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Anlässe ans dem Munde der höchsten Herrschaften, be­sonders von Sr. Hoheit dem Herzoge, die verdiente Würdigung dieses prachtvollen Gotteshauses bis fast in die kleinste Einzclphèit zu vernehmen, so ward diese Freude dadurch noch besonders erhöbet, daß diese laut ausgesprochene Würdigung zugleich die Beseitigung meh­rerer baulichen Mißstände, die dem Blicke des Herzogs ebenfsCS-nirbt entgangen sind, zur Folge haben soll. Obsckvn dem höchsten Wunsche entsprechend keinerlei Empfangsfeierlichkeiten, welche die unerfreuliche Er- fabrnng der letzten Zeit als ein keineswegs zuverlässiges Zeichen der Lokalität hat erscheinen lassen, veranstaltet worden waren, 's? zeigte doch der Theil der Bevölkerung von.Limburg, der von der Anwesenheit Ihrer Hoheiten des Herzogs und der Frau Herzogin Kunde erhalten und in der Eile sich versammelt hatte, in seiner ganzen Haltung, daß aufrichtige Ehrfurcht und Liebe gegen das Herrscherpaar ihn erfülle.

Montabaur, 24. Juli. Heute feierte auch die hiesige Stadt den Geburtstag Sr. Hoh. des Her­zogs, nachdem schon am Vorabend dieser Festtag mit Salvenschüssen und Glockengeläute begrüßt worden. Am Morgen dieses Tages präcis 9 Uhr begann das Fest mit einem Hochamte; nach Beendigung desselben bewegte man sich in einem großen Zuge auf das Schloß in den geräumigen Seminarsaal. An der Spitze des Zuges befand sich die städtische Musik, daran reihte sich die Schuljugend, sodann folgten die Seminaristen mit ihren Lehrern, dann einzelne benachbarte Geistliche und viele Lehrer, sowie einzelne hiesige Bürger.

Im Seminarsaale angelangt, eröffnete das Musik­corps durcb ein passendes Tonstück das daselbst ange­ordnete Concert; nach Beendigung dieses Tonstückes trugen die Seminaristen unter Leitung des Hrn. Mn- siklehrcrs Meister eine schöne Motette (Gott ist nicht ferne rc.) vor, nach deren Beendigung Hr. Professor Link ein kurzes Gebet, ganz der Feier des Tages ent­sprechend, ans einem Buche vorlas. Darauf folgten Declamationen von Seiten der Seminaristen und eine Rede des Hrn. Seminarlebrers Gaffer.

Die Feierlichkeit im Seminarsaale schloß Mittags 12 Uhr mit der Absingung des Nassauischen National- liedes.

Nachmittags nach 3 Ubr erschienen die Seminari­sten, sowie die Bürgermusik wieder auf dem Schlosse und nun bildete man einen Zug, um sich in die Gar- tenwirthschaft des Hrn. Schlemmer zu begeben. Unter Harmonremusik und Gesang, verbunden mit Böllerschüs­sen und Toastausbringungen aus das Wohl Sr. Hoheit des Herzogs verstoß der festliche Tag.

\7 Bab-Ems , 25. Juli. Das Geburtsfest un­seres gnädigsten Landesherrn wurde am Vorabend durch Fackelzug, Zapfenstreich und Böllerschüsse, am Fest­tage selbst durch große Militärmusik, einen Ball zum Besten der Armen, und Illumination des Cursaals und der Anlagen gefeiert.

Y Bad-Ems, 26. Juli. Gestern trafen Ihre königliche Hoheit die Frau Herzogin Mutter hier ein, um den höchsten Württcmberg'schcn Herrschaften dahier einen Besuch abzustatten. Kaum war übrigens Ihre königliche Hoheit im Curhaus abgestiegen, als sie schon von einem -Besuch des Kronprinzen und der Kronprin­zessin überrascht wurden.

Dio. am 24. d. M. ausgegebene Curliste zählt 3624 Nummern. Unter den neu Angekommen befinden sich: Graf Gourguw aus Paris, Graf Narcilac, Prinz und Prinzessin von Hohenlohe aus Oehringen, Ba­ron von Ungarn-Sternberg aus Kurland. Zu den Künstlern sind hinzugekommen: Madam Dreyfus mit- ihrem Orgue-Melodium aus Paris, die berühmte Sängerin Cruvelli (eidevant Crüvell aus Bielefeld), und der ausgezeichnete Hoskapellmeister Lübeck aus dem Haag.

^Hachenburg, 25. Juli. Vorgestern Abend kündigten Böllerschüsse und Glockengeläute die Feier des gestrigen Geburtstages Sr. Hoheit des Herzogs an, wornruf ein Zapfenstreich, ausgeführr von der Musik des hiesigen Schützencorps, folgte.

Gestern Nachmittag war Harmonie- und Tanzmusik im Schützengarten, wozu die Vorstände des Schützen­corps und der Casinogesellschaft im Kreisblatt eingela­den hatte. Gegen 8 Uhr Abends zog die ganze Ge­sellschaft, Damen und Herrn, die nassauische.Fahne und eine zu der Feier engagirte Musikbande an ihrer Spitze, in den Schloßsaal, wo ein improvistrter Ball abgehal­ten wurde. Lon dem Schützenhauptmann und" dem Herrn Bürgermeister wurden Toaste auf das Wohl Sr. Hoheit des Herzogs, Ihrer Hoheit der Frau Herzogin, des Erbprinzen und das Herzogliche Haus, ausgebracht.

Der Wunsch, Ihre Hoheiten möchten unsere Stadt, gleichwie sich unsere Nachbarstädte dessen schon mehrfach zu erfreuen hatten, recht bald mit Höchstihrcm Besuche beglücken r ist hier allgemein und es ward ein solcher auch bei dieser Gelegenheit wieder laut ausgesprochen.

Weilburg, 25. Juli. Heute gegen Abend habe» wir den Professor Mencke, welcher ander Aus­zehrung im zivet und fünfzigsten Lebensjahre gestorben, zur letzten Ruhe geleitet. Seine Schüler sangen ihm iw das Grab hinein das:Ruhe sanft", und die all­gemeine Betheiligung an seinem Leichenzuge war eine sehr starke; denn sein ehrcnwcrther Charakter war all-

gememein geachtet. Sein Tod wird im ganzen Lande Theilnahme finden, da er seit einem Vierteljahrhundert durch seine berufstrene Wirksamkeit an den Gelehrten- schulen zu Wiesbaden, Dillenburg, Hadamar und Weil­burg, sowie durch seine sich stets gleichbleibeude Behand­lung seiner Schüler sich die feste Anhänglichkeit der Jugend gewann. Obgleich die ihm todtlich gewordene Krankheit sich erst vor Kurzem und dann überraschend schnell entwickelte, so war er doch schon seit einigen Jahren nicht mehr im Besitz seiner früheren Kraft, die sich oft zu genialer Geistesthätigkeit steigerte und durch erleuchtende Gedankenblitze überraschte. Im feineren Detail der Philologie von Manchem überragt, wußte er doch die ihm anvertraute Jugend in den Geist des Alterthums cinzuführen; denn es lag in seinem eigenen Charakter, ein antikes Element, so fest und gediegen, daß es manche moderne schwache Seele erschrecken mochte, welche Gelegenheit hatte, in dieses tiefe, reiche Gemüth hineinzuschauen. Zu verschiedenen Zeiten hat er mit Beifall Geschichte gelehrt und bei seiner Berufung nach Weilburg eine sehr anregende Schrift über den Ge­schichtsunterricht auf Gymnasien verfaßt. Auf den er­sten Entwickelungen der Hegel'schen Philosophie fußend und durch die großartige Dialektik derselben in seinem geistigen und gemüthlichen Leben in den Jahren seiner jugendlichen Entwickelung gefördert, huldigte er einem entschiedenen Conservatismus in staatlichen Dingen, wußte schonungslos nachzuweisen, warum Licblingsbc- strebungen der Zeit scheitern mußten, ebenso kurz und schneidend, wir möchten sagen, orakelmäßig aber auch die Gebrechen aller Parteien aufzudecken. Auch in der Naturgeschichte gab er Unterricht. Zwar hatte er nicht die ausgebreitete und gründliche anatomische und phy­siologische Bildung, welche die Neuzeit von einem Lehrer der Naturgeschichte zu fordern geneigt ist; aber obgleich er nicht unbewandert darin war, machte er doch auch selbst keinen Anspruch auf den Schein solcher Kenntnisse; sondern unterzog sich aufopferungsvoll einem solchen Unterricht nur dann, wenn kein anderer Lehrer vorhan­den war, der ihn ertheilen konnte; denn da in unserem Schulwesen seit Menschenaltern diejenigen Lehrer haupt­sächlich geehrt und gefördert wurden, welche sich vor­zugsweise mit den classischen Studien beschäftigten, so war es ganz natürlich, daß sich zuweilen in einem gan­zen Lehrercollegium kein einziger Mann befand, welcher den naturwissenschaftlichen Unterricht in entsprechender Weise ertheilen konnte. Karl Mencke wußte ihn, wenn er ihn einmal übernommen, durch seine reiche gemüthliche Naturbeobachtung, besonders was die psychologische Seite der Thierwelt anlangt, der Jugend anziehend zu ma­chen; denn dieses tiefe und innige Leben in und mit der Natur war eine der liebenswürdigsten Seiten seines Charakters. Sein Herz war erfüllt von einem hohen und starken Sinn für Freundschaft, wie wir dies selten gesehen und wie es auch überhaupt in der modernen Welt nur ausnahmsweise vorkommt. Der selige Ans­bruch seines liefen, reichen Gemüthes im Freundeskreis war oft rührend schön.

Nach allem diesen wird von selbst einlenchten, daß ein solcher Charakter für ein tiefinniges Familienleben wie geboren sein mußte. Und so war es auch. Seine Familie war ihm das Reich des irdischen Glückes. Nicht bloß war er das liebevolle Haupt der von ihm selbst gegründeten Familie, sondern auch ein treues Glied des würdigen Familienkreises, aus welchem er selbst hervor­gegangen. Was einmal in diesen Blättern als allgemeine Sitte gewünscht wurde, nämlich regelmäßige Familien- znsammeukünfte, das verwirklichte er mit seinen Brüdern und Schwägern in jedem Jahre einmal. Von der Re­ligion machte er nicht viel Worte; aber im Glück liebte er wie ein dankbares Kind den Schöpfer aller Dinge und im Unglück wußte er mit starkem Sinn und erge­benem Gemüth die waltenden Mächte der Vorsehung still zu verehren und die rätselhaften Geschichten mit ahnungsvollem Glauben für sein ewiges Heil zu deu­ten. Dieser edle Geist ist nun dahingegangen, ohne seine jammernde Familie so versorgen zu können, wie es seine reiche Gatten- und Vaterliebe oft vom Him­mel erflehte. Sein thränenbenetzter Grabhügel sei ihm leicht!

2 Cleeberg, 25. Juli. Heute wurde auch in unserem stillen Cleeberg der hohe Geburtstag unseres geliebten Landesvaters auf einfache Weise kirchlich ge­feiert, nämlich durch eine auf dieses hohe Fest bezügliche Predigt, sowie am Schlüße des Gottesdienstes durch das Absingen des von der Schuljugend besonders zu diesem schönen Zwecke recht gut eingeübten herrlichen Liedes;Heil unserm Herzog, Heil" rc. Wohl wäre es zweckmäßiger gewesen, wir gestehen es gerne zu, den 24. Juli durch diese hohe Feier auszuzeichnen, wenn nicht die Besorgniß vorgelegen, daß Manchen die allzu­sehr drängenden Arbeiten an der Theilnahme verhindert hätten.

^5 Dillenburg, 25. Juli. Auch hier wurde der Geburtstag unseres allverehrten Landesfürsten auf eine entsprechende Weise gefeiert. Schon am Abend vorher verkündeten Geschützessalven den bevorstehenden hohen Tag. Am Morgen früh spielte das hier noch aus dem Jahre 1848 her bestehende Bürgerwehr - Mustkcorps außerhalb der Stadt auf einer Anhöhe einige passende Stücke und zog nach Beendigung spielend durch die

Stadt. Am Nachmittag fand in dem Gasthofe zum Hirsch ein Festessen und am Abend in eben demselben Locale ein sehr zahlreich besuchter Festball statt, der erst gegen Morgen des andern Tages endete.

Mannheim, 26. Juli. (Mannh. I.) Herrn C. G. Green'S gestrige Luftschifffahrt mit dem Ballon Kontinent" war eben so angenehm, wie die vorherge­hende. Herr Green war von zwei Herren begleitet, der Ballou nahm zuerst die Richtung gegen Heppenheim, nahm aber in einer höheren Luftschichte eine westliche Richtung und senkte sich in der Nähe von Worms.

Hechingen. (H. T.) In der Nacht vom 24. auf den 25. d. M. sollte Dr. Rösler aus Brackenheim von Balingen aus per Post und mittelst eines Civil- conducteurs nach der Festung Asperg gebracht werden, um daselbst eine Freiheitsstrafe zu erstehen. In dem königl. preußischen Orte Steinhofen ließ Dr. Rösler die Beichaise, in welcher er fuhr, halten und versicherte den Eivilconduckeur, augenblicklich wieder einzustcigen. Wer aber nicht wieder einstieg, war Dr. Rösler. Diese Flucht scheint nach Gerüchten ebensowohl vorbei eitet und unterstützt gewesen zu sein, wie diejenige des Rös­ler von Oels.

Stuttgart, 25. Juli. Ihre königlichen Majestä­ten find diesen Morgen durch die Geburt einer Enkelin erfreut worden, indem heute früh um halb 5 Uhr die Prinzessin glücklich entbunden wurde. Die Mutter und das Kind befinden sich so wohl, als cs den Umständen nach möglich ist.

Kassel, 26. Juli. Als Abgeordneter für die Ritterschaft der Grafschaft Schaumburg mit den Stif­tern Fischbeck und Obernkirchen ist Hr. v. Münchhausen heute in die erste Kammer getreten.

Coblenz, 24. Juli. Gestern Abend traf General Lamoriciere auf seiner Reise nach Wiesbaden hier ein und wird einige Tage bei uns verweilen, um unsere Fortistcationen in Augenschein zu nehmen. Sie werden ihm aufs bereitwilligste gezeigt. Der berühmte General hat seine Familie bei sich und schrieb sich in das Frem­denbuch alsproscrit francais ein.

Hannover, 21. Juli.Augsb. A. Z." Es geht das Gerücht, am vergangenen Sonntag sei der preußische Minister von Bodelschwingh einige Stunden hier gewesen, und habe mit dem Herrn Ministerpräsi­denten v. Schele conferirt, auch sollen der diesseitige Bundestagsgesandte v. Bothmer und der Landdrost v. Lüttken zu Osnabrück berufen sein.

Hamburg, 24. ßuli. Der Capitän des han­noverschen Dampfschiffes, welcher den jüngst von uns gemeldeten Conflict mit dem WachtschiffElbe" hatte, und sich der Arretirung widersetzte, wurde beim Anlegen in Altona von dem dortigen Poltzeinnmster (tT 'M Geldstr afe von 20 Thaler condemnirt. Zwei junge Leute von hier, der Sohn eines unserer ersten Expor­teurs und dessen Commis, nebst einem befreundeten Schiffscapitän, welche in einer Jolle auf der Elbe fuh­ren und das LiedSchleswig-Holstein sangen, wurden von einem vom WachtschiffElbe" abgesandten mit 12 Mann besetzten Boot augehalten, arretirt und vom Polizeimeister in Altona zu vier Tagen Arrest bei Was­ser und Brod verurteilt.

Berlin, 27. Juli. Wie dieVoss. Z." erfährt, ist das Wahlgesetz zur ersten Kammer erst im Laufe des folgenden Monats zu erwarten, da es noch nicht in allen Einzelheiten endgültig sestgestellt ist, sondern erst noch eine schließliche Berathung im Staats-Mini­sterium erfahren dürfte, bevor es Sr. Maj. dem Könige zur Sanction vorgelegt wird. So weit möglich, sind die historischen Verhältnisse der einzelnen Laudestheile bei Feststellung der Wahlbezirke berücksichtigt. Die Wahl der dreißig Abgeordneten, welche von den Gemeindevor- ständen der größeren Städte gewählt werden sollen, ist auf 25 Städte vertheilt, da man einigen Städten, we­gen ihrer größeren Bevölkerung oder aus anderen Grün­den, die Wahl mehr als Eines Abgeordneten zuzugc- stehen für angemessen erachtet hat.

Ueber die preußischen Verhältnisse stellt der Lloyd" die folgenden Betrachtungen an: Dieconserva- tive Partei in Preußen befindet sich in einem kläglichen Zustande. Nicht gedrängt von einer mächtigen Gegen­partei, von keiner augenblicklichen Noth zusammengchal- ten, hat sich dieselbe in eine Anzahl von Factionen zer­splittert, welche sich unter einander wüthend befehden, welche keine Farbe halten und eben so wenig Treue für Principien wie für Personen an den Tag legen. Ein­mal war-Hr. v. Bethmann-Hollweg ein Kreuzzei­tungsmann. Einmal war die Kreuzzeitung ein Apolo­get für Hrn. V. M anteuffel. Aber der erstere hat jetzt in seinem Organe gegen die Kreiszeitung Alles sagen lassen, was es Ehrenrühriges und Gehässiges auf der Welt geben kann. Und die letztere spricht von Hrn. V. Manteuffel, dem noch übrig gebliebenen Haupte des Novemberministeriums, mit derselben Geringschätzung und mit demselben Hasse, wie einst von den Herren Camphausen und Hansemann. In diesem häßlichen Kampfe treten persönliche Interessen überall in den Vordergrund und in einem nur schlecht verdeckten Hin­tergründe schlüpfen durch Hinterthüren und bewegen sich auf Hintertreppen allerlei Gestalten, welche mehr oder weniger die Fäden der Begebenheiten in ihren Händen halten. Das Schauspiel ist, wie jedes Jntrigucnstück,