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Nassauische Allgemeine Zeitung.

-^ 82 Dienstag den 6. April L8S2

Die Mn ff. Allg. Zeitung mit dem Wanderer erscheint einmal täglich mit Ausnahme des Sonntag». Der vierteljährige Pränumerationspreis für Wiesbaden und, nach dem neuen P o stregulativ nunmehr auch für den ganzen Umfang des Thurn- und Tarisschen BenvaltungSgebiete» mit Inbegriff des Postaufschlage« nur 2 fl- für tue übrigen Länder deS deutsch-österreichischen PostvereinS, wie für das Ausland nur « fl. 21 tr. Inserate werden die dreisvaltige Petitseile oder deren Raüm mit 8 ft. berechnet. Bestellungen beliebe man in Wiesbaden in der «. Sch e llen berg'schen Hof-Buchhandlung, auswärts bei den nächst gelegenen Postämtern zu machen.

Bestellungen auf die Nass. Allgem. Zeitung für das zweite Quartal 1852 wolle man baldigst machen.

Uebersicht.

Die Eröffnung der Berliner Zollconferenz. Deutschland. Wiesbaden (Landtag-verhandlung. Die .Kaiserin von Rußland in Schlangenbad erwartet. Die Misston) Bon der Mainhöhe (Die Feldgerichts­schöffen). Dorfwetl (Der Nothstand), Frankfurt (Schuhzollverein. Die deutsche Flotte). Mannheim (Berurtheilung). .Raffel (Graf Leiningcn). Mün­chen (Borlage die pfälzer-französische Eisenbahn betr.). A u gSb u r g (Borladiing). Dresden (Die Bamberger Ministerconferenz. Begnadigung). Berlin (Die Neu­bildung der ersten .Kammer. Die Schwurgerichte. Ver­mischtes), Wien (Die Zollconferenz. Die Zustände in Bosnien. Deputation von Montenegrinern nach Rußland), Schweiz. Neuenburg (Die GroßrathSwahl).

Dänemark. Kopenhagen (Amnestie). Krankrelch, Paris (Der gesetzgebende Körper. Der StaatSrath. Aeußerung Napoleon». Meunier. Fürst üa« nino. Die Dotation des Präsidenten. Vermischtes) Spanien. Madrid (Geschenk der Königin an die Kirche.

Duell. Graf Pino Hermoso» Lord Howden).

Neueste Nachrichten.

Die (Eröffnung der Berliner ^oO$ (Konferenz

Di» off lei el leO»sterr,«ch'sch, (Sorrefpon* btn)* bringt folgenden d,d«vtungsvoll,n VIrtifelt

Zu einem Augendlicle, wo die Berliner Zoll- conserenzen beginnen, erscheint es jedenfalls von ho- hrn« Znteress, auf die Haltung der dabei betheilig- »eri Mächte ein anfmerefameS Aug» zu richten. In jener Rede, womit S«. Durchlaucht der f f. Herr Ministerpräsident seiner gei« die Wiener Confer,n- z«n eröffn,»,, ward bereits von ihm mit Nachdruck bervorg,hoben, wt» ,s tnSdefondrr» auf die Berliner Conferenzen ankomm», um die Wiener V,rabr»vun- gen zu lebendigen und positiven Ergrbnisstu zu g,« Halten, Oesterreich verhehlte weder damals noch früh,«, daß es die Mitwirkung der k preußischen Regierung bei seinem Borhaben für besonders wün- schenSwerth eracht«; ehe deren Weigerung, an den Wiener Conserenzen VhubHI zu nehmen, eintras. er. schien »S kaum wahrscheinlich, daß Preusien sich selbst bit Gelegenheit berauben würde, Mn Grundstein zu dem wahrhaft Achtung gebietenden Baue eines ganz Deutschland umkaffenden Zoll, und Handelssystems legen zu Velken.

O»st,i»«lch hatt« s,«erlich erklärt, daß eS, weit rattern« »er hochachtbaren und verdienstlichen Insti­tution MO deutschen Zollvereines nahe zu treten, dtelm.hr denselben erhalten und gekräftigt zu sehen "'üni he, Un» im Grunde genommen lieg» es la in bei Wollt der Berhâltniff- daß man nur mit Dem, was Hatt ist und gedeih», Bereinigung sucht, wäh' »end man stieh,, wa» Veden und Dauer nicht ver i"ißt Wär« »et ßoRMtein nicht feiner Form und setntm G>hai», nach twe vortreffliche Schöpfung, um t ew Indust,l« und HaudetSleben jener i belle l eUtichlandH, die er gegenwärtig umfaßt», höhere Jregsamkeii und dlüb»«r,n Aufschwung zu verlei* hrni lieht el ihtuufte hatte dann wohl Oesterreich, um nach der endlich,,, Berlchmelzung mit ihm zu fl«rb-n.

Abe, umvandelöar müsien wir alS leitenden ,^eslv«spui>ll fesihalren, daß Nir den Zostvereln eben nur als ein Mittel zum Zwecke, näm­lich zur rowmereiesteu Wvhtsarh, Deutschlands und in keinem Aalte ein Substrat zu irgend­wie gearteten, P a , tlen>ri st ,, ch, Ge­staltungen anfehtn können und hülsen. W't werden nie vergeßen und glauben »s nicht oft ge­nug hvv,heben zu können, daß ein Artikel der Bund»»««»» »le Regirrung en Deutich- iandS zu gemrinfam en Schei tterr in der Zoll- und HandtlSfrag, verpflichlei, Nur können drßhafb den Zostverein nur als eine B »rarbet« in bleiet R'chtUng anlehen. Wenn CfNeteeitt 04) Ml der Bstdung desselben nicht |» SUtch be»he«tig»e, so geschah eS ohne Zweifel nu» deßhalb, weil sein damaliges ök»«v»lsch-p»tt«ische,

Verhältniß zu Ungarn und dessen Nebensândern und namentlich der Bestand einer inneren Jwischenzoll- linie ihm dabei unüberwindliche Schwierigkeiten in den Weg wâlzte. Jeh» befindet eS sich in der glück- litten Lage, das Versäumte nachzuholen. ES wür bißt aber auch vollkommen die Noihmendigkeit eines allmäligen UebergangeS. Es drängt nicht, eS ist weit entfernt, große und tief eingewurzelte Inte­ressen gefährden zu wollen, eS legt Jahre zwi­lchen das Z l e l und feine a l l e r n ä ch st e n Vorschläge. Astein eS erkennt wohl, ,daß.zwi­schen jenen und seinen eigenen Interessen, wenn sie richtig begriffen worden, durchaus kein principieller Gegensatz obwaltet, daß sie vielmehr der vollkom. menfien Solidarität fähig sind. ES übersteht endlich nicht, daß daS Princip deS Freihandels In Zollver­ein zur Unzeit hineingetragen, denselben erschüttern und der Auflösung zuführen wüßte, «vâhrend das Gchntzjvsisystkm noch lange Jahre hindurch nner« läßlich sein wird, um Deutschlands gewerbliche Ent­wickelung sicher zu stellen.

Wir wünschen und hoffen, daß diese Ansichten, auch auf den Berliner Eonferenzen offen unv ehr­lich zur Sprache gebracht werden. Wir halten die königlich prenß. Regierung für zu elnsfchtSvoll und sind übttjtug«, daß sie dem Gedeihen der materiellen Interessen Deutschlands eine zu ausrichtige und lebhafte Thriluahme schenkt, als daß der Geltend machung Derselben von ihrer Seite Hittderniffe in den Weg gestellt werden sollten. Wir vertrauen übrigens aus die Fruchtbarkeit und die Macht der Ide«, von welcher daS k. k. «aMnet bei seinen Han- delSpolitlschtn Bestrebungen sich teilen läßt. Gewis­sen Dekanen in Nordbrutschland gefällt eS freilich noch immer, dies« Bestrebungen alS idealistisch, ja illusorisch und einer realen Grundlage «mangelnd zu bezelchuen. ES gilt dies von einem Gedanken nur dann, wenn er nnansführbar ist. Kann er mit Vortheil auSgeführt werden un» stem­men sich der ViuSsührung nur Mißgunst und Bok- urtheil entgegen« dann haben jene herabsehend,n B,j,ichnttNgtn keinen Sinn, bann mag man getrost der Zukunft vertrauen, die alle guten und nützlichen Keime entwickelt und reift, Mit oben demselben Grunde hätte man den Zollverein, bevor er nach In das Leben trat, eine Utopie nennen können. Theil* weis, geschah el auch und eS fehlte nicht an furcht» lammen und abrathenden Stimmen sseder Gattung Der Zollv,»»tu ist aber dennoch zu Stande gekom­men und fein rasches Gedeihen ha« allen Besorgnissen ein Ende gemach«, was einen Grund mehr für Oesterreich Hilde». aufderbeteetrnenhandelS» polilll*#n Bahn mutbist auSzuharrin,

DfMtfcbiniib«

f Wiesbaden, 3, April. tEitzung der ersten Kammer). Borsttzender Graf Walderdort er* öffnet, daß Mr Herr H»lg«tchiSrath F»hr, Löw », Steinfurth m>» Per Be«tre»ung Sr. k. Hoh. deS Erzherzogs Stephan deaufiragt sei, St prßUimaiioit des Herrn Präsidenten Möller (Bevollmächtigten M^ Grafen Gi »chz wird als ordnungsmäßig hesund»«,

Bon Seiie der Regierung werbt,« die in »er Thronrede «wähnten G-sehe (mit Ausnahme jener über Me Een»ralorganisal>ott) vorgeteg» und ange- zelg», daß die G,sch.ifi«o«dnung fv wie der Betchirrß I. Kammer, sich vom 7, |M0 zum 16, April iud, zu Verlagen, die Genehmigung Sr. Hoheit deS Herzogs erhalten habe.

Per Ata, Höchst beantragt, daß Mt Errich tung der Stockbüch,e Mt Eintrag der ieuerdettäge in Me|«IMn vorläufig unterdlttde,

Der Adg, Tromdeita InteipeHin »tuen yiorlegung Mt landesherrltchen Edikte vom 26. November v. %

(Sitzung II Kammer.) Nach Mittheilung der eingegangeurn Pettttonen erfolgt, die Bo,lag, brr oben Mieuhneitn Gei-He und erklär« hierbei Reg Kommissär Minist,» Fab«r, daß eine umfassrnve Rkvitton der G,«<«nd,grs,tze wohl in Mr Abstcht der Regierung liege, daß man dieselbe aber vorläufig

noch ju verschieben gedenke; die Einberufung der neugewählten Abgeordneten werde vor den Kammer-- fetten nicht Statt '.finden und habe die von der zweiten Kammer beschlossene GeschâsiSordnung die Genehmigung Sr. Hoheit deS Herzogs erhalten.

Der Abg. Schäfer frägt an , was die Ver­zögerung der Vorlegung der Evicte vom 25. Nov. v. J. veranlasse.

Der Abg. Knapp sprich» in einer längeren Rede an Die Kammer den Wunsch auS, daß eS ge­lingen möchte, die nur auf das Glück feiner Mit­bürger gerichteten Absichten unv Bestrebungen der Landesregierung mit Gefühl, Sachkenntnis« und der gew>ssenhas«est,n Ueberzeugung zu unterstützen, aber auch mit Offenheit, Ehrlichkeit und Entschie­denheit nnerschrocken hervorzutreten, wenn das Wohl der Mitglieder gefährdet erscheine.

Abg. RegeS beantragt Vervollständigung der nicht mehr ausreichenden landwirschastlichen Gesetze und zeigt hieraus seinen Austritt auS Mr Kammer, an. Die zweite Kammer adopttrt hierauf den von Mr ersten Kammer gefaßten Befchluß die Vertagung betreffend,

-f-Wiesbghen, 3. April. (Sitzung Mr ver, einigten Kammern.) Vorsitzender: Graf Walder­dorff. Zur Verhandlung kamen«

1) AnSschußbericht über C. VH. der Erlgenz der Ministerialadihrilttng deS Innern, Weg- und Ehausseebauten betr. Berichterstatlkk t der Abg. Belling« r. Die anaesorberten Lummen (235752 fl, 24 fr.) werben auf Antrag deS Ausschusses geueh, mißt. Ein Antrag MO Ausschusses (nur daS A»S. schttßmitgliev Hal bey ist für die bestehende Ein­richtung , biS vaS jetzige G,m,inde- und KreiSver- waltungSgrsed geändert sei) ,b|e Kammer wolle eie Weßteruuß ersuchen, ihe »in« «lnfacher« und weniger kostfpiellge Organisatson der Wegbauverwaltung vorzulegen", rief eine tänger, Debatte hervor, In welcher gegen den Antrag die ReglerungSeommissär« Faber, Wedren, Schepp, HaaS un»M# Abg. König und Haidry sprachen, für denselben bl« Adg. Hbchst, Knapp, Metzler, Reichmann, Rau, der Me Vrreinsachnug de» StaaiShauShalteS und Verminderung der Steuern |Ar nothwendig et« klärt«, M öll«r. welcher ans ol« frühe»« wohlseilere, well «insachtk« Bauvtkwaltung hlnwleS, und B«k- tram, bet d,sonder» sich gegen die hohen Betol- düngen, welch, »le JheiObeamicn für ihre Mitwir­kung bei Mm W'gdau bezögen, erklärte. 3ule|l erläuterte der Berichmstaiter Belling" dt« Gründe, worin der AnSschuß eine einfachere Orga­nisation einlebt. Man muss-, wie die Regiernng selbst schon bei bet neuen Organisaiion btt Hoch, bauverwaltung ge>h ", hab,, an si«e,Minderung der Zahi Mr ètaatSrlener oenhn , damit Ersparnisse für »le Staa«»kass, ermöglich« und die Steuerlast, welche auf Mm Lande liege, ermäßigt werden könne, Eine technische Beaufstchtiung und. Geltung aller Wegbauarbeitrn könne wohl nützlich Ulm allcin der Nutze rntspreche nicht den Kosten. WaS di« Ge­meinden f<(Dst verwalten könnten, foBe man thuen lasten I man solle nicht alle Regungen und G-«chäst« IM BolkSltbrn in den Kino der SlaaiSverwattung zi-hen. Dei Antrag der Eommtssion wird mit allen gegen 3 Summen angenommen. Ebenso will ein Antrag des AuöschussrS, die R-glerung »volle noch eine Nachforderung für die Ehausse»bauten bei llsinge« uns im Amre Letter» elndtingen, gl-

2) AuSschußbeNchk über C. V111, »et Erlgenz d,» Mtuisterium» b«S Innern, Wass,»bauten betr, Berichterstatter« bei Abg. Hatbey. Die angesar- derte»» Lummen (2OI74I p. 35 ft.) werben geneh» mig« Bet der Debatte über da» geuauni» Uapirat be helliaen sich Mr Abg. Knapp, Möller, K ö- «i q. Die beiden «tnern lyrache« über die hohen Enmmen, welche für Me Wasserbauten am Rhein und Mr Lahn MtwenMt werben,

4) AusschUßdertch« Aber Me E»ig,uz deS Justiz. einlhttlumO, BnichmllaNer» der Adg R"ch. mann. Gegen einzeln» Post»n spreche,« von Eck um König Die WhImMiuuucu (36 05 33 fl. 4 9 fi^ werden genehmtg«.