Am 18. Novemb. gegen Melchior Eckert von Zeilsheim wegen Diebstahls.
Am 19. Nov. gegen Franz Barth von Hallgarten wegen Fälschung.
A« 19. Nov. gegen Christian Gras von Brau« bach wegen Fälschung.
Am 20. Nov. gegen Caspar Beck von Schwanheim wegen Tödtung.
Am 21. Nov. gegen Johannes Grebert von Erbach wegen Meineids.
Am 22. Nov. gegen Johann Kürppen von Elbingen und Consorten wegen Meineids.
Am 24. Nov. gegen Peter Höser und Cons, von Grävenwiesbach wegen Aufruhrs.
Am 25. und 26. Nov. gegen CaSpar Bender und Cons, von Osterspay wegen Fälschung und MeineidS.
Am 27. Nov. gegen Anton Urban von Bleidenstadt wegen Fälschung.
Am 28. und 29. November gegen Friedrich Schrodt und Cons, von Cronberg wegen Diebstahls.
Am 1. December gegen Schlosser Krämer von Wiesbaden wegen Fälschung.
Am 2. Decemb. gegen Lehrer Rühl von Cam- berg wegen Herabwürdigung der katholischen Me- ligion.
Am 3. Decemb. gegen Johann Pfeifer auS Kurhessen wegen TodtschlagS.
Am 4. December gegen Jacob Muth von Catzenelelibogen wegen Diebstahls.
* Wiesbaden, 14. Nov. Gestern Abend war Henriette Sonntag (Gräfin Rossi) alS Marie in der Regimenlötochter aufgetreten. Der Enthusiasmus deS Publicumâ entsprach der künstlerischen Vollendung ihrer Leistung. Der liebenswürdigen Künstlerin ward die Auszeichnung zu Theil von Se. Hoheit dem Herzog persönlich zum Thee geladen zu werden, der nach der Vorstellung in den Herzoglichen Appartements im Theatergebäude für die hohen Herrschaften und den ganzen Hof ser- virt war.
nr Vom Eingänge in's blaue Ländchen, 13. Nov. Die Kartoffeln sind wieder mit der be- rüchligten Krankheit befallen und in diesem Krank- heitSzustande für den Menschen schädlich. Aber unsern HauSthieren können sie, wenn sie gehörig behandelt werben, zur Nahrung dienen. Die naßfaulen gebe man nach und nach den Hühnern; die trockenfaulen wasche man tüchtig, koche sie und entferne daS übrige Wasser, das schwarz wird und einen üblen Geruch hat; alsdann zerstoße man die Kartoffeln und vermenge sie mit Gesitte, Rüben, Runkeln ic. Auf diese Weise benützt sind die kranken Kartoffeln den Thieren unschädlich und gewähren dann noch i ;mer einen Nutzen.
•ft Vom Mainufer, 14. Nov. Meinen Bericht vom 8. d. M. über den im Felde bei Griesheim gemachten (angeblich „archäologischen") Fund muß ich heute dahin berichtigen, daß nach einer inzwischen mit dem auSgegrabenen Stoff vorgenommenen chemischen Analyse derselbe allerdings eisenhaltig ist. Keineswegs kann aber durch diesen Umstand das über den fraglichen Fund verbreitete Gerücht an Konsistenz gewinnen (?). — (Von Seite des Höchster KreiSamteS war Vorkehrung getroffen wor- den, daß nichts an der örtlichen Lage der aufgefun- denen Gegenstände geändert werde, bis von der Regierung über die Verwendung derselben eine Verfügung getroffen würde. Die Regierung hat die Überlassung deS Fundes an den hiesigen Alter- lhumSverein verfügt. Die Redaction).
O Aus dem Kreisamte Höchst, 13. Novbr. In dem Städtchen Hvfheim im Justizamte Höchst wird ein Jsraelite schon seit 8 Tagen vermißt, und eS herrscht allgemein die Vermuthung, daß derselbe den Weg nach America eingeschlagen hat, um seinen Gläubigern, deren nicht wenige sein sollen, zu ent- gehen. Für Reisegeld soll derselbe auf die Art gesorgt haben, daß er unseren Bauern in Marxheim (man nennt deren viele) und an anderen Orten, Ochsen abgeborgt hat, um solche, nach deren Versilberung von seiner Seite, auch den Berkâufernzu bezahlen. Versilbert werden die Ochsen sein, wie jedoch die Verkäufer zu ihrem Gelde kommen wollen, ist eine andere Frage. Hosheim liegt nahe bei Hattersheim, und das Beispiel deS von Hattersheim durchge« brannten Bürgermeisters Ziegler scheint seine Nachahmer zu finden.
+ Limburg, Mitte November. In die Ge- werbthâugkeit unserer Stadt ist ein neuer Aufschwung gekommen, zu welchem unsere Gewerbhalle wesentlich beigetragen hat Die tüchtigen Meister sind dadurch in weiteren Kreisen bekannt geworden und hatten in Folge dessen vor letzterer Zeit so viele Bestellungen auszuführen, daß sie selbst die Ge- Werbhalle fast leer stehen lassen mußten. Hoffent« lich werden sie daS Versäumte nun nachholen und daS Institut nicht vernachlässigen, dem sie selbst viel verdanken, und welches unserer Stadt so sehr zur Ehre gereicht. ES hätte den Sommer über außer- ordentlich viel an Fremde und Einheimische verkauft
werden können, wenn die gangbaren Artikel nicht ganz und gar vergriffen gewesen wären. Bei dem allgemein steigenden Verkehr stellt sich die glückliche centrale Lage LimburgS im nassauischen Lahngebiet immer deutlicher h-rauS, wenn auch benachbarte Orte ihm einzelne Absatzwege beeinträchtigt haben. Limburg besitzt eines Theils die wichtige Lahnstraße und außerdem gehen von hier strahlenförmig treffliche Landstraßen nach allen Gegenden deS Landes auS. Dieses Straßensystem wird nächstens eine wichtige Vervollständigung durch die neue Straße nach St. Goarshausen erhalten. Bisher war das Rheinthal von RüdeSheim bis Lahnstein nur auf Umwegen zu erreichen. Dies wird jetzt anders. In der Mitte dieses Rheinthalabschnittes wird St. Goarshausen, so zu sagen, unser Hafen, die Mün- dungSstabt unseres Verkehrs nach Westen hin. So viele, von der Welt fast abgeschlossene Orte zwischen hier und dem Rhein werden plötzlich in den regen Weltverkehr gezogen. Die Chaussee, im Stillen unermüdlich fortgeführt, ist ein schönes Werk und erschließt eine bisher von Fremden wenig betretene Gegend. Durch die Waldwege bei Katzenelnbogen war früher schwer forizukommen; nun werden aber die düsteren Tannenwälder für die breite Straße durchbrochen und eine große Zahl Arbeiter ist auch bei schlechtem Wetter eifrig be, schâktigt, Felsen abzutragen und dem lehmigen Boden endlich eine feste steinerne Decke zu geben, damit zu allen Jahreszeiten menschlicher Verkehr möglich fei. DaS bisher vielen Menschen fabelhafte Katzenelnbogen wird unS so auf einmal nahe gebracht. AehnlicheS geschieht an andern Orten zwischen hier und dem Rhein. Diese Straße gehört daher zu den erfreulichsten Werken, die in neuerer Zeit in unserem Lande auSgeführt worden sind. Limburg wird nicht am wenigsten durch dieselbe gewinnen, da sein alter Unternehmungsgeist sich ausS Neue regt. ES ist merkwürdig, wie manche Dorfgemeinden, welche anderen Städten weil näher liegen, ihre Bedürfnisse doch in Limburg kaufen. Seitdem die ländliche Bevölkerung von manchen Lasten befreit worden ist, regt sich in derselben auch die Lust, ihr äußeres Leben, ihre Umgebung reinlicher und schöner zu gestalten. Man erstaunt in unserer Umgegend über daS freundliche Innere manches Bauernhauses. DaS Streben nach schönerem HauS- geräthe auf dem Lande gewährt, obgleich es erst im Erwachen begriffen ist, doch bereits unsern Handwerkern einen schönen Verdienst. Die Betheiligung der ländlichen Bevölkerung an den Verloosungen unserer Gewerbhalle, wodurch schöne Möbel in b'e Dörfer kamen, hat dazu beigetragen, die Landbewohner kauflustig zu machen. Unsere Städte werden erst dann zur Gewerbblühte kommen und auS ihrer gegenwärtigen Verkümmerung erlöst werden, wenn eine blühende Lanbwirthschaft die Städte überall umgibt und zugleich eine höhere Bildung in die Dörfer einkehrt, wie wir sie schon bei Einzelnen unserer Dorfbewohner finden. Neben dem Emporstreben eines Theils der Landbewohner geht bei der Uebervölkerung ein anderer allerdings ganz zu Grund, zumal bei den erhöhten Staatspflichten. Derselbe wird auSwandern müssen, um den Zurück- bleibenden ein gesundes Leben möglich zu machen.
Frankfurt, 14. Nov. Aeußercm Vernehmen nach ist der von der Herzog!, beffauischen Regierung gestellte Antrag: „Die hohe Bundesversammlung wolle, nach Anleitung deS Art. 16 der Wiener Schlußacte beschließen, daß die Virilstimme für Anha t-Köthen seitens der Herzogthümer Anhalt- Dessau und Anhalt-Bernburg fortgeführt werde", von der Bundesversammlung abgelehnt worden. — Der zum Zweck der Bekanntmachung der Bundes- Verhandlungen niedergesetzte Ausschuß besteht auS den Gesandten von Oesterreich, Königreich Sachsen, Würlemberg, Baden und den sâLsischen Häusern. — Die Beschwerden der hannoverschen Ritterschaften, der Füistenthümer Calenberg, Grubenhagen und Hildesheim, sowie der Herzogthümer Bremen und Verden, wegen verfassungswidriger Aenderung ihrer Provinzialverfassungen, soll dem Vernehmen nach der k. hannoverschen Regierung mit dem Ersuchen zugestellt worden sein, über den Inhalt sich zu äußern.
Coblenz, 12. Nov. (Cobl. Z.) Die Schifffahrt auf dem Rheine ist in der gegenwärtigen, schon so weil vorgerückten Jahreszeit außerordenilich lebhaft. ES rührt dieses namentlich von den bedeutenden GetreidetranSporten her, die fortwährend aus den niederländischen Häfen nach dem Oberrheine geführt werden, und dieser Getreidetransport ist so großartig, daß nicht Schleppvampsboote genug vorhanden sind, um dem augenblicklichen Bedürfnisse zu genügen. Ein wahres Glück ist eS, daß wir noch gelinde Witterung und einen ziemlich hohen Wasserstand haben, wodurch diese großen Getreidemaffen rasch und ohne Aufenthalt ihrer Bestimmung zu« geführt werden können. Wenn dem aber nicht so wäre, wenn diese Früchte deS EiseS ober deS nie- derigen WasserstandeS halber in Holland bleiben müßten, so würden dieserhalb eine empfindliche Erhöhung der Preise eintreten müssen. Wir fragen alle Gegner unserer Eisenbahnverbindungen,
ob ihnen der Nutzen ober vielmehr die Unentbehrlichkeit derselben an diesem Beispiele nicht einleuchtet.
München, 11 Nov. Man erzählt hier aufS bestimmteste, daß Se. königl. Hoheit Prinz Adalbert morgen früh nach Berlin abreist und die Vermählung mit einer preußischen Prinzessin alSbalo vor sich gehen soll.
Coburg, 8. Nov. (K. f. u. f. D.) Der zum Regierungspräsidenten ernannte Herr Francke übernimmt sein Sfmt , sobald er von einer kurzen Urlaubsreise nach Kiel, wo er seine Familie abholt, hieher zurückgekehrt sein wird. Weitere Veränderungen stehen bevor, da in nächster Zeit daS Kammer, collegium und das Consistorium alS selbstständige Behörden aufhören und mit der Regierung unter Francke'S Präsidium zu Einem Collegium vereinigt werden sollen.
Gera, 10. November. (Fr. I.) Auch für die VerfassungSzustânde der preußischen Lande ist daS Revisionsstadium eingetreten. Unser Landtag ward heute mit der Erklärung deS Minister-Prästoent v. Bretschneider eröffnet, daß der Bundestag wieder constituirt worben, daß auch unsere Regierung denselben anerkannt, und diese eS daher als ihre Pflicht betrachte, den Ständen vor Berathung irgend welcher anderen Gesetzesvorlage die Revision deS StaatS- grunbgesetzeS von 1849 zu dem Zwecke zu empfehlen, um solches in allen seinen Theilen mit der Verfassung deS Bundes in Einklang zu bringen. Nachmittags ward eine geheime Sitzung abgehalten, in welcher die RevistonSvorschläge der Regierung ent» gegengenommen wurden.
Leipzig, 12. Nov. Gestern Abend hätte lsich leicht ein großes Unglück hier ereignen können. In den Sälen deS Hotel be Pologne wurde daS Schillerfest gefeiert. Musikalische und declamatorische Bor« träge in trefflicher Auswahl wechselten mit Reben ab, von denen die eine, die von Carl Gutzkow gehaltene Festrede, außerordentlich ansprach, während die andere auf eine merkwürdige Weise unterbrochen wurde. Dr. Hammer auS Dresden hatte nicht lange seinen Vortrag über das bürgerliche Travers spiel begonnen, als er plötzlich von einem Tumult gestört wurde, der schnell die ganze Versammlung in die größte Verwirrung stürzte, da sich die Nachricht verbreitete, es sei Feuer in dem Hotel auSge, brochen. Jetzt folgte eine Scene, die schwer zu beschreiben ist. Alles schrie und rannte durcheinander nach den AuSgângen deS SaalS, sogar svon den ©alerten sprangen einzelne Männer in den Saal herab , und die Folgen dieses Wirrwarrs waren jedenfalls sehr traurig gewesen, wenn nicht zur rechten Zeit noch sich herauSgestellt hätte, daß keine Gefahr vorhanden und blos ein blinder Lärm die Ursache der allgemeinen Angst gewesen sei. So lief Alles noch gut ab, und nach kurzem, namentlich nachdem die Festtafel begonnen, war alle Angst vergessen. •
Heute ist der Justizminister Dr. ZschinSky hier anwesend, um wegen eines passenden Platzes für daS zu errichtende Bezirksgericht mit den hiesigen städtischen Behörden zu unterhandeln.
Eine rühmliche Erwähnung verdient, wie der „S. M." berichtet, die humane Behandlung der Gefangenen und Sträflinge in Sachsen: so treiben unter Anberm die Gefangenen in der Strafanstalt zu Hubertusberg gemeinschaftliche Uebungen in der Gymnastik; ferner ist eS Einzelnen gestattet, zusammen in ihren Stuben speciellen Zweigen der Kunst und Wissenschaften obzuliegen, wo sich dann die Gefangenen gegenseitig unterrichten. Diejenigen Gefangenen, welche sich auf diese Weise beschäftigen, brauchen dann keinerlei Abeit für die Anstalt zu besorgen; sonst werden die Sträflinge zu den ihren Fähigkeiten und Kräften entsprechenden Arbeiten angehalten. — Den deutschkatholischen Gemeinden stellt dasselbe Blatt ein ungünstiges Prognostikon. Es meint: Obgleich hier und in Dresden den deutschkatholischen Gemeinden neuerdings wieder, mit Genehmigung der Stadtverordneten, von dem Stadtrath eine Gelbunterstützung gewährt worden ist, so kann dies doch nichts für den Fortbestand dieser Gemeinden beweisen, im Gegentheil dürfte die Zeit nicht mehr fern sein, wo denselben ihres politischen CharacterS halber ein AuflosungSbefehl zugehen wird. In Preußen ist bekanntlich der Anfang schon gemacht.
Dresden, 12. Nov. DaS „Dresdener Journal zeigt an: Die Pässe nach den österreichischen Staaten bedürfen deS Visa einer österreichischen Gesandtschaft oder des k. k. GeneralconsulatS in Leipzig, zugleich Gesandtschaft für mehrere deutfch- Höse, widrigenfalls die Reisenden an der Grenz» zurückgewiesen würden. Für jene Pässe der in Dresden ankommenden Reisenden, welche daS Visa nicht haben, kann eS bei der hier residirenden Gesandte schaft nachgesuchl werden, zu welchem Ende ihr Bureau in den Wochentagen von 9 — 2 Uhr, sodann von 5 — 6 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 9 — 11 Uhr geöffnet ist. CabinetScurierpässe