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hält. Ihre königliche Hoheit die Herzogin von Modena wird die Reise bis Triest mit ihrem königlichen Bruder machen.

Bremerhafen, 12. Oct. (Wes. Ztg.) Heute Nachmittag halb 2 Uhr lichtete die FregatteDeutsch­land," früher zur deutschen Nordseeflotte gehörig, und neuerdings von einem Bremer Handlungshanse käuflich erstanden, unter Bremischer Flagge auf der hiesigen Rhede die Anker, um ihre Reise nach Hong-Kong an­zutreten. Als die Fregatte, welche mit 10 Stück zwölf- pfündige Karonaden armirt worden ist, die zur Zeit auf der Rhede noch vor Anker liegende Dampffregatte Hansa" passtrte, ließ ihr Capiian, früher Lieutenant- Commandeur in der deutschen Marine, Eugen Laun, am Vortop die deutsche Flagge aufhissen und einen Sa­lut von 21 Schüssen feuern. Vom Bord der Fregatte Hansa" wurde dieser Abschiedsgruß mit 9 Schüssen erwidert.

Ein wehmüthiges Gefühl mußte unter der am Land zahlreich herbeigeströmteu Menge jeden ergreifen, der einigen Antheil an dem Schicksal der deutschen Flotte nimmt, als die FregatteDeutschland" den Blicken entschwand. Möge ihre Reise eine glückliche sein!

Kiel, 11. Öct. Der hiesige Privatdocent Dr. Carl Lorentzen, durch seine frühere politische Thätigkeit in weiteren Kreisen bekannt; hat als Secretär des ar­chäologischen Instituts in Rom, das bekanntlich von der preußischen Regierung unterhalten wird, eine An­stellung gefunden. Dr. Lorentzen begibt sich binnen Kurzem nach Rom.

Berlin, 13. Oct. Wie man hier erfährt, ist Ba­ron Mevendorff, der russische Gesandte in Wien, nicht mit dem Reichskanzler Grafen Nesselrode zugleich nach Petersburg abgegangen. Er wird erst ani 26. mit seiner Familie dahin abreisen. Dieselbe ist in jüngster Zeit tief betroffen worden durch die gefährliche Ver­wundung des zweiten Sohnes, welcher in der Kauka- susarmce dient und einen Schuß in die Seite erhalten hat. Es ist nicht gelungen, die Kugel herauszuziehen; indessen soll der Zustand nicht mehr bedenklich sein, und man hofft, daß derselbe im Stande sein werde, seine Eltern währed ihrer Anwesenheit in Petersburg zu sehen. Graf Hatzfeld, der diesseitige Gesandte in . Paris, ist von seinem körperlichen Leiden völlig herge­stellt, so daß derselbe demnach in kurzer Zeit auf seinen Posten zurückkchreu wird. Eine schmerzliche Sensa­tion macht hier die Todtung des bekannten Bildhauers Asinger, welcher zur gegenwärtigen Kunstausstellung eine schöne Marmorstatue der Rachel und ein treffliches Me­daillon Rauchs geliefert hat. Bei einem Geburtstags- schmause in seiner Familie wurde er vorgestern durch seinen berauschten Schwager mit einem Häringsspieß so gefährlich verwundet, daß er eine Stunde darauf starb.

Wie sehr die jetzt schwebende Zollfrage auch in sol­chen Kreisen, die mit mir ganz außer Verbindung stehen, sich in ihrer politischen Auffassungsweise geltend macht, hiervon liefert auch die erst vor Kurzem zu Göttingen abgehaltene Philologeuvcrsammluug ein Beispiel. Prof. Curtius aus Prag und viele andere Gelehrte aus den Coalitionöstaaten beantragten nämlich, für das nächste Jahr Wien als Versammlungsort zu bestimmen. Dem widersetzten sich aber die preußischen Mitglieder und namentlich Professor Bockh von hier und Professor Rost aus Halle. Außer dem Präsidenten Hermann aus Göt­tingen erklärten sich auch noch Einige für Wien, der Sieg blieb indessen nach zweitägiger Discussion der preußischen Partei, welche die Verlegung der Versamm­lung nach Wien als eine politische Demonstration schil­derte und an dieser Ansicht energisch festhielt. Schließ­lich ist Altenburg als nächster Versammlungsort festge­setzt worden.

In Folge des Unglücksfalles, welcher vor Kurzem die Frau Herzogin von Orleans K. H. in der Schweiz betroffen, hat S. M. der König der Prinzessin in einem eigenhändigen Schreiben seine besondere Theilnahme ausgesprochen. Dies Schreiben ist der hohen Frau durch den in Genf weilenden Prinzen Alexander von Preußen überreicht worden.

Von mehreren Seiten r ist bei dem königl. Handels- Ministerium eine weitere Ermäßigung der Portotaxe für Pakete beantragt worden.

Wien, 13. Oct. (Tel. Dep. d. A. A. Z.) Der Kaiser ist in Fiume eingetroffen, wo der Orkan vor­gestern große Verheerungen angerichtet hatte. DiaVer- öffentlichung des Statuts über politisch-administrative Organisation des Kaiserreichs steht nahe bevor. Man betrachtetes als nicht unwahrscheinlich, daß die handels­politische Frage vor den Bundestag gebracht werde. Die britische Mittelmeerflotte ist an der griechischen Küste eingetroffen. Die griechische Successionsfrage hängt mit dieser Flottenbewegung zusammen.

Triest, 8. Oct. (A. Z.) Aus Bosnien hört man, daß die Nachricht von der Ankunft desdeutschen" Kaisers an der Grenze unter den Rajahs eine freudige Aufregung hervorruft, und sie, fo weit sie können und dürfen, gern offenkundige Beweise davon geben möchten. Gewiß werden dieselben wenigstens von den Flüchtlingen nicht fehlen, die sich auf österreichischen Grund und Boden gerettet haben. Unsere Verhältnisse mit der Türkei können nicht länger in der Weise fortgehen wie

seither. Das Maß der Geduld ist bis zum Ueberlaufen gefüllt, und alle Versuche, die Pforte mit Güte zur Einsicht ihrer Pflichten zu bringen, haben fehlgeschlagen. Die gerechtesten Ansprüche, welche das Wiener Cabinet für Entschädigung seiner so vielfach verletzten und be­raubten Unterthanen stellt, sind bis jetzt unerfüllt ge­blieben und durch ausweichende Antworten hingehalten worden. Die Differenzpuncte wegen des Küstenbesitzes in Dalmatien sehen gleichfalls noch immer einer defini­tiven Erledigung entgegen, Zuletzt liegt in der schnö. den Zurückweisung der für die Abgebrannten in Sara­jewo übersendeten Hilfsgeldcr eine directe Beleidigung der österreichischen Regierung. Wir glauben nicht zu irren, daß alle diese Fragen den ernsten Gegenstand der letzten nach Konstantinopel abgeseudeten Note bilden und daß darin eine Art Ultimatum gestellt ist, welchem nicht mehr auszuweichen sein wird. Wie außerordent­lich wichtig die ganze Frage ist, läßt sich aus dem einen Umstand abuchmcn, daß in der europäischen Türkei nahe an eine halbe Million österreichischer Unterthanen leben, wovon allein gegen 50,000 in Konstantinopel.

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Paris, 12. Oct. Der Moniteur zählt heute zahl­lose neue imperialistische Adressen auf, theilt aber nur wenige derselben wörtlich mit. Alle Petitionen für Her­stellung des Kaiserreichs müssen bis zum 14 oder 15. hieher eingeschickt werden: blos im Pas-de-Calais haben schon 802 der 900 Gemeinden desselben dem Präfecten ihre Petitionen zugeschickt; ähnliche Ergebnisse liefern die meisten übrigen Departements. Durch zwei Dc- crete werden für den Neubau der Kathedrale zu Mar­seille 2% und für Erweiterung der Kathedrale zu Mou­lins l/2 Mill. Franken bewilligt. Für die Kathedrale zu Bordeaux hat der Prinz 500,000 Fr. zugcstchcrt.

Nach einem lyoucr Journal soll von den beiden zu St. Etienne Verhafteten derjenige, der sich Gaillard nannte, gar nicht von der Justiz Gesuchte sein, sondern Wichard heißen und behaupten, den Namen des'wah­ren Gaillard, mit dem er allerdings nach St. Etienne gekommen sei, nur angenommen zu haben, um letzterem die Flucht zu erleichtern.

Dem spanischen General Mazarcdo, der den Präsi­denten im Namen Jsabella'S zu Bordeaux begrüßte, überreichte der Prinz den Großcordon der Ehrenlegion.

Nach einem Bericht des General Gemeau aus Rom hat der Papst versprochen, die Krönung Louis Napo­leons zu vollziehen. Man hört, daß diese Ceremonie jetzt bestimmt auf den Monat Mai 1853 verschoben ist. L. Napoleon wird also auch darin die Tradition des Kaiserreichs befolgen, daß er zwischen der Procla- mation des Kaiserreiches und der Krönung einen Zwi­schenraum von einigen Monaten läßt. Der Gedanke liegt aber auch nahe, baß diese Zwischenzeit benutzt wer­den soll, gewisse delicatc Unterhandlungen zu Ende zu führen, nm eine doppelte Krönung zu gleicher Zeit möglich zu machen.

Die Gerüchte, daß Frankreich die Vermittlerrolle zwischen Rom und Sardinien übernehmen wolle, gewin­nen immer mehr Bestand. Der Angabe dagegen, daß der Papst den Bannstrahl gegen Sardinien schleudern wolle, wird bestimmt widersprochen; cs soll früher in Rom davon die Rede gewesen, von Oesterreich aber verhindert worden sein.

Girardin'sPresse" findet die Friedens - Rede von Bordeaux durchaus nach ihrem Geschmack und geeignet, die Besorgnisse der fremden Mächte ganz zu beschwich­tigen.Kein Zweifel," meint sie,daß jetzt England die übereilte Errichtung seiner Miliz bedauert, und daß der deutsche Bund seine Plane der Vermehrung seines Heerbestandes aufgibt."

Paris, 13. Oct. Die neueste Depesche über die Reise des Präsidenten ist aus Poitiers von heute früh 8 Uhr datirt. Sie meldet von Niort vom 13.:Der Prinz ist diesen Nachmittag um 5% Uhr in Niort eiu- gezogen. Er verfügte sich sofort in die Kathedrale und wurde hier von dem Bischöfe von Poitiers empfangen, welcher sich an der Spitze von mehr als 300 Geistli­chen ihm entgegen begab. Das Departement der bei­den Sevres hat sich ebenso enthusiastisch gezeigt, wie die benachbarten Departement Der Prinz wurde allent­halben mit dem RufEs lebe der Kaiser" empfangen. Der Einzug in Niort war großartig. Der Prinz er­freut sich der besten Gesundheit."

WieHamburger Börsenhalle" meldet, hätte die bayerische Regierung den drei Schutzmächten Griechen­lands (Frankreich, England und Rußland in einer Note den Entschluß des Prinzen Adalbert mitgetheilt, zur griechisch-katholischen Consession überzutreten, und sich dadurch in den Stand zu setzen, als griechischer Thron­folger an die Stelle des auf seine Rechte verzichtenden Prinzen Luitpold zu treten.^

Heute heißt es, der Senat sei von seinem Präsi­denten, dem Marschall Prinz Hieronymus, auf den 18. dieses Monats zu einer außerordentlichen Session ein­berufen.

Portugal.

Lissabon, 2. October. Das neue Wahlgesetz ist gestern verkündet worden. Die Wahlen finden direct statt. Wähler sind alle Portugiesen, die ein jährliches Einkommen von 1000 (spanischen) Realen haben und 25 Jahre oder 21, wenn verheirathet, alt sind, die

Offiziere, Mitglieder des Clerus, die dem Gelehrten« stände Angehörigen u. s. w. Wähler sind ohne Domi- cilbediugung alle Wähler, die ein jährliches Einkommen von 8000 Realen haben oder zu einer der vom Census ausgenommenen Kategorien gehören. Das Amt eines Abgeordneten ist mit gewissen besoldeten Aemtern unver- einbarlich erklärt.

Großbritannien.

London', 12. Oct. Heute verläßt der Hof Bal­moral. In Birmingham, Preston, Bangor und anderen Orten sind zum festlichen Empfange der Königin groß­artige Anstalten getroffen worden. In den Clubbs erzählt man sich, die Opposition rechne mit Bestimmt­heit darauf, vor Weihnachten einen triumphirenden Ein­zug in Downing-Street zu halten. Der greise Marquis von Landsdowne, heißt es, werde nominel an die Spitze des neuen Kabinettes treten; Lord John Russell als Secretär des Auswärtigen, und Sir I. Graham als Schatzkanzler würden dem Premier den größten Theil seiner Amtsbürde abnehmen. Daß Lord I. Russell und Sir J. Graham mit vereinten Kräften auf dieses Ziel Einarbeiten, sei gewiß. Als Zeichen des engen Freund­schaftsbundes, den diese beiden Staatsmänner geschlos­sen haben, werde man sie vom ersten Parlamentsabende an immer auf derselben Bank neben einander sitzen sehen. Die Regierung hat alle Gesandtschaften im Auslande beauftragt, von den größten Kunstwerken, Museen und Monumenten des Festlandes Zeichnungen und Baupläne aufnehmen zu lassen und heimzusenden. Man schließt daraus, daß endlich die Errichtung einer neuen und würdigeren Gemäldegallerie, als die National-Galley auf dem Trafalgarplatze, im Werke ist.

Jtiilicn.

t Nom, 5. Oct. Nachdem die Verhandlungen mit Privatgesellschaften wegen Erbauung der Rom- Bologneser Eisenbahn erfolglos geblieben, läßt die Negierung diese Linie jetzt auf ihre Kosten untersuchen.

In der Sitzung des Florentiner Gerichtshofes vom 6. Oct. wurde Guerazzi's Verhör beendet. Er gab Aufschlüsse über die Ereignisse vom 11. und 12. April 1849, an welchen Tagen die Contre - Revolution aus­brach und die höchste Gewalt einem Regierungs- Com- mite übergeben wurde; Guerazzi erzählte den blutigen Zusammenstoß, der am 11. zwischen den Florenzeru und den Freiwilligen von Livorno stattfand. Er sagte, er habe sich ohne Waffen zwischen beide Parteien ge­worfen , um das Blutvergießen zu hindern, und sei so glücklich gewesen, die Freiwilligen aus der Stadt zu entfernen. Den folgenden Tag habe man ihn nach dem Fort von Belvedere geführt, um ihn vor der Wuth des Volkes zu schützen, dasNieder mit Guerazzi!" geru­fen habe. Die Regierung aber habe ihn dort bis zum 24. Mai festgehalten und dann den Gerichten überge­ben. Er schloß, indem er das Regierungs-Comite eines hinterlistigen Auftretens ihm gegenüber anklagtc. Hier­auf begann die Vertheidigung die betreffenden Docu­mente vorzulesen. Wie denDailyNews" aus Flo­renz berichtet wird, hat der König von Preußen sich bei dem Großherzoge in einem eigenhändigen Schreiben für die Befreiung Madiai's verwendet, und diese als eine ihm persönlich zu erweisende Gunst erbeten.

Nach dem Corriere Mercantile hat in Faenza zwischen Bürgern und Policei - Agenten ein heftiger Kampf stattgesundeu. Letztere riefen die Oesterreicher zu Hülfe. Mehrere Personen sind getödtet und andere verwundet worden.

Neueste Nachrichten.

* Wiesbaden, 16. Oct. Dem Vernehmen nach ist Herr Obersteuerrath Scholz zum diesseitigen Be­vollmächtigten bei den demnächst in Wien zu eröffnenden Zollconferenzen ernannt, und wird nächstens dahin abreisen.

Freiburg, 13. Oct. (S. M.) Mit dem Bau des Brunnens auf dem Platze, wo das Denkmal Rot­tecks gestanden, wird nun begonnen. Derselbe wird je­doch nicht mit der Büste Rottecks, sondern mit dem Monumente deS Berthold Schwarz geschmückt.

Brüssel, 14. Oct. Ueber das Zustandekommen eines neuen Cabinets verlautet noch nichts Definitives. Die Regierung hat verfügt, daß die durch ihre Feindseligkeit und Angriffe gegen L. Napoleon sich aus« zeichnendeNation" auf den belgischen Staatseisen­bahnen nicht mehr befördert werden darf.

Madrid, 9. Oct. Der gestern Abend versam­melt gewesene Ministerrath soll die Einberufung der Cortes zum 19. November beschlossen haben. Das Decret, heißt es, werde Morgen, am Geburtstag der Königin, in der amtlichen Zeitung erscheinen. Aber­mals sind Gerüchte von Cabinetsmodificationcn im Umlauf. ,

Parma, 6. October. Eine amtliche Kundma­chung setzt die Bevölkerung in Kenntniß, daß die früher zu Parma gehörige Insel Ghizzoni im Po vom 10. s September angefangen unter österreichischer Botmäßig- keit steht.________________________ 1

Frankfurt, 15. Detober. Bei ver heute stattgchabten 12. Ziehung 6. Klasse ver 122. Hiesigen Stavtlotteri« gewannen Nr. 22650 2000 fl, Nr. 18104, 4576 und 15676 jeve 1000 fl., Nr. 3347, 2825, 9145, 147 und 10039 jede 300 fl.__

Verantwortlicher Revacteur; Dr. A 3orjck.