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oder Person die Spalten verschließen, tpidrigeusallS ein Verbot erfolgen müßte daS nun plötzlich wie ein Blitz aus heiterem Himmel gekommen ist? Fürst Metternich wäre rücksichtsvoller verfahren".

Die k. k. Marineverwaltung entwickelt in neue­ster Zeit eine höhere Thätigkeit und es ist daS offenbare Bemühen der österreichischen Regierung, durch HergsziehuM bedeutender Kräfte der Organi­sation und den Effectivstand der kaiserlichen See- macht in ansehnlicher Weise zu fördern. So soll unter Anderen bereits der bisherige Commandant der deutschen.Flotte, Contreadmiral Brommy, sowie eine Anzahl Offiziere von der aufgelösten deutschen Marine für Oesterreich gewonnen sein und auch der Vice-Admiral Dahlerup hat wieder Kopenhagen verlassen, um wahrscheinlich wieder in österreichische Dienste zu treten.

Auf die Petition deS Prager HandelSstandeS wegen Errichtung einer Börse in Prag ist der Bescheid den Wünschen der Petenten entsprechend aus­gefallen.

DaS Handelsministerium hat sämmtliche ein­schlägige Behörden beauftragt, über die Wirkungen deS neuen Zolltarifs umfassende periodische Berichte zu erstatten. Sämmtliche Statthalter sind zur Berathung der neuen Organisationen hierher berufen worden.

S ch w e i z

Merkwürdig ist folgendes Bekenntniß des Ber­nischen HauptbewegerS vom Jahr 1831, HanS Schnell, deS Feindes der Patrizier, welches er am 25. März d. I. im Bernerverein von Burgdorf abgelegt hat:

BiS zur Julirevolution wußten die Berner nichts von Fremden. Der einzige Span war zwi­schen den alten Herren und dem Lande. Hätte man sich verstanden, iso hatten wir die glücklichste Zukunft vor unS gehabt. Etwas anderes als diese Verständigung und Versöhnung zwischen Stadt und Land wollte Niemand. Die Verständigung wäre erzielt worden, wenn nicht Fremde sich eingemischt hatten. Schon nach Münsingen kamen gewisse Leute, um auS anderen Cantonen Hülfe anzubieten, um unsere Regierung zu ändern, denen man antwor­tete, wir seien stark genug, um unsere Zwecke zu erreichen, mit ihnen hätten wir nichts zu schaffen. Wir wollten damals und hatten denn auch nichts Anderes, als eine reine Bernerregierung aus Stadt und Land. Es waren sogar mehr Stadtberner darunter als jetzt, die Tscharner, Lerber, die Jen­ner, Bürky, Ernst und Andere. Aber nun fingen Fremde und Eidgenossen an, Zwietracht untik uns zu säen; auf den Tagfatzungen wurde von bei­den Seiten Verdacht gepflanzt, um die Berner­regierung zu entzweien. Schon damals wurde mit den Radikalen des Auslandes, dieser Canaille, ein Bund geschlossen. Man streute Verdächtigungen aus wegen ihres VerhältniffeS zu den fremden Mächten. Die radicale Partei hatte nicht nur ihren geheimen Bund, sondern ihre Spione an allen Höfen und Thronen, die sie untergruben und verriethen. Noch jetzt giebt es solche Ver- râther allerwärtS. Von diesen Leuten haben sich Viele bei unS eingenistet; sie wurden seiner Zeit angerühmt und empfohlen als tugendhafte, freiheitsliebende, gelehrte Leute, die unser Volk für Freiheit und Tugend bilden sollten; man stellte sie als Lehrer an der Hochschule an, gab ihnen Aemter und Brod.

Ich habe es seither oft bereut und möchte mir die Haare auSreißen, daß ich mitgeholfen habe, Leute anzustellen, welche geheime Bünde schmiedeten, und wie wir diese Nattern an unserem Busen großgezogen haben, welche sich als verlaufene Schurken, als bezahlte und gedungene Spione aus­gewiesen haben, auSgesandt und berufen, um in der sielt Alles zu unterst zu oberst zu kehren. Die anaille, diese Mazzinischen AuSsendlinge sind eS, welche sich bei uns einen Anhang gemacht und Ein­fluß verschafft haben, uns auS unserer Nationalität verdrängen und uns regieren möchten und darum jetzt die Abberufung betreiben. Sollen wir und daS gefallen lassen, und wenn nein, wie sollen wir unS wehren? Gelingt eS ihnen, mit Hülfe des Gesin- delS den Sieg zu erhalten, so wird es freilich nicht lange wahren, und beweist nur, daß das Volk sich habe täuschen lassen. Nicht alle wissen eS, welches Spiel man mit ihnen treibt, und jedenfalls kann eS nur gelingen, weil die Regierung gebundene Hände zu haben glaubt, denn sie dürften nicht so auftreten, wenn sie nicht vorher für eine Verfassung gesorgt hätten, die sie sicher stellt, unter der das Stehlen Tugend ist. Unsere Repräsentanten in der Regierung sind im Grunde froh, wenn sie wegkom- wen; wer wird auch mit einer solchen Verfassung regieren und die Rolle eines Sauhirten übernehmen wollen? Sie können die Abberufung nicht hindern, aber wir können sie hindern.

Wir haben eigentlich keine Regierung. Nach der bestehenden Verfassung regieren uns diese Bursche durch ihren TerroriSmuS, Spott, Verdächtigung, Versprechungen, und die Regierung sieht zu. Wir aber lassen uns HauS und Hof nicht stehlen; wir

stehen davor mit unfern Leibern und sagen ihnen; ihr müßt über unS weg. Denn ihr seid eine Pest für die Gesellschaft; und wenn wir euch den GarauS nicht machen, so werden eS zuletzt die Nachbarn thun. Wenn ich an der Regierung wäre, ich hätte längst Unterhandlungen mit den Nachbarn ange- knüpft, um zu erfahren, wer die Agenten der Pro­paganda seien, und mit wem sie bei unS in Ver­bindung stehen. Denn sie sind die geheimen Leiter und ein großer Theil des Volkes zappelt am Gän­gelbande dieser Banditen; zunächst dessen Führer, die man in daS Interesse des Auslandes zu ziehen wußte, durch Patente, unser Volk auszudeuten, und durch Anweisungen auf die Besitzenden, mit Hülfe deS Gesindels da zu nehmen, wo etwas zu nehmen sei. Daß reiche Bauern zu dieser Partei halten, kann die wundern, welche diese Bauern nicht kennen. ES sind dieses entweder lüderliche Leute, die lieber in den Wein- und Spielhäusern, , als zu Hause nach ihren Höfen sehen; oder dumme Tröpfe, denen man weiß macht, wenn eS einmal anS Nel men gehe, so werde man sie verschonen; oder denen man die Köpfe groß macht, indem man ihnen Ehren und Aemter in Aussicht stellt. Auch sind ein guter Theil Narren unter ihnen, die sich berufen wähnen, daö tausendjährige Reich der Freiheit und Gleichheit über die ganze Welt auSbreiten zu helfen.

Der größte Theil unserer Gegenpartei sind Kinder, aber ohne Zweifel die Habe- und Tauge­nichtse, die nur zu gewinnen und nichts zu verlieren haben, und die als Werkzeuge dienen müssen, eine Verfassung aufrecht zu halten, welche die Tugend, den Fleiß und die Arbeit verspottet, den Besitz als Diebstahl erklärt und zum Raube am Ueberfluffe auffordert. Und ein solches Volk will sich zum Bernervolk auswerfen, will sich mit dem Volke von Münsingen vergleichen! Das sei ferne von unS, daß wir unS mit dergleichen Menschen und ihrer Lehre zusammenzählen lassen mit Leuten, die, weil sie wissen, daß sie mit christlich gesinnten Ar­men nichts auSrichten, der christlichen Lehre selbst zu Leibe gehen, das Volk gegen die Obrigkeit, die Gemeinden gegen die Geistlichen, die Kinder gegen die Eltern, daS Gesinde gegen die Meisterschaft und die Armen gegen die Besitzenden aufhetzen. So kann es ferner nicht bleiben. Es muß sich einmal entscheiden, wer unter und die Mehrheit hat und Meister ist, ob die rechtlichen Leute oder diese Frei- beuterbande. Ich möchte Niemanden zu Gewalt­thätigkeiten auffordern, aber einer solchen Räuber­horde, wie wir sie in Baden, in Frankreich, in Ita­lien auftreten gesehen, und wie sie Miene macht, auch hier auftreten zu wollen, mich mit Aufopferung von Leib und Leben entgegen zu stellen, dazu bin ich trotz Alter und Unwohlsein bereit, weil daS Leben unter einer solchen Bande keinen Werth mehr hat. ________________

Frankreich.

Paris, 17. April. Ein Dekret deS Präsidenten der Republik vom 24. März hatte verfügt, daß die Do­tationen der Mitglieder deS Senats halbjährlich auf eine Anweisung deS GroßreferendarS auf den Schatz auSgezahlt werden sollten. Durch ein neueres Dekret vom 2. April wird nun verfügt, daß die Auszah­lung vierteljährlich stattfinben und in daS Groß­buch eingetragen werden solle, so daß die Senatoren ihr Geld ohne AnwUsung deS GroßreferendarS er­halten können.

Man liest in derUnion":Seit einigen Ta­gen ist viel die Rede von einem großen militärischen Feste gewesen, welches von dem Heere deS Prinz- Präsidenten der Republik gegeben werden wird, und einige Personen gingen so weit, zu versichern, daß die Offiziere für die Kosten deS Festes den Sold von vier oder fünf Tagen zu unterschreiben hätten. Die Wahrheit ist, daß anfänglich das Projekt in Anregung war, daS Fest nachzuahmen, welches dem Kaiser Napoleon im Jahre 1811, kurze Zeit vor dem russischen Feldzüge, von der kaiserlichen Garde gegeben wurde, und daö 140,000 FrS. kostete. Man fand indeß bald, daß eS unmöglich fei, dem Heere ein so bedeutendes Gelropfer aufzuerlegen, ein Opfer, welches allem Anscheine nach der Präsident auch nicht annehmen würde. Es wurde deßhalb daS Projekt wieder aufgegeben, auf dem Marsfelde ein großes Zelt, in welchem 10,000 Personen Raum fänden, zu errichten. DaS Fest wird am 9. Mai, am Tage vor der Vertheilung der Adler stattfinden, und nicht mehr als 50- bis 60,000 FrS. werden verwendet werden. Dadurch findet sich das Ge­rücht, welches ohnedem sehr unwahrscheinlich klang, wiederlegt, daß der Kriegsminister ermächtigt wor­den sei, einen Beitrag von 100,000 FrS. zu diesem Feste zu leisten.

Der Prinz-Präsident begab sich gestern in offe­nem Wagen, ohne alle Escorte , nach Vincennes, um der Probe eines neuen Artilleriesystems, dessen Erfinder er ist, beizuwohnen. Auf der Rückkehr nahm er seinen Weg durch daS Faubourg St. An­toine; die Arbeiter, welche dort auS Anlaß deS Pfefferkuchenmarkts in großen Massen versammelt waren, empfingen den Prinz-Präsidenten, dessen Wagen sich nur im Schritt durch bis Menge be­wegen konnte mit großem Enthusiasmus.

Nach derPublic" wird der Prinz-Präsident die Reise, welche er nach den südlichen Departemen« ten zu machen beabsichtigt, gleich nach den in dem nächsten Monate staitsindenden Festen antreten.

Wegen deS Hinscheidens deS Prinzen Paul von Württemberg list der große Ball, den der Prinz-Präsident übermorgen Abend in den Tuile- rien zu geben beabsichtigte und zu welchem auch alle Deputirteim Kostüm" besonders waren eingeladen worden, verschoben; ebenso andere Festlichkeiten, welche von einem der Minister vorbeitet waren.

DieDebatS" enthalten folgende Einzelheiten über die letzten Augenblicke des Prinzen Paul:Der Prinz, töbtlich erkrankt, war schon seit mehreren Tagen von den Aerzten aufgegeben. Vorgestern hatte er schon daS Bewußtsein und den Gebrauch der Sprache verloren. Der Prinz Nikolaus von Nassau, Enkel deS Prinzen Paul, der Erkönig von Westphalen, sein Schwager und der Prinz Napoleon Bonaparte, sein Neffe, die Minister Rußlands wa­ren um daS Sterbebett versammelt, als der päpst­liche Nuntius in das Zimmer des erhabenen Kran­ken eintrat. Man weiß, daß der Prinz Paul, so wie die ganze königliche Familie von Württemberg sich zur protestantischen Religion bekannten. Die Ankunft deS päpstlichen Nuntius erregte eine leb­hafte Sensation. Man kündigte hierauf an, daß der Prinz Paul seit 14 Tagen ungefähr der Religion seiner Väter entsagt und! sich zum Katholicis­mus bekehrt habe. Der Prinz von Nassau und die übrigen Verwandten deS Prinzen Paul zogen sich zurück und ein Priester der Gemeinde Madeleine, den der Nuntius rufen ließ, administrirte dem Prins zen die letzten Sakramente der Kirche". Man glaubt, daß die sterblichen Ueberreste deS Prinzen Paul nach Württemberg gebracht werden. Wie eS heißt, wird der Prinz Nicolaus von Nassau, der nach Paris geeilt war, um feinem Großvater die letzte Pflicht zu erweisen, die Leiche deS verstorbenen Prinzen begleiten. Der Präsident der Republik wurde gestern Morgen sofort von einem bei dem Marschall Jerome angestellten Offiziere von dem staltgefunvenen Todes­fall in Kenntniß gesetzt. Ueber die Bekehrung deS Prinzen Paul und die Umstände, die dieselbe her- beigeführt, hört man sehr wenig. Dieselbe wurde sehr geheim gehalten.

Wie man versichert, hat der päpstliche Nuntius, Msgr. Garibaldi, die Ceremonie prâsidirt, bei wel­cher der Prinz Paul von Württemberg den katho­lischen Glauben angenommen hat.

Denormandie, Sachwalter der Orleanischen Erben hat aus Anlaß der Vollziehung der Confis- cationSdecrcte im Namen sämmtlicher Kinder und Enkel LouiS Philipps, sowie der durch Heirath ihm angehörigen fürstlichen Personen eine Klage einge­bracht.

Sie setzt die Thatsachen der gewaltsamen Be­sitznahme der Güter Neuilly und Monceaur durch die Agenten der Domänenverwaltung auseinander, ruft gegen dieselbe das auf verschiedenen Gründen beruhende EigenthumSrecht der Kläger an unb' for­dert deren Wiedereinsetzung in den Besitz nebst Schadloshaltung. Auf das ConfiScationSdecret vom 22. Januar 1852 wird in dem ganzen Doku­ment keinerlei Bezug genommen. Von Seiten der Domänenverwaltung hatte der Sèinepräfect Berger dem Substituten des StaatSprocuratorS ein Decli- natorium zugestellt, der eS dem Gericht minheilte.

DaS Declinatorium beruft sich einfach auf Decrete, denen zufolge die Gerichte unter keinen Umständen an der gesetzgebenden Gewalt theilneh­men, die Vollstreckung der Decrcte verhindern, die Functionen der Verwaltungsbehörden stören ober dieselben wegen Ausübung ihrer Functionen vorla­den dürfen und behauptet die I n c o m p r t e n z d e S Tribunals.

Italien.

Nachrichten aus Florenz vom 9. April in der Opinione" zufolge hat das Ministerium Baldaft seroni seine Entlassung eingereicht, weil eS sich nicht zur Aufhebung der leopolvinischen Gesetze hergeben wollte. Dem Vernehmen nach ist Ruccella mit Bildung eines neuen CabinettS beauftragt.

Rom, 10. April. (Tel. C.-B.) DaS fran­zösische Kriegsgericht hat mehrere Römer wegen Mißhandlung und Verwundung französischer Sol­daten verurtheilk; das höchste ausgesprochene Straft maaß beträgt 5 Jahre Kerker,

America.

Die auS Südamerica eingetroffenen Nachrich­ten lauten: General Rosas verließ am 5. März auf einem britischen Schiff Bahia und ist stündlich in England erwartet. Sein Schwiegersohn Mau- cella ist über Lissabon, wo er sich bereits auöschif- fen ließ, nach Spanien gegangen. Sein Schwie­gervater , General Mancilla, hat B u e n o s - A y - reS am 19. Februar übergeben, und an dem­selben Tag^ ist die verbündete Armee unter General Urquiza eingerückt, von der Bevölkerung mit Freubenbezeugungen empfangen. General Urquiza