Vereins aufzufinden, so werde sich über Fragen, die nicht so schweres Gewicht haben, namentlich über die finanziellen, wohl eine Ausgleichung finden las- sen, und daS Ob? sich schon erledigen. ES ist nicht zu verkennen, daß eine Menge voll Schwierigkeiten vorhanden sind, und höchst gewichtige Interessen auf dem Spiele stehen. Um so mehr ist ein allseitiges und bedächtiges Erwägen Pflicht eines Jeden; — die Behandlung so wichtiger Fragen verträgt keinerlei Ausschließlichkeit, und wir werden in Bezug darauf die Spalten dieses Blattes gern auch den verschiedensten Ansichten zur Verfügung stellen.
Deutschland.
* Wiesbaden, 18. Octbr. Nach zuverlässigen Mittheilungen, welche unS von verschiedenen Sei- ten zukomMen, kann in dell meisten LaNdrSthtiftst die Fruchterndte im Durchschnitt als eine mehr alS mittlere bezeichnet ibètden ünv füllen auch die Kartoffeln, wenn gleich sie im Allgemeinen weniger auS- gttbig sind, doch besser und schMckhststir sein, alS in den legiern Jährest, fb fdäß dke Kartpffelkrässk- heit im Abnehmen zu firn schntit,
Halten wir mit diesen Erndteèrgebniffen in unserer näheren Umä'ebMg die ikn Allgemeinen sehr befriedigenden Nachrichten zusammen, welche über- einflimmeNd offizielle UNd PttvätMrlthriluüW über die Resultate der dießjährigen Erndte in Mittel- und Norddentschland, so wie weiter in denjenigen Ländern bringen, welche gewöhnlich nur ist großen Quantitäten Frucht erpörnten, so dürften sich die von einer AechiffëN.losen Spekulation NÄr zu gern genährten Bësödgnisse eiükr bevorstehenden Thestrung um so mehr alS ünbehründit därstellen, alS jetzt die Eisenbahnen, welche in den keichdn Fruchtländern an der Ostgränze Deutschlands auSmünven, unS die etwa noch erforderlich werdende Zufuhren in kürzester Frist bringen können, waS noch in den letzten Jahren wenigstens in der dermaligen Ausdehnung nicht der Fall war. DaS Steigen der Fruchtpreise in den letzten Tagen kann diesem allem nach hauptsächlich nur als eine Folge der Fruchtankäufe angesehen werden, welche zur Deckung deS Bedarfs einzelner Gegenden im Südwesten Deutschlands stattgefunden haben, in welchen leider die Ueberschwemmungen in den Monaten Juli und Au> gust die sonst gute Fruchterndte mehr oder weniger zerstört haben.
Wenn diese Anschaffungen vollständig werden effectuirt sein, und wenn unterdessen, woran wir nicht zweifeln, die Speculanten zu der Ueberzeugung werden gelangt sein, daß die Verhältnisse dermalen wahrlich nicht der Art find, UM großin Fruchrkäu- fen zum Zweck längerer Lagerung der Früchte ÄuS- ficht auf Gewinn zu versprechen, so werden voraussichtlich auch die Fruchtpreise nach und nach wieder so fallen, daß der LäNdmann dabei sein Auskommen finden kann, öhne M dliWiitg die ärmere Classe der Bevölkerung Noth zu, leiden braucht.
Mögen diese Mz>N Bemerkungen dazu beitra- gen um allzu ängstliche Gemüther °zu beruhigen und Befürchtungen entgegen zu Wen, welche unserer Ueberzeugung nach , wenigstens dürch die Erndteer- gednisse, tiicht 'brgründet find.
)( AuS der Yrovikz, 15. Octobrr. In Nr. 240 und 243 dieses 'BlatteS finden sich 'Mi Artikel über FWurig der StöikbüWer. Die beiden Herren Correwondèmen Mennen an, daß der Gegenstand von hoher Wichtigkeit fei und daß das Gouvernement die Sache 'ttötz aller Demonstrationen zum Ziele führen wüède. — Der Gegenstand ist schon so oft berührt wurden, daß mdn sich weiterer Er- örkerünxsèn dMber enthält. WaS die Führung der Stockbücher fibSbesöMre anbelättgt, so können nur tüchtige géfite hierzu genommen werden und man muß dem verèh^fkchen Herrn CorrespoUdenten von Hadamar in der Bejièhukg beistimmen, wenn er die LandoberschulcheistteigthNsen alS hierzu am qua- lifickrtesten Wt. *
Jever Unbefangene, der das LaUdoberschulthei« fereisach Ussd^den Wirkungskreis Ver Gehilfen kennt, wird dies erkennen müssen. Wenn der Herr Eor- respondent glaubt, daß daS hohe Ministerium besonder» für die Landodeischultheisereigehilfen eingenommen sei, so gibt man dieS zu bedenken. Bis jetzt hat man wenigstens noch keine Wahrnehmung davon gehabt. Daß eS an Bewerbern zur Führung der Stoâücher überhaupt nicht fehlen wird, davon ist man fest überzeugt und glaubt sich nicht zu irren, daß èin großer Theil der vormaligen Schultheisen davon die eifrigsten sind. Ob Biese jedoch die erforderlichen Kenntnisse besitzen, das ist eine andere Frage.
Frankfurt, 13. Oct. (A. Z.) In der Bun- deStassösitzung vom 11. d. M. haben Oesterreich und Preußen einen Antrag wegen Gründung einer Cen- tralbundeSpolizeibehörde eingebracht; über die Einsetzung Verleiben soll nach dem gefaßten Beschluß ein gutachtlicher Bericht durch einen Ausschuß erstattet werden, wâe aus den Gisaudttn von Oesterreich, Prevßen, Sachsm, Kurhessen und Meck,
lenburg gebildet ist. — Die Provinziallandschaften des FürstenthumS Hildesheim, so wie der Herzog- thümer Bremen und Derben haben nun auch eine Beschwerde beim Bundestag gegen die k. hannov. Regierung wegen Verletzung verfassungsmäßiger Rechte der Provinziallandschaften eingereicht. — Die Sachverständigen in Handelssachen haben den kön. bayer. Ministerialrath v. Hermann zu ihrem Vorsitzer gewählt.
Coblenz, 16. Oct. Nach der von unserer StaatSregierung der Köln-Mindener-Eisenbahnge- sellschaft ertheilten Concession zum Bau einer Eisenbahn zwischen Deutz und Frankfurt a. M., soll die Bahn auf dem rechten Rheinufer, und zwar über Ehrenbreitstein geführt werden. Von Ehrenbreitstein soll sodann die Bahn der Lahn entlang über EmS und Limburg und von da nach Wiesbaden geführt werden, wie dies letztere von gut unterrichteten Personen versichert wird.
Wesel, 10. Oktober. (N. Dr. Z.) Der Direktor der Köln-Mindener Eisenbahngesellschaft scheint eS jetzt mit dem Bau der Bahn von Oberhausen und Arnheim bis zur holländischen Gränze wirk» licher Ernst zu sein, indem sie bereit- vor wenigen Tagen mehrere höhere Ingenieure und Geometer hierher geschickt hat, welche mit dem 15. d. M. die Aufnahme der Richtungslinie beginnen sollen. Obgleich diese Arbeit mit Beiseitesetzung aller früheren kostspieligen und zeitraubenden Plane für jetzt nur eine vorläufige zur eigenen Information für die ballende Gesellschaft dienende Angriffsmaßregel sein kann und von einer definitiven Feststellung der Bahnlinie noch nicht die Rede ist, so verlautet doch auS andern zuverlässigen Nachrichten, daß die Richtung von Oberhausen über Sterkrede, Wesel, Emmerich, bis zur holländischen Gränze als feststehend angenommen werden darf.
Hannover, 14. Oktober. (Hannov. Z.) Durch verschiedene Blätter läuft die Behauptung, der Beschluß der Bundesversammlung, die Beschwerde der hannoverschen Ritterschaften betreffend, sei nur mit Mehrheit von einer Stimme gefaßt und diese fei die deS substituirten oldenburgischen Gesandten gewesen. In anderen Blättern hieß eS, der Zusatz sei vom preußischen BundeStagSgesandten beantragt. An daS Alles werden dann Bemerkungen geknüpft wie die: daS preußische Ministerium hätte für eine andere Vertretung in der Sache sorgen sollen, dem Ministerpräsidenten dürfte dieser AuSgang genehm sein u. s. w. Ich stelle dem einfach entgegen, waS jeder Gutunterrichtete weiß r Der Zusatz ist vom oldenburgischen Gesandten beantragt und vom preußischen nur mit Nachdruck unterstützt; der Beschluß ist mit 11 Stimmen gefaßt.
Auf Veranlassung der BundeSmilitärcemmission hält sich der hannoversche Artilleriehauptmann Sie- mellS mit allerhöchster Genehmigung seit einiger Zeit in Mainz auf, um in dieser Bundesfestung eine von ihm erfundene Verbesserung an den Shrapnels einzuführen, welche ein sicheres Erepiren dieser Wurfgeschosse bezweckt und, außer von der hiesigen, bereits von verschiedenen europäischen Regierungen angenommen ist.
Magdeburg, 15. Oktober. (K. Z.) Der Ausschuß der Magdeburg-Leipziger Eisenbahngesellschaft, an dessen Spitze der Baukdirektor R u l a n d t in Dessau sticht, hat dem Direktorium genannter Eisenbahngefellschaft den Auftrag ertheilt, sämmtliche Beamte der Bahn dahin zu verwarnen, daß sie sich an Vereinen der verschiedenen extremen Richtungen durchaus nicht zu betheiligen haben. Dieses Verbot, vom Vice-Direetor unterzeichnet, ist denn auch sämmtlichen Bahnbeamten insinuirt.
Berlin, 15. Dct. Es ist bei der Aufstellung deS Miiitâr-EtatS pro 1852 wiederholt in Anregung gebracht worden , die in den letzten Jahren mit Rücksicht auf unsere Finanzverhältnisse ermäßigten Ansätze für Festungsbauten zu erhöhen, um so eine raschere Beendigung der letztern herbeizuführen. — Die früher schon einmal angeknüpften Verhandlungen zwischen unserer und der russischen Regierung über einen Anschluß der Warschauer Bahn an die Ostbahn find neuerdings wieder ausgenommen worden. Posen und Lissa find von der einen und der andern Seite alS Anschlußpunkte in Vorschlag gebracht worden. — Die gerichtliche Prozedur gegen den Gefangenwärter Kinkels wird (wie schon gemeldet) am 21. d. M. statifinden. Dem Vernehmen nach find in dem Gefängniß Kinkels mehrere von außerhalb gekommene Zettel vorgesunden worden, die auch eine Rolle bei der öffentlichen Verhandlung spielen werden.
Die deutsche Postconferenz wurde heute auch im Postgebâude durch den GeneralpostamtSdirector Schmückert feierlich eröffnet. Derselbe vereinigte nachher die Conferenzmitglieder, den Unter-StaaiS- secretär im Handelsministerium und mehrere hohe Postbeamte zu einem Festmahl.
ES waren seit dem Jahre 1848 bekanntlich auch die Juden in Preußen zur juristischen Carriere »utztlaffen worbe» z späterhin hatte man jedoch die
Bestätigung als ReferendariuS ouS dem Grunde versagt, weil sie als Juden sich nicht in der Lage befänden, christliche Eide abnehmen zu können. Auf die dieserhalb unter Bezugnahme auf Artikel 12 der Verfassung vom Justizminister angebrachten Beschwerden ist nunmehr eine Entscheidung dahin ergangen, daß denjenigen, welche gegenwärtig bereits die ersten juristischen Eramina abgelegt haben, der Uebertritt zur VerwaltungScarriere, also zu den RegierungScollegien gestaltet, daß aber in der Folge neue Meldungen zu dem juristischen Examen von Juden überhaupt nicht mehr angenommen werden sollen.
Die „Hamb. N." enthalten folgende Mittheilung: „Durch vollkommen zuverlässige Miltheilungen sehen wir unS in den Stand gesetzt, die in letzter Zeit wiederholt von verschiedenen öffentlichen Blät, lern gebrachte Nachricht, als sei dem Herzog von Augustenburg für die Abtretung seiner Erbfolgerechte ein Jahrgehalt von 80,000 Thlrn. angetragen, für durchaus unbegründet zu erklären. Es ist dies so wenig der Fall, daß bisher mit dem Herzog überall noch keine Verhandlungen über die Sache eingeleitet find. Eine solche,Enschädigung, wie die vorgevachte, würde übrigens jedenfalls abgelehnt werden.
DaS „C.-B." meldet: „Vor einiger Zeit wurde mehrfach erwähnt, daß der im Cabinèt Sr. Maj. des Königs angestellte RegierungSrath Niebuhr als Oberregierungörath an eine Provinzial-Regierung versetzt werden solle. Die Idee, wenn sie anders überhaupt eristirt hat, ist jetzt jedenfalls aufge, geben".
Dem „C.-B." zufolge steht nach den neuesten hier tingegangen Nachrichten ein Staatsstreich von Seiten des Präsidenten und in Folge dessen eine Erhebung deS Volkes bevor. DaS „C.-B." citirt als Autorität für seine etwas sonderbare Mitlhei- lung unter Andern, auch den hier anwesen Grafen Hatzfeld, der eine solche Eventualität gleich bei seiner Ankunft alS bestimmt im Voraus bezeichnet haben soll.
Aus dem Mecklenburgischen, 12. Oct. (K. Z.) Die Deputirten von Ritter- und Landschaft sind auseinander gegangen, wie sie gekommen sind — ohne etwas zu thun. Natürlich haben sie sich gegen die Verfassungsvorlagen der Regierung ausgesprochen, waS von ihrem Standpuncle auS auch gar nicht anders zu erwarten war. Sie haben sich um so weniger zu einer weiteren Berathung entschließen wollen, alS die Zollfrage vorliegt und damit die VerfassungSzustânde in innigster Beziehung stehen. ES steht fest, daß die Ritterschaft einem Zollanschluß schon auS politischen. Gründen entschieden feindselig ist, während die Landschaft mehr von der materiellen Seite der Frage auS zum selben Resultate gelangt. Der „Nordd. Corresp." predigt jetzt die Grundsätze des FreihandelSf, und die Rostocker Kaufmannschaft hat in ihrer großen Mehrheit sich bereits gegen den Anschluß ausgesprochen. Die Regierung aber wird ohne ein Präcipuum auch keinen Schritt weiter gehen, und wir zweifeln, ob bei dem jetzigen Stande der Dinge Preußen ein solches gewähren wird.
Bremen, 15. Oet. Die Mittheilung des Senats an die Bürgerschaft vom 10. d. M., wonach derselbe über daS Ablehnen des VerfassungSentwurfS von Seiten der letztern an den Bundestag berichtet hat, ist, wie die „N. Pr. Z." meldet, von verschiedenen Seiten mit einigem Befremden ausgenommen worden. Man hatte erwartet, daß der Senat nach der Ablehnung der Bürgerschaft, auf die man der ganzen Lage der Sache nach gefaßt sein konnte, auS eigener Macht vorangehen, die Bürgerschaft für aufgelöst erklären und unter Vorbehalt der Genehmigung der nächsten Bürgerschaft zur vorläufigen Durchführung seiner Anträge schreiten würde. Einem solchen Verfahren, dem zwar von keiner SeUe irgend ein Widerstand entgegengesetzt worden wäre, sollen jedoch erhebliche Bedenken entgegengestanden haben, die ihren Grund hauptsächlich darin hatten, daß auch unter entschieden conservativgesinnten Männern Zweifel laut geworden waren, ob dem Senat dazu, nachdem die bestehende Verfassung einmal Gesetzeskraft erhalten, die Befugniß zustehe. Jeder Zweifel in dieser Beziehung wäre gehoben gewesen, sagte daS genannte Blatt, wenn der Senat mit Bestimmtheit ausgesprochen hätte, daß er durch seine Vorlagen nur den Willen der Bundesversammlung vollziehe. DieS wollte man aber in der Senats - Mittheilung vom 27. v. M. nicht gefunden haben.
Wien, 13. Oct. (N. C.) Die Ministerkrisis ist spurlos vorübergegangen. Doch hatten die Gerüchte über den Rücktritt des Ministers Bach einigen Grund, der indeß zu den Geheimnissen der hohen Regionen gehört. Durch die Abreise deS Kaisers nach Galizien sind alle Zweifel über das fernere Verbleiben deS Herrn Bach gehoben. Wahrscheinlich werden auch von seiner Seite einige Conzessionen bei den demnächst erfolgenden Schritten gemacht worden sein. Wie man hört, soll Dr. Bach nun auch den Titel eine- geheimen Rathes erhalten. — Für Galizien wird eine umfassende Amnestie mit