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größere Pflege der Handels- und SchifffahrtSverhält- niffe empfohlen. Diese werden indeß hier durch ein gut besetztes Generalkonsulat vertreten. Ob der öfter# reichische Gesandte Graf Lützow von seiner Reife wieder auf seinen Posten zurückkehrt, ist mehr als zweifelhaft. v

AuS Kiel vom 23. Mai wird demHamb. Corresp." geschrieben: Es wird und mitgetheilt, daß der Spruch deS über den Obersten Schütz und den Major v. WaSmer niedergesetzten Kriegsgerichts bereits gefällt ist. Derselbe soll auf Todesstrafe lauten. Wir haben indessen Grund, die Richtigkeit dieser Mittheilung zu bezweifeln, da die Aussprüche der Kriegsgerichte zur Gültigkeit erst der allerhöch­sten Bestätigung bedürfen und vorher nicht publicirt werden. Zudem scheint der angeblich gèsällie Spruch selbst vom dänischen Standpuncte aus wenigstens in Beziehung auf den Major v. Waömer nicht zu, treffend zu sein, da,-abgesehen von der periodischen Gemüthskrankheit, woran der Major unzweifelhaft leitet, derselbe seit dem Jahre 1843 gänzlich auS dem militärischen NeruS auSgeschieden war, demnach sogbr die Competenz eines Kriegsgerichts in Be­ziehung auf ihn als sehr zweifelhaft erscheint. Daß jedenfalls von einer Vollstreckung der angeblich er­kannten Strafe nicht die Rede ist, bedarf wohl kaum erst der Erwähnung.

Altona, 123. Mai. Der Weser-Zeitung wird geschrieben: Die ivon Hamburger Blättern dieser Tage berichtete Anwesenheit deS Herzogs Karl v. Glücksburg am 18. Mai in Altona erklärt sich da­durch, daß diesem Herrn von der dänischen Regie­gierung eine vollständige Amnestie ertheilt ist, in Folge deren er im Laufe deS Jahres in den Her- zogihümern wieder seinen bleibenden Wohnsitz neh­men wird.

Wien, 24. Mai. Dem Vernehmen nach soll eine Note über die letzte Ausgleichung der parla­mentarischen Zwistigkeiten in Preußen hierher ge­langt sein, auS deren Inhalte so ziemlich die Mei­nung abgeleitet werden könne, daß die Berliner Re- gierung von der Ansicht auSgehe, in den Kammern einen der gelegensten Stützpunkte für ihre Handels­politik zu besitzen. Mag dem indessen sein, wie ihm wolle, Oesterreich wird auf seiner eingeschlagenen Bahn fornvandeln, und wenn ich recht unterrichtet bin, soll auch die AntwortSerklärung in diesem Sinne gelautet haben.

Der BundeStagSgesandte Graf Thun soll noch im Laufe dieser Woche sich wieder auf seinen Posten zurückbegeben. Wie daSCorrcsp.-Bl. a. B." mel­det, waren in den Conferenzen, welche er hier mit dem Minister des Aeußern hatte, nicht ausfchlirßlich die deutschen politischen Angelegenheiten Gegenstand der Erörterung. Graf Thun soll auch höchst be- achtenSwerthe Aufschlüsse über den Stand der na­tional-ökonomischen Frage in Süddeutschland gege­ben haben. UebrigenS hört man von sonst wohl­unterrichteten Leuten fortgesetzt versichern , daß die Verständigung zwischen Oesterreich und Preußen schon nahe sein soll.

Zum diesjährigen FrohnleichnamSfeste am 8. Juni werden (meldetzdieOstd. Post") mittelst eines doppelten ErtrazugeS 2000 Katholiken auS Preußen hier eintreffen , meistens Schlesier und Berliner, welche der größten Feierlichkeit der katholischen Kirche beiwohnen wollen. Die Direction der Nordbahn hat in Berücksichtigung des religiösen Zweckes dieser Reise den betreffenden TrainS eine Ermäßigung des Fahrpreises zugestanden.

DaS Ministerium deS Innern hat im Einver­nehmen mit dem Ministerium deS Unterrichts ange, ordnet, baß den österreichischen Jünglingen der Besuch der leipziger höhern Handelsschule in jeder Beziehung zu erleichtern sei. Auch wurde zugleich ge­stattet, daß zu diesem Zwecke die Auslandspässe ohne weitere Genehmigung deö Ministeriums durch die Statthaltereien selbst auögcfertigt werden kön­nen. In diesem Semester sind bereits 13 österrei­chische Handelöbefliffene an diese Schule abge­gangen.

DieGazetta die Milano" veröffentlicht ein amtliches Decret, durch welches das gegen die piemontesischen, den Lago Maggiore befahrenden Dampfer erlassene Gebot, an den lombardischen Ufern zu landen oder Waaren und Reisende von dort an Bord zu nehmen, aufgehoben und ihnen kraft deS zwischen der österreichischen und der pie­montesischen Regierung bestehenden Vertrages daS Landen und Aufnehmen von Frachten und Reifen­den an den lombartischen Gestaden wieder gestattet wird.

AuS Anlaß der jährlichen Albrecht Dürer Feier veranstalten die hiesigen Künstler heute eine Künstler- fahrt nach dem Kahlenberge im mittelalterlichen Costüme.

Nachrichten auS Prag zufolge werden Kaiser Ferdinand und Kaiserin Maria Anna sich am 8. Juni nach Reichstadt begeben, um dort den Sommer zuzubringen.

In Venedig ist, wie von der Adria unterm d. gemeldet wird, der walachische Fürst Ghyka Wlt seinem unter dem Namen eines BaronS von

Brandner reisenden Gefährten auf Befehl deS Mi­litärgouverneurs , aus politischen Gründen in Haft gebracht worden.

Niederlande.

Amsterdam, 24. Mai. Wie das heutige Handelsblad" mittheilt, versichert man allgemein, daß der König daS EntlassungSgesuch des Kriegs­ministers, Generalmajors Spengler, angenommen habe. Laut telegraphischer Depesche auS dem Haag hat die zweite Kammer heute den Gesentzent- wurf wegen Billigung von Subsivien an die Rhein- Eisenbahn-Gesellschaft einstimmig angenommen. Nach ministeriellen Erlassen sollen fortan auch solche Ausländer, die in der schleswig-holsteinischen Armee gedient haben, zum Eintritte in unsere ostindische Landarmee zugelassen werden.

Frankreich.

Paris, 24. Mai. General Leflo soll nicht, wie die mit ihm verbannten Generale Changarnier, Lamoriciere und Bedeau eS gethan, die Leistung deS von der neuen Verfassung geforderten Eides schon entschieden verweigert haben; eS heißt, er habe sich bis jetzt darauf beschränkt, an den Kriegsminister die Anfrage zu richten, ob das Decret, welches für die im AuSlaude befindlichen Offiziere einen Termin zur Eidesleistung anberaume, auch auf ihn Anwen­dung habe.

An die Stelle deö Herrn Ponsard, welcher auf daS Amt eines Bibliothekars des Senats verzichtet hat, soll Herr Mery ernannt worden sein.

Die Algierer Journale vom 20. d. M. melden, daß die von dem Generale Mac-Mahon befehligte Expedition ihre Operationen in Kleinkabylien, zwi­schen Constantine und Collo, mit Erfolg begonnen hatte; sie begegnete bis zum 17. keinem ernstlichen Widerstände. Die Colonne unter dem Commando deS Generals von Montauban, welche vom Westen her in Kabylien vorrückte, hatte am 15. ein heftiges Gefecht mit den Beni-Snassen zu bestehen, die ent­schlossen und kräftig angegriffen hatten; sie wurden jedoch mit einem Verluste von 150 Verwundeten und vielen Todten- zum Rückzüge auf Arbal ge­nöthigt; die Franzosen hatten 4 Todte und 144 Verwundete.

Hr Daune, einer der verbannten Er-Abgeord« neten, hatte die Erlaubniß erhalten, der in voriger Woche stattgefundenen Vermählung seiner Tochter in- Paris betMMMèn.âtzr hat sich wieder nach Brüssel zurückbegeben.

Der Präsident hat in der Sologne zwei Be­sitzungen, das Schloß Grillaire und das Schloß de la Motte Beuvron für 1,500,000 Franken ange­kauft. Er beabsichtigt, darauf eine landwirthschaft- liche Mustercolonie zu gründen.

Der ehemalige Quästor der Nationalversamm­lung, Hr. Baze, hat dem Präfecten von Lot und Garonne seine Entlassung als Departemental- und Municipalraih eingereicht, weil er den ihm abge­forderten Eid der Treue nicht leisten will. AuS gleichem Grunde hat Hr. Benjamin Delessert als Stadtrath von Passy seine Entlassung gegeben.

Hr. v. Perstgny befindet sich unwohl.

Der Präsident hat heute, und nicht am Sonn­abend, wie mehrere Blätter behaupteten, den Vor­sitz im StaatSrathe geführt. Er erschien in dem Cvstüme eineS StaatSrathsprâsidenten und wurde von den Mitgliedern deS StaatSratheS mit lebhaf­ten Zurufen empfangen. An der Tagesordnung war das organische NnterrichtSpröjekt.

Man spricht davon, daß die Minister daS Prädicat: Monseigneur und Excellenz wieder er­halten werden.

Die Restauration hat von bet Jenabrücke, welche bekanntlich der Feldmarschall Blücher beim Einzuge der Allirzen iw Paris in die Luft sprengen wollte, die Namenchiffre deS Kaisers Napoleon auS« meißeln und ein doppeltes L an deren Stelle setzen lassen. Heute beginnt man bisse Chiffre wieder auszumeißeln an deren Stelle gekrönte Adler ringe- setzt werden.

Die gerichtlichen Journale melden seit einigen Tagen zahlreiche Verurtheilungcr wegen Verfälschung und Verschlechterung von Lebensmitteln jeder Art. DaS Polizeiministerium hat in dieser Beziehung allen seinen Agenten die strengsten Vorschriften er­theilt. DaS Kriegsgericht zu Moulins hat kürz­lich aus Anlaß der December-Unruhen zu Palisse ein ToveSurtheil gefällt und gegen mehrere Personen auf Deportation erkannt.

Die Deputaten scheinen ein Mittel gefunden zu haben, ihre persönlichen Ansichten über einzelne Gesetzvorschläge dem Publikum vorzuführen , daS nicht erfahren darf, was sie in der Kammer ge­sprochen haben: sie schreiben sie nämlich nieder und kleiden sie in Journalartikel ein. Herr Ravour, Dcputirter für Seine et Marne, kritifirt heute im PayS mit seiner Namensunterschrift daS Budget für 1853 und ist der Meinung, daß das Gleichgewicht

in Einnahme und Ausgabe nicht hergestellt wird, wenn man nicht die alte Salzsteuer einführe und daS Kriegsbudget vermindere. Wenn dieses Bei­spiel Nachahmung findet, so erfahren die Wähler dennoch, was ihre Mandatare verschlagen und mit welchen Gründen sie eS unterstützen.

Dem Dresdner Journal wird auS Paris vom 20. Mai geschrieben: Gestern haben mehre Depu« tirte in einer Soiree des Ministers MaupaS erklärt, bei der nächsten Berathung des Budgets die ita­lienische OccupaiionSfrage zur Sprache bringen zn wollen. Man müsse entweder die Ausgabe für die in Rom ein für allemal streichen oder dem Arme» Unternehmen einen bestimmten Zweck geben. Hierauf soll nun eine sehr hochstehende und eingeweihte Per­son geantwortet haben, daß die Regierung nicht an­stehen wolle, bei einer derartigen Anfrage genügende Aufschlüsse zu geben, und daß man überhaupt nach und nach die Nothwendigkeit einsehe, die weltliche Stellung des Papstes im Vereine mit den andern Machten zu regeln.

Spanien.

Madrid, 19. Mai. Man erwartet stündlich einen Staatsstreich, zu dem bereits Alles vorbereitet sein soll. Die Versicherung, welche der Generalca- pitaine von Castilien Lersundi den Osficieren der Madrider Besatzung gegeben hat, daß nâmtich keine Reform der Verfassung vorgenommen werden soll, findet keinen Glauben; deßhalb hat man als Zweck der gestrigen Reise des Ministerpräsidenten Bravo Murillo nach Aranjuez, eine mit der Königin zu besprechende Ministerverândcrung angegeben.Hr. Salamanca ist nach London zum Ankauf deS für die große Eisenbahn erforderlichen Materials ab- gereift.

Großbritannien.

London, 24. Mai. DieTimes" berichtet, daß Herr Brentano auS Wien hier eingetroffen, um mit dem hiesigen Hause Rothschild ein Anlehen von 3 Mill. Pfv. Sterl, für Rechnung des österreichischen Gouvernements abzuschließen. ES soll ein fünf- procentigeS Papier werden und die Zinsen in Lon­don zahlbar werden.

Der österreichische Gesandte bei der Regierung von Washington, Herr v. Hülsemann, 'welcher in Urlaub auS den Bereinigten Staaten abgereist ist, ist mit dem letzten Dampsboot« auS Newyork hier eingetroffen. Er wird nur kurze Zeit in London verweilen und sich von hier nach Wien begeben.

Die Auflösung deS Parlamentes wird nicht schon am 10. Juni, Hie jüngst geheißen), son­dern erst zwischen dem 20. und 25. Juni erfolgen.

An den Lordlieutenant von Irland hat sich eine Deputation gewendet, um ihn zu ersuchen, daß er sich bei der Königin für die Begnadigung Smith O'Brien'S und seiner Schicksalsgefährten, unter der Bedingung der Auswanderung nach Amerika ver­wenden möge. Der Lordlieutenant hat dieses Ge­such entschieden zurückgewiesen.

Den neuesten Berichten auS Newyork zufolge macht das Project, daselbst einen Krystallpalast für eine WeltindustrieauSstellung zu errichten, keine be­sonderen Fortschritte. Es ist erst die Hälfte deS er­forderlichen Capitals unterzeichnet und noch nichts davon eingezahlt.

AuS Hongkong vom 28. März schreibt man: Nicht weniger als 37 Wallfischfahrer auS dem Eis. meere waren seit einigen Monaten hier. Sie alle glauben an die Wahrscheinlichkeit von Sir John Franklin'S Rettung. Er sei vermuthlich durch die Eisschranke durchgebrochen und in dieinneren Ge­wässer" gerathen, wo man ihn beim Eintreten der milden Jahreszeit leicht erreichen dürfte. Sie sagen, Franklin werde keine Noth an Lebensmitteln leiden. Merkwürdig sind die Berichte über die Wanderun­gen der Eskimos vom asiatischen nach dem amen« canischen Festlande und zurück; wie sie ihre auS Thicrfellen und Fischbein gebauten Boote über daS Eis tragen, bis sie wieder offenes Gewässer finden. Auch bestätigen sie die früher gemachte Bemerkung, daß die Wallfische in der Behringsstraße und in der BaffinSbai einer und derselben Species angehören, woraus sich auf das Vorhandensein einer Durchfahrt mit Bestimmtheit schließen lasse; denn nie habe man einen Wallfisch von der Nordpolgattung südlich vom 22. Brettegrav gesehen; sie können also weder um daS Cap Horn noch um das Cap der guten Hoff­nung geschwommen sein.

Eine Tante des in Rom zum Tode verurtheil- ten Hrn. Murray sammelt Unterschriften zu einem Gnadengesuch an den Papst.

Italien.

Turm, 21. Mai. (K.Z.) Die Krisis läßt sich nun- mehr als vorläufig beendigt betrachten. Ihr Aus­gang beweist ihren ursprünglich kleinlichen Charakter Herr v. Azeglio bleibt, die Herren Pernati (Inne­res), Farini (Unterricht)', La Marmora (Krieg).