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tag für ihren Herzog, König oder Kaiser und werden auch nie einen feiern, so lange America besteht (viel behauptet!)! O^wle leicht könntet ihr Deutschen auch bald euern BcfreiuugStag feiern; denn am 26. ging Kossuth wieder nach Europa, hielt jedoch' acht Tage lang begeisterte Reden an das deutsch-americanische Volk. Der Präsident hat ihm Alles bewilligt, Millionen von Geld und Kriegern, um Deutschland anzngreifen. Er steht bei den Americanern in hohen Ehren, Höber als ihr Präsident n. f. w." Wenn nun wirklich Kosinth in seinen Reden dergleichen Rotomanladen geäußert hat, so muß es mit seinem Verstände sehr bald auf die Neige gehen. (S. i: Paris.)

X Dsm Main, 20. August. Bei der frühern anhaltenden Dürre hoffte man sehnlichst auf Regen, und diese Hoffnung ist in einem so reichlichen Maße erfüllt worden, daß es mit der diesjährigen Kartoffelärnte be­denklich genug aussicht. Hin und wieder, besonders in schwerem Lehmboden und naßgelegenen Aeckern ist das Kartoffelkraut mit Rostflecken versehen und gibt einen widerlichen Geruch von sich; auch an den Knollen zeigen sich schon die Spuren von Fäulniß, und wenn nicht trockene Witterung dem Umsichgreifen der Krankheit Ein­halt macht, kann die Hälfte unserer Kartoffeln in die Dunggrube wandern; fürwahr eine traurige Aussicht für die ärmere Volksclaffc. (Aernteberichte aus ande­ren Gegenden lauten nicht so ungünstig.)

0 Limburg, 24. August. Gestern geleiteten Se. kaiserl. Hoheit der Herr Erzherzog Stephan (wie be­reits gemeldet) die Frau Erzherzogin Elisabeth zur Be­sichtigung des Domes und des Domschatzes in unsere Stadt. "Das durchlauchtigste Geschwistcrpaar, von den geistlichen und weltlichen Autoritäten ehrfurchtsvollst empfangen, brachte fast zwei Stunden dahier zu und schied sichtlich befriedigt und unter reicher Beschenkung des Dienstpersonales von dem herrlichen Bauwerke und den seltenen Sehenswürdigkeiten des Domschatzes. Heute verfügten sich der Herr Bischof und eine Deputation des Domcapitels auf Schloß Schaumburg, um den höchsten Herrschaften ihre Aufwartung zu machen, und hatten die Ebre, zur Familientafel gezogen und nach derselben von Sr. kaiserl. Hoheit mit den herrlichen An­lagen, namentlich der in ihrer Art einzigen Schwimm­anstalt iiub dem hübschen Turnplätze, bekannt gemacht zu werden, durch welche der Herr Erzherzog den früher steril gewesenen Schloßberg zu einem höchst anmuthigen Parke umzuschaffen begonnen hat. In wenig Jahren wird Schloß Schaumburg, dessen Neubauten rasch vor- anschreiten, einer der sehenswürdigsten Punkte der Lahn- und Rbeingegend sein, und der Herr Erzherzog zu dem Danke der vielen Hunderte, welchen er in unserer Noth- zeit ansrei»enden Verbimst zu gewähren bemüht ist, den zahlreicher Touristen ärudten, welche Höchstdessen Neuschaffungen in den Bereich ihrer Rhein- und Lahn- Dcreisuug zu ziehen nicht unterlassen werden.

I N' .Dillenburg, 22. August. Ueber die Ver­handlung der Civilproceßsachen vor Amr und die Regu- lirüug des Verfahrens dabei dürften noch folgende Sätze zweckmäßig erscheinen: 1) Die Proceßverhandlung muß nach der Wichtigkeit des Streitobjectes verschieden, mit bedeutenderen oder geringeren Formalitäten verbunden sein; 2) die Wichtigkeit des Streitobjectes ist nach dem Geldwekthe desselben zu bcincssen, in welcher Beziehung hie §§. 97 und 100 der Proceßordnung Anhaltspunkte bieten ; 3) alle Rechtsstreitigkeiten unter 20 fl. sind nur mündlich, ohne Aufnahme eines Protocolls zu ver­handeln, und zwar in Einem Termine so weit, daß den Parteien ein sofort schriftlich abzufassendes endliches oder die Production der rmgcmeldeten aber noch nicht er­brachten Beweismittel verordnendes Erkenntniß vor ihrem Weggehen publicirt wird; in einem etwaigen zweiten Termine muß Ms ein endliches Erkenntniß erfolgen; 4) bei Streitigkeiten von 20 bis 56 fl. findet nur pro- ID eoll arische Verhandlung statt, wovon im Hebriden dasselbe gilt, wie unter Nr. 3 angegeben ist; 5) Nechls- ftreuigfetten über 50 fl. werden in bisheriger Weise ver- handclt. ~

Bei gesetzlicher Srnctionirung dieser Sätze würden sich folgende wolthätige Folgen ergeben: a) Es würde auf den Justizämteru nicht die halbe Zeit zur Schlichtung der Privatrechtsstreitigkeiten erforderlich sein, welche jetzt dazu verwandt wird; b) es würde für die Processirenden der allzu lange Aufenthalt in der Amtswartestnbc erspart werden; c) der Verwaltungsaufwand der Justiz wurde sich dadurch bedeutend mindern; d) durch Bearbeitung der Ulster Nr. 5 genannten Sachen würden sich die jünge­ren Amtsangestellten in gründlicher Proceßleitung üben tonnen, um demnäâ^zm Verhandlung der unter Nr. 4 und 3 genannten Sachen überzugehen; und die älte­ren Amisangestellten fänden in Behandlung der Sachen unter 3 eine Gelegenheit, ihre durch langjährige Dienst- fführung erworbenen praktischen Kenntnisse in einer durch lästige Formen nicht gebundenen Gründlichkeit zu ent­halten.

'Frankfurt, 25. August. (Fr. I.) Nach einer uns zugehenden Mittheilung eines Mitreisenden war das Unglück aüf der Eisenbahn bei Nancy größer, als es die ofsiciellen Berichte geschildert haben. Der Prinz Friedrich von Hessen beäbsichtigt hier ein großes Hotel zu kaufen und den Winter hier zuzubringen. Graf Bernstorff hat Homburg wo er zur Kur weilte, »erlassen

und sich nach Ostende m% Seebad begeben. Das Resultat der Main-Dampfschifffahrt stellt sich in diesem Jahre ungemein günstig heraus. Bis zu Ende Juli waren wieder 23,000 Pasiagiere und 26,000 Gentner Fracht mehr befördert worden, als bis zu demselben Zeitpunkt im vorigen Jahre; die Einnahme betrug bis dahin gegen 55,000 fl. mehr. Professor Dahlmann aus Bonn verweilt gegenwärtig hier. Das Musik­corps der aufgelösten deutschen Marine wird während der Messe hier sich produciren. Sicherem Vernehmen nach ist die SegelfregatteDeutschland" für 9,200 Thlr. verkauft worden.

Freiburg, 19. August. (D. Volksbl.) Bis jetzt sind sämmtliche nach St. Peter cinberufene Geistliche daselbst eingetroffen, bis auf zwei, welche durch Krank­heit verhindert sind, jetzt schon zu erscheinen.

Ulm, 23. August. Heute übernachteten der König und die Königin von Schweden hier im Gasthofe zum Rad. Gestern soll dem Extrazug, auf welchem sie Von München nach Augsburg fuhren, ein Unfall zugestoßui sein. Man erzählt nämlich, daß er mit dem Zuge, der von Augsburg kam, zusammengetroffen und in Folge dessen beschädigt worden sei. Ein Adjutant soll erheb­lich verletzt sein. (DerA. Z." geht darüber folgende amtliche Mittheilung zu.:Se. Maj. der König von Bayern war durch Unwohlsein an der heute (zur Be­grüßung des schwcd. Königspaares) vorgehabten Reise na» Augsburg verhindert. Die mit eigener Maschine nach Augsburg zurückbeförderten Königöwagen wurden in Kaufbeuren durch das falsche Zeichen eines Bahn­wärtersder Zug soll kommen" zum Vorfahren be­stimmt, und stießen außerhalb dieser Station auf den von Augsburg kommenden Personenzug. Außer unbe­deutenden Eontusionen kamen keine Verletzungen vor. Augsburg, am 22. Aug. 1852. Der königl. Oberin- spector Lauböck.")

München, 20. August. Die erste allgemeine Ver­sammlung GabelSberger'scher Stenographen, welche seit dem 17. Ang. Hier tagt und durch Deputirte aus Ber­lin, Wien, Breslau, Dresden, Leipzig, Bremen rc. be­schickt ist, hat in einer ihrer jüngsten Sitzungen einen Preis von 50 Thlrn. Gold für das beste Lehrbuch der Gabelsbergerschen Stenographie ausgeschrieben, welches bis 1. Januar 1853 an das hier niedergesetzte Preis­richlercollegium eingesendet worden ist. Außer diesem Gegenstände, der zumeist die Gabclsberger'sche Lehre als die Grundlage des festzuhaltenden Systems proclamirt, betreffen die noch gefaßten Beschlüsse insbesondere das Verhältniß des Centralvereins zu den Zweigvereinen, die Hebung des gegenseitigen Verkehrs durch Mitthei­lung der Jahresberichte und Korrespondenzen, Anstellung von stenographischen Lehrern an allen höhern Lehran- staltcn rc.

München, 22. August. (A. Z.) Der königlich griechische Gesandte an unserem Hofe, Hr. v. Skhinas, ist vorgestern von hier nach Karlsbad abgereist, um sei­nen Monarchen König Otto nach der Villa Ludwigs­höhe in der Pfalz zu begleiten, woselbst er zum Na­menstage seines erlauchten Vaters einzutreffen gedenkt. Von dort begibt sich dann König Otto auch zum Be­such seiner hohen Verwandten nach Schloß Berchtesga­den. II. MM. König Ludwig und Königin Therese werden gegen Mitte kommenden Monats aus der Pfalz zurück wieder hier eintreffen.

Auf dem Rhein hat kürzlich wieder ein Engländer eine Extrafahrt gemacht, bei der nur zu bedauern ist, daß er nicht das Seinige davon getragen hat. Als die Bonnenser am 19. auswachten, fehlte die den Verkehr zwischen der Stadt und dem jenseitigen Ufer (Poppels­dorf) vermittelnde fliegeiide Brücke und war nirgends zu schauen. Der Grund wurde bald bekannt. Ein in der Nacht von Bnuel kommender Engländer hatte nach der bekannten Art dieser reisenden Spleenritter die gewöhn­liche Abfahrt nicht abwarten wollen, die Fähre bestiegen, losgemacht und die Ueberfahrt selbst versucht, ohne im Geringsten mit der Leitung vertraut zu sein. Zwei Fährleute, welche die W,ache auf der Brücke hatten und also dort schliefen Erwachten erst, als die starke Strö­mung in der Mitte des Stromes sie ergriffen und die Kette gesprengt hatte, welche die Brücke an den Ankern im Grunde des Stromes festhält. Der Strom trieb dieselbe nun fort, und mit großer Mühe gelang es, sie erst unterhalb Rheindorf zu landen. Bei dem Dunkel der Nacht hatte durch Antreiben an Schiffe oder Dampfer leicht großes Unglück geschehen könnnen.

Kassel, 20. August. Der Leichnam, des in Folge eines EukleibungsversuchS in der Untersuchungshaft ver­storbenen MedicinalratHS Schuchardt ist an die Anatomie zu Marburg abgeliefert worden , was hier einige Sen­sation hervor gebracht hat, weil der Juculpat noch nicht verurtheilt war und die Angehörigen den Leichnam recla- mirten. Ein alter im Jahre 1816 in Erinnerung ge­hrachter Geheimer Rathsbeschlutz vom 6. October 1786, bisher längere Zeit außer Uebung gewesen, bestimmt, daß die Leichname der in peinlicher Untersuchung ver­wickelten und während derselben gestorbenen Personen in den sechs Wintermmraten an die Anatomir adgeliefert werden sollen".

Kassel, 24. August. (K. Z.) Die erste Kammer hält heute eine Sitzung , in welcher das Anlehen von 171 Millionen zur Berathung kommen wird. Der be­

treffende Ausschuß hat sich, wie wir vernehmen, bereits gestern darüber geeinigt.) In der zweiten Kammer kam gestern außer untergeordneten Geschäftsangelegen- Heiten ein Antrag des Abgeordneten Knoch von Wasen­berg, von welchem auch die gestern gemeldeten Anträge herrühren, vor, dahin geltend, das Gesetz vom 31. Oct. 1848 abzuändern und kleine Vergehen der Schulkinder dem Schullehrer zur Bestrafung zu überlassen, sowie für Feld- und Gartenfrevel von Kindern deren Eltern ver­antwortlich zu machen.

Hannover;, 22. August. Der Finanzminister Bacmeister bat sich vorgestern nach Ischl begeben zn einer Besprechung mit dem augenblicklich dort weilenden Ministerpräsidenten von Scbele. Man wünscht hier aus vielen Gründen, daß ein Riß im Zollverein vermieden und die süddeutschen Staaten ferner in dem bisherigen Verbände bleiben, von dem sie ja auch nur Vortheil genossen haben.

Hamburg, 23. Äug., 1 Uhr Mittags. (W. Z.) In der Deichstraße ist Feuer ausgebrochen, welches noch i m m e r i in Z u n e h m e n i st. ES brach beinahe an derselben Stelle auS, wie 1842, die­ses Mal bei dem Cake» Bäcker Krüger. Auf der Brücke bei den Kajen bra » soeben ein Geländer vom Andrang der Zuschauer ein und circa 30 P e r s o n e u stürzten ins Fleet.

Aus dm Holsteinischen, 23. August. ES geht wieder das Gerücht von einer abermaligen MinI- stcrkrisis in Kopenhagen, und zwar sei dieselbe wird behauptet die Folge einer über die Verfassungsfrage entstandenen Meinungsverschiedenheit im Staatsrath. Ein gewisser Theil der dänischen Presse, nämlich Fädre- huiM, will nämlich in Erfahrung gebracht haben, die deutschen Mitglieder des StaatsratheS riethen eine solche Vertheilung der Staatsgewalten an, welche in der That einer Rückkehr zum Absolutismus gleichkommen würde, wogegen einige der dänischen Minister mitredlichem" Sinne an der Verfassung festhielten. Uebrigeus gibt auch Kjöbeuhavusposten die Wahrscheinlichkeit einer sol­chen Meinungsverschiedenheit und daher entsvringenden Cabinetskrisis zu. Fädrelandet knüpft an diese Mitthei­lung den Wunsch, der König möge bei seinem Volke stehen und sich nicht vonFremden" Ohr und Herz umgarnen lassen.

Berlin, 23. August. Es heißt, die Reise des Königs nach Ischl sei aufgegeben. Generallieutenant v. Radowitz wird in nächster Woche hier eintreffen und seine neue Stellung als Generalinspecteur des Militär- Erziehungs- und Bildungswesens übernehmen: als sol­cher führt er speciell die Direction der Militär-Studien- Commission; außerdem stehen allgemeine Kriegsschule, Divisionsschulen,vereinigte Artillerie- und Ingenieur- Schule und Cadetten-Corps unter ihm. Bekanntlich hatte der General in früheren Jahren schon in Kassel und hier an der Kriegsschule Unterricht ertheilt. Adju­tant desselben ist der Major von Holleben. Daß nebenbei die persönliche Anwesenheit dieses bedeutenden Mannes in der nächsten Nähe seines erhabenen Gön­ners nicht ohne Rückwirkung sein kann, erwarten Viele, da cs eigenthümlich sein mag, die entschiedensten poli­tischen Gegner desselben wieder neben ihm hier zu er­blicken. Die Parteien wissen noch nicht, wie sie sich über dieses Ereigniß äußern sollen. Der Fürst­bischof-Cardinal Diepenbrock soll sehr erkrankt sein.

Nach Mittheilungen, die aus St. Petersburg hier eingetroffen sind, wird der General v. Wrangel zu sei­nem Bedauern verhindert sein, bis zum Gebursfeste Sr. Maj. des Königs hier wieder eiuzutreffen, indem die Manöver im südlichen Rußland nicht vor dem 8. October beendet sein werden. Am 25. d. M. will der General in Moskau eintreffen. Bei einem neulichen Manöver ist der General einer großen Gefahr glücklich entgangen. Beim Uebersetzen über einen Graben ge- ricth sein Pferd in ein Loch, überstürzte sich, brach das Genick, der General aber blieb gänzlich unversehrt und wohnte dem weiteren Manöver bei. Herr v. Baren- nes hat sich an derNeuen Preußischen Zeitung" auf eine sehr feine Art gerächt. Das Blatt verkündete neu­lich : die französische Gesandtschaft hätte in ihm den einzigen beachtenswerthen Feind in der Presse erkannt, die Angriffe der anderen Blätter ignorirt und um ge­gen die Kreuzzeitung das Einschreiten der Regierung begehrt. Jetzt ist ein Gleiches gegen den Kladderadatsch erfolgt. Par nobile fratrum !

Berlin, 24. August. Der Ministerpräsident Frhr. v. Manteuffel, der für die nächsten Tage eine Reise nach der Niederlausitz beabsichtigte, hat jetzt diese Reise aufgegeben.

Nach derN. Pr. Z." hat Se. Majestät der König aus Veranlassung der Ankunft Ihrer Kaiserl. Hoheiten des Großfürsten Thronfolgers und der Frau Großfürstin Gemahlin am 30. d. M. in Swinemünde Allerhöchst- ihren Reiseplan dahin abgeändert, daß S. Majestät am 27. nicht hierher zurückkehren, vielmehr von diesem Tage an bis zum 30. die Provinz Pommern bereisen, am letztgenannten Tage wieder in Stettin eintreffen und am 31. in Begleitung der Höchsten Russischen Herrschaften hierher zurückkehren werden.

Wien, 21. August. (N. Pr. Ztg.) Der Kaiser trifft am 26. August wieder in Schönbrunn ein und wird sich am 4, September nach München begeben, um