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welche bekannt geworden sind. Schon gestern 'Abend wußte man davon; die balbofficicU.cn Blätter enthielten eine kurze Anzeige, die übrigen Blätter'schwiegen. Heute dagegen enthielt diePatrie" Folgendes:Eine Ver- schwörung gegen die Sicherheit des Staats ist eben in Paris entdeckt worden. Dreizehn Individuen, welche sämmtlich mit den Flüchtlingen in London in Verbindung stehen, wurden am Mittwoch Nachmittag von den Poli- zeicommissäreu Balestrino und Nüsse festgenommen. Die Verhaftungen geschahen in einem isolirten Hanse in der Straße Reine Blanche, in der Nähe der Barriere von Fontainebleau. Im Augenblick, als die Pvlizeiagenteu auf dem Platz erschienen, waren die Verschwornen mit Anfertigung von Läufen zu einer Höllenmaschine beschäf­tigt. Die Nachforschungen in den Wohnungen der Ver­hafteten sollen Beweise ergeben haben, daß das Ziel der Verschworenen eine neue Erhebung der Demagogen war und daß die Veranlasser dieses Jnsurrectionsversnchs Flüchtlinge in London und Brüssel gewesen. Am Mitt­woch Abend wurden neue Verhaftungen vorgenommen und viele wichtige Papiere mit Beschlag belegt. Einige weitere Verhaftsbefehle hat der Polizeiprafect erlassen.

Der gesetzgebende Körper hatte während der drei­monatlichen Session , deren Schluß vor einigen Tagen erfolgt ist, 84 Gesetzentwürfe zu prüfen, wovon sich 54 ans Localinteressen bezogen. In den Bureaux wurden 37 Commissionen, worunter mehrere von doppelter Mit- gliederzahl (14), zur vorbereitenden Prüfung der Ge­setzentwürfe ernannt. Diur wenige dieser Entwürfe sind nicht schon in dieser Session zur Erledigung gelangt. Unter den für die nächste Session zurückgebliebenen be­findet sich der Entwurf für die Erhebung einer Steuer von Papier, Luxuswagen und Pferden. Die Anga­ben über den Zeitpunct, wann die nächste Session ihren Anfang nehmen werde, weichen von einander ab. Dem am meisten verbreiteten Gerüchte zufolge würde der ge­setzgebende Körper seine zweite Session in der zweiten Hälfte des Monats Februar beginnen. Nach dem Journal des Debats würde er noch vor Ablauf des Monates Januar zur Wiederaufnahme seiner Geschäfte einberufen werden.

Durch einen am 19. Juni in Paris abgeschlossenen notariellen Act hat der Herzog von Montpensicr an den Erbprinzen von Monaco, Herzog von Valeutiuois , die in dem Seine- und Marnedepartement gelegenen Wal­dungen von Mondipris und Chivry für eine Summe von 2,097,000 Frs. verkauft. Bekanntlich müssen die Mitglieder der Familie Orleans nach dem Decrete vom 22. Januar ihre in Frankreich gelegenen persönlichen Güter binnen eines Jahres verkaufen. Jene Veräuße­rung ist der erste Verkauf in Folge des Decretes vom 22. Januar.

Amtliche Berichte aus Algier vom 25. Juni be­stätigen , daß der Araberaufstand im Osten überall un­terdrückt und der Feind auf der Flucht war. Der Ge­neralgouverneur hatte daher sein Vorhaben, selbst auf den Schauplatz der Ereignisse zu eilen, nicht ausgeführt. Ueber die Vorfälle bis zum 25. Juni sind wenig Ein- zelnheiten nachzutragen. Bei dem Angriffe auf die in die Felsen geflüchteten Kabylen verloren diese viele Leute, auch einige mit den Waffen in der Hand getroffene Frauen wurden nicdcrgemacht. Die Franzosen zählten den officicllen Angaben zufolge, bloß 2 Todte und 4 Verwundete. Der Ueberfall des Holzhauerlagers bei Barral durch einen insurgirten Kabylenstamm war nur durch die Schuld eines treulosen Boten herbeigeführt worden, der den von Baral aus abgefertigten Befehl zum schleunigen Rückzüge drei Tage lang bei sich be­halten hatte. Bou Barghla, der herbeigekommcn war, um einen ihm ergebenen Stamm gegen französisch ge­sinnte Kabylen zu" schützen, die ihm unter der Leitung eines Capitäns seine Aernten abmähten, hatte eine Schußwunde am Kopse erhalten. Die Colonisten mähen, wie die officicllen Berichte sagen, ruhig unter dem Schutze der Bayounette ihre Aernte, die sehr ergiebig aus- salleu wird.

Die in Valparaiso lebenden Franzosen haben fol­gende Adresse bei Gelegenheit der Kunde von den Er- ciguisien vom 2. December an Ludwig Napoleon ge­richtet :

An den Herrn Präsidenten der Republik! Chile, 26. März 1852. Bei der Nachricht von den wichtigen Ereignissen, welche sich am 2. December 1851 in Paris zugetragen haben, gerieth die ganze Bevölkerung von Chile in Aufregung. Unsere Befürchtungen waren groß, als wir der nahen Zukunft des Mutterlandes gedachten. Ihnen genügte ein Tag, um die Complote zu vereiteln und der ganzen Welt Sicherheit zu geben; Dank dafür! 4000 Meilen weit von unserm Vaterlande, konnten wir unsern Ruf nicht mit dem von ganz Frankreich vereinigen. Wir können Ihnen nur unsere Wünsche für das Glück des geliebten Landes bieten, das wir einstens Wiedersehen werden. Machen Sie es groß und glücklich; diese Auf­gabe ist des Namens würdig, dessen Träger Sie find; die Mithülfe aller ehrlichen Leute wird Sie bei Erfüllung derselben unterstützen. Prinz! Das Glück unseres Vater­landes ist in Ihren Händen; möge Golt Ihnen beistehen! (Folgen die Unterschriften.)

Nach den neuesten statistischen Aufnahmen wird in Frankreich die Maulbeerzucht jetzt in 19 Dcpartementen betrieben. Auf 40,716 Hectaren Landes sind 24,069,994

Stämme an gepflanzt. Der Ertrag der Cocons beläuft sich jährlich auf 11,395,919 Kilogrammes im Werth von 42 Mill. Frs., die von den Seidenfabriken in Ge­webe von einem Werth von mehr als 400 Mill. Frs. verwandelt werden.

Der Senat wird noch etwa zwei Wochen Sitzungen haben, um die Prüfung der vom gesetzgebenden Körper angenommenen Gesetzentwürfe zu erledigen. Die Ferien des Staatsrathes werden am 15. August ihren Anfang nehmen und bis zum 16 October währen.

L. Napoleon läßt auf einem seiner Güter in der Sologne Versuche mit verschiedenen Ackerbau- und Co- lonisationssvstcmcn anstellen , um die gelingenden daun später im Großen betreiben zu lassen. Ee soll die Ab­sicht haben, alten Militärs Wohnungen und abgeson­derte Grundstücke zum Bebauen einzuräumen und einen Versuch mit dem russischen Colonisations-System zu machen.

Der Herzog des Cars hat den Marquis de La- rochcjaquclcin in einem öffentlichen Schreiben der Ver­leumdung gegen ihn geziehen, weil dieser in seinem Brief an den Grasen von Ehambord ihn beschuldigt hatte, durch gehässige Einflüsterungen die über ihn ver­hängte politische Excommunication herbeigeführt zu ha­ben. In der legitimistischen Welt glaubt man, ein Duell auf Leben und Tod sei unvermeidlich geworden.

Die Generale Bedean, Changarnier, Lamoriciere und Leflo behalten, obgleich sie den Eid nicht geleistet und trotz ihrer groben Briefe, laut Regierungsbeschluß ihre Pension.

Das Erscheinen einer Anzahl von Oppositionsdepu- tirten bei dem gestrigen Abschiedsdiner wurde von ihren Kollegen mit lautem Beifallsrufen begrüßt. Aus Befehl des Polizeiministers ist von dem Umschläge des Journals La Mode das Lilienwappen der Herzogin von Berry verschwunden.

Der wörtliche Abdruck von Montalembert's Rede, deren Veröffentlichung den Journalen und deren Ver­kauf den Buchhändlern untersagt ist, findet gerade des Verbots wegen große Verbreitung und eifrige Leser, was außerdem gewiß in weil geringerem Grade der Fall gewesen wäre.

Die Nationalgarde zu Elbeuf wird wahrscheinlich aufgelöst, weil sie die vorgeschriebene neue Uniform nicht tragen will.

Schwerz.

Freiburg, 28. Juni. Eine neue Mißhandlung eines Mannes von Pvsieur durch rabicale Terroristen wird berichtet. Gestern wurde ein Schlosser Thal­mann, ein 25jähriger Mann, der ruhig in einer Schenke saß, von radikalen Burschen angefallen und nach einigem Wortwechsel so mißhandelt, daß er Tags darauf starb. Der Gemordete ernährte mit seiner Hände Arbeit seine Mutter mit drei Schwestern. Die Mörder sieht man ungefährdet in den Straßen herumspazieren. Als einen derselben bezeichnet man einen Beamten, Bruder eines hochgestellten Mannes. Das Eomitè von Posieux hatte am 27. wieder Sitzung, es soll sich mit Organisation des vom Volke beschlossenen Freibur­gervereines beschäftigen. Der Staatsfchatzmeister Techtermann hat seine Demission eingegeben. Er soll stch daher auf den zerrütteten Zustand der Finanzenbe­rnfen, welche der Regierung keinen anderen Ausweg lassen, als die Staatsdomänen zu verkaufen oder Ban­kerott zu machen.

Großbritannien.

London, 30. Juni. In der gestrigen kurz er­wähnten Sitzung legte zuerst Lord Dudley Stuart die Petition eines polnischen Flüchtlings Namens Leopold V. Rose vor, der früher Adjutant Bems gewesen sein will und sich darüber beklagt, daß die Behörden von Gosport ihn als Vagabunden verhaftet hätten; der Lord verlangt eine Untersuchung des Falles. Weiter wünschte Lord Dudley Stuart Vorlage sämmtlicher Actenstücke, welche sich auf die Angelegenheit des in Rom zum Tode verurtheilten Murray beziehen. Der Kanzler der Schatzkammer erwiderte darauf ganz tref­fend: alle diese Actenstücke seien in den Händen des britischen Gesandten zu Florenz, eine Veröffentlichung derselben aber darum nicht räthlich, weil sonst das Le­ben der Zeugen, welche Aussagen gemacht hätten, durch die italienischen Banditen gefährdet sei, weßhalb auch derartige Untersuchungen in Italien geheim geführt würden. Uebrigens sei die Wahrung der Interessen Murrays in die Hände Sir H. Bulwers zn Florenz niedergelegt. Endlich verlangte Sir Harry Verney noch Genugthuung dafür, daß Oesterreich seiner Zeit die bekannten drei anglicanischen Geistlichen, welche in Politik und Religion zugleich gemacht, aus Pesth aus­gewiesen habe. Die Reverends verlangen, wie gewöhn­lich, einen Schadenersatz von 4500 Pfund! Der Schatzkanzler erwiderte, die Austreibung habe in Folge eines besonderen österreichischen Gesetzes stattgefunden, in welches der britischen Regierung kein Eingriff zu­stehe, es bleibe deßhalb nichts Anderes übrig, als we­gen der Geldentschädigung an Oesterreichs guten Wil­len zu appelliren. Der Graf von Westmoreland habe bei der ganzen Sache ebififfowohl Englands Würde als

Oesterreichs Recht gewahrt. Nachdem noch Lord Pal­merston eine Rede gehalten, in welcher er sehr über­flüssig seine Ansichten über Italien, wie es eigentlich organisirt sein sollte, entwickelt hatte, wurde die Motion von dem Antragsteller zurückgenommen. Es fällt allgemein auf, wie flau die Vorbereitungen zu den Wahlen betrieben werden.

Gestern Abends ist cs in Stockport aus Anlaß eines Streites zwischen irländischen Katholiken und englischen Arbeitern zu blutigen Auftritten gekommen. Die Proclamation gegen die Processionen der Katholiken, deren am Sonntag eine in Stockport gehalten wurde, sollen die nächste Veranlassung gegeben haben. Ueber 70 Individuen sind verhaftet^, viele wurden verwundet, einige getödtet. Militärgewalt mußte requirirt und die Aufruhracte verlesen werden. Der Streit begann da­mit, daß die Irländer in einer protestantischen Schule die Fenster einwarfen, worauf die Sachsen über sie her­fielen, um Rache zu nehmen.

Italic«.

Turin, 27. Juni. Die Debatte über das Ehe- gesetz gestaltet sich sehr lebhaft.Galvaqno" nennt das Gesetz mangelhaft. Domherr Asproni nennt es eine Nothwendigkeit. Domherr Turcotti will volle Freiheit in Religionssachen und hält beinahe dem Protestantis­mus eine Lobrede. Dagegen findet es der Domherr Pernigotti in seiner dreifachen Eigenschaft als Bürger, Abgeordneter und Katholik verwerflich. Brofferio expec- torirt sich gegen die Geistlichkeit und den römischen Hof; er wünscht die Mitnahme des freilich nach seiner Ansicht unvollkommenen Gesetzes. Morgen werden die Debat­ten fortgesetzt.

Im Senat erstattete Giulio über das Personal-und Mobiliargesetz Bericht, wobei so viele und wichtige Mo- dificationen beantragt wurden, daß, im Fall deren An­nahme erfolgt, das gejammte Operat der Abgeordneten­kammer zu nochmaliger Behandlung zurückgestellt werden muß.

Sriecheulaud.

Athen, 17. Juni. Der Hannoverer Ztg. wird geschrieben, die Nachrichten über die Bewegung im Pe- loponnese lauten weit beruhigender, als die früheren. Der fanatische Mönch Christophorus, der sich vor den zu seiner Verfolgung abgeschickten Truppen an die Gränze zurückgezogen hatte, erschien wieder in der Maina, wo er abermals einen Theil der Bevölkerung zum Aufstande brachte. An der Spitze dieser Menge zog er nach Mes­senien, wo er dieselbe Bewegung hervorzurufen hoffte. Allein die Einwohner dieser Provinz versagten ihm jeden Beistand; auch weigerten sic sich, seiner Bande Lebens­mittel zu liefern. Letztere zerstreuete sich nun und Chri­stophorus , von Allen verlassen und von den Gensdar- men verfolgt, floh (wie schon gemeldet) verkleidet in die Felsschluchten des Taygetos, wo ihm von denselben Leu­ten, die sich früher von ihm bekhören ließen, nachgcspürt wird. Eine Menge Mönche, welche in das jüngst ent­deckte Komplott verflochten waren, ist verhaftet worden. Die Regierung hat jetzt, durch diesen Erfolg ermuthigt, den Kamme.n das Kirchengesetz vorgelegt, jedoch nicht in seiner ursprünglichen Gestalt, die von dem napistischen kinterrichtsminister Vlakos herrührte, sondern mitModi- ficationcn, welche dem Staate die Suprematie über die Kirche verleihen. (Ist von der Kammer bereits ange­nommen und dem Senat übergeben.)

Crirkei.

Konstantinopel, 20. Juni. Bekanntlich hatte die türkische Regierung vor einiger Zeit eine Steuer ausgeschrieben, etwa 20 Piaster pr. Kopf betragend und hauptsächlich darauf berechnet, das Papiergeld aus dem Umlaufe zu entfernen. In der Hauptstadt ist die Maß­regel bereits durchgesührt und die Regierung demgemäß in die Lage versetzt worden, ihre Zusage zum Theile zu erfüllen. Vor einer Woche sind 16,500,000 Piaster in Papiergeld verbrannt worden. Omer Pascha wird vom Sultan und den hohen Würdenträgern der Psorte mit vieler Auszeichnung behandelt. Seine Dienerschaft ist nach dem Hauptquartier des rumeliotischen Armee­corps abgegangen, woraus man schließt, daß er nach Beendigung des RamadsanS seinen Posten als Gouver­neur von Rumelien wieder antreten werde.

Tauris , 26. Juni. Die Nachricht, daß Herat definitiv in Persien einverleibt worden sei, bestätigt sich vollkommen.

Amerika.

New Uork, 19. Juni. Dem Whig-Convente in Baltimore ist es nach 31 maliger Ballotage noch nicht gelungen, sich über die Aufstellung eines Präsidentschafts- Candidaten zu einigen. Heute um 2 Uhr Nachmittags hatte General Scott 194, Fillmore 128, Webster nur 20 Stimmen. Fillmore's Anhänger wollen so lange an ihm festhalten, als eine Möglichkeit seiner Ernennung vorhanden ist, wie sich jedoch seine Aussichten trüben, werden sie sammt und sonders zu Webster übergehen. Webster'S Freunde andererseits wollen, um Scotts Er­nennung zu vereiteln, im Nothfälle zu Fillmore über­gehen, so daß gegenwärtig Scott, trotz der hohen Sttm-