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aus dem Grunde für ungiftig erklärt, daß sie keine di- recten Abgaben in dem Departement bezahlen.

Das Pantheon wird wegen der großen Arbeiten erst am 3. Januar dem katholischen Gottesdienste zu- rückgegeben werden.

Einer telegraphischen Depesche zufolge ist die Brücke von Hüningen vom Rheine abgerissen worden.

Ju Aulners (Puy de Dome) haben, wie wir gestern bemerkt hatten, am 13. bei den Gemeinderathswahlen Unruhen stattgefunden. Mehrere nicht wahlberechtigte Personen wollten stimmen, was jedoch der Maire Der hinderte. Auf einen von Clermont in Begleitung einiger Agenten abgelebten Polizeicommissär, der mehrere-Ver­haftungen vornehmen ließ, wurde des Abends, als er eine Patrouille begleitete, geschossen; ein Einwohner wurde leicht verwundet. Der von Clermont hingekom mene Procurator der Republik erließ bei seiner Ankunft 15 Verhaftungsbefehle, wovon nur 5 in Ausführung gebracht werden konnten.

Von dem Comite der Inhaber von Obligationen des miguelistischen Anlehens sind Schritte bei dem Mi­nister der auswärtigen Angelegenheiten gethan worden, um denselben zu bewege», daß er Unterhandlungen in Lissabon eröffne, unt die Regierung der Königin Donna Maria zur Anerkennung dieses Anlehens und zur Ver­einigung desselben mit der öffentlichen Schuld Portu­gals zu veranlassen.

Das amtliche Blatt zeigt heute an, daß L. Napoleon von Nevers aus befohlen hat, das auf 28,000 Fr. ge­schätzte arabische Pferd Mansour, das ihm der Sultan zum Geschenk gemacht hat, nach Algier zu senden, wo cs zur Verbesserung der dortigen, durch die Kriege herab- gekvmmenen Pserderace dienen soll.

Der Graf Nieuwerkerke, Generaldirector der Mu­seen, ist nach Lyon abgereist, um der Enthüllung seines Werkes, der Bildsäule des Kaisers, bciznwohncn.

Lyon, 19. Sept 3 Uhr Nachmittags. Louis Na­poleon ist heute Morgen um 11 Upr, nachdem er vor­her eine heilige Messe gehört, von Saint-Etienne ab- gereist. Auf der ganzen Fahrt von Saint- Etienne bis Lyon gab sich, namentlich in den Fabrikbezirken von Rives-de-Gier und Givors, derselbe Enthusiasmus der Bevölkerung kund. Die Ankunft im Eisenbahnhofe zu Lyon erfolgte um halb drei Uhr. Der Prinz-Präsident stieg zu Pferde und begab sich von unermeßlichem Ju­bel begleitet zur Präfectur. Die Volksmassen, die sich in der Stadt gesammelt, sind unzählbar, besonders stark sind die Landgemeinden vertreten. Graf La Mar­mora, der sardinische Kriegsminister, ist zur Begrüßung deS Prinzen hier eingetroffen.

Seigren.

Brüssel, 18. Sept. Die ministerielle Krisis ist endlich überstanden. Das ganze Cabinet bleibt, mit Ausnahme des Hrn. Frere - Orbau , Minister der Finanzen. Grund dieses einzelnen Zurücktretens ist hauptsächlich die Mei­nungsverschiedenheit, worin letzterer mit seinen Kollegen über die neuen Schwierigkeiten in Bezug auf unsern Handelsvertrag mit Frankreich war. Nach Privat­briefen der Debats aus Brüssel scheinen die belgisch- französischen Handelsvertrags-Unterhandlungen noch nicht beendet und der Abschluß eines definitiven Handelsver­trages durch neue Forderungen der französischen Regie­rung wieder in Frage gestellt zu seyn. Nach der 9iote imMoniteur" waren zwei Uebereinkoinmen, das eine den Nachdruck, das andere den Handel betreffend, un­terzeichnet worden und die Unterhandlungen schienen geschlossen. Jetzt, so melden zum wenigsten die Debats, verbreitet sich plötzlich in .Brüssel das Gerücht einer Erklärung der französischen Regierung an Belgien, worin erstere eine günstigere Behandlung der französischen Weine und Lyoner Seidenstoffe verlangt. Auch soll der Abschluß des Vertrages von der Aufrechter­haltung des Zonensystems für Steinkohlen abhängig gemacht werden.

3Hfl int.

Genua, 17. Sept. Herr Odillon Barrot ist heute hier angekommen; er begiebt sich nach Neapel. Tie gestrige Revue der Truppen war glänzend. Alle Ober- offiziere wurden zum Tönigl. Bankett eingeladen. Abends nw großer Ball, den die Stadt Casale in der Villa Pastrona veranstaltet hat.

Nom, 10. Sept. H. B ul wer 's Anwesenheit gab zu Reibungen mit dem römischen Gencral-Polizei- Directorium Anlaß. Er hatte den Dr. Pierazoli, eine Notabilität unter den italienischen Aerzten, aus Florenz mit sich herübergebracht , obgleich derselbe wegen Theil­nahme an der Constituirnng der römischen Republik als Mazzini's Freund stark bethestigt und exilirt war. Auf die Forderung des PolizcimimsterS, Msgr. Savelli, er möge Rom verlassen, antwortete der englische Minister mit einer sehr accentnirten Erklärung und wies darauf hin, Pierazoli stehe in seinem Dienste. Der Cardinal- Staals Secretär Antonelli wünschte weitere Recurse zu vermeiden und befahl, den Doctor nicht weiter zu be­helligen.

Se. Heiligkeit ist vor Kurzem nach Castel Gan- dolfo gereist. Die Entfernung des Kirchenoberhauptes soll indessen das bereits zu Anfang der Woche ausge­schriebene geheime Konsistorium nicht weiter vertagen. Der heilige Vater will cs am 20. oder 24. d. M. in Mvm oder, falls Unwohlsein ihm die Rückreise verböte,

in Castel Gandolfo halten. Kann er nach Rom kom­men , so gedenkt er doch am Tage nach dem Consisto- rium auf längere Zeit nach dem Albaner-Gebirge nach Castel Gandolfo zurückzukehren. 9iur eine größere Zahl von Bischöfen wird es diesmal promoviren; die Crea­tion der Cardinäle ist bis zum nächsten, im November einzuberufenden Consistorium.

Türkei.

Konstantinopel, 5. Sept. Das neue Cabinet versieht die Geschäfte ganz in der Weise , wie cs die- selben von seinem Vorgänger übernommen. und Reschid Pascha bleibt nach wie vor die Seele der Regierung. Seine Meinung wird bei jeder nur irgend bedeutenden Maßregel eingeholt, und der Sultan selbst fährt fort, ihm die ungeteilteste Aufmerksamkeit zu widmen. Die Differenzen mit Oesterreich sind es, welche jetzt den Divan vorzugsweise beschäftigen, und die fortdauernde Abwesenheit des Jnternuntius bat die auf Förmlich­keiten sehr erpichte türkische Politik überaus verletzt. Die hauptsächliche Schwierigkeit für die Ausgleichung ist die Persönlichkeit Omer Pascha's, welcher die feind­lichen Gesinnungen, die er in der Verwaltung Bosniens gegen Oesterreich an den Tag gelegt, nunmehr auch auf die diplomatischen Beziehungen zu übertragen scheint. Leider schenkt ihm Reschid Pascha unbedingtes Gehör, und die Pforte verweigert, mit dem k. k. Ge­schäft slräger, Hrn. v. Kletz el, in weitere Unterhandlungen e i n z u g e h e n, indem sie er­klärt, daß es dazu der Anwesenheit des Gesandten selbst bedürfe.

America.

Auf Cuba ist es wie aus Havanna vom 29. August gemeldet wird, den Regicrungsdehörden gelungen, die Presse des aufrührerischen BlattesStimme des Volkes" anfzusindeu; die Herausgeber des letzteren sind i verhaftet und ins Gefängniß abgeführt worden. Auf die Anzeige eines französischen Kreolen schickten die Be­hörden eine Kavallerieabteilung von 50 Mann nach einem Kaffeehaus und überraschten dort eine Gesellschaft von 140 Personen, die mit Anfertigung von Munition und Kugelpatronen beschäftigt war. Ebenso überraschte die Polizei am 23. Augnst mehrere Individuen, als sie eben an der vierten Nummer des obengenanntenVoz de Pueblo" druckten. Dem Gerücht zu folge sollten dieselben am 1. September hingerichtet werden.

Neueste Nachrichten.

hWic», 19. Sept. Die Einzeichnungen auf das eröffnete Staatsanlehen von achtzig Millionen Gulden erreichten nach Empfang der letzten telegraphischen An­meldungen vor Mitternacht die Ziffer von hundert Millionen. Es fehlen aber noch die Schlnßberichte aus einigen Kronländern. Eine wesentliche Reducirung der eingezeichncten Beträge ist hiernach unvermeidlich geworden.

t Sulzburg, 18. September. Ihre Maj. die die Königin von Preußen ist heute 7 Uhr Abends von Ischl in Salzburg eingetroffen und gedenkt morgen Nach­mittags die Reise nach München fortzusetzen.

Puris, 21. Sept. Im dritten Pariser Wahlbe­zirk haben die Republikaner Michelet als Caudidaten zum gesetzgebenden Körper aufgestellt.

Madrid, 14. Sept. Nach Berichten des General- capitäns von Kuba, vom 9. August, herrscht auf der Insel die vollständigste Ruhe; aber der Gesundheitszu­stand ist wenig befriedigend.

t Verona , 17. Sept. Die Handels- und Ge­werbekammer ist feierlich eröffnet. Herr Bevilaqna zum Präsidenten und Hr. Palazzoli zum Viceprästdeuten derselben ernannt worden.

t Nom, 14. September. (Telegr. Dcp.) Die Budgets der Einnahmen und Ausgaben in den Ver- waltungsjahren 18451847 sind veröffentlicht worden.

Uebersicht der medicimschen Litteratur Nus- fau's im Jahr 1851.

Von Hofrach Dr. Spengler zu Bav-Ems.

(Fortseyung.)

26) Roth, (Med. - Acc. zu Weilbach). In den Nassauischen Heilquellen Nr. 15 findet sich ein Auszug aus Roth's Buch über Weilbach vom Jahr 1847.

27) Sandberger, Fridol., Geognostische Skizze des Taunus. In: Die Nassauischen Heilquellen. cfr. 9ir. 15.

28) Santlus, (Rath in Westerburg). a) Zur Lehre von der Ruhrepidcmie. (Kaspers Wochenschrift, 1851. Nr. 41 bis 44.) b) lieber die Bedeutung des Bewußtseins in der forensischen Psychologie. (Henke's Zeitschrift. 3. Heft) c) Hat der Staat Gründe, die Ehe zu verbieten, und welche? (Henke's Zeitschrift, 43. Ergänzungsheft) d) Zur Lehre von dcr Wasserscheu. (Kasper's Wochenschrift, 1851, Nr. 51.)

29) F. A. Schmidt, (Professor in Würzburg.) ad disputationem publicain ab He nr, Vogler. Amisio-Nassov. habendam in vital. Würzburg, 1851. cfr. Nr. 35.

30) G. Seebode, (Regierungsrath in Wieske den) über die Anstellung eines Arztes im Schullehrer- Seminar. (Allg. Nass. Schulblatt, 1851, Nr. 4./

31) L Snell, (Direktor in Eichberg) a) cfr. Nr. 10. b) Ueber Geisteskrankheiten. (In Nass. Jahr- büter, cfr. Nr. 16. c) Die neu erbaute Heil- und Pflegeanstalt Eichberg im Herzogthum Nassau. (Allg. Ztschr. f. Psychiatrie. VIII. 1.)

32) Spengler (Hofrath zu Bad-Ems). a. Ueber die Gründung eines Nassauischen ärztlichen Vereins, klebst ein m Anhang: Uebersicht der medicinischen Litte­ratur Nassau's 1850. (Allgem. Nass. Zeitung, 1851. Nr. 23 und 24. Nachtrag Nr. 107.) b. Brandige Zellgewebsentzündung um die Unterkiewispeiebeldrüse. (Deutsche Klinik 1851, Nr. 4.) c. Kollodium gegen Erysipelas. (Deutsche Klinik, 1851. 9t. 6) d. Ueber einige neuere Arzneimittel. 1) Kollodium gegen Haut­krankheiten. (Neue med. chir. Ztg. 1851, Nr. 9.) 2) Titicl Veratri alba gegen Pityriasis versicolor. (Ebenda, Nr. 16.) 3) Ouajacum gegen Angina ton­sillaris. (Ebenda, Nr. 44) e) Heilung einer Spina bifida. (Deutsche Klinik, 1851, Nr. 13.) f) Ueber die Behandlung der Lungentuberculose mit harnsaurem : Ammonium (Jena'sche Annalen, 11., 3, 1851. P. 362 2C.) g- Verletzung des Gehirns; Heilung ohne Zufälle. (Casper's Wochenschrift, 1851, Nr. 13.)' b. Die erde- fressenden Menschen. (Casper's Wochenschrift 1851, Nr. 21.) i. Die kalte Schwefelquelle zu Bad Weilbach in Nassau. (Deutsche Klinik 1851, Nr. 31.) k. Die Erfolglosigkeit des Unguentum Staphidis agriae gegen Krätze. (Deutsche Klinik. 1851. Nr. 51. 1. Zwei merkwürdige Sectionsbefunde in den weiblichen ^Ge- schlechtöcheilen; 1) 43 Pfund schweres Fibroid; 2) Primitiver Markschwamm der Scheide. (Casper's Wochenschrift, 1851, Nr. 34.) m, Beobachtungen über Herniotomie, Aus den Notizen des verstorbenen Medicuialraths Dr. Lanz bearbeitet und mitgetcilt. (Deutsche Klinik, 1851, Nr. 38.) n. Beiträge zur Geschichte der Medicin in Mecklenburg. Wiesbaden, Kreidel, 1851, 8, brosch. VIII. und 49 S. Necensirt: 1, von Dr. Posner in Berlin, Med. Centr.-Zeitung, 1851, Nr. 99.; 2, von Prof. H. C. Richter in Dresden, Schmidt's Jahrb., 1851. Bd. 72. p. 376.; 3, von Prof. Häser in Greifswalde, Constatts Jahres­bericht, 1841. Bd. 2. p. 6. o. Recensionen : 1, die Nassau'schen Heilquellen, cfr. Nr. 15. c., 1, Binterim, de saltaloria Eplernaci suppllcatione rc. (Allg. Zeit­schrift für Psychiatrie. VIII. p. 125; 3, R gler. Be­handlung des Typhus. (Allg. Med. Centr.-Ztg., 1851, 9tr. .96.); 4, Galette, die Typheu. (Allg. Med. Centr.- Ztg. 1851, Nr. 97.); 5, H. C. Richter'S Organon. (Allg. Zeitschrift für Psychiatrie, 1851. p. 487.); 6, Flemming's Irrenanstalt zu Sachsenderg. (Ebenda, p. 652.); 7, Wunderlich, Pathologie und Therapie. (Ebenda, p. 655.); 8, Henle, rationelle Pathologie. (Ebenda, p. 657.); 9, Engel, das Knochengerüste des meiischlichcn Antlitzes. (Ebenda, p. 661.)

p) Bibliographische Anzeigen und Notizen, Misccllen. (Damerow's allgemeine Zeitschrift f. Psychiatrie. 1851.) q) Vortrag über den Einfluß der geologischen Boden- bildung auf das Vorkommcn von Krankheiten. (Ver­sammlung des Vereins Nassauischer Naturforscher zu Lahnstein. 1851.)

33) Thewa lt (Ober-Med.-Rath in Limburg, f), Resultate der operativen Geburtshilfe im Herzogthum Nassau vom Jahr 1821 bis Ende 1842. Aus den Sanitätsberichteu in statistischer und technisch-mcdicini» scher Hinsicht zusammengcsteUt. (Fortsetzung.) (Nass. Jahrbücher, 9. Heft.)

34) Thilenius (Med.-Rath in Höchst), a) Vor­trag über eine Croupepidemie im Amte Höchst, gehal­ten zu Frankfurt a. M. im Senkenberg'schcn Institut. (Schmidt's Jahrbücher, 1852. 1. Heft.) b) Recension über Thilenius Schrift über Soden, von Professor Reiß, Prager Vierteljahrschr. 1851. I. c) Soden. (In: Nassauische Heilquellen, cfr. Nr. 15.)

35) A. Vogler (Obermedicinalrath zu Ems). All­gemeine Betrachtungen und Thesen über die Heilquellen. (In: H. Vogler' s Dissertation, S. 1421. cfr. Nr 37J

36) K. 1< o gier (Obermcdic. Rath in Wicss'^cn), a) cfr. Nr. 16. b) Recension seiner Brnnuenschrift über Wiesbaden, von Merkel in SchmU's Jahrbü­chern, 1851, Bd. 7, S. 366. c) Farensische Streit­punkte, verhandelt vor den Assisen zu Wiesbaden. (Preuß. Ver.-Ztg. 6.1851.) 6) Extrauterin chwangerschafteu und zweifelhafte Schwangerschaften, 9tch den Acten bearbei­tet. (Nass. Jahrb. 9. HEt.) e) Eine Zwillingsgeburt und ein Stich in den Rücken. Nach den Acten mitgc- theilt. (Nass. Jabr^ 9. Heft.)

37) H. Vogler (Dr. med. ans EmS) Physica- lisch-chcmische Untersuchung der im Herbst 1850 gefaß­ten neuen. Thermal-Quellen zu Bad Ems. Jnaugural- schrift. 1851. gr. 8. 21 S. (cfr. Nr. 29 und 35.)

38) Chemische Untersuchung der kalten Schwefel­quelle zu Bad Weilbach von Prof. Will in Gießen, und einer Begutachtung des Hrn. Prof. Dr. Liebig. Frankfurt a. M., Streng und Schneider, S. 4. 1851. (cfr. Nr. 22.)

(Schluß folgt.)

Verantwortlicher Redacteur: Dr. Ä. Sorjek.