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verordnet, daß alle ausgedienten Schweizer Kapitulanten uncngeltlich auf den neapolitanischen Dampfern bis Ge­nua befördert werden und dort je 6 Ducati zur Wei­terreise ausbezahlt erhalten sollen.

Von demselben Datum wird gemeldet, daß die Quarantäne für die Provinzen aus den österreichischen Häfen seit dem 22. v. M. wieder aufgehoben worden äst, nachdem sich ergeben hat, daß man sich in der gan­zen österreichischen Monarchie überhaupt eines guten Gesundheitszustandes erfreut.

Großbritannien

London, 4. Oct. Die Jnvasions-Besorg- niß ist wieder an der Tagesordnung, namentlich in den Wochenblättern. Sehr lebhaft sprechen sich fast äß^ mein die Sympathien! für Belgien aus. Eine Aus­nahme von der Regel bildet die bonapartistifche Mor- ning Post. Sie nimmt ohne Weiteres Partei für Frankreich. Das belgische Ministerium wolle die Auf­merksamkeit der öffentlichen Meinung von seiner eigenen precärcn Position ablenken , und sprengt deshalb aus, daß Lonis Napoleon den kleinen Staat mit harten For­derungen in die Enge treibe und beschimpfe. Wer den gegenwärtigen Minister des Auswärtigen in Paris zu kennen das Bergungen habe, sei gewiß überzeugt, daß er nicht im Stande ist, Jemanden zu beleidigen.

Die ausländischen revolutionären Ge­sellschaften in London sind folgende: Derfran­zösische Socialiftenclub" unter Ledru Rollin , Louis Blanc, F. Pyat, Adril u. s. w., deritalienische Na- tionalauschuß" unter Mazzini , dasCentralbureau der ungarischen Angelegenheiten" unter Koffuth und Pulsky, dieDelegation für die polnisch-demokratische Centralisation" unter MieroslawSky und Heldtmann, derdeutsch - demokratische Ecntralausschnß unter A. Ruge, derSocialisrenkund" unter Marx, derdeutsch- republikanische Waffeubund" unter Willick, Techow und Schimmelpfennig und derdeutsch-katholische Ccntral- Verein" unter I. Rouge.

Morning Chronicle hält cs für nur zu gewiß, daß L. Napoleon einen Handstreich gegen England im Schilde führt. Ein Kriegsschiff nach dem anderen laufe in Cherbourg und Brest vom Stapel, und die officieücn Ausweise der französischen Marine würden seit Monaten verfälscht, um England in Sicherheit zu lullen. An dem außerordentlichen Eifer L. Napoleons in seinen Seerüstungen, so wie an dem Zweck derselben, lasse sich nicht mehr zweifeln. Möge die englische Presse, welcher das Oberhaus im Anfang 1852 wegen ihrer Warnun­gen die Leviten gelesen, nicht die Rolle der Kassandra

gespielt haben! Aber das Schlimmste sei zu befürchten, so lange Unfähigkeit und Blindheit in der Person Lord Malmesburys im auswärtigen Amt das Ruder führen. Der Hof verlaßt am 1 i. Balmoral, und wird bei seiner Durchreise Birmingham passiren, wo große Em­pfangsfeierlichkeiten vorbereitet werden.

Usuelle Nachrichten.

Köln, 4. Oct. Vor einigen Tagen ist der Cultus- minister von Raumer hier durchgereist. Er kam von London, wohin er sich dem Vernehmen nach zu einer Besprechung mit dem diesseinigen Gesandten, Ritter Bunsen begeben hatte.

In Gräfenthal wurden ungeachtet der durch die Stadt fließende Bach Wasser in Fülle bot und von allen Seiten her schnelle Hülfe kam, binnen 24 Stun­den 252 Haupt- und Nebengebäude und fast sämmt­liche reich gefüllte Scheunen ein Raub der Flammen. Nur etwa 20 Häuser, die Kirche, die Schule, die Woh­nung der Geistlichen, die Amtseinnehmerei und das auf einem Hügel liegende Schloß sind stehen geblichen. Das Unglück ist, da weit über 1000 Menschen obdach­los sind, die meisten nichts als das nackte Leben rette­ten und nur ein Theil der abgebrannten Häuser ver­sichert ist, furchtbar.

Berlin, 6. Oct. Der gestern wieder hier cinge- troffene Graf von Alveusleben hatte noch gestern Abend seine längere Unterredung mit dem Minister­präsidenten.

Dem Vernehmen nach wird Graf Nostiz nicht mehr ans seinen bisherigen Posten in Hannover znrückkehrcn, vielmehr wegen seines vorgerückten Alters aus seiner diplomatischen Stellung ganz ausscheiden. Die Mis- son des Grafen v. Alveusleben erfolgte ohne Mitwissen des Grafen Nostiz und, wie es heißt, auf den besonderen Wunsch des Königs.

Wien, 4. Oct. Der ruMche StaatSkanzler Graf Nesselrode ist hier cingNioffen und im russischen Gesandtschafts-Hotel abgestiegen. Dem Vernehmen nach wird Se. Excellenz nur wenige Tage hier ver­weilen und sodann seine Reise nach Petersburg fort- seßen.

Bei der heute stattgehabten 5. Ziehung 6. Classe Wr 122. hiesigen Stadtlotterie gewannen Nr. 22515, 15703, 2451 , 2361 und 23788 jede 1000 fl., Nr. 11296, 18394 und 4378 jede 300 fl.

Verantwortlicher Redacteur: Dr. Ji. Doczek.

Börsencornsse.

Wien, 6. Oct. 5pCt. Mali. <1. 957«: 4% pCt. 847,; Bankaclicn --; 250 fl. Loose 138; âpÄ. iombaro.-Venci. 102V.;, Wechsel auf London 11 fl. 33 fr.

Paris, 6 Oct. Franz. 47,v5t. R. 104; 70; 3pCt. Rente 78, 30. Reue S^dt. Osterr. 945/,; Neue Span. 3p Et. 45 V, tpat. span. 237,.

Frankfurt a. â., den 7. October, Mittags 1 Uhr.

Oesterreich

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1/

5% Metalliques . . .

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5*o Ämb.-V. (C.'b.R.) 3% Bankaktien o. D. . 500 fl. Loole . . . . 250 fl. Loose . . . .

Preußen, 50 Thaler Prämienscheine 372 Staatüschuldsch. ä t05 kr.

Bayern, 3'/,% Obliga lioNen . . . Bexbacher Eisciibah n - Aktie n . Würtembcrg, 3'/,% Obligationen .

4'a% neue Oblig. .

Baden, 3'/,% Oblig. von 1842 . .

, Lotterieani. U 50 fl. b. G. u. S.

35 fl. Loose vom Jahr 1845

Darmstadt, 3%% Obligationen . .

ex

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4%

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50 fl. Loose.

25 fl. Loose.

Kurhessen, Fr.-Wilh. Nordb.-öftren

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40 Thlr.-Loose b. Rothsch Oblig. bei Rothschild

3%%'

25 fl. Loose

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Frankfurt, 3% Oblig. . .

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' von 1839

von 1846

Taunus-Eis end ach n-Aktien

H o l l a n d, 272" o Integralen . .

Spanien, 3% Innere Schuld

1% Neue.....

Polen, 500 fl. Lotterie-Loose . .

Sardinien, 36 F. s. Loose bei Bcthm

Vereins fl. 10 Loose.....

Papier.

Geld.

92%

71%

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48

87%

1376

1374

193%

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8 7s

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Frankfurt, 7. October. Bei ter gestern stcittgchabten 4. Ziehung 6. Classe der 122. hiesigen Stadllotterie ge­wannen Nr. 1855, 11966 , 11832 , 1291 und 4236 jebe 1000 fl., Nr. 15614, 5101 , 8038 und 12398 jede 300 fl.

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Silber.

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Ncue Louisd'or .

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11

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Pistolen . . .

9

45

Gold al Marco.

383

P. Frievrichsv'or

9

56

Preuß. Tvaler .

1

457,

Holl. 10 fl. Stücke

9

56 7.

5 Frankenthaler,

2

21%

Rand-Ducaten .

5

37

Hochhaltig Slbr.

24

34

20 Francsstücke.

9

31

Gering u. inittelh.

Bekanntmach ungen.

Edictalladung.

2023] Neber das Vermögen des Johann Gilles 4. und dessen Ehefrau Elise geb. Ems von Dernbach ist der Concursprozeß rechtskräftig erkannt worden. Dingliche und persönliche Ansprüche an die Masse find

Freitag den 29. Oktober d. I. Vormittags 8 Uhr

bei Vermeidung des Ausschlusses dahier zu liquidiren.

Montabaur, den 23. September 1852.

Herzogs. Nass. Justizamt.

_____________________Jung.________

Bekanntmachung.

2038] Mittwoch den 13. d. M., Nach­mittags 3 Uhr, wird die diesjährige Ka- staniencrnte im District Linden , gewachsener Stein und Fasanerie an Ort und Stelle meist­bietend versteigert.

Die Versteigerung beginnt im District Linden.

Wiesbaden den 6. Oct. 1852.

Herzog!. Nass. Receptur. Reichmann.

Hiermit die ergebenste An­zeige, daß S o n n t a g d e n 10. d. in Eltville im P e- t erm a n n schen Tanzlocale durch k. Preuß. Militärmusik aus Mainz ein Concert nebst Ball, Abends 6 Uhr, stattsinvet. Das Entree

Steckbrief.

2039] Oer frühere RatbScasfirer nnd gewesene Gerichtsvollzieher Jacob Schauß von hier zuletzt in Marienberg wohnhaft, welcher von dem Crimiualsenat des H. Hof- und Appcl- lationsgerichts zu Dillenburg durch Urtheil vom 19. Juni l. J. ad N. 3725, wegen Un­terschlagung und versuchten Betrugs zu einer Corrcctlonshausstrafe von 1% Jahr verur- theilt worden ist, hat sich eingegangener Nach­richt zufolge Ende September l. I. von Wies­baden nach Amerika entfernt.

Indem ich dessen Singnalement beifüge, ersuche ich alle Justiz - und Polizeibehörden, nach demselben fahnden und ihn mir gefäng­lich voriühren zu lassen.

Runkel, den 6. October 1852,

Herzog!. Nass. Justizamt. Gieße.

Signalement:

Alter: 53 bis 54 Jahre.

Größe : 5' 8"

Statur: stark.

Haare: schwarz, kraus und dünn.

Stirne: niedrig.

Augen: braun.

Nase: klein, dick.

Mund : mittelgroß, dick.

Zähne: vollständig.

Kinn: rund.

Gesichtsbildung: runb.

Gesichtsfarbe: gesund.

Besondere Kennzeichen: trug einen schwar­zen Schnurrbart, und zuweilen eine Brille.

für einen Herrn mit Dame ist 48 kr.; jede weitere Dame 24 fr. [2037

3 GLACE-, auch alle übrigen Handschuhe s

£ reinigt B. Volck, ob. Weberstr. 35. *

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Ängekommene Fremde

Wiesbaden, den 6. October 1852.

In Gast- ml Badhäusern.

Adler. Hr. Petzold, Ingen. a. Pasis. Hr. Kaufmann, Kfm. u. Hr. Jagor, Rent aus Heidelberg. Mad. Cabrini, Part. a. Paris. Hr. Baron v. Rosenberg, Part a. Darmstadt.

Dârrn Hr. de Berghes in. Fam., Apoth. a. Elberfeld. - Hotel Düringer. Se. Kaiser). Hoheit der Grossfürst Thronfolger u. Ihre Kaiser!. Hoheit die Grossfürstin Marie mit hohem Gefolge u. Dienerschaft a. Russland. Ihre Durch), die Fürstin Sollikoff, Oberhofmeisterin, y. Olzusicw, IlofmarschalJ Sr. Kaiser). Hoheit, Hr. Graf Adlerberg. Adjut. Sr. Kaiser). Hoheit und Hr. Krauss, Kaiser). Russ. Oberlieut. a. Russland. Hr. Kröber, Kammerdirector aus Meerholz. Hr. Stephan, Kammerrath a. Braunfels. Hof von Holland. Hr. Rotlischildt, Kfm. a. Cöln. Hr. Wahl, Kfm. a. Aachen. Hr. Schmidt, Kfm. a. Bremen. sJtrr Iuhres- ten und Hotel ^ais. Hr. II. Mad. Tscharnoliewsny m. Drschft Lieut. a. Russland. Hr. Henninn-s, Rent., Fr). Druce u. Hr. Cecil Hodgson, Bent. a. England. ©ülbties Hrctt^. Hr. Ceuder aus Bretzenheim. Hr. u. Fr. Bauer aus Bechtsheim. EnUNUS-Hotel. Hr. Weidemann, Beamt, a. Breslau. Hr. Lees, Kfm. aus Homburg. Frhr. von Marstcin, Gen.- Major a. Wismar. __

2036] Antwerpen, den 20. September 1852,

Heern Gebrüder Mees in Biebrich.

Unserm Versprechen gemäß geben wir Ihnen hierdurch Nachricht, daß es uns bis jetzt in jeder Beziehung recht gut gegangen, und wir fühlen uns verpflichtet, Ihnen unsern herzlichsten Dank für die sehr gute Besorgung zu sagen.

Wo wir hinkamen, fanden wir freundliche Aufnahme und gute Be- wirthung. Herr Bord von Schwalbach war für uns besorgt wie ein Vater für seine Kinder. Das Schiff, worauf wir kamen, ist das schönste und größte im hiesigen Hafen.

Herrn A. Strauß hier ist ein sehr guter Mann, und kann sich, kein Mensch mehr Mühe geben, es allen Auswanderern so recht zu machen wie er, so daß wir jedem Auswanderer rathen möchten, bei Ihnen Ver­trag zu machen, um durch ihn expevirt zu werden.

Wir müssen auch erwähnen, daß die Lebensmittel, die wir uns noch liefern ließen, von der besten Q-ualität sind, besser wie man's bei uns zu Hause hat, so daß der Auswanderer besser thut, gleich mit Kost zu accorvireu, was auch lange nicht so beschwerlich für ihn ist.

Wir zeigen Ihnen dieses an, damit Sie es wo möglich veröffentli­chen lassen, und die Auswanderer sich nicht an Agenten hängen, die Leute accordiren, ohne ein Schiff zu haben, sie nach Antwerpen bringen, und dann die Leute sitzen lassen und sich aus dem Staube.machen, wie dies jetzt geschehen ist von dem Agenten H... aus Ems.

Nur eins bleibt uns zu wünschen übrig, daß uns nämlich der himm­lische Vater eine gute und rasche Ueberfahrt verleihen möge. Ihnen und allen Landsleuten ein herzliches Lebewohl.

Gran von Braubach mit Familie.

I. PH. Thun von Braubach mit Familie.

Friedrich Schäfer von Singhofen mit Fam. Joh. PH. Maxeimer von Singhofen mir Fam. Wilh. Hund von Hettenhain mit Familie. Wilhelm Dörr von Sonnenberg mit Familie. Peter Wagner von Sonnenberg.

Antwerpen, Zur Beglaubigung: den 23. Sept. Der Commissär

1852. (L. 8.) Idsonas

Drück und Expeditivu von Wilhelm Mönch in Wiesbaden, Langgasse 42.