resp Regierungen beizustimmeii. Das; die Billigung ji der Fassung des also per majora beschlossenen Anerken- i nungsschrcibcus Seitens der betreffenden Regternngcn l nachträglich erfolgen werde, ist kaum auzunchmen.
I Dessau, 7. Jan. (Pr. ZZ Sicherem Verneh- 1 inen nach ist Seitens Seiner Hoheit des regierenden j Herzogs von Auhalt-Bcruburg die Eompaternität sammt ] allen damit verbundenen Rechten über das Herzogthum
= Anhalt Köthen , welches bekanntlich am 7. November 1847 seinen letzten eigenen Regenten verloren, an Se. Hoheit unseren Herzog, durchlauchtigsten Senior des anhaltischkn Herzoglichen Hauses, gegen anderweitige Ausgleichungen abgetreten worden Es wird demnach alsbald die'Regierung des Herzogtums Anhalt-Köthen aus einem provisorischen in ein definitives Stadium übergehen. — Am 3. d. ist in Beruburg der Landtag wieder zusammeiigctreten, hielt aber nur eine kurze Sitzung und ist wieder auf unbestimmte Zeit vertagt. Dem Vernehmen nach erwarten ihn demnächst einige Revisionsvorlagen.
Hannover, 7. Jan. In der heutigen Sitzung des Advocatenvereins wurde beschlossen, daß die Mitglieder des Vereins, die sich an der Unterstützung der brotlos gewordenen schleèwig - holsteinischen Advocate« beteiligen wollen, sich zu einem Minimalbcitragc von 4 gGr. verpflichten mögen, ohne daß größere Gaben zurückgewiesen werden sollen. Die Verwendung des auf solche Weise aufkommenden Fonds wurde in die Hand des Vorstandes gelegt. Es wurde ferner beschlossen, auch bei den übrigen Advocate» zunächst des Inlandes durch die Anwaltkammern eine Betheiligung zu ver- anlasic».
Hamburg, G. Jan. Aus den älteste» Zeiten der Hansa dalirt die Erwerbung des sogenannten „Stahl- hofs" in London, einer an Guildball angrenzenden Räuurlichkeit, welche mit besonderen Privilegien ausgestattet, als Stapelplatz für deutsche Waaren benutzt wurde. Selbst als Hamburg (unter französische Ober Herrschaft gerathen war, blieb den drei Hansestädten, als Eigenthümern jener Localität, das aus diesem Besitz- thu'me fließende Einkoinme» ungeschmälert und wurde im Jahre 1814 nachträglich berichtigt. — In neuerer Zeit, bei total veränderten politischen und handelspolitischen Verhältnissen mag der Besitz eines solche» privi- legirten Stapelplatzes an der Themse von minderer Wichtigkeit erscheine» und schweben schon seit längerer Zeit Verhandlungen wegen des Verkaufes dieser Gebäude, deren Erträguiß im letztjährigen Budget mit 11,200 Pèk. angeführt sind. — Dem Vernehme» nach liegt in diesem Augenblicke ein durch de» Ingenieur Lindley vermitteltes Kaufangebot von 72,000 Pf. St. vor, über dessen Annahme die weitere Entschließung bevorsteht.
Die sowohl direkt als indircct von hier beförderten 29,322 Auswanderer gehören 130 verschiedenen Ge- we.ben an. Die meisten (2963) waren Laudleute, 1741 Arbeitsleute, 982 Kaufleute, 632 Schneider, 535 Schuster, 486 Tischler, 347 Weber, 286 Zimmerleute, 278 Schmiede, 257 Maurer, 192 Weinbauer, diese sind zumeist nach Australien gegangen, wie auch die 49 Bergleute, 180 Müller u* s. w. Aerzte waren unter diesen 40, Apotheker 16, Chirurgen 18, Barbiere 46, , Lehrer 63, Gelehrte 13, Prediger 9 und 5 Theologe». Der Heimath »ach lieferte Preuße» zu de» 29,322 Auswanderern das größte Contingent; auf dieses folgte Mecklenburg mit 4918, Böhmen mit 2929, die Herzög- , thümer mit 2722, Hessen-Kassel und Darmstadt mit ' 2443, Thüringen mit 1079 (diese wurden zum größten Theile nach Rio Grande de Sol befördert, um auf ben Gütern der großen brasilianischen Grundbesitzer die Dienste der Negcrsclaveu zu versehen), Sachsen mit J 1026, Württemberg mit 889, Bayern mit 886, Nassau
3 mit 827, Baden mit 675, Oesterreich 1385, Braun-
3 schweig 348, Ungarn 218, die scandinavische» Reiche,
* Dänemark, Schweden und Norwegen mit 832, 419 und 15 u. s. w. Auch aus unserem Hamburg unb Frankfurt sind resp. 232 und 23 Personen ansge- e, wandert.
. Berlin, 10. Jan. Da sich die Auflösung der „Deutschen Flotte" ihrer Beendigung nähert und cs D üch gegenwärtig im Wesentlichen nur noch um die »ach- 5i trägliche Legung der Rechnungen handelt, so ist dem Pf Vernehmen nach der Oberst v.' Wange» h e i m, wel- cher bisher als Preußisches Mitglied und Vorsitzender der Marine Abtheilung beim Bundestage zu Frankfurt Sn fungirt hat, abberufen und wird sich noch im Laufe dieses Monats nach Berit» in seine frühere dienstliche Stellung zurückbegeben. Es besteht dann dieselbe aus ,„ dem Oesterreichlschischen Oberstlieutcrant und Frcgatteu- Capitän von Bourguignon und dem Marine-Rath Dr. ( Iorda n.
* Der heutige Leitartikel der „N. Pr.Ztg." erklärt sich gegen die Ansicht der katholischen Abgeordneten welche Preußen aus einem „evangelischen" Staat zu f einem „paritätischen" machen wollen. Die Art ihrer £ Beweisführung ist aber eine sonderbare. Sie erklärt cs vorerst für eine unumstößliche Thatsache, daß Preußen ein evangelischer Staat s e i und kommt mit ihren Gründen hinterdrein. Sie spricht von voller unbedingter Gerechtigkeit, die sie gegen die römische Kirche geübt sehen wolle, das könne und müsse ihr genügen, und es
sei die Confessio» des Staatsoberhauptes bei Beantwortung dieser Frage von Bedeutung, wenn nicht allein entscheidend, indem cs ein sehr bedenkliches Zugeständ »iß an den falschen Constitutionalismus wäre, die „Siaalsregicrungen" und de» „Regenten" als zwei getrennte und verschiedene Dinge zu behandeln. Die Un= stichhaltigkeit dieses nach dem Princip der Territorial- Hoheit hiuneigcnde» Grundes ergibt sich von selbst, weil die Frage auch in dem Falle unentschieden bleibt, wenn zwischen der Person des Regenten und seiner Eigenschaft als Staatsoberhaupt kein Unterschied gemacht wird.
Die A. A. Ztg. brachte kürzlich von einem bayerischen Officier einen Aufsatz: „Ein Angriff auf das linke Rheiimfer," in welchem nach militärwisscnschaft- lichcn Grundsätzen erörtert wird, in welcher Zeit und mit welchen Mitteln ein französischer Angriff würde erfolge» könne». Die heutige Nummer der Wehrzeitung bringt einen Auszug aus der Besprechung, deren Resultat ist: „Innerhalb 5 Wochen nach empfangener Marsch- bereitungs - Ordre kann eine französische Armee von 400,000 Mann und 700 Geschützen an der deutsche» Grenze versammelt sein."
Der bekannte Postsecretär a. D. Go cd sehe in Berlin ist wegen Herausforderung des Redacteurs der „Zeit", des BnchdruckereibcsitzerS Hayn, zum Zweikampfe auf Pistole», zu sechs Wochen Gefängniß ver- urtheilt worden.
Die Regierungen von Mecklenburg-Schwerin und Meckle »bürg-Strelitz haben nunmehr auch diejenige Verkehrserleichterung , welche längst von allen Seiten als unabweAlich erkannt ist, abzulehnen beschlossen, die Aufhebung der von Handlungs - Reisenden aus andern Staaten zu entrichtenden Gewerbsteuer. Sticht nur Hannover hatte diese Steuer schon vor Abschluß des September Vertrages den Nachbarstaaten gegenüber abgeschafft, sondern neuerdings haben fast alle Staaten, Bayern und Württemberg sogar der Schweiz gegenüber, auf die Erhebung derselben verzichtet.
Breslau, 7. Jan. Die Cholera ist hier auS; gebrochen; die letzte amtliche Todtenliste führt nur zwei Fälle auf, aber das Gerücht ist verbreitet, sie seien in dieser Woche auf eine bedenkliche Höhe gestiegen. Es ist ein Cholcra-Lazareth eingerichtet.
Wien, 8. Jan. Ein längerer Artikel der ministeriellen „Oesterreichischen Corrcspondenz" stellt die zunehmende Erstarkung des Finauzzustandes in höffnungS- reiche Aussicht. Insbesondere habe derselbe zwei unerschütterliche Grundlagen gewonnen: die Ausdehnung nung eines nicht überspannten, aber doch umfassenden und auf dem Principe der Pflichteugleichheit beruhenden Besteucrungssystems; — und das rege Streben der Staatsverwaltung, die volkswirtschaftliche Thätigkeit zu wecken und zu befruchten. Nur bann könnte diese Per- spcctive getrübt werden, wenn wclterschütternde Ereignisse hervorbrächen. Es gehört dies um so weniger in das Gebiet der Wahrscheinlichkeit, als die Beziehungen nach Außen und Innen geeignet erscheinen, die vollkommenste Beruhigung zu gewähren, unb die Massen es klarer als je erkennen, daß Wohlstand und Sicherheit nur im innigen Anschlusse an die Absichten der Regierung zu erlangen sind. In der Kass. Ztg. heißt es: Die Zeit, wo unser Staatspapiergeld und unsere Banknoten so viel in Silber gelten werden, als ihr Nennwerth besagt, scheint weit näher gerückt zu sein, als man es noch vor 14 Tagen ahnen konnte. Auf der heutigen Börse ging das Silberagio bis 7 zurück, Gold und Silber wurde in Menge ausgcbotcn, ohne irgend willige Abnehmer zu finden. Die Geldwechsler weisen größere Summen in Zwanzigern mit dem Bemerken zurück, daß man unter solche» Conjuncturen gar kein Agio geben könne. Außer der Verminderung des Staatè'papiergeldcs und außer dem in die Staatsfinau- zeu vollständig zurückgckehrteu Vertrauen wirkt zu dieser Erscheinung mit, daß in der österreichischen Monarchie wirkich Gold und Silber in Menge vorhanden ist. Schon oft wurde in öffentlichen Blättern darauf aufmerksam gemacht, daß in Oesterreich das Thesauriren in einem kaum glaublichen Umfange betrieben werde, unb zwar nicht erst seit 1848, obschon von da an mehr als je und von vielen Personen, die sich sonst nicht damit befaßt hatten. Preußische Zeitungen, namentlich die Kreuz zeitung, hatten zwar beständig von der Armuth Oesterreichs zu erzählen, wer aber die sogenannten Intelligenz- (Anzeige-) Blätter las, dem mußte auffallen, daß bei Gelddiebftahlsanzcigcn von einiger Bedeutung fast immer größere Beträge in Gold und Silber als in Papiergeld genannt waren. Noch mehr zeigte sich aber bei den Inventaren von Verlassenschaftcu, welche Summen in gemünztem Gold und Silber (Geräthsckaften aus edlem Metalle gar nicht gerechnet) seit Jahren dem Verkehre entzogen wurden. Bei dem insbesondere durch den Wegfall der Zolllinie, welche sonst die österreichische Monarchie in zwei Zollgebiete trennte, außerordentlich gesteigertem inneren Verkehr ist gegen früher eine weit größere Menge CirculationSmittel nothwendig geworden. Die Verminderung des Banknoteuumlanfs von 260 auf 199 und des Staatspapicrgcldumlailfcs von 200 auf 160 Millionen Gulden, also von 460 auf 359 Millionen mußte endlich, zumal bei der Gewißheit weiterer Verminderung, sich in ausgedehntcm Grade fühlbar
machen, und nicht nur dem noch umlaufenden Papiergelde einen höheren Werth verleihen, sondern auch, da dasselbe allein für die Bedürfnisse des inneren Verkehrs schon jetzt nicht mehr völlig ziireicht, daS Silbergeld aus seinen Verstecken hervorlreiben.
Die „Presse" berichtet: „Die Rückkliust des Frhrn. v. Bruck aus Berlin wird in naher Zeit erwartet. Wenn Berliner Zeitungen über den Inhalt seiner mitgebrachteu Vorschläge Näheres mittheilen zu können glaubten, so entbehren diese Deerichte jeder authentischen Begründung. Herrn v. Bruck sind seine Instructionen unter dem Siegel der strengsten Verschwiegenheit anvertraut worden. So viel scheint indessen gewiß, daß unser Bevollmächtigter im Interesse und Auftrage auch der anderen co a- lirten Regierungen handelt, so wie man Preußen seinerseits die Vertretung seiner Z o l l v e r b ü n d e - te n diesen Unterhandlungen eingeräuint hat. Die Abgeordneten der ZoU-Couferenz hier setzen zwar ihre periodischen Sitzungen noch fort, eS wird jedoch in denselben nichts weiter über die eigentliche handelspolitische Seite der Angelegenheit verhandelt, sondern die Berathungen beschränken sich vorzugsweise aus die Modalitäten des Tarif-Entwurfes".
Dem Vernehmen nach wird der Kaiser im nächsten Frühjahre die italienischen Staaten in demselben Umfange bereisen, wie im vorigen Jahre Ungarn.
Der Capitäu des österreichischen Kauffahrers „Te- leida", A. Fiscovich, beklagt sich in einem an ben „Semaphore" von Marseille gerichteten Schreiben über die unmenschliche Behandlung, welche ihm von Seite der spanischen Behörden in Cartbagena widerfuhr. Nachdem er am 28. November mit einer Getreideladung, die in Mariauopel an Bord genommen und für England bestimmt war, von Livorno, wo er freie Pratica hatte, ausgelaufen war, wurde er am 1. Dec. auf der Höhe von Magbrea von einem heftigen Stürme überfallen, der seinem Schiffe großen Schaden zu fügte, ihn der Gefahr des Schiffbruches aussetzte und nöthigte, in ben Hafen von Carthagena einzulaufen. Dort übergab er dem Hafenamte fein Gesundhe tspatent unb theilte demselben zugleich die Ursache mit, die ihn gezwungen hatte, diesen Zufluchtsort zu suchen. Darauf erhielt er auch die Zusicherung daß man ihm am folgenden Morgen freien Zulaß gewähren würde; allein statt dessen wurde ihm im Laufe des Tages der Befehl ertheilt, sich schleunigst zu entfernen — ein Befehl, der um so barbarischer war, als es ibm an allem Nöthigen unb sogar an einem Compasse fehlte. Ja, als man ihm sein Gesundheitspatent zurückstellte, verlangte man nicht weniger als 250 Francs Ankergeld, verweigerte ihm, als er dafür wenigstens doch eine Quittung haben wollte, auch diese, und forderte ihn ^um dritten Male auf, die Anker zu lichten. Ein neapolitanischer Capitäu, den seine Lage rührte, half ihm wenigstens mit einer Baussole aus, und so gelang es ihm, nach viertägiger Fahrt, Marseille zu erreichen. Herr Fiscovich hat dieses im höchsten Grade verwerfliche Benehmen der spanischen Behörde bereits zur Kenntniß unserer Regierung gebracht.
tirnithmd).
Paris, 9. Jan. Durch ein Decrct int Moniteur werden wegen Ernennung von drei Deputaten zu besoldeten Aemtern, der Erhebung des Depntirtcn Herzogs von Mouchy zum Senator , des Ablebens zweier Deputirten und des Ausscheidens der beiden Deputir- ten Margais de Cälviere und de Kerdrel die betreffenden acht Wahlbezirke auf den 30. Januar zur Wahl neuer Deputirten einberufen. — Das Pays bezeugt sich heute in einem gewiß nicht umsonst vom Rcdac- tionssecrctär unterschriebenen und obenangestellten —• Artikel mit der apathischen Haltung der Börse der An- erkenuungöfrage gegenüber sehr zufrieden. „Mit Vergnügen" — sagt es — „bemerken wir, daß die Bewegungen der Pariser Börse in den jüngsten Zeiten nicht durch die momentane Unterbrechung der diplomatischen Beziehungen Frankreichs zu einigen auswärtigen Mächten, denen Entfernung ober andere Umstände es nicht gestatteten, die kaiserliche Regierung sofort anzuerkennen, asficirt worden sind. Als man hätte über bic Entschlüsse gewisser Kabinette Zweifel hegen können, fand keine Unruhe statt, und als diese Entschlüsse bekannt wurden, empfing die Börse seinen Impuls davon. Wir müssen uns über diese Thatsache Glück wünschen. — Man unterhält sich in Loudoii von einer Art Vor- hersagung, die L. Napoleon machte, als er sich dort als Verbannter aufhielt. Er soll gesagt haben, er glaube an ein unabänderliches Fatum, unb er glaube, daß es feine Bestimmung fei, als Sieger in London an der Spitze der französischen Armee einzuziehen , um seinen Oheiin zu rächen. — Man erzählt sich viel von den Verlusten, welche der Kriegsminister, St. Arnaud , in der letzten Zeit an der Börse gehabt habe. Die Summe, die er eingebüßt, soll nicht weniger als 600,000 Fr. betragen haben, aber von hoher Hand gedeckt worden sein. — Es heißt, daß unsere Regierung die Frage wegen der heiligen Orte einstweilen fallen gelassen habe, um die türkische Aiierkeniiung nicht zu verzögern; man spricht sogar von der Rückkehr Lavalette's nach Kon- stantinopcl. DaS gewöhnliche Mittel, einer Niederlage zu entgehe», die aber diesmal um so sicherer erfolgen mußte, als gerade jetzt die Türkei alles aufbieten muß, um Rußland jeden Anlaß zur Beschwerde zu entziehen.