tag gerichtet, erscheinen, welche eine genaue D.tail-- liung der Belhandlungen, wie der'dadurch erzielten Resultate enthaltn wird. — Der in der letzten Zeit in St Pöllen confinirl gewesene Redacteur Anton Kutschera hat die Bewilligung zur AuSwan- derung nach America erhalten und tritt nächster Tage die Reise dahin auf Kosten der Regierung an.
Der nunmehr ratificirte Handelsvertrag zwischen Oesterreich und Sardinien wird demnächst veröffentlicht werden. ES ist dieses ein so liberaler Handelsvertrag, wie er nur zwischen zwei Staaten abgeschlossen werden kann. Wir werden auf denselben zurückkommen.
Die dem „Czaâ" mitgeth-ilte und auch in andere Blätter übergegangene Nachricht von der bevorstehenden Ankunft deS Kaisers Nikolaus in Warschau, wird der A. Allg. Ztg. aus verlässiger Quelle als unbegründet bezeichnet.
Nach Briefen der A. Allg. Ztg. aus Triest, war die Siadi in großer Bestürzung. Seit fünf Tagen vermißt man den Dampfer „Marianne", der bei dem, während der Ueberfahrt des Kaiser«, bei einem beträchtlichen Sturme stattgehabten Seemanöver sich verloren hatte, und von dem bis dahin keinerlei Kunde eingelaufen war.
Belgien.
Brüssel, 15. März. Mehrere Blätter haben von einem Notenwechsel zwischen den Regierungen von Frankreich und Belgien gesprochen, der durch eine höchst ungeeignete Maskerade in Gent veranlaßt worden sei. Noten sind aber über diesen Gegenstand nicht gewechselt worden. Die französische Regierung hat mehr in officiöser als officicller Weise über die Vorgänge in Gent von der Regierung in Brüssel Aufschlüsse begehrt; daS belgische Gouvernement hat der französischen Regierung den Sachverhalt dargelegt und sein Bedauern über die Vorgänge ausgesprochen. Seitdem ist zwischen beiden Cabineten von diesem Gegenstand nicht mehr die Rede gewesen.
Die „Köln. Ztg.", welche 'die Nachricht von jenem Notenwechsel zuerst gegeben, behauptet nun mehr alS je, daß die gewechselten Erklärungen mehr einen wirklich osficiellen, als blos diensteifrigen Charakter gehabt haben.
K r a n k r e i è.
Paris, 14. März. Das „Pays" sagt: „Es scheint gewiß, daß eine große Feierlichkeit im Tui- lerieen-Palaste die Session deS gesetzgebenden Körpers einwcihen wird. Schon richtet man den Marschallsaal, der etwa 1200 Personen faßt, dazu ein. Die Mitglieder deS Senats, die Deputirten und die SlaatSrâthe werden sich um den Prinzen LouiS Napoleon versammeln, der jedem Einzelnen den Eid abnehmen wird. Für das diplomatische Corps, die Magistratur, die hohen Beamten und Würdenträger werden Plätze ausbewahrt sein. ES heißt, daß daS EtaatS-Oberhaupt, gemäß dem Brauche unter der konstitutionellen Monarchie, eine Eröffnungsrede halten werde".
Unverbürgt heißt eS, L. Napoleon habe von der belgischen Regierung die Wiederanstellung der polnischen Offiziere verlangt, widrigenfalls et alle französischen Offiziere auS Belgien abrufen werde.
Man behauptet, daß in Kurzem die Ernennung dreier Marschälle von Frankreich bevorstehe; Magnan, Paraguay d'HillierS und Kastellane wer- den genannt.
Der Verkauf der VatimeSnil'schen Denkschrift gegen die Orleans - Decrete ist von der Regierung nicht behindert worden; in einem einzigen Tage wurden 6000 Eremplare abgesetzt.
Der Dichter Lachambaudie wird nicht tranSpor- tirt; man hofft sogar, daß die neue Commission seine Freilassung veranlassen werde.
Ein hiesiges Hotel, welches vor dem 2. Decbr. zweimal für 180,000 FrS. öffentlich zum Verkäufe ausgesetzt wurde, ohne daß sich ein Käufer fand, ist jetzt für 273 000 FrS. versteigert worden.
Nach der „Patrie" ist bei einer Anzahl Kaufleuten eine Menge von Pfeifen mit aufrührerischer -Abbildungen in Beschlag genommen worden, und eS ist eine Untersuchung eingeleitet, um die Fabriken ausfindig zu machen, welche solche Pfeifen liefern.
DaS Scrutinium für die Wahl eines Deputirten im vierten Wahlbezirk hat gestern früh begonnen. Die Wähler haben sich diesmal viel zahlreicher eingefunoen als vor vierzehn Tagen. DaS Ergebniß liegt heute noch nicht vor.
Ein „Mitgetheilt" in der „Patrie" zeigt den zahlreichen Bewerbern um Anstellungen beim Senate an, daß dieselben schon sämmtlich, und zwar meistens an frühere Beamte der PairSkammer 2C„ vergeben worden sind.
Der Verkauf der Bibliothek deS Königs LouiS Philipp wird bei fortwährend sehr zahlreichem Zusammenflüsse von Kaufliebhabern in der Salle Sylvestre fortgesetzt. — In spätestens drei Monaten wird der Verkauf der Gemälde des Marschalls
Souk beginnen. Es ist dessen Gallerie bekanntlich eine der schönsten und reichsten in Europa. Die .'.ö^ig'â von Spanien hat, wie man vernimmt, den Atserag ertheilt , zu jedem Preise mehrere Meisterwerke von VelaSquez und Murillo an« zukaufen, welche der Sieger von Toulouse in den FourgonS der französischen Armee in Sicherheit gebracht hatte, als sein tapferer Degen nicht mehr im Stande war, die Krone von Castilien auf dem Haupte Joseph Bonaparte'S zu erhalten.
Paris, 15. März. Zur Gründung von landw. Crebitanstalten hat sich bereits eine Gesellschaft mit einem Capital von 10 Millionen gebildet. ES sollen sich besonders deutsche Kapitalisten zu derartigen Unternehmungen bereit zeigen, da die Erfahrungen in ihrer Heimat ihnen Vertrauen einflößen. —Der Marineminister shat dafür gesorgt, daß die zur Deportation bestimmten Personen während ihrer Ueberfahrt nach Cayenne jeden Tag einen Gottesdienst hören können. — In Lambessa soll eine Muster-Meierei errichtet werden. Man will dort Versuche mit in Afrika nicht einheimischen Bäumen und Pflanzen machen. — Die dahier seit dem 2. De, cember eingegangene Journale sind: „National", „Opinion", „Ordre", „Messager deS ChambreS", „Moniteur du foir", „Evenement", „Revolution", „Demokratie", „Republique", „Feuille du peuple" und „Feuille du village". Man spricht von der bevorstehenden Vereinigung der „Assemblee Nationale" und der „Union". Letzteres Journal wird alSdann vier Journale repräsentiern , da dieselbe schon früher drei Journale („Quolidienne", „Echo franyaiö" und „France") in sich ausgenommen hatte. —
Wir haben berichtet, daß Persigny, den die Fama nach Berlin gesandt, um sich mit Preußen wegen der Schweiz zu vet staubigen, in dieser Angelegenheit in ChalonS für Saon mit Dufour, dem schweizer General, eine Unterredung hatte. DieS bestätigt sich. Nach der „Köln. Ztg." hat Persigny zwar in ChalonS diese Frage nicht definitiv geordnet, weil Dufour keine Vollmachten hatte; eS kann aber keinem Zweifel unterliegen, daß die schweizer Regierung daS dort verabredete Abkommen annehmen wird. Oesterreich und Frankreich haben in der schweizer Angelegenheit nicht gemeinschaftlich gehandelt, obgleich sie jedoch zu gleicher Zeit und fast die nâmllche Sache von der Schweiz verlangt haben. Oesterreich verlangte in seiner Note die Ausweisung der deutschen Flüchtlinge; Frankreich begnügte sich dagegen mit der Jnternirung der ihm angehörigen Flüchtlinge und deren Ausweisung auS der Schweiz, wenn sie eS für nöthig erachtet. Bei feiner Rückkehr hatte Persigny eine Scene mit MaupaS. Der Po- lizeiminister hatte nämlich die Abreife des Ministers des Innern erfahren und LouiS Napoleon davon in Kenntniß gesetzt. Der Präsident, der natürlich Persigny'S Reise kannte, hörte den eifrigen Polizei- minister lächelnd an und sprach mit dem Minister deS Innern von der großen Aufmerksamkeit, die ihm sein College schenke. WaS die Haltung Englands bei der schweizer Angelegenheit betrifft, so scheint sich dasselbe in dieser Frage ganz fremd gehalten zu haben. Zum Wenigsten erzählt man, daß Lord Cowley in einer Gesellschaft bei dem preußischen Gesandten gesagt haben solle, England habe sich mit der Schweiz in der letzten Zelt wegen seiner inneren Angelegenheit gar nicht beschäftigen können.
Der „D. A. Z." wird geschrieben: Seit langer Zeit ist eS notorisch, daß der Kriegsminister mit dem Präsidenten der Republik über die Verabschiedung von Offizieren, welche im Verdachte stehen, den Orleans zugelhan oder konstitutionell gesinnt zu fein, in Zwiespalt gerathen ist. Ludwig Napo- leon hat in Fällen der Art eine beispiellose Zähigkeit. Wenn einer seiner Vorschläge, an welchem ihm von politischem oder persönlichem Standpuncte besonders viel gelegen ist, im Ministerrathe abge- lehnt wird, ist daS fein Grund, ihm denselben Vorschlag nicht bald darauf wieder und zwar so oft wieder vorzulegen, bis entweder der oder die Minister nachgeben oder infolge deS fortdauernden Zwiespalts die Entlassung einreichen. So weiß man j. B., seitdem Hr. de Morny gesprächiger geworden, daß die Decrete vom 22. Januar im Monate December nicht weniger als viermal, im Monate Januar dreimal in den Ministerrach gebracht wurden. Wie eS mit der Confiscation der Orlean'sschen Güter zugegangen, so geht eS jetzt mit der Jnruhe- standversetzung der orleanistischen Offiziere.
Diese Frage wird alle acht Tage vorgenom. men und diScutirt, wird aber stets vom KriegSmi, nister scheinbar zurückgewiesen. Erst kürzlich soll derselbe ungeduldig über die Beharrlichkeit deS Präsidenten in dieser Angelegenheit, im Laufe der Diskussion darüber, auSgerufen haben: „DaS geht einmal nicht, Prinz, man steht, daß Sie nie Sol- bat gewesen"! Erinnert man sich, daß kurz vor der letzten Ministerkrise die Patrie allen den im Cabinet herrschenden Zwiespalt mit dem Präsidenten der Republik betreffenden Gerüchten ein sehr bestimmtes Dementi gegeben, so wäre man zu der Vermuthung berechtigt, daß, wie damals der Austritt der HH. de Morny und Fould, jetzt der AuS- tritt des Generals St. Arnaud nahe sei.
Paris, 16. März. (Tel. Dep. b. K. Ztg.) Im vierten Wahlbezirke des Seitte-DepartementS ist vorgestern der republikanische Canbidat C a r n o t mit 16,753 Stimmen zum Deputirten gewählt worden, während der RegierungScandivat Moreau deren nur 13,343 erhielt.
Spanien.
Madrid, 10. März. (K. Z.) Die Königin Christine wird feit einiger Zeit wieder von den fremden Gesandten besonders ausgezeichnet; man buhlt förmlich um ihre Gunst — es ist ein wahrer Wettkampf unter diesen Herren. Eine ehrbare Ausnahme hiervon macht jedoch der belgische Minister- Restdent, Baron du Jardin. Dieser Herr hatte unter dem Ministerium Narvaez vielen Einfluß; Narvaez wählte ihn damals zum Schiedsrichter der anglochispanischen Differenzen, und die Königin belohnte ibn hiefür mit dem Großkreuze deS Ordens Karls III., und zeichnete besonders dessen Gemahlin aus, die den Orden der adeligen Damen von Maria Luisa erhielt. Seitdem aber Murillo am Ruder steht, ist du Jardin, der als Gesandter wenig ober gar keinen Aufwand macht, ganz in den Hintergrund gedrängt; die Bevorzugtesten sind der österreichische und der preußische; die Königin Isabella eröffnet mit ihnen fast alle Bälle. Du Jardin, dem sonst diese Ehre zu Theil wurde, ist sehr empfindlicher Natur; er wird jetzt auf Urlaub gehen und wahrscheinlich nicht wieder hierher zurückkehren. AlS die Königin Christine vorgestern nach Aranjuez ab« reiste, wohin ihr die Königin Isabella folgen wird, um sich dort zu ihrer großen Rundreise vorxuberei- ten, waren alle Gesandten, außer Baron du Jardin, in ihrem Palaste versammelt, um sich bei der eigentlichen Lenkerin des spanischen StaatSruderS zu be« urlauben.
Großbritannien.
London, 15. März. (Tel. Dep. d. K. Ztg.) Im Oberläufe erwiedert Lord Derby auf eine an ihn gerichtete Interpellation, die Regierung könne nur dann Schutzzölle vorschlagen, wenn daS Land sich für Wiederherstellung derselben entscheide. Carl Grey findet diese Antwort ungenügend. Warum, fragt er, erklärt die Regierung nicht geradezu, die Schutzzölle aufgeben zu wollen. Lord Clanricarde verlangt die Auflösung deS Parlaments.
Im Unter Hause erklärt D i Sr a eli, die Regierung habe den Willen, die Angelegenheiten deS Landes aufs Beste zu besorgen und daS Wohl des StaateS nach Kräften zu fördern. Er weigert sich jedoch, eine kategorische Antwort auf Billie r S' Anfrage in Betreff der Absichten der Regierung zu geben. Lord J. Ruffell findet eS un« constitutione!, daß eine Minorität versucht, die Zügel der Regierung festzuhalten. Gladstone verlangt Auflösung deS Parlaments. Palmerston erklärt eine Besteuerung der Lebensmittel für unmöglich.
Der Dampfer „Teviot" hat Nachrichten au» BuenoS-AyreS bis zum 2. Februar und auS Montevideo bis zum 5. Fedr. nach England gebracht. Der Kampf zwischen Urquiza und RosaS scheint durch die vollständige Niederlage und durch die Flucht deS Dictators der argentinischen Republik entschieden zu sein. Den durch den „Teviot" nach Europas gelangten Berichten zufolge hat nämlich am 3. Febr. bei SantoS LugareS eine Schlacht Statt gefunden, welche von 6 bis gegen 11 Uhr Morgens dauerte, und in welcher Urquiza und seine Verbündeten einen glänzenden Sieg davon trugen. Viertausend Mann sollen geblieben sein. Namentlich ward die vielgerühmte Reiterei des DiciatorS von den in brasilianischen Diensten stehenden deutschen Reitern (den Resten deS schleswig-holsteinischen HrereS) übel mitgenommen. In der Nacht vom 4. Februar schlief Urquiza in dem Landhause deS RosaS zu Palermo. RosaS unb seine Tochter Manuelita waren verkleidet an Bord deS englischen Schiffe „Locust" geflüchtet, von wo sie später auf den „Centaur" gebracht wurden. General Mancilla, welcher in BuenoS-AyreS befehligte, hatte sich er» boten, die Hauptstadt dem Sieger zu übergeben. Die diplomatischen Agenten der verschiedenen auswärtigen Mächte bemühten sich, einen friedlichen Vergleich herbeizuführen. General Pacheco halle in der entscheidenden Schlacht die Armee von BuenoS- AyreS befehligt.
Italien.
Turin, 11. März. (Tel. Dep.) Gestern hat die Abgeordnetenkammer den Gesetzentwurf .'über den Status der Offiziere mit 97 gegen 12 Stimmen angenommen. Die Adresse, eine reine Paraphrase der Thronrede, ward mit Stimmenhelligkeit gutgeheißen. DaS Bureau deS Senats hat sich bereits constituirt. Die Vorstellung eines für die Kammern beleidigenden Schauspiels ist amtlich »er*