Die Oester. Gorrmelbet: De» zwischen ' Oesterreich und dem Fürstentb »»iLie chèe« stem zum Zwecke der Sims beziehung des letztere» in den s österrckbische»^ Steuer- . und ZollverbdnL -bcflWösfUe Vertrag bestellt ans 15" Artikeln und 7 Separatartikeln. Die wesentlichsten Be- stimmMM ?Mbcn W W^be; Mm 1. August 1852 «mgeHnge» wird die Zolllinie zwischen Liechten- ftem und Vorarlberg aufgehoben, der freie Verkehr zwischen Heider Stnâgedi^ten berge stellt und es bildet die Grenzlinie, welche das Firslenchum Liechtenstein von der Schweiz scheidet, die Zoülinie. Zur Vornahme des Zollverfahrens bestehen im Fürstenthum Liechtenstein die f. k. öfters. und fürstlich liechtensteinischen Zollämter zu Bendern und zu Balzeos. Das Fürstenthum wird in feiner ganzen Ausdehnung in den Grenzbezirk des gemeinsamen Zollgebiets einbezogen. Die für den vorarl- bergischen Grenzbezirk geltenden Bestimmungen finden auch auf den liechtenstemsschen Grenzbezirk Anwendung. Die Abänderungen des bisherigen vorarlbergischen Grenzbezirkes und die Bestimmung der Centratorgane und ihres Ueberwachungöbèzirkes im Fürstenthume Liechten- steiu wird nachträglich bekannt gemacht werden. Mit der ersten EinMrung dieser Gesetze und der hierauf bezüglichen Maßregeln ist eine aus Abgeordneten beider ReDhtWn zusamlnengesetztc Commisfiou mit dem Sitze in Vaduz beauftragt. Nach Beendigung ihrer Aufgabe geht die Berwakbmch der gemeinsamen Zölle, Staats- Mdnopoleg Verzehrungssteuern und Verbrauchsstempel für das Fürstenthum Liechtenstein an die k. k. Cameral- bezirksverwaltuug in Feldkirch über.
_ Im Mem Lager des preußischen Partieularismus herrscht fortwährend die größte Begriffsverwirrung. So fq^t die ministerielle Zeit: „Die preußische Politik ist stets eine deutsche chAvescu; der deutsche Bund mit der zu Fran^ürt tagenden Bundesversammlung stellt zwar eine politische Vereinigüng der deutschen Staaten dar, eine deutsche Einheit aber nicht, dazu gehört vor allen Dingen, und viel mehr noch als eine gemeinsame poli- tsschè Verfassung, eine Uebereinstimmung der commcrciel- len und Lewcrbilchen Interessen. So lange diese auS- einaudcr gehen, wird an engere politische Gemeinschaft, als sie der deutsche Bund darstellt, gar nicht zu denken fein". Nach allem Diesem sollte man meinen, die „Zeit" ziehe daraus den Schluß, daß ganz Deutschland, folglich auch Österreich, zu einer Vereinigung der materiellen Interessen gebracht werden müsse. Allein nein, statt dieser einzig vernünftigen Conclusion gelaugt das Blatt zu einem wahren salto mortale, zu dem Resul- tate, der^deutsche Zollverein, 1 als eine solche politische Vereinigung, müsse, natürlich mit Ausschluß Oesterreichs, erhalten werden. Dies ist entweder geradezu Unverstand odeOböser Wille.
Ein Correspondent der „Fr. P.-Z." aus Dresden bemerkt aus Aulaß der Mittheilung über die Abreise des Staatsministers Frhrn. v. Beust, daß die Gerüchte von einer inmitten der zu Darmstadt vereinigten Negierungen entstandenen Meinuiigsdifferenz und von etwaigen daran geknüpften Folgerungen vollständig unbegründet sind/ uno daß insbesondere, was diesfalls über Württemberg Stellung geäußert worden ist, dem Thatsäch- Ücheu-wideifpricht.
Die kleine Schrift von Nau über die Zolleinigung mit Oesterreich Weser bekanntlich ungünstig aus den freilich trivialen Motiven wegen Verschiedenheit der BÄ^rstäÄMe undt km "unglücklichen Lage der österreichischen Finanzen) wird nun auch von der „Austria" besprochen. Sie bemerkt am Schluss/: Wir behalten uns vor, Herrn Rau nach zehn Jahren wieder einmal an diese Brochüre erinnern zu dürfen. Für den Augenblick geben wir ihn: zu bedenken — Autorität^ gegen Autorität — das Nebemus bereits 1835 in seinem Buche über den Zollverein S. 287 den An- schlich Qesterrrrchck nicht für unmöglich hält, und der geniale Verfasser des berühmten Minoritätsberichts in der ^TreiteTT badischen Kammer über Badens Anschluß an den Zollverein, Herr v. RegeMuea. es ist, der jetzt wieder an der Spitze des Maates die hcnlige badische Handelspolitik geleitet HE."
Deutschland.
tt Wiesbaden, 3. August. (Assisenverbaudlung gegen den Pfarrverwalter Joh. Georg Lang von Niedergladbach . wegen Verleitung zum Meineide.) Der Angeklagte wurde von den Geschwornen für nicht schuldig befunden und von dem Asstsenhofe frei gesprochen.
chch Wiesbaden, 4. August. (Asfisenverhandlung gegen Johann Faust von Eltville wegen Diebstähle.) Johann Faust, seiner Angabe nnch 38 Jache alt, Leinweber, ist an geklagt, in der Nacht vom 22. auf den 23. September- entweder allein oder in Verbindung mit Mecheren in dem -Hofe der Wittwe des Martin Raas zu Niederlahnstein, dieser, dem Jeh. Loock, Ant. Ems und der Kath. Kron von da gehörige Kleidungsstücke und Wäsche im Werthe- vvn 45 fl. 47 fr., ferner von dem Speicher der Wittive des Johann Bode ebenda aus einer von ihm gewaltsam geöffneten Kiste Wäsche und Kleiber im Werthe von 20 fl. 18 kr. 2 Pf. gestohlen zu haben.
Joh. Faust ist der,Sohn des Vagabunden Edmund
Faust/ und während des Her, „ in es Vaters irgendwo Md- irgendwcmn 'geboren. Anscheinend ist der-^ selbe bis zu seinem 7te» oder 8 teil Jach mit seinem MkK muchergèzWn , und wurdchdann in Eltville auf Kosten des Hospitalfondes untergebracht.
Wegen 'fttires ' scbtâen Besorgens wurde derselbe beiläufig iP (3. Jahre sâst Suters auf unbestimmte Zeit ins Eorreetionschus, von dort entwichen , auf 1 Jahr in das Zuchthaus gethan. Nach Verbüßung dieser Strafe kam er wieder in das Correctioushsus, von dort entwich er und wurde abermals ius Zuchthaus ab- geliefert. Nach Entlassung dieser Strafe wurde er Soldat. Im 1.1827 wurde er wegen Diebstahls und Entweichung aus dem Gefängniß zu 5 Jahren Zuchthaus verurtheilt. Im Zuchthaus kam er wegen Brandstiftung in Untersuchung, wurde jedoch von der Instanz entbunden. Im Jahre 1833 wurde er wegen Diebstahls mit Einbruch und Verwundung eines.Menschen zu 3 Jahre Zuchthaus verurtheilt, im Jahre 1837 wegen vieler Diebstähle untersucht, jedoch von der Instanz entbunden ; im Jahre 1840 wurde er abermals wegen Diebstahls zu 3 Jabreu Zuchthaus verurtheilt. Im Jahre 1845 stand er wegen Diebstahls und Entweichung aus dem Amtsgefäuguiß in Untersuchung, wurde geisteskrank und in's Irrenhaus gebracht. Stach seiner Heilung verbüßte er die ihm damals züerkannte Correctionshausstrase von 3 Monaten. Seit dem Jahr 1847 ist er wiederholt wegen Landstreicherei, wegen Ausbruchs aus den Ge- fäiignissen bestraft und war er in Untersuchungen wegen Diebstähle verwickelt.
Die Afsisenverhändlimg leitet Assisenpräsidevt F l a ch; als Staatsprocuratvr fungirt Staatsprocurator Reich- manu, als Vertheidiger des Angeklagten Procurator Dr. Leisler junior.
< Biebrich, 3. August. Sicherem Vernehmen nach werden Sr. Hoheit der Herzog auf kurze Zeit sich nach Wildbad begeben.
In den nächsten Tagen werden Ihre Fürstliche Durchlaucht bre Prinzessin Maria von Neuwied in Wiesbaden zum Gebrauche der Kur eintreffen. (Dem Vernehmen nach ist Ihre Durchlaucht bereits hier ciu- getroffen.)
bt Dillenburg, 2. August. (Assiseuverhaudlung gegen Christian Jung von Jrintraudt, Lumpensammler und Steinguthäudlcr, wegen Diebstahls. — Präsident: Hofgerichtsrath v. Reichenau; Staatsanwalt: Staats- procurator Lautz; Vertheidiger: Procurator Schenk.) Christian Jung von Jrmtraudt, Lumpensammler und Sttinguthändler von Gewerbe ist angeklagt, am 12. und 13. Apul d. I. mittelst Einbruchs in Leu Keller und von da in Las obere, zu Lieser Zeit jedoch unbewohnte, Wohngebäude der Wittwe des Philipp Rüppel von JMftaudt eingestiegen zu sein und sich dorten mehrere Kleidungsstücke, im Werthe von 7 fl., widerrechtlich zugeeignct zu haben. Der Angeklagte leugnet diese Thatsache nicht, schützt nur allzu große Noth als Veranlassung hierzu vor. Von den Geschwornen für schuldig erklärt, wurde er zu einer Correctionöhauöstrafe von vier Monaten, zum Ersatz von 89 fl. 26 kr. Kosten und zur Entschädigung. Ler Bestohlenen verurtheilt.
Frankfurt, 3. August. (Kass. Ztg.) Die in der hohcu Bundesversammlung vom 24. Juni b. J. von dem Ausschuß in Militäraugelegenheiteu in Bezug auf die Lösung des Dienstverhältnisses der mit Patent der vormaligen obersten Bundesbchörde ohne Vorbehalt im Dgenste'der vormaligen deutschen Flotte äugest elltcu Offiziere und Beamten gestellten Einträge erhielten in der am vergangenen Donnerstag stattgefundenen Sitzung der hohen Bundesversammlung bie' allseitige Genehmigung. Diese Anträge gehen dabin, zu beschließen: 1) daß das Dienstverhältniß der mit Patent ohne Vorbehalt augestellten Offiziere und Beamten Ler Thuine, in Anbetracht der verfügten Auflösung der deutschen Flotte für gelöst zu erachten fei, daß jtzdoch'dteselbcu, insofern sie bis zu vollzogener Ver- äußenrrrg des Flottenmaterials ihre Dienstleistung, soweit nöthig, fortzusetzen haben, die normmäßigen Bezüge bis zur Beendigung deck Dienstes beizudehalten hätten, 2) jedem derselben von dem Tage an, mit welchem das Ende seines Dienstes eintreten wird, den Nouactiv-Gehalt der von ihm bekleideten Stelle für die Dauer eines Jghres noch verabfolgen zu lassen, mit der Aufforderung indessen, innerhalb dieser Frist einen anderweitigen Erwerb zu suchen; 3) bezüglich derjenigen Offiziere endlich, welche innerhalb dieser Frist ein Unterkommen nicht finden und fernere Unterstützung uaMuchen sollten, weitere Beschlußnahme, namentlich auch bezüglich der Art unb des Maaßes einer etwa' noch zu treffenden Fürsorge, vorzubehalten. Der von dem vormaligen RcicbSminlsteriuin am 16. März 1849 festgestellte allgemeine Besoldungsetat über die Gehalte der im Dienste der deutschen Flotte Angestellten hat drei Abstufungen von Gehalten, nämlich Gehalt nornürt in See, Gehalt im Landdrenste und nonactiven Gehalt, von welchen meistentheils der letztere die Hälfte und der zweite Dreiviertel des ersten beträgt. Stach einer genauen Berechnung der Ronactivitäts-Gehaltc der hier in Betracht kommenden Beamten würden dieselben für das bewilligte Jahr 15,000 Thaler betragen.
Darmstadt, 2. August. Bei dem großherzvgl. Miisisterium der Justiz lief unlängst ein Begnadigungs
gesuch .für Johann Stauss, den Mörder bet Gräfin Görlitz, ans Nordamerica ein, und zwar von einer ba= bin Mtzgewanderten, angeblich ihmchnnAudten Familie SMiitz, welche seine Freflasfuitg mit dem Erbieten befürwortet haben soll, daß sie sowohl für ihn, als auch für seine hier zurückgebliebene Geliebte die Kosten der Auswanderung nach Nordamerca bestreiten/ wolle; wobei sie zugleich das lebhafteste Interesse für letztere -an den,Tag legte, indem weiter vvrgestellt wurde, daß- diese Person bei längerer Haft ihres Liebhabers das Opfer eines ihre Gesundheit untergrabenden Kummers werden würde. Man hatte dadurch das Mitgefühl der höchsten Staatsbehörde zu erregen gesucht, wie noch durch einige andere Momente, die hier füglich unberührt bleiben können. Dieselbe sah sich hierdurch veranlaßt, das aus Nordamerica gekommene Begnadigungsgesuch dem großh. Staatsanwalt zur Berichterstattung zugehen zu lassen. Bei genauerer Untersuchung geigte sich jedoch bald, daß besagtes Gesuch aus Siordamerica wirklich hierher gesendet, aber nicht dort, sondern unzweifelhaft hier geschrieben worden war, und daß die angeblich untröstliche Geliebte des Stauff sich unterdessen anderweit wieder zu entschädigen gewußt hatte. Der Erfolg war, daß, wie nicht anders zu erwarten, die nordamericanische Petition lediglich zu den Acteu genommen wurde.
Darmstadt, 29. Juli. Inhaltlich der letzten Nnnimer des Großherzoglich Hessischen Regierungsblattes vom 27. b. M. sind im Laufe des zweiten Quartals d. I. nicht weniger als n e u n Vermächtnisse, Schenkungen oder Stiftungen zum Vortheile katholischer Kirchen bestätigt worden, darunter auch eine Schenkung an die Muttergvttcskapelle zu Dieburg zur Stiftung von Resenkranzmesseu. Liegen in solchen statistischen Belegen nicht Zeichen der Zeit? fragt das „Hessische Volksblatt?" — Gewiß m3 ohne allen Zweifel, sagt das Mainzer Journal, unb wir können die Herren Demokraten nur bitten ähnliche „Zeichen" von sich zu geben. Bis jetzt hat indessen noch kein Mensch etwas von demokratischen Stiftungen und Opfern gehört, die guten Bürger verstehen sich bloß, wie sie in Baden und der Pfalz bewiesen, aufs Einsacken!
Vom Hardtgebirge, 1. August. (M. I.) Leider soll die glänzende Aussicht, die unsere Winzer auf den kommenden Herbst hatten, durch eine traurige Erscheinung getrübt werden. Die Reben werden seit zwei Tagen mit jener fatalen Traubenkrankheit heimgesucht, deren Auftreten vor mehreren Wochen schon in Oberitalien, in Südtyrol und im südlichen Frankreich übereinstimmende Zeitungsberichte meldeten. Voriges Jahr zum ersten Male vereinzelt und unbedeutend in unserer Pfalz^ erscheinend hat sie dieses Jahr durch ihre Ausdehnung wie Intensität gleich bei ihrem ersten Auftreten allgemeine Aufmerksamkeit und Seforgniger^ regt. Nicht blos wie früher die Malvasier, sondern fast alle unsere Traubensorten, besonders die Oesterreicher und Gutedel, sind dieses Jahr die Träger dieser neuen Menschenplage; an den Rißlingeu und Traminer zeigen sich bis jetzt nur vereinzelte Spuren; die Krankheit selbst erscheint wieder in der alten Form; zuerst bräunliche, rostfarbige, erbsengroße Flecken am Rebholz in größerer Anzahl, nach einigen Tagen schwärzliche puuctirte Flecken an beii einzelnen Beeren, die gleichzeitig mit einen: aschfarbigen, mehr ober weniger dichten Schimmel überzogen werde». Derselbe Schimmel überdeckt die Traubenblätter, besonders a» ihrer unteren Fläche, unb gibt ihnen ein graugrünliches Ansehen; ohne Mühe läßt er sich abftreifen und zu einem grauen, feuchte» Pulver von widerlichem Modergeruch sammeln. Die Traubenstiele, ebenfalls mit diesem grauen Pulver bestreut, habe» ihrL Glätte und Saftsülle verloren und sind eilige» schrumpft; jede einzelne Traube fleht verwelkt aus. An manchen Stellen ist das Uebel so heftig, daß man schon in einer Entfernung von mehreren Schritte» das Vorhandenfein der Krankheit an beut eigenthümlichen Modergerüche erkennen kann. Bis jetzt konnte man keine veranlassende Ursache ausfindig »rachen, weder die Qualität des Bodens, noch die Traubensorte, noch die klimatische Lage des Wingerts, noch die Witteruugsver- Hältnisse finb Schuld daran. Voriges Jahr schrieb man Alles bem naßfeuchten Wetter zu; heuer, wo die größte Trockenheit und Wärme herrscht, zeigt sich das Uebel in vergrößertem Maßstabe.
Speyer, 1. August. (Pf. Z.) Gestern wurde hier ein auf der Werfte des Hrn. Baumeisters Hasselberger erbautes Seeschiff — meines Wissens das erste am Oberrhein gefertigte — vom Stapel gelassen. Auch König Ludwig, Königin Therese, der Großherzog und die Großherzogin von Hessen nebst Gefolge wohnten auf ergangene Einladung diesem Schauspiele an. Die Zuschanertribüne war jedoâ) so überfüllt, daß sie unter der Last zusammenbrach, wobei mehrere Personen leicht verletzt wurden. Auch die Großherzogin Mathilde von Hessen hat eine, jedoch glücklicherweise nur ganz unbedeutende -Quetschung erhalten.
Müttthen, 31. Juli. Wie ziemlich bestimmt verlautet, sagt die „A. Abdz.", wird in nächster Woche der Hr. Erzbischof Graf Roisach aus Rom hier eintreffen und Graf Spam, der bayerische Gesandte zu Rom, gleichzeitig mit dem Herrn Erzbischof auf Urlaub hierher kommen. Einige wolle« wissen, Graf Spam sei hierher beordert.