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bered von MenSdorff, von Kopenhagen über Arbeit wieder hier eingetroffen.

Herr F.-M.-L. v. Legeditsch hat mehreren hie- sigen Bürgern, die sich für den unglücklichen Ru- schak verwendeten, die Zusicherung ertheilt, daß er selbst für den Gefangenen ein gutes Wort einlegen werde, und man glaubt allgemein, daß Ruschak mit einigen Jahren leichten Arrestes davon kommen werde.

Kiel, 27. Febr, (H. R.) ES sind hier Proben von Knöpfen «gelangt, wie sie demnächst von hol­steinischen Zollbeamten getragen werden sollen. Es befindet sich aus denselben ausschließlich daS Wappen Dänemarks als des herrschenden Landes, nämlich die drei Löwen. Vom Jahr 1834 bis zum Jahr 1846 trugen die schleSwig-holsteinischen Zollbeamten auf den Knöpfen daS schleswig-holsteinische Wappen; vom Jahr 1846 an bis jetzt glatte Uniformknöpfe; im Jahr 1852 werden auch die holsteinischen Zoll­beamten, wie eS jetzt die schleSwigschen thun, daS dänische Wappen tragen. Man sieht, die Welt ist rund!

Wien, 26. Febr. DerWanderer" fragt, wer nach dem Abschlusse deS Septembervertrages (mit Hannover) noch daran zweifle, daß von Berlin auS die NinonSpolitik auf Grundlage der handelspoliti­schen Einigung fortgesetzt werden wolle. Der han- delSpolitische Separatismus in Deutschland ließe sich nicht so leicht bekämpfen, wie der politische. Die Entwicklung der Dinge könne mit raschen Schrit­ten einem norddeutschen Handels-, wenn nicht gar Staatenbündnisse entgegengehen. Zur Unterstützung dieser Plane lasse Preußen die heilige Allianz fallen und pflege dagegen die englische.

Der gestern kundgemachte Vertrag zwischen der Finanzverwaltung und der Nationalbank hat allge­mein einen sehr günstigen Eindruck gemacht. Sans« actien stiegen seit vorgestern um 30 fl. Man hält ihn für den Vorläufer von Finanzregegeln in der Ihnen bereits angedeuteten Richtung, und würdigt die Tragweite einer Operation, in Folge deren SlaaiSpapiergeld nur noch als durchlaufende Post in die Bankcassen kommen kann; man ist in sach­verständigen Kreisen vollkommen einverstanden, daß vorerst die eine Papiervaluta, Banknote, möglichst fundirt werde, um die Consolivirung der flottanten Schuld zu erleichtern und zu vereinfachen.

Die Triester Zeitling bringt in einem Schrei­ben auS Teheran vom 21. Januar einige interes­sante Details über die Hinrichtung des gestürzten GroßvezierS Mirza-Taghi - Khan. Der Grund sei­ner Ungnade soll hauptsächlich darin gelegen haben, daß er dem Schah über die ausschweifende Lebens­weise seiner Mutter zuerst die Augen zu öffnen ge­wagt hatte. Unmittelbar nach seiner Absetzung schwebte sein Leben oder doch sein Augenlicht in großer Gefahr. Den Bemühungen und Bitten sei­ner Gemahlin, einer Schwester deS Schah, gelang eS indeß, dieselbe abzuwenden. Der russische Ge­sandte verwendete sich, ungeachtet gerade Mirza- Taghi-Khan ein ziemlich gespanntes und unfreund- schaftlicheS Verhältniß zwischen Persien und Ruß­land herbeigeführt hatte, mit humaner Energie für sein Leben und erhielt auch in dieser Beziehung die bündigsten Zusicherungen. Unvermuthet, wahrschein, lich den Eingebungen seiner erzürnten Mutter fol­gend, verordnete der Schah während einer Jagd- partie die Hinrichtung deS Unglücklichen, der freilich im Laufe seiner Verwaltung große Ungerechtigkeiten und Grausamkeiten begangen, aber doch einige Hin­neigung zu zeitgemäßen. staalSnützlichen Reformen bekundet hatte. Als er im Bade überfallen ward, setzte er sich zur Wehre. ES hat dieser Vorgang auf alle hier rveilenoen Europäer, namentlich auf die seit Kurzem erst eingetroffenen Oesterreicher, sehr verstimmend eingewirlt.

K r a n ? r e i cd.

Paris, 29. Febr. Ein Artikel deS präsidentiel- len Dekretes in Betreff der (irrichtung von Landes- ereditgesellschaften verfügt, daß 10 Millionen, von den auS dem Verkaufe der Güter der Familie Or­leans gewonnenen Summen, zu Betheiligungendes StaatS an diesen neuen Anstalten verwendet werden sollen. Diese Bestimmung zeigt, daß LouiS Napo­leon nicht Willens ist, den Vollzug des ConfiS- cationSdecreteS vom 22. Januar aufzufchieben und in der Politik, welche ihn zu der Confiscation ver­anlaßte, noch eine Aenderung eintreten zu lassen.

Ein anderes Dekret verleiht der Oberin einer hiesigen WohlthâtigkeitSanstalt des NonnenordenS St. Vincent de Paula, Schwester Rosalia, wegen des bewiesenen Muthes, Aufopferung und bewun- bernSwercher Bamherzigkeit die Decoration der Ehrenlegion. In den Motiven wird angeführt, daß die Schwester Rosalia sich durch die den Armen und Unglücklichen geleisteten vielen Wohllhaten als würdige Nachahmerin der ehrenvoll durch den Kaiser Oecorirten Schwester Martha gezeigt habe. Heute Nachmittags begab sich der Minister des Innern im Auftrage L. Napoleon'S in daS betreffende Kloster und überreichte der Schwester Rosalia das

Kreuz der Ehrenlegion nebst 500 Francs für ihre Armen.

Piiva triefe auS London theilen als bestimmt mit, der neue Minister der auswärtigen Angelegen­heiten , Lord Malmesbury, habe die Absicht kund­gegeben, diejenigen politischen Flüchtlinge auö Lon­don zu entfernen, welche durch revolutionäre In­triguen und Umtriebe die Ruhe ihrer Heimathlânder zu stören suchten. Wiederholte Forderungen der Con- tinentalstaaten, eine solche Maßregel zu ergreifen, waren von Lord Palmerston bekanntlich entschieden abgelehnt worden.

Der Seinepräfect hat bei der Gemeindecom­mission von Paris den Antrag gestellt, daß bei jedem Kirchhofe zwei Geistliche angestellt werden sollen, die den Leichen der Armen daS letzte Geleite geben sollen. BiS jetzt wurden dieselben ohne alle religiöse Ceremonien begraben. Es sterben hier jährlich 12 bis 13,000 Personen, wovon 6 bis 7000 ohne geistliche Begleitung nach den Kirchhöfen gc- bracht werden.

Wie verlautet, wird Lord Cowley, der neue englische Gesandte, nicht lange in Paris bleiben. Der Einfluß, den Lord Palmerston immer noch auf die Leitung der äußeren Angelegenheiten auSüben soll (?), scheint die Ursache zu sein, daß an Lord Cowley's Stelle Lord Normanby wieder nach Paris kommen wird. Bei einem diplomatischen Diner, daS vor einigen Tagen Statt gehabt, fol Lord Cowley selbst von seiner baldigen Abberufung ge­sprochen haben. Die äußeren Angelegenheiten, die sich immer mehr verwickeln (?), scheinen den jetzigen Minister'deS Aeußern bestimmt haben, sich zurückzuziehen, dessen Leitung er eigentlich nur auS Ergebenheit für L. Bonaparte im Augenblick der Gefahr übernommen hat. Ueber seinen Nachfolger verlautet noch nichts Bestimmtes, obgleich es fest­steht, daß Turgot nur noch kurze Zeit Minister bleiben wird.

Morgen gehen wieder 200 Auswanderer der Goldbarrenlotterie nach Marseille ab. Wegen Ermordung eines GenSd'armen hat vaS Kriegsge­richt zu Clamecy eine Person zum Tode, vier zu lebenslänglicher und eine zu zwanzigjähriger Zwangs Arbeit verurtheilt.

Obgleich die Regierung alle Mittel anwendet, um die Kandidaturen, welche neulich derSiecle" mitgetheiit hat, zu vereiteln, scheint sie doch die deS General Cavaignac zu dulden, denn seine Can. dikatur prangt an allen Mauerecken und auf seinen Namen werden im dritten Wahlbezirk Stimmzettel vertheilt.

DerSiecle" selbst hat eine Warnung erhal­ten, weil er den General Lamoriciere den Wählern bei den heutigen Wahlen anempfohlen hatte. Zu gleicher Zeit wurde ihm bedeutet, daß eine wieder­holte Warnung die Unterdrückung deS Journals zur Folge haben würde.

Der Bijoutier Croce Spinelli, dessen politische Antecedentien bekannt sind, ist verbannt; heute sch.n soll er Paris verlassen.

Bei der letzten Verhandlung des AssisengerichtS gegen Die wegen Theilnahme am französisch deutschen Complot Angeschulvigten sprach der Angeklagte Cherval noch Einiges zu seiner Vertheidigung. Die anderen Gefangenen beharrten darauf, daß ihre Verbindung bloö Sang und Vergnügen und keinen politischen Zweck hatte. Hierauf wurde die Sitzung geschlossen und die Jury zog sich zurück. Nach vier Stunden gab sie folgendes Verbiet kund: Der Assi- fenhof spricht frei: EggerS, Köhler, Urth; verur- thcilt sind zu 8 Jahren Gefängniß Cherval und Gipperich; Scherger und Nelte zu 3 Jahren Ge, fängniß: Rolle zu zwei Jahren; Kaiser und Müller zu einem Jahr; Schultz, Fischer und Mathesen zu 6 Monaten Gefängniß. Alle wurden zu 100 FrS. Buße und den GerichtSkosten verurtheilt.

Ein Clavierlehrer wurde gestern zu einem Jahre Gefängniß und 25 Franken Geldstrafe verurtheilt, weil er zwei Soldaten zum LegitiSmuS verführen wollte.

Man schreibt von Toulon: Ein hier einge- laufeneS' Schiff hat diesen Morgen den Marinebe­hörden die Nachricht gebracht, das englische Ge­schwader habe in den Gewässern von Malta durch einen furchtbaren Windstoß sehr bedeutende Beschä­digungen erlitten. Zwei große Dreidecker seien auf­einander gestoßen, der eine habe sein Steuerruder verloren, und der Hintere Theil deS andern sei ganz zerstört worden, viele Seeleute getödtet oder ver­wundet worden. Die anderen Fahrzeuge deS Ge­schwaders haben mehr oder weniger gelitten.

Großbritannien.

London, 28. Febr. DaS eigentliche Conseil der neuen Verwaltung besteht nicht mehr wie unter den abgetretenen WighS auS vierzehn, sondern auS dreizehn Mitgliedern, da der Kanzler des Herzog- thumS Lancaster nicht mehr zu demselben gehört. Unter dem vorigen Ministerium war dieser Posten von einer hervorragenden politischen Persönlichkeit, dem Grafen von CarliSle, bekleidet, jetzt versieht ihn, wie schon gemeldet wurde, Mr. Cristopher/

Mitglied deS Hauses der Gemeinen. Die dreizehr Mitglieder des Conseils sind: Graf v. Derby, Su Edward Sugden, Graf v. Lonsdale, MarquiS vor Salisbury, DiSraeli, Horace Walpole, Graf vor Malmesbury, Sir I. Pakington, der Herzog vor Nothumberland, Harries, Hanley, Graf v. Hard« wicke und Lord John MannerS. Nach ihrer Seel digung durch J. Maj. die Königin waren sie am Donnerstag zum erstenmale zu einem Ministerrath« versammelt. Man will indessen wissen, baß Graf von MalmeSbury nur provisorisch daS auswärtige Departement erhalten habe; definitiv seiSirSlrat- fort Canning, für tiefen Pollen auSersehen, der in der That von Konstantinopel hierher unterwegs ist. Die militärischen Rüstungen in England werden fortgesetzt. Alle Offiziere der Armee haben Befehl erhalten, die Bataillone ihrer Regimenter auf 850 zu ergänzen und von Woolwich auS sind Commissarien nach Norkshire abgegangen, um für die Remonte der Cavallerie Pferde anzukaufen. In der Admiralität herrscht eine große Thätigkeit ; die London" von 90 Kanonen ist als Wachlschiff sür die Docks vor Deal, KingStown und Ramsgate be­ordert; dieser Wachtposten ist von großer Wichtigkeit. In der weitesten Ferne sieht man dort Schiffe her­ankommen und kann vor dem wirklichen Eintritte der Gefahr durch Signale eine ganze Flotte zusam, men rufen.Standard" selbst, daS ministerielle Organ, meldet, daß die Militärbehörde den Offi­zieren in den verschiedenen RecrutirungSbezirken von ganz England den Befehl habe zugehen lassen, eine neue Aushebung junger Mannschaften für die Linien­regimenter vorzunehmen, und baß im April und Mai auch für die Kavallerie und Artillerie recrutirt werden soll.

Das erste freiwillige SchützencorpS, welches die Sanction der Königin erhalten hat, istThe Chel­tenham Rifle Corps in der Grafschaft Gloucester und besteht auS 500 Mitgliedern.

Bis zur Rückkehr Lord Stanley'S auS Indien bleibt Layard Unterfecretär des Auswärtigen. ES ist dieß ein anerkennenSwerther Tribut, welchen zwei auf einander folgende Regierungen der Wis­senschaft darbringen. DaS mit diesem Posten ver bundene Gehalt beträgt 1500 L. jährlich.

ES ist durchaus nicht unwahrscheinlich, daß der Anti-Korngesetz-Verein nächstens wirk­lich wieder ins Leben treten wird. Auf nächsten Dienstag ist ein in Manchester abzuhaltendeS Mee­ting ausgeschrieben, welchem Cobden, Bright und Mllner Gibson beiwohnen werden.

Mit dem DampfbootMadrid" sind Berichte auS Lissabon vom 20. d. eingetroffen. Graf von Thomar hatte der Königin Donna Maria seine Aufwartung gemacht und soll von derselben sehr freundlich ausgenommen worden sein. Die Anhän­ger deS Ministeriums Saldanha waren nicht ohne Besorgniß, Graf von Thomar werde neue Intriguen anzetteln, um daS Ministerium zu stürzen. Der Premierminister hat der Abgeordnetenkammer einen Gesetzentwurf vorgelegt, durch welchen ihm eine JnvemnitâtSdill für alle während der Dauer seiner außerordentlichen Befugnisse vorgenommenen Hand­lungen ertheilt werden soll. In mehreren Theilen deS Landes hatten wieder einige miguelistifche Ma­nifestationen stattgefunden; sie wurden jedoch als­bald unterdrückt und ihre Anstifter in Haft ge­bracht.

Italien.

Turin, 27. Febr. Heute wird unser Parla­ment geschlossen. DaS neue Parlament für 1852 wird vielleicht erst im Mai eröffnet werden; so we­nigstens soll Victor Emanuel II gestern, obschon Die Herren Azeglio und Cavour anderer Meinung wa­ren, gewünscht haben. Wir empfangen jedenfalls den Impuls von jenseits deS Canals. Professor NuytS, der seiner Zeit viel von sich reden machte, hat Tonelly'S Professur deS römischen Rechts über­nommen und Gehaltszulage erhalten. Hiermit ist der Kampf wegen seines kanomifchen RechtS been­digt. Tonello ward StaatSrath. Man meint, daß 10 neue Reichssenatoren ernannt werden, um die zweifelhaft geworbene ministerielle Majorität zu sichern.

Rom, 21. Februar. Ein widerwärtiges Vor­kommniß hat unseren ohnehin schon flauen Carne- val dermaßen gestört, daß er schon so gut alS be­endigt angesehen werden kann. Ein Club solcher junger Römer, Die vor lauter Trauer über ihre inS Grab gesunkene Republik ein - für allemal nichts mehr wissen wollen von Volksfesten der Art, und alle mit lödtlichem Haffe verfolgen, Die sich daran beteiligen, hatte sich ange fliest , den CarnevalS« freuten am Dienstag nächster Woche ein Ende mit Schrecken zu machen. Die Policei hatte von dem Vorhaben durch ein Mitglied deS ClubS selbst noch früh genug Wind erhalten, worauf sie gestern mehr als achtzig Personen zur Haft bringen ließ. Die Absicht der Tumultuanten war, unter die frohe Menge während deS CarnevalS auf Dem Corso Handgranaten springen zu lassen, welche sich Dann auch im unteren Geschoß eines TabakSiavenS un-