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Products nach Preußen abgesetzt und Preußen würde im Falle seiner Jsolirung zum Besten seiner Bewohner mit einer chinesischen Mauer umgeben werden), während 'inan im Diorben die süddeutschen Producte durch fran­zösische Weine und americanische Tabaksblätter leicht zu ersetzen vermochte, auch für die Erzeugnisse einheimischen Kunstfleißcs überseeische Märkte suchen könnte. (!)

Die Arroganz, mit welcher die preußische Presse sortivahrend in Bezug auf gewisse verdrehte^Behaup­tungen auftritt, die Leichtigkeit, mit welcher sie die öf* fentliche Meinung zuzustutzen sucht, kann zwar, so schreibt dieFreim. Sachsen-Zeitung" bet dem Charakter der preußischen Presse im Allgemeinen nicht Wunder neh­men, muß aber doch bei Jedem, der dem Geiste und der öffentlichen Meinung der deutschen Nation eine höhere Bedeutung zuschreibt, Unwillen erregen. Sind die Herren Artikelschreiber in Berlin etwa der Ansicht, es glaube noch irgend ein vernünftiger Mensch im deut­schen Lande an ihre Phrasen? Die Zeit ist vorbei, be­sonders seitdem man gesehen hat, daß die preußische Presse cs versteht, nach Zeit und Umständen die einan­der widersprechendsten Dinge zu vertreten. Ob dies das Widerspiel einer gewissen Politik, wollen wir heute nicht untersuchen; so viel aber steht fest, daß Das, was die preußische Preffe unter dem Deckmantel des Nationalintcrcsfe vertheidigt, nur so lange vertheidigt wird, als die preußische Separatpolitik unter diesem Deckmantel ihre Rechnung zu finden glaubt. Ist Das nicht mehr der Fall, so kann man auch einen anderen Ton auschlagen, und die deutsche Nation, die den Schein für baare Münze nimmt, hat dann nur noch das Zu- schen. Die deutscheReichspolitik" wurde so lange vertheidigt, als man die Vorstandschaft des Reiches nach Berlin verlegen zu können glaubte. Die irregeführte Nation wandte ihre Sympathieen Preußen zu. Als aber die Sache im Sinne der preußischen Sonderpoli- tik nicht mehr vorwärts wollte, schlug man um, und die getäuschte Nation hatte das Zusehen. Später wur­den die aufrichtigsten Vorschläge zur Stärkung der deutschen Bundeseinheit gemacht; allein diese Vorschläge wurden, weil sie nicht ausschließlich im Sonder interesse Preußens lagen, zurückgewiesen. Preußen suchte sich der Bestrebungen der deutschen Nation zur Gründung einer deutschen Flotte zu bemächtigen, indem cs sich als den Leiter der Idee hinstellte. Als es sich aber bet- ausstellte, daß man keine Rcichsflotte unter specifisch- preußischer Vorstandschaft, wohl aber eine deutsche Bun- desflotte, im Interesse Aller und Jeder, gründen wolle, da schlug man lieber um, als dem Bedürfnisse der Na­tion und des Landes zu entsprechen. Tae getäuschte Nation hatte wieder das Zusehen. Jetzt erleben wir das Aergerniß, daß die deutsche Flotte in öffentlichen Blättern ausgeboten wird. Die deutsche Nation weiß aber, Wen sie als die Ursache davon zu betrachten hat. Jetzt erzählen uns preußische Blätter, wie nur die Er­haltung des Zollvereines von der preußischen Politik bezweckt werde, und die mitteldeutschen Staaten werden dabei behandelt, als ob sie den Zollverein sprengen wollten. Ganz die Verkehrtheit der verflossenen Jahre. Will Preußen die Erhaltung des Zollvereines? Preu­ßen hat den Zollverein gekündigt und dadurch ausge­sprochen, daß es zum Zollvereine nicht mehr gehören, daß es den Zollverein seinerseits sprengen wollte. Wol­len die mitteldeutschen Staaten eine Sprengung des Zollvereines? Sie sind zusammengetreten, um ihrerseits den Bestand des Zollvereines zu sichern. Will ester- reich die Sprengung des Zollvereines? Die Wiener Entwürfe setzen den Bestand des um den (Steuerverein vergrößerten Zollvereines voraus. Es wird also weder von Oesterreich, noch von den mitteldeutschen Staaten eine Sprengung des Zollvereines beabsichtigt. Die Er­haltung des Zollvereines liegt in den Händen der preußischen Regierung, und der Weg dazu ist der einfachste, wenn Preußen den Zollverein überhaupt er­halten will. Preußen will aber den Zollverein nicht rrleiten, wenigstens nur bedingt, und zwar in dem ei­nen Falle, wenn die preußische Separatpo­li t i k ihre R ech nu n g dabei findet. Die mit­teldeutschen Staaten werden aber nicht Lust haben, durch einen unbedingten Anschluß an das Neue, den Eeptembervertrag, den Preußen hinter ihrem Rücken abzuschließen beliebt hat, ihre handelspolitische Mediati- firung selbst zu erklären. Eine solche Anforderung an einen souveraiucn Staat zu richten, würde einem ver­nünftigen Menschen auch nicht ciufallen können. Und die Folge davon? Sie liegt eben so nahe, wie die Mo­ral: die preußische Separatpolitik findet in der Erhal­tung des Zollvereines ihre Rechnung nicht mehr, folg­lich sprengt Preußen den Zollverein seinerseits, es läßt den Zollverein fahren. Und die deutsche Nation? Sie ist wieder getäuscht worden, m d in Bezug auf die Sache selbst hat sie das Zusehen wieder, gerade wie bei den deutschen" Bestrebungen Preußens in Betreff des Rei­ches und der Flotte.

DaS preußische Ministerium, so wird derA. Z." geschrieben, fängt an die officiellc Presse, der seit län­gerer Zeit fast gar kein Räsonnement verstattet wurde, in der Zöllfragc wieder in Bewegung zu setzen, was kein günstiges Zeichen für den Stand dieser Angelegen­heit im preußischen Sinne ist. Ein sehr auffälliger Leit­artikel derZeit", der im Bureau der Zentralstelle für

Prcßangclegenheiteu abgefaßt ist, bricht bereits auf sehr undiplomatische Weise 'daS Schweigen der Regierung über die handelspolitische Lage. Es wird darin zunächst die Nachricht der Zeitungen bestätigt, daß Oesterreich den Regierungen der Darmstädter Koalition gegenüber die volle Garantie ihrer bisherigen Zolleinkünfte über- nommen habe. Es ist aber dabei zu bemerken, daß diese Nachricht bisher noch in keiner einzigen Zeitung als positive Thatsache gemeldet worden ist und mithin zum erstenmale durch das birette Organ des Herrn V. Manteuffel zur Veröffentlichung gelangt. Zugleich wird den verbündeten Regierungen unter Herauskehrung von Motiven, über die leicht eine diplomatische Rechenschaft kingefordcrt werden könnte, ihr bevorstehendes Schicksal gedeutet, das nach der Meinung des inspirirten preu­ßischen Organs jetzt in nichts Anderem mehr bestehen kann, als in der völligen Unterwerfung jener deutschen Staaten nicht blos unter den österreichischen Einfluß, sondern auch unter die österreichische Verwaltung selbst. Dieser hitzigen Ausplauderung über den Stand der Sache ist zwar nicht so unbedingt zu trauen, wie sich schon bei früheren ähnlichen Ergüssen der preußischen Miuistcrialprcsse gezeigt hat. Aber eS wird dadurch immerhin ein eigenthümliches Licht auf die neuesten Be- * ziehungen zwischen dem österreichischen und preußischen Cabiuet, wie dieselben durch Herrn von Bismgrk- Schöuhausen in Wien vertreten werden, geworfen. Die preußische Regierung wird indessen, wie in den unter­richteten Kreisen versichert wird, alle Anstrengnngen auf­bieten, die für die Erhaltung des Zollvereines in seiner bisherigen Größe noch möglich sind. Worin diese An­strengungen bestehen werden und woraus noch in der letzten Stunde ihre Energie zu schöpfen sei, möchte aus der ganzen Lage schwerlich gefolgert werden können. Preußen sieht mit Schmerz und tiefer Kränkung seine Aeblingsschöpfung, den Zollverein. in dem zugleich die nationale und politische Stellung Preu­ßens in Deutschland einen thatsächlichen Ausdruck fand, dahinschwinden. Man wünscht diese Eventualität an höchster Stelle durchaus nicht eintreteu zu sehen und die Aeußerungen des Königs wie seines Bruders des Prinzen von Preußen sollen in neuester Zeit besonders dringlich dahin ergangen sein, daß Alles geschehen müsse, um eine Auflösung oder Verringerung des Zollvereines in seinem bisherigen Bestände zu verhüten. Damit läßt sich aber der, wie es scheint, noch festste­hende Entschluß des StaatSmmisteriums nicht vereinigen, daß die eingenommene Position Preußens in der Zoll­frage unverrückbar sei u d daß mithin die Reconstruc- tton deS Zollvereines durchaus jedem Handelstractat oder jeder Zollunigung mit Oesterreich als Thatsache vorausgehen müsse.

Auch dieA. A. Z." meldet aus Berlin: Alle Conjecturen beiseite gelassen, scheint sestzustehen, daß Hr. v. Bismark mit dem Grafen Buol über die Grundsätze eines Handelsvertrags verhandelt hat, und daß in Wien der Wunsch nach allgemeinen freien .Konferenzen von neuem ausgesprochen ist.

Deutschland.

Vom Lande, 8. Juli. Auf das lange Regen­wetter hat sich eine fo plötzliche Dürre, verbunden mit einem scharfen Ostwinde eingestellt, daß man bereits Besorgnisse wegen der Sommergewachse zu hegen an­fängt, wenn nicht der Himmel bald mit einem gedeih­lichen Regen nachhilft. Was die Winterfrüchte angeht, so kann man eine gesegnete Ernte erwarten ; denn, wenn auch das Korn weniger Halme liefert, als in manchem früheren Jahre, so steht dagegen der Waizen vortreff, sich; was indessen am besten gedeiht und in üppiger und verderblicher Pracht dasteht, ist die Wucherblume, und wenn man dieselbe in hiesiger Gegend mit ihrer gelben Krone auch nicht auf den Feldern antrifft; so findet man sie desto kräftiger und n zahlreicher Pflan­zung in den Städten und Dörfern, den Unbemittelten nach und nach noch um das Wenige, was er bisher sein Eigenthum nannte, bringend. Diese verderbliche Pflanze entfaltet ihren höchsten Glanz in den Frucht­hallen und den Häusern der reichen Gutsbesitzer und wenn nicht dafür gesorgt wird, daß dieses Gewächs mit Stumpf und Stiel ausgerottet wird, so wird der Tag­löhner nicht mehr im Stande sein, nur das Brod für sich und die Seinigen bei dem angestrengtesten Fleiße zu verdienen. Diese Pflanze hat die Eigenschaft, daß sie nur verderblich für den geringen Mann wirkt, wäh­rend sie für den Reichen, wenn auch nicht Segen doch Schätze bringend ist. Die Zeit ihrer Blühte ist von Martinitag bis zur kommenden Ernte, und von der Einscheuernng der Ernte an bis zu Martini wächst die­selbe, um wieder neue Blübten treiben zu können. Wäh­rend der letzteren Zeit kommen nun die Geschöpfe, welche man im gewöhnlichen Leben Wucherer nennt, und welche ihren Namen von der genannten Pflanze entlehnt zu haben scheinen, zu dem geringen Bauern­stand, welcher seine übrigen Früchte zur Deckung von Zinsen, Pacht, Staats- und Gemeindelasten in dieser Zeit verkaufen muß und feilschen ihm seine Früchte um geringe Preise ab, schütten dieselbe auf ihren Speichern auf, und haben nun den Markt in der Hand. Durch künstliche Machinationen, welche dieser Sorte von We­

sen bekannt sind, steigen nunmehr die Fruchtpreise schnell in die Höhe, und mit dem Schweiß des geringen Bau­ern wird der noch Aermere, welcher fein Brod kaufen muß, jetzt vollends zum Bettler gemacht: 1 Unbekümmert um den Fluch von Tausenden, wird der reichliche Ge­winn eingestrichen und auf seidenen Polstern geruht, während der Arme, dessen Schweiß an jedem gewon­nenen Gulden hängt, über schlimme Zeiten klagt, und froh sein muß, wenn er seine Kinder mit einem Stück­chen trocknen Brodes befriedigen kann. Und was thun dann nun unsere reichen Bauern und Oekonomen? Sie erbarmen sich vielleicht der niedergctrctenen Armuth? Man sehe nur, wie ängstlich sie zusammenlaufen und sich erkundigen, ob auf dem letzten Markte die Preise auch gestiegen sind, und wenn dies der Fall ist, welche fröhlichen Gesichter es dann gibt. Kein Wunder, denn der Reiche, und unter diesem Stande der Wucherer von Profession, findet sein Gewerbe je durch das stete Geschrei von Freihandel re. in manchem Zeinmgsblatt geadelt; er glaubt sich einen Mann von Gewicht, und der Aermere ist ja doch in seinen Augen nur ein Lnmp. Denkt indessen der Wucherer nicht mehr an die unselige Zeit von 1848? Hat er ganz vergessen, daß man da­mals eine Schuld auf die Regierungen Deutschlands wälzte, welche er trug? Weiß er nicht, daß der Arme dem verführerischen Geschrei der Umsturzmänner nicht so willig sein Ohr geliehen hätte, wenn er nicht von dem Reichthum seit einer Reihe von Jahren wäre nie­dergetreten worden ; mit einem Worte: denkt er nicht an die rächende Nemesis ? Wohl gewiß nicht, sonst würde er nicht, wenn auch aus Furcht,'seine Reichthümer auf eine Art verwahren, welche seiner Sicherheit später ge­fährlich werden könnte. Oder täuscht er sich vielleicht durch die jetzt herrschende, aus Abspannung herrührende Ruhe? Auch dem stärksten Sturme geht eine Ruhe in der Natur voraus; und wenn der Wucherer vielleicht die Stimmung des Volkes nicht kennt; so gehe er nur unter dasselbe, und er wird mehr hören, als ihm und auch andern Leuten, welchen die Revolutionen ein Gräuel sind, lieb sein kann. 9

Wie ist nun hier zu helfen, und es dahin zu brin­gen, daß der Mittelstand in Deutschland nicht schon in wenigen Jahren der Vergangenheit angehört? Etwa durch Gesetze und Gewaltmaßregeln? Nein, gewiß nicht, denn diese können nicht helfen, da es Jedem frei stehen muß, über das Seinige nach Belieben zu verfügen. Geholfen muß indessen werden, und zwar von den Re­gierungen muß die Hülfe ansgehen. Auch ein schwerer Punct, indem durch die Ablösung der Zehnten und Pachte die herrschaftlichen Fruchtspeicher nicht mehr ge­füllt werden, und der Staat die geiunkene Waagschale auf diese Weise durch kein Gegengewicht mehr heben kann. Wie wäre es indessen, wenn der Staat gleich nach der Ernte selbst Fruchtankäufe machte und auf­speicherte, und diese in dem Zeitpuncte, in welchem es der Wucher wagen sollte sein Haupt zu erheben, der geringern Volkselasse um billige Preise verkaufte ? Würde dadurch der Wucher nach wenigen Jahren nicht unmög­lich gemacht werden? Sei es auch, daß reiche Frucht- speculanten in den ersten Jahren Anstrengungen machten und selbst mit Opfern den Staat von seinem begon­nenen Werke abzubringen suchten; lange könnte doch der Kampf nicht danern und die Coucurrenz mit dem Staate dürfte die Speculanten binnen kurzer Zeit, von dem Kampfplatze verscheuchen. Freilich würde der Reich­thum ein Geschrei sonder Gleichen erheben; doch auch darum dürften sich die Lenker des Staats, welchen eS obliegt für das Wohl Aller, nicht blos Einzelner, welche schon durch glückliche Zufälle genug begünstigt sind, zu sorgen, und der große Haufe des Mittelstandes und der Arninth würde sich nicht mehr von trügerischen Ver­sprechungen hirnverbrannter Köpfe verleiten lassen, son­dern sich mit Vertrauen um eine Regierung schaaren, welche ihn vor Verderben bewahrte.

Frankfurt, 10. Juli. (N. P. Z.) Unsere De­mokratie trotzt der Polizei. Trotz des ergangenen Ver­botes sind heute an allen Straßenecken große rothe Pla- cate angeschlagen, die zum morgigenFeste der Demo­kratie" einladen; in den hiesigen Blättern wird eben­falls dazu eingeladen mit großen Lettern und frecher Stirn, ganz wie im Jahre 1848! Die Demokratie regt sich hier und es scheint sich somit das zu bewahr­heiten, was Graf Thun neulich dem bei ihm zur Au­dienz gelassenen Demokraten Dr. Textor sagte, als dieser ihm erklärte, er habe doch einen Paß von der Frankfurter Behörde" erhalten, warum er denn Seitens Oesterreichs nicht respectirt werde?Die Frankfurter Behörde", sagte Graf Thun,ist gar keine Behörde. Wenn man in 4 Jahren keine Verfassung machen kann und eine sol­che Schmachpresse, ein solches Treiben der Demokratie duldet, kann man nicht Anspruch darauf machen, als eineBehöroe"zu gelten." Wir glauben, Graf Thun hat Recht.

Stuttgart, 10. Juli. DerStaatsanzeiger" ver­öffentlichte gestern die Bestimmungen des PostvcrtragS mit der Schweiz, wodurch von morgen au bedeutende Verkehrs- und Portoerleichterungen zwischen der Schweiz und Würtemberg eintreten.

- Köln, 4. Jnli. Der A. A. Z. wird von hier aus geschrieben: Nach den Veröffentlichungen der deutschen

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