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staube einer Lotterie machen würde, um einen ziemlich hohen Preis (800 Franken) ankaufen ließ. Der Säbel trägt den Namen Napoleon, der mit einer phrygischen Freiheilsmütze bedeckt ist, und auf der andern Seite der Klinge die Worte: Honneur et Liberté. Ein wei­teres Gcschichtchcn ist, daß der Herzog von Aumale Hrn. Ferdinand Barnot in einem Londoner Salon auf die Frage nach seinem Befinden und die Bemerkung, daß er sich dem Anscheine nach einer guten Gesundheit er­freue, antwortete:Gott sei Dank! die Gesundheit läßt sich nicht confisciren." Ein Decret im Moniteur regelt die Uniformen der Generale im activen und Reserve- stande die nicht Senatoren sind, und unverbürgte Nach­richten aus Madrid stellen eine theilweise Modification des Ministeriums in Aussicht, die jedoch wenigstens nicht so bald erfolgen dürfte.

Victor Hugo wird geradezu läppisch. Er wird näch­stens außer einer socialistischen Schrift:vom Eleud" überschrieben, die er schon als Pair von Frankreich ver­faßt hat einen Band politischer Poesien veröffentli­chen, eine Artgeharnischter Sonnette". In den Sa­lons zeigt man sich bereits als Probestück eine Ode die den Titel führt:Le Oiiâtiment," und sich in folgender Anschauung bewegt. Napoleon, nachdem er auf dem Gipfelpunkt seiner Macht augekommen, befindet sich zu Moskau; da überrascht ihn der Brand des Kremls; er sieht das ganze Unheil, das ihn erwartet, vor sich liege», und ruft in prophetischem Schrecken aus :Mein Gott, mein Gott, du straft mich, daß ich meine Mutter er­würgt habe, die Freiheit! Du verlässest mich, die Rache fängt an!"Nein antwortet eine geheimnißvolle Stimme das ist die Rache nicht; wandle nur wei­ter deine Bahn."" Zu Waterloo, nachdem die Garde gefallen ist, ruft Napoleon wieder, sich allein findend, aus :Das ist die Rache Gottes 1" Die Stimme wie­derholt ihm:Es ist nicht die Rache! Gott hebt dir ein anderes Schicksal auf."" Zu St. Helena, von in­nerem Kummer und tödtlicher Krankheit verzehrt, bricht er in die Klage aus:Mein Gott, mein Gott, du hast mir nicht verziehen, das ist nun endlich deine Rache!" Da erhebt sich die geheimnißvollè Stimme znm letzten Mal, und antwortet ihm mit eisigem Ernst:Nein, es ist die Rache noch nicht; aber schau hier die Zu­kunft: sichst du das Datum des Unheils, das Jahr 52? Siehst du den . . . ? Das ist deine Strafe, das ist Gottes Rache!"" Was der Napoleon jenseits zu dem Jahre 1852 sagt, steht in Gottes Hand. Der Napoleonismus aber wird in der Wiedcraufrichtnug des Kaiserthrons eine Verherrlichung, nicht eine Strafe er­blicken. Denkt ihm Victor Hugo keine härtere Strafe zu diese wird er sich gefallen lassen!

Die Autorschaft der gegen die Marschälle Magnan, de St. Arnaud und de Castellane unter dem Titel: Les trois Maréchaux de France in Brüssel erschiene­nen Broschüre die voll Anekdoten, zum Theil ärgerlichen Inhalts sein soll, wird nach der Pariser Korrespondenz der Times (vom 4. Jan.) dem Obersten Charras zu­geschrieben.

Bei Hrn. Verou fand gestern ein Diner statt, an dem die Herren Miros, Girardin und Lamartine Theil nahmen.

Paris, 12. Jan. (Tel. Dcp. d. Köln. Z.) Die Vertreter Oesterreichs und Preußens haben gestern dem Kaiser ihre neuen Creditive übergeben. Es ist das Gerücht von einer bevorstehenden Modification des Ge­schwornengerichts verbreitet.

Man schreibt der Weser-Zeitung aus Hannover v. 7. Jan.: Eine Mittbellung in Galiguani's Messenger über die französische Anerkennungsfrage bedarf der Be­richtigung, die ich zufällig zu geben im Stande bin. Die in diesen Tagen überreichten Accreditive der Ge­sandten der drei Großmächte in Paris sind durchaus nicht so gleichlautend, wie das englische Blatt zu wissen vorgibt.Mein Bruder" ist Napoleon III. nur von Friedrich WilhelmsIV. und Franz Joseph, nicht auch vom Kaiser Nikolaus angeredet worden. Den Titel Napoleon III." unterdrücken alle drei, und zwar Oesterreich unter ausdrücklicher Verwahrung dagegen, die beiden andern stillschweigend. Das russische Schreiben redet des Längen, von der wünschenSwcrthen und un­umgänglichen Aufrechthaltung der europäischen Verträge In dem neuen Beglaubigungsschreiben endlich unsers (des Hannover'schen) Gesandten in Paris ist Alles ver­mieden worden, was nach einem Pochen auf die Ver­träge vom Jahr 1815 oder doch nach Vorbehalten und Klauseln gegen eine unumwundene Anerkennung auSsehen könnte.

Da nun die Anerkennungsfrage ihre Erledigung ge­funden, so wird zunächst die Angelegenheit der Krönmig fest im Auge behalten. Ein lebhafter Depcscheuwechsel herrscht in diesem Betreff zwischen' unserem und dem Hofe Sr. Heiligkeit. Pius IX. hat zugesagt zu kom­men (nach anderen Berichten ist die Unterhandlung noch lange nicht so weit), allein der Zeitpunct ist noch nicht definitiv festgesetzt. Als wahrscheinlich darf angenom­men werden, daß der heilige Vater im Frühjahre hier eintrifft. Ueber die Vermählungsfrage wird das tiefste Geheimniß beobachtet. Man weiß indessen, daß die ver- wittwete Frau Großherzogin Stephanie sehr thätig in derselben ist. Sie scheint auf ihre Reise hierher so lange verzichtet zu haben, bis sie dem Kaiser ihre Glück­

wünsche in doppelter Beziehung darzubringen vermag. Der Plan eines Handelsvertrages mit England wird wohl ehestens verwirklicht wcrdeu. Die Grundlagen, auf welchen derselbe beruht, werden diesseits wie jenseits des Canales als den Zeitbedürfnissen entsprechend be­trachtet. Der Kaiser dringt auf gründliche Reformen unseres mangelhaften Zollwesens. Im Ministerium ist übrigens die Partei der Schutzzöllner noch in überwie­gender Zahl vertreten. Die Ansichten der Herren Bi- neau, Persigny und Fould stimmen in dieser wichtigen Frage nicht mit einander überein. Der allmächtige Wille wird aber auch diesen gordischen Knoten zu lösen verstehen.

Die plötzliche Dccadenz der Börse hat so viele Speculanten und Nichtspccnlanten ungücklich gemacht, daß selbst unter den günstigsten-Verhältnissen nicht mehr an eine glänzende Reprise zu denken ist. Es haben sich Erscheinungen knndgegeben, welche höchst bezeichnend für die hiesigen Zustände sind, indem die plötzliche Baisse die Umtriebe hochgestellter Männer aufgedeckr hat. Obenan in dieser Beziehung steht Herr Leroy de St. Arnaud (der Herr Kriegsminister) , der vor ei­nigen Tagen auf der Börse executirt wurde, weil er die Differenz von acbthundertachtundscchszigtausend Franken nicht bezahlen wollte. Sein Agent, der, glaube ich, Dubos heißt, begab sich vor das Syndicat und erklärte daselbst nebst mehreren Anderen auch die Zahlungsun­fähigkeit des Kriegsministers. Nach langer Berathung beschlossen die Syndici der Börsckammer, jene Summe dein genannten Agenten zu bezahlen und die Effecten des Hrn. v. St. Arnaud verkaufen zu lassen. Dem Agenten wurde nebenbei anfgetragen, unter der Hand die Herbkibriuguug jener Summe zu betreiben, was aber bisher noch nicht gelungen ist. Solcher Fälle in ähnli­chen Kreisen gibt cs viele, und es ist die Frage, ob cs nicht noch zu mancher Particularkrise kommen wird, ehe die allgemeine erscheint.

Ein anderes Decret dehnt sich in Prcßsachcn, Dis- ciplinarvcrgehen dcr Nationalgarden, Vergehen gegen die Fischereigesetze rc. erlassene Amnestie auf Algerien aus. Endlich ist das Gehalt des Generalsecretärs der Polizcipräfectnr von 8000 auf 12,000 'Fr. erhöht worden, wie es vor 1848 bestand.

Nach den letzten Nachrichten aus Algier hat sich der General Pelissier nach der Einnahme von Laghouat vor Ain-Madhin gezeigt. Der stolze Marabut Ted- schini, genannt d.e Schlange der Wüste, ging ihm zu Fuße bis vor die Stadt entgegen, von der ganzen Be­völkerung der sehr festen Stadt begleitet. Bis jetzt hat er noch keiner französischen Autorität eine solche Ehren­bezeugung erwiesen.

Spanien.

Madrid, 7. Jan. General Narvaez befindet sich, wie dieKöln. Ztg." berichtet, noch immer zu Beariz bei Bayonne und wird auch dort bis zu seiner Rück­kehr nach Spanien verweilen. Das Ministerium, das, wie aus allen seinen Handlungen hervorgeht, sich nur als eininterimistisches" betrachtet, bahnt dem tapfern General den Weg zur baldigen Wiederergreifung des Staatsruders. Das Publicum macht sich mit diesem bevorstehenden Ereignisse schon ganz vertraut; es glaubt sogar, Narvaez werde schon die Cortes eröffnen. Bou den zeitigen Ministern wird jedoch, wie verlautet, kein anderer sein Portefeuille abgeben, als Noncali und vielleicht auch Lara, und Lersuudy des Letzteren Stelle übernehmen. Dieser ist gestern von der Königin mit dem Großcordon des Ordens Karl's III. begnadigt worden. Auch ist der Brigadier Cancro, ein Freund Narvaez', zum Generalmajor befördert worden; dem Brigadier Rotalde, gleichfalls ein Freund des Generals, steht eine gleiche Begünstigung bevor. Die meisten neu angestellten Gouverneure sind auch erklärte Freunde des einst so mächtigen Premierministers. Das erlassene Pleßgesetz, so wie die Freigebung des Wahl-Comitc'S, hahen, wie dieKöln. Ztg." ferner meldet, die Gemü­ther beruhigt; wir sehen also mit Ruhe der Eröffnung der Cortes und sonstigen Ereignissen entgegen. Daß das Volk zufrieden ist, hat sich gestern, am Heil. Drei- Königs-Tagc, gezeigt. Es war ausgelassen lustig, und doch ist bei all dem Wirrwarr, der den ganzen Tag und die Nacht über auf den Straßen herrschte, keine ungesetzliche Handlung vorgefallen. Der Herzog von Hijar wird morgen das Kleid, welches die Königin ge­stern während des Gottesdienstes getragen hat, in gro­ßem Aufzuge nach seiner Wohnung schaffen lassen. Es ist dies ein altes Privilegium der Grafen von Rivadeo, deren Titel und Vorrechte jetzt das Haus Hijar besitzt; die Ceremonie kostet dem Herzog jedes Jahr gegen 40,000 Realen, er will jedoch das Vorrecht nicht fah­ren lassen. Nach der letzten Zählung besteht die spa­nische Armee der Halbinsel aus 6578 aktiven Offizieren aller Grade und 101,147 Unteroffizieren und Soldaten; von den ersteren dienten gegen 1280 im Heere des Dou Carlos.

©raßbritnUHktt

London, 10. Jan. Nach den letzten Nachrichten von heute Nachmittag %2 Uhr, zählte Gladstone 637, Perce­val 540, der ministerielle Caudidat also eine Majorität von 97 Stimmen.

Lord Brough a m beabsichtigt, bald nach Eröffn nung des Parlaments einen Gesctzvorschlag in Bezug

auf Ehescheidungen einzübringen, wonach die großen Kosten / die damit bisher verbunden waren, beseitigt werden sollen. Bis jetzt kam eine Ehescheidung hier zu Laude im einfachsten Falle kaum unter 1000 L. zu stehen.

tinßlcrnd

Von der russischen Grenze berichtet die Hartung'sche Königsberger Zeitung, daß Raudons Kro- tinus, durch russisches StraferkeNntniß zu 9000, und drei andere Delicfuenten, ein jeder zu 6000 Stockschlägen verurthcilt, ihre Strafe ant 22. Dec. v. J. verbüßt haben. Die Strafe sollte getheilt, 3000 Hiebe pro Tag, ohne Ruhetag vollstreckt werden. Raudons und zwei der anderen blieben schon am ersten Tage auf dem Platze. Nur der vierte Deliquent überstand die 3000 Hiebe lebendig, starb aber am andern Morgen in der Haft an den Folgen der Execution.

Türkei.

Konstantinopel, 1. Jan. (Aus Briefen der Triester Zeitung".) Sicherem Vernehmen nach hat der kais. russische Geschäftsträger Herr von Ozeroff ge­gen die, neuestens den Lateinern in der heiligen Grab­frage auf Kosten dcr Griechen gemachten Concessionen remonstrirt. Der Exgroßvezier Reschid Pascha und der ehemalige Zollpächtcr Djezaerli sollen des Landes ver­wiesen werden; ersterer hat den Schutz der Sultanin Valide nachgesucht. Der Sultan hat sämmtlichen Mu- schirs verboten, den kaiserlichen Palast zu betreten, aus­genommen hiervon sind der Großvezier, der Kapu-Kiaja, die Sultanin Valide und der Privatmann Tazim Bcy^ Zu Serajewo tu Bosnien sollen englische und franzö­sische Consularagentien errichtet werden. Das gesammte Aufgebot gegen Montenegro, nämlich von der Landseite, beträgt 27 Bataillons. Die neuesten Nachrichten und Meldungen stimmen darin überein, daß gegen Grahowo und Banjani in die Herzegowina sich eine bedeutende türkische Truppenzahl sammele, und ein naher Angriff auf diese beiden Bezirke aller Wahrscheinlichkeit nach bevocsteht. In Scutari sollen 10,000 Mann aus Mo- nasta von Omcr Pascha's Truppen angelangt sein. Dieser selbst mit dem Reste des Corps wird in einigen Tagen erwartet. Auch sind bereits sehr große Pulver- Vorräthe dort angesammelt, und es heißt allgemein, daß Omer Pascha noch vor Beginn des Frühjahres seine Operation beginnen werde. Ferner soll eine starke Aus­hebung unter der christlichen Bevölkerung der Herzego­wina baldigst stattfinden, wobei die Conscribirten des griechischen Ritus des Mißtrauens wegen, welches man gegen sie, als Religions-Verwandte der Mouteuegrinet hegt, in die inneren Provinzen des türkischen Reiches cscortirt würden.

Beyrut, 21. Dec. Briefe aus Damascus vom 15. d. M. berichten, daß die schlechte Stimmung da­selbst ihren Höhepunkt erreicht habe, und daß man be­fürchte, die Drusen, die in bedeutender Anzahl sich da­selbst befinden, möchten sich mit einem Theil der sehr' unzufriedenen türkischen Bevölkerung verbinden und ei­nen Aufstand hervorrufen. Ferner wird uns mitgetheilt, daß eine Carawane von 60 Personen, unter denen sich der Oberst Akib Bey, verschiedene andere Officiere, Mo­hammed Aga und Ahmed Aga und türkische Soldaten befanden, auf der Reise von DamascuS nach Beirut nahe bei Konssat el Homs an dem Orte Medereg von einer bewaffneten Bande zu Pferde angefallen worden und nach Verwundung des Obersten Akib Bey in die Schulter und eines Dieners desselben in den Schenkel vollständig ausgeplündert worden sei. Es ist fast un­glaublich, wie eine Carawane von 60 Personen, unter denen sich doch sicherlich auch Bewaffnete befanden, von einer nur aus 10 Mann bestehenden Truppe angehalten und beraubt werden konnte. Der englische Cousul zu Damascus, Herr Wood, welcher aus Eitelkeit, um von sich sprechen zu machen und auch, wie es heißt, in Pri- vatspeculationen sich nach dem Hauran begeben hatte um die Bewohner desselben zur Unterwerfung zu be­wegen , ist am 12. ohne Erfolg von dort zurückgekehrt und hat wieder nichts bezweckt, als daß er sich bei sei­nen Collegen lächerlich gemacht hat. Hier in Beirut geht das Gerücht, daß zu Damascus auf Befehl des Seraökiers der mächtige Drusen-Emir Scimulat ver­haftet worden sei ein Gerücht, das aber noch der Bestätigung bedarf. Am 12. d. M. traf auf hiesiger Rhede eine trürkische Dampffregatte mit 1224 Soldatew an Bord ein und setzte wenige Stunden später, nachdem sich der Militärgouverneur Izzet eingeschifft hatte, ihre Reise nach Tripolis fort, woselbst die Truppen ausge- schisit werden sollten. Aus Jeru salem liegen uns Berichte vom 16. d. M. vor, nach welchen die katho­lischen Bewohner Bethlehems, etwa 2000 an der Zahl, sich das gegenseitige feierliche und heilige Versprechen gegeben haben, vor Beendigung der schwebenden Strei­tigkeiten tu Betreff der Bcthlcbcmiter Kirche dieselbe nicht mehr zu betreten, und daß eine Strafe von 100 Piastern per Kopf festgesetzt sei, welche von dem Heben tretet dieser Convention an die arme türkische Bevölke­rung des Dorfes Bettulia gezahlt werden müsse. (Die Mittheilung derHamburger Nachrichten" über Beile­gung der Streitfrage zu Guusten der Griechen scheint also unbegründet gewesen zu sein.)

Syr», (in Griechenland), 5. Jan. Am 31. Dcc. traf Abd-el-Kader mit dem französischen Dampfer hic» ein, und ist gestern nach Brussa abgcreist,