.

.^iiurka.

New-Aork, 22. Jan. Die mexikanische Regierung hat durch ein diktatorisches Dekret deS Prä­sidenten den Hafen von Vera-Cruz dem ausländischen und dem Küstenhandel geschlossen.

Nach Briefen aus Washington ist nun auch die Commission deS Senates für Militärangelegenheiten auf den Gedanken gekommen, die nordamericanischc Flotte nnd das Landheer zu vermehren!

Die Debatte über die Monroe-Lehre in ihrer An­wendung auf Cuba ist am 19. im Kongreß wieder aus­genommen und abermals vertagt worden. Dem Se­nat ist eine Botschaft des Präsidenten vorgelegt worden, welche sich auf die Weigerung der Indianer in Florida bezieht, in das ihnen westlich vom Missisippi angewie­sene Gebiet anszuwandern.

Neueste Nachrichten.

München, 5. Februar. Wie man in handels­politischen Kreisen erzählt, steht Hrn. Ministerialrath Dr. V. Hermann eine neue Mission bevor, die ihre Basis in der Vereinbarung über den in Berlin zwischen Oesterreich und Preußen abgeschloffenen Vertrag mit den in Darmstadt verbündeten Regierungen haben soll. Geh. Legationsrath Dr. Dènniges ist gestern von Berlin zurückgekehrt.

Wien, 7. Febr. (Tel. Nachricht des Frkftr. Bor- senfyndicats). Für die friedliche Beilegung der monte­negrinischen Angelegenheit bei den darüber stattfindenden Unterhandlungen find günstige Aussichten vorhanden.