Hause ein Behältniß unverschlossen gelassen, worin- { neu einige hundert Thaler Geld befindlich fleuss n seien. Der Sturz scheint übrigens wunderbarerweise für den Mann keine schlimmen Folgen nach sich gezogen zu haben.
Dem Töpfermeister Oswald Lauschke in Pirna, gegen welchen bekanntlich wegen Betheiligung am Dresdener Aufstande das TodeSurtheil ausgesprochen war, welches kürzlich erst auf dem Gnadenwege bis auf 10 Jahre Arbeitshaus gemildert wurde, sind neuerdings durch die Gnade deS Königs von dieser Strafe anderweit 7 Jahre erlassen worden.
Hannover, 22. Nov. Die „Hannov. Ztg." bringt folgende wichtige Nachricht:^ Sicherm Her nehmen nach hat das kö n i gl. G e sam mt m in b sterlum seine Entla s sung an geboten und Se. Maj. der König sich bewogen gefunden, dieselbe anzunehmen. Ernannt sind zu Ministern Frhr.v. Schele (AcßereS), Regierungsraih v. BorrieS (Inneres), ObcrappellationSgerichtS- rath und Präsident der zweiten Kammer Windt- Horst (Justiz), General v. BrandiS (Kriegs- departement), Oberstaatsanwalt Bacmeister (Kirchen- und Schuldepartemeni). Die genannten Herren sind bereits heute Mittag um 4 Uhr beeidigt. Ein Mitglied des Gejammtmini- steriumS für die Finanzen ist noch nicht ernannt. Dasselbe wird einstweilen vom Staatsminister Bacmeister geleitet. — Die am 3. Juli d. J. vertagte a l l g. S t ä n d e v e r s a m m l u n g ist auf den 2. Dez. einberufen.
Hannover , 22. Nov. (O.P.A.Z.) ES herrschten Zweifel darüber, ob Se. Majestät der jetzt regierende König das Kommando der hannoverschen Armee in gleicher Weise wie der hochselige König Ernst August persönlich selbst beibebalten, oder einen Obercommaudeur statt seiner ernennen werde. Man brachte mit dieser Angelegenheit selbst die persönliche Anwesenheit deS Herzogs von Cambridge, kurz vor Eintritt der letzten Krankheit des Königs Ernst August, in Verbindung, und glaubte, daß er die Stelle eines Höchstcommandirenden übernehmen werde, während man später glaubte, daß General Halkett oder v. d. Decken zu Bekleidung der Stelle auSersehen sei. Alle derartigen Combinationen sind nunmehr beseitigt, indem Se. Majestät, wie man vernimmt, in diesen Tagen deren Absicht zu erkennen gegeben haben, daS Commando der hannoverschen Armee allerhöchstselbst zu führen.
Naumburg a. d. S., 23. Nov. Gestern Vor. mittag wurde vor hiesigem Schwurgericht der Proceß gegen den hiesigen ObergerichiSassessor August Reinstein, welcher bei dem Rumpfparlament in Stuttgart als Schriftführer fungirt und deßhalb i deS Hochverraths angeklagt und in gehöriger Form diesmal vorgeladen worden war, zum zweiten Mal verhandelt. Er war jedoch nicht erschienen, weß- 5 halb das Contumacialverfahren eintrat. Nachdem bei der frühern Verhandlung dieser Sache der Staatsanwalt auf die Strafe deSRadS von unten angetragen, beantragte er diesmal nach dem unterdessen eingeführten neuen Strafcoder lebenSwierige Freiheitsstrafe, welchem Antrag der SchwurgerichtS- Hof auch Folge gab.
Berlin, 21. Nov. Man schreibt uns (berichtet die hiesige „National-Zeitung") und wir lesen in den Blättern, daß man sich in Hannover sehr darüber freut, daß daS den Regierungsantritt betreffende Patent den Vorschriften der Landesverfassung so vollständig entspricht. Hat man denn geglaubt, eS müsse der Regierungsantritt, wenn nicht die völlige Aufhebung, so doch eine Verletzung der Landesverfassung im Gefolge haben? Vor Allem scheint man aber in Hannover ganz zu übersehen, daß, wenn irgend Jemand, Se. jetzt regierende Majestät Georg V. daS Interesse hat, die von seinem Vater bergestellte Landesverfassung festzuhalten. Nach den Bestimmungen der Dahlmann'schen Verfassung von 1833, welche König Ernst August bei seinem Regierungsantritt einseitig aushob, war eS mindestens zweifelhaft, ob sein Sohn, der jetzt regierende König, würde haben zur Regierung gelangen können. Erst die vom verstorbenen Könige eingeführte Verfassung traf solche Bestimmungen über die Erfordernisse der RegierungSfähigkeit, daß der jetzt regierende König nicht mehr als unfähig erscheinen konnte. ES ist also ganz in der Ordnung, daß der jetzt regierende König die Verfassung sest- hält, auf Grund deren er wesentlich die Regierung hat. Constitutionen werden nicht immer gerade und nicht blos im Interesse deS Volkes eingeführt.
Man vernimmt, daß die hannöversche Regierung fest entschlossen ist, die Competenz deS Bundestages in Betreff der ritterfchaftlichen Beschwerden, gemäß der abgegebenen Erklärung, nicht anzu- erkenntn und daß die Aussicht auf eine BundeSent- scheibung zu Gunsten der Regierung sie nicht davon abbringen wird, der Kompetenz deS Bundestags activ und passiv daS durch die Landesverfassung von 1840 dem König eingeräumte Rechte entgegen- zustellen.
Hamburger Blätter, heißt es in der „Lithogr.
Corresp.", stellen neuerdings einen Wechsel deS in Dänemark herrschenden Systems in der Art in Aussicht, daß die dänisch, nationale Partei, gestützt auf eine Allianz mit Rußland, sich zu Aenderungen im Grundgesetz, zu einer entschieden reaktionären Politik und einem entsprechenden Ministerium verstehen, dagegen auf völlige Unabhängigkeit von Deutschland bestehen werde. ES erscheint dieses Gerücht olö ein sehr unwahrscheinliches. DaS Auftreten deS Herrn v. BobiSco in Kopenhagen, welcher die Wiederherstellung der provinziaiständifchen Einrichtungen in den Herzogthümern forderte, dabei sich gegen Jncorporirung ders-Iben auSsprach, steht jener Be- Hauptung eben so entgegen, wie die eigenthümlichen dänischen Verhältnisse. Dänisch.nationale und demokratische Partei sind in Kopenhagen eng verschmolzen, eS hat sich daS in dem Laufe der ganzen dänischen Bewegung und in dem Auftreten der Parteien in den Things gezeigt, und die Konjektur, eine nationale aber reaciionârer Politik huldigende Partei, die daS Grundgesetz umstieße, herzustellen, und unter russischem Schutz regieren zu lassen, entbehrt wohl allzusehr der inneren Begründung, um auch nur momentan glaubwürdig zu erscheinen.
Berlin 23, Nov. (K. Z.) Die am Donnerstag staltsindende Eröffnung dec Kammern wird, wie glaubhaft mitgetheilt wird, nicht durch den König, sondern buich den Ministerpräsidenten erfolgen. Se. Majestät werden sich am Dienstag Mittags nach Hannover begeben, um daselbst der Beisetzung der Leiche deS Königs von Hannover beizuwohnen. Abgesehen davon, daß auch der König Ernst August unserem hochseligen Könige eine gleiche Ehre erwies, bürsten Se Majestät noch eine besondere Veranlassung zu dieser Reise darin gefunden haben, daß die Beisetzung der Leiche der verstorbenen Königin Louise, ebenfalls erst jetzt erfolgen wird. Der König soll sich indeß vorbehalten haben, die sämmtlichen Mitglieder beider Kammern am folgenden Tage bei sich zu sehen. — Bei dem lebhaften Interesse, das man hier den hannoverischen Angelegenheiten widmet, hat die heute pingegangene Nachricht, daß Hr. v. Schele ein Ministerium bildet, natürlich einiges Aufsehen, vielleicht an weniger mit den Verhältnissen vertrauten Stellen die Besorgniß er, regt, der Abgang deS Ministeriums Münchhausen werde in Betreff deS Vertrags vom 7. September erhebliche Schwierigkeiten machen.
Die neuen Polizeieinricytungen in der Rhein- provinz sollen höherer Anordnung zufolge noch vor Anfang des nächsten Jahres vollendet sein und ins Leben treten. Im Etat deS Ministeriums deS Innern für 1852 sind diese neuen Institute bereits ausgefühlt.
Kiel, 21. Nov. (B. H.) Nachrichten aus Kopenhagen bestätigen, baß eine Veränderung deS gegenwärtigen Ministeriums nicht eintreten werde, deßungeachtet werden aber die dänischen Offiziere ihre Chargen im holsteinischen Kontingent zum 5. December einnehmen.
Flensburg, 20. Nov. (Fl. Z.) Es heißt, daß gestern beide Superintendenten und sämmtliche Pröpste deS Herzogthums hieselbst versammelt gewesen sind, um über folgende wichtige kirchliche Gegenstände zu berathen und Vorschläge einzugeben: 1) über die Wahl eines Generalsuperintendenten, 2) über Kirchengebet und Fürbitte, 3) über eine allgemeine Liturgie. Welche Anträge beschlossen worden find, darüber verlautet zur Zeit noch nichts Bestimmtes.
Wien, 19. Nov. Nach verläßlichen Berichten aus Venedig wird Se. kaisrrl. Hoheit der Großfürst Konstantin im Laufe dieses Winters auf dem kaiserl. russischen KriegSdampser „Wladimir" eine Ercursion nach Athen unv Aegypten machen, auch Alexandrien und Cairo besichtigen. Es sind bereits Anzeigen hierüber an die Konsulate in Griechenland und Aegypten ergangen.
Der Lloyd setzt seine Finanzerörterungen fort, und findet drei Ursachen für die Entwerthung deS Papiergeldes, nämlich 1) daS reelle Bedürfniß an Wechseln auf fremde Plätze, welches an dem Guthaben deS Inlandes nicht gedeckt werde, sei eS, daß die Handelsbilanz gerade im Augenblick ungünstig stehe, fei es, daß daö Ausland mehr öfter, reichliche Staatspapiere in Wien verkauft als kauft. 2) Die Speculation der Wiener Devisenmäller, welche den TagescourS in Wien regeln, wonach sich die ganze Monarchie richte; 3) endlich daS Mißtrauen auf Erhaltung der Ruhe. Der letzte Factor habe nach der Uebergabe von VilagoS daS Sil- beragio auf 5 pCt. herabgedrückt, und im November vorigen JahreS auf 60 bis 70 pCt. gehoben. Die Speculation mit Devisen sei aber die Mutter deS Mißtrauens, denn Jever, der Devisen heute kaufe, um sie morgen theurer zu verkaufen, specu- lire darauf, daß das öffentliche Vertrauen morgen noch mehr erschüttert sei, als heute, und hat eS bereits erschüttert, wenn er einen bedeutenden An- f kauf macht. Die Argumentationen sind vortrefflich, ; nur fehlt immer die Hauptsache, die Ueberflulhung mit Papiergeld. Hätten wir klingendes Geld und j
die Bank die erforderliche baare Deckung, so wyrbe bei einem ungünstigen Stand deS CourfeS loch niemals von einem Silberagio die Rede sein können. Die hohe PapieretniSon ist immer zuerst und zuletzt die matcria peccans
Generallieutenaut v. ManSbach, bisher königl. schwedischer Gesandter im Haag, ist zum königl. schwedischen Gesandten am Wiener Hof ernannt worden. (Derselbe ist nach der „Börsenhalle" bereits von Stockholm in Hamburg angekommen, und dürste in Privatangelegenheiten noch einige Zeit daselbst verweilen, bevor er nach Wien abgeht.)
Der Gouverneur der österreichischen Nationalbank, Dr. Pipitz, Mitglied deS Doctorencol- legiumS der juridischen Fakultät, ist zum Recior der Wiener Universität gewählt worben.
Der Minister deS Innern hat den in Hamburg erschienenen Komischen Volkskalender für 1852 von Adolf Brennglas, da er durchaus revolutionären Inhalts sei, für den ganzen Umfang deS österreichischen KaiserstaatS verboten.
Wien, 21. Nov. Die Gemahlin deS Kurfürsten von Hessen ist heute hier nngekommen (S. o. Kassel) und im Casino abgestiegen. Der Kurfürst, der in der Burg wohnt, ist von der kaiserlichen Familie sehr sreundlich ausgenommen worden; man erwartet, daß auch die Gräfin Schaumburg bei Hof empfangen werde. Der Zweck der Reise deS Kurfürsten ist Oesterreich für die Anerkennung der Ansprüche seiner Kinder zu bewegen; gelänge ihm dieß, so werde Hessen-Darmstadt die nächsten Ansprüche haben. Wir wissen nicht, was unsere Regierung in dieser Sache beschließen wird, Rußland neigt sich wohl auf die Seite Hessen-DarmstadtS, mit dem Verwandtschaftsbande bestehen. Der älteste Sohn deS Kurfürsten von Hessen ist Unterlieutenanl bei Walmoden-Cuirassicren,
Frankreich.
Paris, 22. Nov. Unserer Regierung soll abermals eine Note von Nom wegen Zurückberufung der dort stehenden französischen Truppen zurückgekommen sein, welche, wie man sagt, von ven österreichischen und russischen Gesandten unterstützt werde.
Die wichtigste Thatsache in den parlamentarischen Kreisen ist die heute erfolgte Ernennung der Commission für Begutachtung des Verantwortlich- keitSgesetzeS. Dies Gesetz ist noch mehr als die Quâstorenfrage eine feindliche Handlung, eineKriegS- erklärung gegen daS Elysee; diesmal aber hat die Linie sich aus die Seite, der Parlamentarier und nicht auf L. Napoleons geschlagen, von dessen Anhänger nur ein einziger, Hr. Janvier, in die Commission gewählt wurde, während alle übrigen Com- missionSmitglieder dem Gesetzentwurf günstig sind. Diese ungünstige Zusammensetzung ist aber noch nicht alles; die Linke scheint aus die Abstimmung vom 17. d. M. über den Quästorenantrag zurückkommen zu wollen. Ein Mitglied der Bergpartei, Herr Pradie, hat zu dem VerantworllichkeitSgesetz Zusatz- bestimmungen vorgeschlagen: welche das direkte TruppenrequisitionSrechl der Versammlung aufrecht erhalten, den Wiederanschlag der VerfassungSbestim« mutigen über diesen Punkt in den Kasernen tc. verlangen. Es wäre schwer, eine der VollziehungSgewalt abgeneigtere Commission zu ernennen. WaS das Schicksal deS Entwurfs in der öffentlichen Berathung sein wird, läßt sich freilich noch nicht bestimmen, aber diese Vorgänge lassen nicht an seiner Annahme zweiseln, und bann ist der Krieg erklärt, denn durch diese Annahme spricht sich die Versammlung förmlich gegen die Wiekererwählung Ludavig Bonapart.'s auS, und ergreift alle Maßregeln, um sie zu verhindern.
Die englischen Kapitalisten scheinen sich mit den französischen Eisenbahnen befassen zu wollen. Die englische Bank hat mit Herrn Grimaldi einen Vertrag über den Bau der Bahn von Dijou nach Besancon beschlossen, wogegen die Regierung die Bahn von Besancon nach Mühlhausen auSsühren würde. Die englischen Kapitalisten stellen jedoch die Bedingung, daß am 15. Mai 1852 die 5pCt. Rente nicht unter 85 Fr. stehe. Statt derselben Bedingung sollen sie anfangs die Gewißheit der Wiedererwählung Ludwig Napoleons verlangt (?), an deren Stelle aber auf die gemachten Vorstellungen jene über den Stand der Rente gesetzt haben.
Paris, 23. November. An der Spitze der „Presse" liest man heute: „Man versichert unS, daß die drei durch das Kriegsgericht von Lyon zur Deportation Verullheilten: Gent, Longomazino und Ode, deren Caffationsgesuch verworfen worden ist, in Paris angekommen, auf Cherbourg dirigirt worden sind, um eingeschiffl und nach Nukahiva gebracht zu werden. Man versichert eS unS, allein wir glauben eS nicht: wir wollen eS nicht glauben. Emil de Girarvin".
Bei der gestrigen Diskussion in den Bureaux haben die Minister Casablanca und Forkoul wichtige Worte fallen lassen. Der Marineminister sagte ganz offen, daß das VerantworllichkeitSgesetz einen Conflict zwischen der National - Versammlung und der