Bekanntmachungen.
Ad Mu». H. ch A. 6. 9984.
2215] Nach Ansicht LeS Urtheils des Crimi- nalsenats dcs Herzog!. Hof- und Appellations- gerichts dahier vom 18. September d. I., wonach Bärmann Mai von Hofheim, herzogl. Justizamts Höchst, dermalen flüchtig, wegen der gegen ihn erhobenen Anklage deS betrügerischen Bankcrots vor die im vierten Quartal d. I. dahier stattsinLenden Asstsen verwiesen und dessen Haft verfügt worden ist; nach Ansicht Ler Bescheinigung über die Jusinua- tion dieses Urtheils und der Aufforderung an den Angeklagten, sich unverzüglich bei dem Herzog!. Criminalgcricht dahier zur Haft zu stellen;
wird auf den Antrag der Staatsbehörde in Erwägung, daß seit der Insinuation Les obin erwähnten Urtheils und der Aufforderung mehr als zehn Tage abgelaufen sind und der Angeklagte weder ergriffen werden konnte, noch sich zur Haft gestellt hat, in Gemäßheit Ler Artrkel 204 und 205 der Straf- Prozeßordnung verfügt:
daß Las Vermögen des Dârmann Mai von Hofheim mit Beschlag zu belegen, ihm jede Klage bei Gericht, sowie die Ausübung seiner staatsbürgerlichen Rechte zu untersagen und diese Verfügung in der Nassauischen Allgemeinen Zeitung, in dem Jntelli- genzbiatte und zu Hofheim auf ortsübliche Weise bekannt zu machen sei.
Wiesbaden, den 21. Oct. 1852.
Der Vorsitzende des Criminal-.Senats des Herzogs. Hof- und Appellationsgerichtö zu Wiesbaden.
(gez.) v. Löw.
Für die richtige Ausfertigung. Schulz.
Diese Verfügung wird hiermit bekannt gemacht.
Der Herzog!. Staatoprocurator.
Wiesbaden, den 80. October 1852.
Reichmann.
Bekanntmachung.
2206] Karl Born von Haigerseelbach will in der Gemarkung Rodenbach oberhalb des Haigerer Hammerwerks eine Mahlmühle an» legen und dazu das Gefälle der Dill und der DrciSbach benutzen.
Etwaige Einwendungen dagegen sind innerhalb 6 Wochen dahier vorzubringen, widrigen- falls dieselben im Verwaltungsweg nicht mehr beachtet werde».
Herborn, den 27. Oct. 1852.
Herz. Naff. Kreisamt.
P hi lgu 6.
2225} Die Wittwe LeS Johann Adam Diels aus Holzhausen, Amts Nastätten, will mit ihrer Familie nach America auswandern.
Schwalbach den 30. October 1852.
Herzogl. Nass. Kreisamt. Logier.
Gerberei - Local - Verkauf. 2239] Em mit dem Durchlauf der Kästebach am Main, nahe bei Mainz isolirt fliegendes großes Local, mit zwei Wohngebäuden, einer frequenten im besten Zustande befindlichen Zicgeloütte und Kalkofen, welches noch vor- ldeildafter zu einer großartigen Gerberei nebst Lackirfabrikation sich eignet, ist unter billigen Bedingungen zu verkaufen, ober anthcilneh- mcnd zn verpachten.
Das Nähere auf frankirtc Briefe bei 6 PH. Eichtee. in Kostheim bei Mainz.
2228] Der Kutscher F. Ritzel ist von heute an nicht mehr in meinen Diensten. Lenges.
Lohnkutscher.
Erklärung.
Mit stillem Lächeln las ich unter den Bekanntmachungen der „Nassauischen Allgemeinen Zeitung" vom 28. October 1852 eine Gegen-Annonce von Aug Haas. Dieselbe führt ein Motto, angeblich aus einem New-Aorker Plakat. Dieses angebliche New-Aorker Plakat aber ist hier gefertigt, und nicht von Auswanderern, sondern gemeinen Brodneidern, ohne Unterschrift, ohne Angabe der Druckerei rc. und ist seiner Zeit ein solches Subject wegen Austheilung derselben zu vier Wochen Gefängniß vcrurtheilt worden. — Dem Vertheiler solcher Karten bin ich übrigens sehr dankbar, denn sie machen die Auswanderer auf meine Etablissements aufmerksam, und überzeugen sich diese bei ihrer Ankunft hier auf den ersten Blick von der Lügenhaftigkeit dieser sogenannten New-Aorker Plakate, was die nunmehrige Ausdehnung meines Geschäftes auch hinlänglich bekundet.
Gegen den rc. Haas erscheint so etwas allerdings nicht, denn der ist zu unschädlich, als daß man dem Volk Furcht vor ihm zu machen brauchte.
Genanntes Subject erklärt ferner den Brief von Auswanderern an die Gebrüder Blees in Nr. 238 der genannten Zeitung für eine Lüge, die aus Geschäftsneid hervorgegangen. Was sollten aber die guten Auswanderer, von denen er ausgegangen, für einen Brodneid gegen den rc. Haas hegen?!
Kann ferner der rc. Haas sagen, daß cs eine Lüge ist, daß er den Meusch aus Nassau und Gesellschaft durch süße Worte beschwätzt hat, sich ihm anzuvertrauen, indem er sie mit einem noch schöneren Schiff, als das meinige war, von Antwerpen aus direct nach New-Orleans zu schaffen versprach, daß sie aber statt dessen kein Schiff vorfanden, sondern sich nach mehrwöchentlichem Aufenthalt hier
dazu verstehen mußten, über Liverpool zu wandern. — Der Speculant Haas hatte nämlich gedacht, ich bekäme mein großes schönes Schiff nicht besetzt, und er könnte seine Leute dann billig verkaufen — aber die Speculation schlug fehl.
Kann genanntes Subject ferner läugnen, daß seine Consorte» die Leute wie daS liebe Vieh aus dem Verdecke des Schiffes, dessen Zwischendeck man mit Obst und Waaren geladen, nach Liverpool transportiren wollte, so daß sich unsere hiesige humane Polizei genöthigt sah, zu befehlen, daß die Leute mit einem anderen Schiffe und als Menschen eingeschifft würden. — Mensch und Gesellschaft mußten also mit Hab und Gut wieder vom Schiff herunter, und auf das nächste Dampfboot warten, so daß man nicht weiß, ob die Leute dadurch nicht auf das Schiff gekommen sind, was von Liverpool mit Auswanderern nach New-Orleans abgesegelt' und untergegangen ist.
Daß die Passagiere, den genannten Brief unterschrieben , wirklich mit dem Schiff Caroline und Mary Clark nach New-Orleans abgereist sind, und dieses von der Polizei-Commission beglaubigt ist, dafür hafte — ich. — Wenn aber der Abschreiber oder Setzer den französischen Namen des Commissairs auch nicht richtig lesen oder setzen konnte, so enthält der Brief nichts desto weniger die lautere Wahrheit.
Wenn übrigens dieser Aug. Haas, derselbe Aug. Haas aus Eins ist, der vor einigen Jahren bei mir logirt hat, und ohne zu bezahlen durchgebrannt ist, so wäre es mir angenehm, wenn er mich fände, indem ich dann vielleicht zu meinem Geld käme.
Antwerpen, den 30. October 1852.
JL Strauss,
Schiffsbefrachter und Expediteur in Antwerpen. NB. Trotzdem, daß ein Haas zu tief steht, um meine Ehre angreifen zu könnens werde ich doch Jemanden im Herzogthum Nassau bevollmächtigen, um denselben, falls man seiner habhaft werden kann, gerichtlich zu ” [2222 belangen.
A. Strauss.
2241] So eben ist in der Wilhelm Friedrich 'schen Buchdruckerei erschienen: Der Tert der Arien und Gesänge
des
TauNhaNser
und der Sängerkrieg auf Wartburg.
Große romantische Oper in 3 Akren von Richard Wagner.
36 Seiten in kl. 8. auf Velindruckpapier
geheftet 12 kr. elegant gebunden 24 kr.
Zu haben in der Buchhandlung Von
Wilhelm Friedrich.
Langgaffe 42.
Ingekammene Fremde.
Wiesbaden, den 2. November 1852.
In Gast- . Nil Kad hituserii.
Ädler. Hr Müller m. Gem., Advocat a. Frankfurt. Hr. Rotte, Kfm . aus Frankreich. Hr. Hoffmann, Kfm. a. Stuttgart. Hr. Stückler, Gastwirth a. Augsburg. Hr. Brühl, Kfm. a. Mannheim. Hr. Trombetta, Kfm. a. Limburg. Hr. Wolff, Kfm. a. Cöln. Hr1 Peill, Kfm. a. Frankfurt. Hr. Hue mit Fam., Rent. aus England. Hr. Wilson , Rent. aus England. Hr. Daumer, Kfm. a. Frankfurt. — Tötnischer Hof. Fr. Nathan, Kfm. a. Mainz, — Grüner Wald Hr. May, Gutsbes. a. Limburg. Hr. Schorer, Kfm. a. München. Hr. Breitenbach, Bürgermeister a. Niederlahnstein. Hr. Schneider, Kfm. a. Hachenburg. — Vier Iahres- Zkitrn und Hotel Anis. Hr. Graf Speridion Theoloky a. Athen. — Taunus-Hotel. Hr. v. Regnilk, Sind. a. Giesen.
Areisblatt für das Areisamt Wiesbaden.
Nr. SS, (Amtliches Blatt der Behörden.) 185®.
Auszug aus den Beschlüssen des Gemeinderaths.
Sitzung vom 18. October.
Gegenwärtig: Der GemeinLerath mit Ausnahme der Herren Henoch, Götz, Braun, Metz, Großmann, Krempel und Lang.
1309] Die zur Begutachtung des wegen der Verbesserung deS Feldschutzes von dem hiesigen Feldgerichte gestellten Antrages erwählte Kommission erstattet Bericht und wird beschlossen:
1) die Neuwahl von 5 FelLschützen vorzunehmen, uno zwar innerhalb der nächsten 3 Wochen;
2) denselben unter den von dem Feldgerichte vorgeschlagenen Bedingungen einen jährlichen Gehalt von je 250 fl. zu verwilligen;
3) nach dem Vorschläge des Feldgerichts bei Herzogl. Staatsministerium die Wiedereinführung der Pfandgelder zu beantragen;
4) den Felvschützen die unter pos. 4 des felLgerichtlicheu Antrages bezeichneten Verrichtungen zusätzlich der Unterhaltung und Reinigung der Fcldbrunncn zur Pflicht zu machen.
1319) Das Gesuch des Badcmirths Traugott H ö n i ck dahier um käufliche Ucberlassung von 6 Ruthen 69 Fuß Metermaß Straßenfläche in der Hömergaffe dahier, wird abgclkhnt.
1320) Das Gesuch des Badewirths Johann Christian W e n d c n i u s aus Scheuern, zur Zeit dahier, um Aufnahme als Bürger in die hiesige Startgemeinde zum Zwecke seiner Verehelichung mit Margarethe Philippine Caroline Elisabethe Schmidt von hier, wird genehmigt.
132i) Desgleichen das wiederholte Gesuch des Christian Busch von hier um Gestattung des Antritts des angebornen Bürgerrechts in hiesiger Stadtgemeinde zum Zwecke Les^ Betriebs eines Handels mit Lebensmitteln.
1322) Das wiederholte Gesuch des Jacob Zenk aus Niedergladbach, Amts Schwalbach, zur Zeit dahier, um Reception hierher, zum Zwecke feiner Verehelichung mit Johannette Elffa» bethe Maria Maurer von hier, wird abermals abgelehnt.
1323 u. 7324) Der Bürgermeister trägt vor, daß er zu den inzwischen eingelaufenen Ge- suchen um Gestattung des temporären Aufenthaltes:
a) des Dr. phil. Carl Gustav Andresen aus Altona und
b) der Wittwe Anna von Poel aus Odessa,
wegen Dringlichkeit der Sache, vorbehaltlich »er nachträglichen Zustimmung des Gemeinderatbes, Genehmigung für die Dauer eines Jahres beantragt habe, unc werden diese Anträge des Bürgermeisters nachträglich von der Versammlung gutgeheißen.
1325) Dem Gesuche des Georg Rendel aus Eddersheim, Amts Hochheim, zur Zeit dahier, um Gestattung des temporären Aufenthaltes für Lie Dauer eines weiteren Jahres für sich und seine Familie, soll unter der Bedingung willfahrt werden, Laß Bittsteller in seinem derma-
ligen Dienstverhältnisse verbleibt und weder er, noch Glieder seiner Familie Geschäfte auf eigene Hand dahier betreiben.
1326) Desgleichen und unter derselben Bedingung dem Gesuche des Carl Löffler aus Limburg, zur Zeil dahier, gleichen Betreffes.
1327) Das Gesuch der Anna Maria Ehmann aus Limburg um Gestattung des temporären Aufenthaltes dahier währcnv der Kurzeit 1853, zum Zwecke des Verkaufs von Putzgegen- stäuoen in den hiesigen Colonnaden, soll unter dem Anträge auf Genehmigung Herzoglichem Kreisamte vorgelegö werden. ■
1328) Zu dem von Hersög'!. Kreisamte zum Bericht hierher mitgetheilten Gesuche der Wittwe des Alexander Wuth von Kirberg, zur Zeit dahier, um Gestattung des temporären Aufenthaltes in hiesiger Stadt für sich und ihre Kinder, soll Genehmigung für die Dauer eines Jahres beantragt werden.
1329) Das Gesuch des Pensionärs Johann Adam KappeS aus Reckenroth, dermalen kahier, um Gestattung des ferneren temporären Aufenthaltes dahier für sich und seine Familie, wird für die Dauer eines weiteren Jahres genehmigt.
1330) Das Gesuch des Tünchergchülfen Johann Sarg aus Bodenheim, im Großherzvg- thum Hessen, gleichen Betreffes, soll Herzoglichem Kreisamte unter dem Bemerken vorgelegt werden, daß der Gemeinderath gegen die Genehmigung dieses Gesuches auf die Dauer eines weiteren Jahres nichts einzuwenden habe, wenn Bittsteller in seinem dermaligen Dienstverhältnisse verbleibt und weder er, noch Glieder seiner Familie Geschäfte auf eigene Hand dahier betreiben.
1331) Zu dem zum'Berichte hierher inferibirten Gesuche der Maria Trombetta aus Frankfurt a. M. um Gestattung des temporären Aufenthaltes dahier während der Kurzeit 1853, zum Zwecke des Verkaufs von Galanteriearbeiten in den hiesigen Collonnaden, fall Genehmigung bei Herzogl. Kreisamte beantragt werden.
1332) DaS Gesuch des Küfermeisters Carl Müller auS Niederwalluf, um Gestattung des temporären Aufenthaltes babier für sich und seine Familie, wird abgelehnt.
1333) Zu dem von Herzog!. Kreisamte zum Berichte hierher mitgetheilten Gesuche deS Fapance-Arbeiters Jacob. Dittmann aus Kelsterbach im Grofihcrzogthum Hessen, zur Zeit dahier, um Gestattung des temporären Aufenthaltes dahier für sich und seine Familie auf die Dauer seines Dienstverhältnisses bei A. Leicher dahier, soll Abweisung beantragt werden.
1335) Auf Bericht LeS Bauaufsehers vom 13. d. M., die Verwerthung der auf der zur Vergrößerung des Todtenhofes acquirirten Grundfläche noch befindlichen Obstbäume betr., wird beschlossen, diese Bäume binnen 14 Tagen sämmtlich zu versteigern.
Wiesbaden, 30. Octobcr 1852. Der Bürgermeister.
Fischer.
Druck und Expedition von Wilhelm Friedrich in Wiesbaden, Langgasse 42.