namündung und Erbauung einiger Leuchtthürme an derselben zur Beförderung des Verkehrs.
Se. k. k. Hoheit Erzherzog Ferdinand Maximilian wird nach seiner Rückkehr nach Triest das Commando der Goelette „Artemisia" ichernehmcn und an Bord derselben eine neue Seereise antreten.
Der Herzog von Sachsen-Koburg-Gotha steht wegen Ankaufes ausgedehnter Güter in Oberösterreich in Ün- terhandknng.
Der k. k. Geschäftsträger bei den Vereinigten Staaten von Nordamerika, Herr v. Hülsemann, dürfte nicht so bald auf seinen Posten zurückkehren, da für denselben hier eine Wohnung auf längere Zeit gemiethet worden ist.
F.Z.M. V. Haynau wird in einigen Tagen von seiner Reise nach Wien zurückkehren und sich sodann nach Graz begeben.
Dem um die Vcrwollkommnung des Telcgraphen- wesens so hochverdienten Sectionsrathe v. Seinheit ist die angesuchte Entlassung aus dem österreichischen Staatsdienste unter Bezeugung der Allerhöchsten Zufriedenheit mit seinen vorzüglichen Leistungen gewährt worden.
Von den verschiedenen Läudercassen sind 32,760,000 Gulden in Reichsschatzscheine und 2,921,000 Gulden in ungarischen Anweisungen bei der k. k. Staatscentral- Casse eingeflossen, welche zu ferneren Zahlungen nicht hinausgegeben werden dürfen und noch im laufenden Monate öffentlich vertilgt werden sollen.
Frankreich.
Paris, 11. Aug. Der Moniteur veröffentlicht wieder eine lange Liste von Ordens- und Denkmünzen- Verleihungen an Militärs aller Grade.
Nach demselben Blatt ist der Prinz Jerome am 9. in Brest angekommen. „Die Bevölkerung, sagt das amtliche Blatt, begrüßte mit ihren Acclamationcu zugleich den Bruder des Kaisers und den Repräsentanten der Regierung L o ui s N ap o l e o n s." Der letztere Ansdruck ist nicht ohne politische Bedeutung. — Die mit der Leitung der Augustfeste beauftragte Direc- tion der schönen Künste hat bis zum heutigen Tage schon 300,000 Gesuche für die reservirte Plätze erhalten, obgleich sie nur 10,000 zu vergeben hat.
Der ehemalige Dictator von Buenos Ayres, Rosas, und seine Tochter Manuela halten sich gegenwärtig in Paris auf.
Das bonapartistische Journal „le Pays" soll eine neue großartige Organisation erhalten. Es wird dieses Blatt das Format des „Constitutionnel" annehmen, dessen Abonnentenzahl, beiläufig gesagt, sich von Woche zu Woche bedeutend verringert. -Das „PayS" wird das halbosficielle Organ der Regierung werden. Herr de la Gueronniere bleibt Oberredacteur und wird die Herren Gravier von Cassagnac, Cohen, A. von Cesena und mehrere Andere zu politischen Mitarbeitern haben. Jeder Theil des Journals wird einem besondern Redacteur anvertraut werden, Hr. v. Cormcnin wird die Verwaltungs-Angelegenheiten, der ehemalige Minister, Hr. Giraud, die Angelegenheiten des öffentlichen Unterrichts, Hr. Nifard die Literatur, General Dumas die Militär- und ColoniÄ-AngelKenheiteu, der Staatsrath Stourm die auf die öffentlichen Arbeiten bezüglichen Fragen bearbeiten. Der Preis des Journals wird auf 40 Francs heruntergesetzt. Es hat diese Maßregel zum Zwecke, den „Moniteur" der Verbindlichkeit, rai- sonnirende und polemisirende Artikel zu bringen, wieder zu entheben und nicht nur den eigentlichen Opposi- tionsblättern, sondern auch einigen schulmeisternden Vertheidigern der Regierung, unter welche auch der „Constitutionnel" gezahlt wird, eine überwiegende Con- currenz zu machen.
Aus dem jüngst erschienenen Staatskalender erfährt man folgende nicht uninteressante Thatsachen: DerGroß- siegelbewahrer und Justizminister ist es, der in Abwesenheit des Präsidenten der Republik den Vorsitz über den Ministerralh führt.
Herr v. Persigny führt officiell den Titel: Graf Fialin de Persigny. Die Verleihung neuer Adelstitel ist also ein außer Zweifel stehendes Factum. Außerdem haben auch noch andere hohe Beamte, die früher nicht als Adelige bekannt waren, den Grafentitel.
Der Posten eines Senats-Bibliothekars ist offen gelassen. Der von Jerome Bonaparte protegirte Ex- Montagnard Laurent (de l'Ardèche) hat also doch endlich dem Widerstande der anderen Senatoren weichen müssen.
Im Staatsministerium findet man einen politischen Redacteur und einen Uebersetzer angestellt, die sich mit dem Lesen und Ausziehen der französischen und ausländischen Journale, dem Berichterstatter! über Publicationen aller Art und den Beziehungen mit der periodischen Presse beschäftigen. Im Polizei-Ministerium besteht gleichzeitig eine Abtheilung zum Ueberwachen der Presse und Publicationen aller Art und zum Durchsehen und Analysiren der französischen und ausländischen Journale.
Im Polizeiministerium besteht eine Polizei des Theaterwesens und gleichzeitig auch im Ministerium des Innern eine Theatercensur-Commission zum prüfen der dramatischen Erzeugnisse.
In den höheren Regieruugskreisen ist man Persigny etwas gram, daß er die Wahlen für die Geueralrâthe gerade in eine Zeit versetzte, in der das Volk am meisten beschäftigt ist. Es war doch gar kein Grund hierzu vorhanden, da die Einberufung der Generalräthe ohne alle Beeinträchtigung des Geschäftsganges der öffentlichen Angelegenheiten bis nach der Aernte hätte füglich vertagt werden können, um so mehr, da der gesetzgebende Körper erst im Monat Mär; künftigen Jahres zusam- mentreten dürfte; früher unter Ludwig Philipp begannen die Kammern schon im Monat December desselben Jahres ihre Arbeiten, in welchem die Wahlen der Generalräthe stattfanden; und dies der Grund, wcßhalb die Wahlen stets um diese Zeit stattfanden. Die Worte, die man Louis Napoleon in den Mund legte, als er Perstgny über die unglücklich ausgefallenen Wahlen zu Rede stellte, wurden etwas verdreht in den Zeitungen wiedergegeben. Als Persiguy sein Devouement für den Präsidenten in den Vordergrund schob, soll dieser ausgerufen haben: „Du dévouement, du dévoue- ment . . . est ce qu’on gouverne avec du devouement ! . . . — Au surplus le regne des complices est fini celui des utiles commence . . ."
Der zu Montmorency bei Paris wohnende Commandeur I. Da Gama de Castro, vom Conseil Dom Miguels, veröffentlicht in der „Union" die ihm über die Geburt der Tochter seines Königs zugekommcne Depesche, die er als Präsumtiverbin des portugiesischen Thrones Prinzessin von Beira nennt. Die Depesche lautet: „An den Herrn Commandeur I. Da Gama de Castro. Mein Herr! Se. Majestät der König, unser erhabener Herr, befiehlt mir, Ihnen zur zweckmäßigen Bekanntmachung mitzutheilen, daß die Königin, seine erhabene Gemahlin, am 5. d. M., Morgens um 8 Uhr 15 Minuten von einer sehr gesunden Prinzessin entbunden worden ist. Die Niederkunft ist in jeder Beziehung glücklich gewesen, und Ihre Majestät die Königin, sowie das erhabene Kind befinden sich in dem bestmöglichsten Gesundheitszustände. Gott erhalte Eure Herrlichkeit. Palast von Heubach, den 5. August 1852. Joao de Lemos."
Ein hiesiges Blatt berichtet ausführlich über den Ausflug L. Napoleon's nach der Sologne, wo er von der Bevölkerung bestens empfangen worden sei.
, Der Hallen-Ball wird doch an 15. Statt finden, da die Arbeiten bis zum 14. nicht beendigt sein können. Man weiß noch nicht, ob L. Napoleon demselben beiwohnen wird. Die Prinzessin Mathilde, der Prinz und die Prinzessin Murat, die Minister, die beiden Präfecten, so wie alle Staats-Würdenträger werden in für sie errichteten Tribunen anwesend sein. Für das Schiffersiechen sind Preise ausgesetzt worden. Die ersten bestehen aus einer goldenen Denkmünze und einer Demantnadel, die zweiten aus einrr goldenen Uhr und einer silbernen Denkmünze.
Die Einsegnung der Nationalgarde-Fahnen geschieht am 15. durch den Erzbischof in der Madeleine. Die Schul-Fregatte, welche bei dem nautischen Feste eine Hauptrolle spielen soll, hat den Namen „Die Stadt Paris" erhalten.
Aus dem oberen Elsaß, 9. Aug. (Karlsr. Z.) In Willer bei Thann haben sehr ernste Arbeiterunruhen stattgehabt. Die Arbeiter in der Fabrik des Herrn Isaak Köchlin hatten eine Lohnerhöhung verlangt. An der Arbeitseinstellung mögen ungefähr 1300 Personen beiderlei Geschlechtes Theil genommen haben, Herr Köchlin, der im Jahre 1848 für seine Arbeiter große Opfer gebracht hat, erbot sich zu einer Erhöhung um 10 Procent. Die Arbeiter verlangten jedoch 17 Procent. Herr Köchlin ging darauf nicht ein, sondern erklärte Jeden für entlassen, der sich nicht mit seinem Anerbieten zufrieden geben würde. Sie verhielten sich ruhig bis der Friedensrichter von Thann am 4. d. in Willer erschien, um einen Rädelsführer zu verhaften. Derselbe wurde auch festgenommen, aber den Gensdar- men durch die zusammcugerotteten Massen wieder entrissen. Nun kamen vier Geusdarmen mit einer Jnfan- terieabtheilung von 55 Mann, um den Befreiten, wie mehrere Arbeiter, die sich bei seiner Befreiung besonders hervorgethan hatten, zu verhaften. Auch diese Operation wurde durch die tumultuirende Menge, die sich zum Theile in trunkenem Zustande befand, vereitelt. Am anderen Morgen, 5. d., erschienen nun der Unter- präfect und der Staatsprocurator mit einem Gensdar- merieofsizier, sechs Gensdarmen und 170 Mann von der Garnison zu Thann in Willer. Die Straßen waren mit Menschen überfüllt, welche sich weigerten, sich zurückzuziehen. Das Militär lud vor ihren Augen die Gewehre und drang ein, ohne jedoch von den Waffen Gebrauch zu machen. Sofort wurde die Untersuchung eingeleitet, in deren Folge siebenzehn Verhaftungen vorgenommen wurden. Am Abende zogen die Behörden und die Truppen mit den Gefangenen ab, verfolgt von Drohungen und Steinwürfen, so daß die Nachhut der Truppenabtheilung genöthigt war, die wüthenden Massen mit dem Bajonette zurückzuweisen. Ein Arbeiter, der einen Bajonettstich erhielt, wurde hier noch festgeuom- Men. So schien die Ruhe am Abende wieder hergestellt. Der Maire, der sich schwach benommen hatte, wurde sogleich abgesetzt. Die Verhafteten sind nach Colmar gebracht worden.
Zeigten.
Brüssel, 12. August. Die Königin von England ist gestern Abend nach sieben Uhr in Antwerpen angekommen und wird heute Mittag in Begleitung des Königs von Belgien und des Prinzen Albert im Schlosse zu Laekcu eintreffen. Einige Organe der Preffe legen dem Besuche der Königin Victoria bei ihrem königlichen Oheim eine politische Bedeutung bei, die anderen sprechen ihm dieselbe ab. Wir wollen weder das Eine noch das Andere behaupten, es wäre aber thöricht anzunehmen, es würden zwischen der Königin Victoria und dem König Leopold keine politischen Besprechungen stattfinden in einem Augenblicke, wo die Lage Europa's jedenfalls eine sehr dclicate ist.
Großbritannien.
London, 8. August. Der „Standard" sagt über die Differenz Englands und der Vereinigten Staaten: „Obgleich die Frage wegen der Fischereien in der City vielfach besprochen wird, so bildet sich doch Niemand ein, daß der Streit anders als befriedigend enden werde. Wenn Bruder Jonathan bei der Präsidentenwahl tüchtig bramarbasirt hat, wird« sich die ganze Sache in einer den Interessen Großbritaniens, unserer Colonicen und der Vereinigten Staaten förderlichen Weise arrangiren. Es hätte unmöglich eine Schwierigkeit entstehen können, wenn nicht Lord Aberdeen den Schnitzer gemacht hätte, americanischen Bürgern als einen Act individueller Gefälligkeit die Erlaubniß zu gewähren, in britischen Wassern zu fischen, welche die Bestimmungen eines feierlichen Vertrages ihnen verschlossen. Was die Sendung britischer Kriegsschiffe nach dem Schauplatze des Zwistes betrifft, so war dies der einzige Weg, eine Kollision zwischen den britischen und americanischen Fischern zu verhindern, und kann von americanischen Staatsmännern in keiner andern Weise betrachtet werden. Diese Frage mit andern zusammenhaltend, glauben die Politiker der City nicht ungern, daß man gegen americani- sche Aggression seinen Stand genommen habe. Die Regierungen Frankreichs, Spaniens und Hollands haben längst mit sehr eifersüchtigen Augen den aggressiven Geist Americas betrachtet. In den Besitzungen der Königin Pomare auf den Sandwich - Inseln geht jetzt ein Kantpf vor, bei dem es sich entscheiden wird, wem das Uebergewicht zufallen wird, Frankreich oder America. Wir kennen alle die Einverleibnngspläne, welche in Canada, glücklicher Weise ohne Erfolg, discutirt wurden. Jeder Kaufmann, der mit Mexiko Handel treibt, weiß, daß die Vereinigten Staaten die Zwietracht in jedem Lande begünstigen, und daß wenn England, Frankreich und Spanien nicht interveniren, ganz Mexico absorbirt werden wird, und als natürliche Folge Cuba und die westindischen Inseln, sowohl die britischen als die französischen, dem unersättlichen Gebietsdurst als leichte Beute zufallen werden, welcher sich des Volksgeistes in America bemächtigt hat. Die Expedition nach Japan kann als ein neues Beispiel von Aggression, welches unsere Handelsnachbarn, die Holländer, sehr bc« unruhigt hat, angeführt werden."
Italien.
Rom, 4. August. Die königliche Regierung ließ bekanntlich durch den hiesigen Gesandten von Usedom wiederholt im Vatican Schritte thun , um dem Ex- Kriegsminister der römischen Republik, Calandrelli, Be. freiung aus seinem Gefängnisse in Ancona zu erwirken. Diese Verwendungen geschahen theils aus Rücksichten für seinen seit vielen Jahren zu Berlin lebenden greisen Vater, theils in Betracht mancher die Fehltritte des Gefangenen sehr mildernden Umstände. Wie man hört, soll Calandrclli's Entlassung aus Ancona jetzt beschlosen sein. Seine vielen hiesigen Freunde wollen heute sogar schon wissen, er sei bereits auf freiem Fuße.
Der „Allgemeinen Zeitung" wird gemeldet: Einige Zeit nach dem Einzug der Franzosen war der General der Dominicaner mit Tod abgegangen. Den Ordensregeln zufolge rüsteten sich die 22 Klöster zur Wahl ihres neuen Oberhauptes. Pius IX. aber ließ, man weiß nicht warum, ihnen sagen, es sei unnütz, daß sie zu einer Wahl schritten, denn er habe bereits den ehrwürdigen Pater Jandel aus der Provinz Frankreich dazu ausersehen. Diese Entscheidung erregte großes Aufsehen bei sämmtlichen religiösen Orden; die einen schrieben sie dem Haß gegen die Wahlformeu, die andern dem Einfluß Frankreichs zu. Pater Jandel kam aus der Freigrafschaft und trat an die Spitze der Klöster des Dominicancrordens. Allein seine Eigenschaft als Ausländer, seine Unkenntniß der italienischen Sprache, villeicht auch irgend ein Fehler seines Charakters verbreiteten die Unzufriedenheit in den Klöstern. Sie brach in Widerspänstigkèit aus. Als Pius IX. Nachricht davon erhielt, ergriff er strenge Maßregeln und setzte die Obern dieser Klöster, die verantwortlich find, als Begünstiger dieser Unbotmäßigkeit ab.
Siirkcr.
Smyrna, 26. Juli. Die Heuschrecken haben in der Umgegend bedeutende Verwüstungen augerichtet, namentlich in den Weingärten. In Vourla, Cesme, Alazzata, Samos haben sich ungeheuere Schwärme nie- dergelasien und bis jetzt ziemlichen Schaden angerichtet.