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energischer Auftreten unsere- KreiSamtmanneS feiner ursprünglichen Bestimmung zurückgegeben worden. Daß der bei weitem größere und gesundere Theil der Bevölkerung unsere- KreiSamteS diese Schritte unseres KreiSamtmannS billigt, habe ich nicht nö­thig, hier auSeinanderzusetzen. Wie aber, so fragt sich Jedermann, ist eS möglich, daß die erwähnten Blätter verboten oder beschränkt worden, während das Rühlschefreie Wort", welches auf Ver­nichtung aller christlichen Wahrheiten und Institu­tionen im Volke auSgeht, ungestraft und fortwäh­rend die heiligsten Ideen deS letzteren in Koth bet# abziehen und profaniren, und so ein -ei weitem größeres Unheil stiften darf, als, bei der durch die achtundvierziger Aufregung im Volke entstandenen politischen Erschlaffung und Gleichgültigkeit, die Hechel" je anzustiften, im Stande gewesen wäre? Genanntes Blatt wird sogar unentgeldlich zur Auf­klärung deS armen Volkes auSgegeben und in Wirthshäusern öffentlich vorgelesen. ES läßt sich nur durch Apathie entschuldigen, aber nicht recht­fertigen, daß nicht noch mehr Stimmen gegen daS Bestehen eines solchen VolkSblatteS sich erheben. Wan reiße dem Volke (einen Glauben an Gott und die Ewigkeit au- dem Herzen; «an nehme ihm die heilig« Scheu für Altäre und die Ehrfurcht für ihre Diener und man hat ihm den unfehlbaren Weg zum Umsturz des Thron«-, deS Staates und der ganzen menschlichen Gesellschaft gebahnt. WaS soll noch daS unglückliche gegen daS unzählbare Heer der geheimen Verbrechen schützen? Polizeiagenten und GenSdarmen? WaS vermochten dieselben gegen daS durch und durch pantheistisch erzogene und re­ligiös verkommene Geschlecht unter Ludwig de« XVI. die subjektive Vernunft allein? daS Ge­wissen ? Die Vernunft ist ein formales Vermögen, und es ist eine unermeßliche Kluft zwischen der Vernunft der Anthropaphage« Afrikas bis zu Tho­ma- von Aquin.WaS ist die Vernunft, wenn ihr die Erleuchtung durch den Glauben fehlt und der Wille in den Banden der Sinnlichkeit schmachtet? Ein Blatt im Wirbel der Luft, eine Leuchte ohne Licht, ein Irren und Tappen im Finstern. Und was ist daS Gewissen deS Pantheisten? Ein ge­wirkter Sack, dessen Elasticität, dessen dichte- und lockere- Gewebe von Erziehung und Gewohnheiten abhângt, und in den Jeder so viel stopft, als Kör­perkraft und sein Begriff von Sittlichkeit zur be< quemen Fortbringung zuläßt". Man lese Rühl- Blatt und man wird unsere Ansicht theilen, wenn anders der Abscheu vor solchem Treiben die Ent­rüstung über die daraus ersichtliche Verirrung und Begriffsverwirrung auskommen läßt.

+ Diez, 4. Oct. Ueber die Kartoffelernte laufen auS vielen Orten die betrübendsten Nach, richten ein. Nicht allein, daß zuweilen die Hälfte der Kartoffeln faul ist, findet man ofr nur den zehnten Theil deS gewöhnlichen Ertrages. Die Fruchtpreise find daher im Steigen.

Frankfurt, 5. Octbr. Dem hier accreditirten sardinischen Gesandten wird demnächst ein griechi­scher folgen, für den bereits ein Hotel gesucht wird. Die geheimen Klauseln, welch« dem zwischen Preußen» und Hannover abgeschlossenen Zoll- und Handelsverträge vom 7. Sept. angehängt sind, be# stehen, wie derKasseler Ztg." aus Frankfmt be­richtet wird, b*tin, daß im Falle Süd- und Mit­teldeutschland dem Ertrage nicht beiträten, Preuße» nicht gebunden sei, das bekannte Präcipun« an Hannover Hr sich au-zubezahlen, und andererseits hab« stch Hannover Ar diesen Fall ben Rücktritt oder Abänderung der Vertrag- - Bestimmungen Vor­behalten.

Dom Rain, den 30. Sept. schreibt man der D. A. Z. râer spricht man V«, einem Protest« Baierns und WürtembergS gegen den preußisch- hannoverschen Vertrag vom 7. Sept., weil Preußen denselben eigenmächtig, und ohne die andern Zoll- Vereins staats vorher darum zu befragen, abgeschlos­sen habe. Wäre dies wirklich dar Fall, so ersehnen wir in einer solchen Verwahrung nicht- als eine jener Drohungen, den Zollverein zu sprengen, weich« die süddeutschen Staaten schon manchmal angewandt, um ihr Ziel zu erreichen.

Stuttgart, 6. Octbr. DaS heute früh auS- gegebene Regierungsblatt enthältzur allgemeinen Nachachtung" eine königl. Verordnung, betreffend den BundeSbeschluß vom 23. August d. I., die Außerkraftsetzung der Grundrechte" betreffend, welche Verordnung von sämmtlichen Ministern gegengezeich- net ist. Nun sollten sich aber die Gerüchte über die angebliche Ministerkrisis, wie man hier wissen wollte, eben auf diese Verordnung beziehen, daher sich durch daS Erscheinen derselben und die Gegenzeichnung sämmtlicher Minister diese Gerüchte von selbst auf ihr Nichts reduciren. Man erfährt auch, daß im Schooße deS Ministeriums die größte Einigkeit herr­sche. Ferner enthält oben bemerktes Regierungs­blatt die weitere königliche Verordnung:daß bis zur gesetzlichen Regelung der Rechtsverhältnisse der Israeliten, um jeder Recht-unsicherheit in dieser Be- ziehung vorzubeugen, die seit Erlassung der Mini-

sterialverfügung vom 14. Januar 1849 über die Einführung der deutschen Grundrechte eingehaltenen Vorschriften in Betreff der Rechtsverhältnisse der Israelitenbis auf weitere gesetzliche Normirung auch fortan in Anwendung zu bringen sind." Der Druck unserer Postfreimarken hat sich etwa- ver­zögert und sollen dieselben daher erst bis 15. d. M. auSgegeben werden.

* Dresden, 6. Oct. Die Neue Preußische Ztg. brachte dieser Tage nachstehenden auch von unS in Nr. 235 abgedruckten Artikel:

Während die Minister sämmtlicher andern Re­gierungen deS Zollvereins auf die Anzeige von dem Abschluß deS Handelsvertrags vom 7. September zwischen Preußen und Hannover sich vorläufig zu­stimmend äußerten, hat die sächsische Regierung bis jetzt nicht allein von dieser zustimmenden Erklärung Umgang genommen, sondern sie hat auch ein Circu, lar an die Zollverein-staaten abgehen lassen, worin sie erklärt, dem Vertrage nicht zustimmen zu können, schon weil derselbe ohne ihre Mitwirkung zu Stande gekommen sei. Die sächsische Regierung fordert zu­gleich auf, dem Vertrage nicht ohne eine vorange- gangen« Rücksprache und nochmalige Prüfung der anderweitigen Propositionen zuzustimmen."

DaS Dresdener Journal erklärt darauf reS sei in den Stand gesetzt, berichtigend zu bemerken, daß die sächsische Regierung überhaupt gar kein Circu­lar, sei eS an sämmtliche Zollverein-regierungen oder einen Theil derselben, ha« ergehen lassen und daß, wenn dieselbe Gelegenh«it gehabt hat, sich ge­gen einige dieser Regierungen über den preußisch- Hannoverschen Vertrag zu äußern, e- ganz und gar nicht in dem von derN. Pr. Ztg." angegebenen Sinne geschehen ist. Zugleich sei eS in der Lage, die in gedachter Zeitung ausgestellte Behauptung, eS hätten die Minister sämmtlicher übrigen ZollvereinS- regierungen sich vorläufig zustimmend geäußert, als ein« sehr gewagte bezeichnen zu können."

Coblenz, 6. Oct. (Cbl. Z.) Unsere Han­delskammer hat sicherem Vernehmen nach einen Schritt gethan, der einen erfreulichen Beweis ihrer umsichtigen Fürsorge für unsere Stadt und Gegend ablegt und darum die beifälligste Anerkennung ver­dient. Sie hat in einer eigenen Eingabe an unsern Hrn. Oberprâsibenten auf da- Dringendste beantragt und befürwortet, daß derselbe in Betracht der statt, findenden großen Versendungen von Getraide und andern Lebensmitteln ins Ausland und der dieser­halb schon beginnenden Theurung schleunigst ein Ausfuhrverbot dieser Gegenstände und dagegen die freie Einfuhr derselben bis zur Beseitigung beS Uebel- erwirken möge, damit der verderblichen Spe- culation Schranken gesetzt werden.

Duisburg , 4. Oct. Heute fand hier eine Er­satzwahl für 2 Abgeordnete zur 2. Kammer statt. Gewählt wurden Frhr. R. v. Auerswald und Re- gierungSaffeffor Fritsch.

Trier, 4. October. (S. u. M.-Ztg.) General v. Bonin ist im allerhöchsten Auftrage nach Ar- lon abgereist, um dort den König der Belgier zu begrüßen.

Berlin, 5. Octbr. In Bezug auf dieLiqui- bation der Erecution in Kurheffen", welche in Frank­furt gleich nach der Berichterstattung der BundeS- Commissarien zur Sprache kommen wird, haben wir bereits erwähnt, daß dabei diesseits eine sehr strenge Untertreibung zwischen den verschiedenen Momen­te« der Dirtgirung von Bundestruppen in daS Kur- fürsteuthum gemacht wird. ES wird nun vorge­schlagen, die schwierige Frage der Unterscheidung zwischen BundeSerecution und zwischen dem Ein­rücken österreichischer und preußischer Truppen in Folge pâularistischer Mißverständnisse und ver. foigvr politischer Zwecke, die den Bund nur in« direct anGnges , dadurch zu umgehen, daß man, da sâmMliche Bundesregierung«» «ntwtdrr auf preußi­scher ober auf österreichischer Seite Partei genom­men hatten, sämmtlich« Truppenmarsch - und Ver- pflegungSkosten, ohne specielle Erörtirung deS ur# sprünglichen Zwecke«, in die zu veranstaltende Li­quidation aufnimmt. Man soll zwischen hier und Wien über diesen Vorschlag sich neuerdings in Ver­nehmen gesetzt und diese Art der Regulirung und Beseitigung aller sonst leicht zu erneuernden Diffe­renzen als die zweckmäßigste erkennen. Eine In, struirung der Bundes - Gesandten in diesem Sinne soll, nach unserer Quelle, auch schon erfolgt sein.

Berlin, 6. Oct. Ein Korrespondent der K. Z. kommt auf die Movificationen zurück, die dem ge­genwärtigen Wahlgesetze für die zweite Kammer be­vorstehen würden. Er schreibt:Nach der neuen Gemeindeordnung ist derjenige Urwähler, welcher daS Recht der Gemeindewählerschaft besitzt. In der Denkschrift, welche der Minister deS Innern den gegenwärtigen Landtagen vorgelegt hat, ist daS Recht der Gemeindewählerschaft, folglich auch das der Urwählerschaft, bedeutend erschwert, und eS versteht sich demnach von selbst die Zustimmung der Kammern zu diesen Proprositionen vorausge­

setzt daß dieser Umstand von der wesentlichsten Bedeutung in Bezug auf daS Wahlgesetz für die zweite Kammer sein muß".

Seinen neulichen Mittheilungen über die von Berlin auS in Bezug auf die BundeSpreßgesetzge- bung festgehaltenen Grundsätze fügt daS C.-B. heute noch hinzu, daß bei Behandlung dieses Gegenstan­des in der Bundesversammlung einfach an den März-BundeSbeschluß angeknüpft werden wird, der eine Aufhebung der Censur anordnet und den Ein­zelstaaten die Gewährung der Preßfreiheitmit An­ordnungen gegen den Mißbrauch" überläßt.

Wie wir auS derSchles. Ztg." ersehen, hat auch der Abgrordnete zur zweiten Kammer, Guts­besitzer Berndt aus Gallenau im Kreise Nimptsch, gegen die Giltigkeit der ProvinziallandtagSbeschlüsse Protest eingelegt.

Die hiesige deutsch-katholische Gemeinde hatte gestern zu ihrem Gottesdienste, mit welchem zugleich eine Confirmation verbunden sein «sollte, daS soge­nannte Bundeshaus des Treubundes (jetzt Försters Salon) in der Friedrichsstraße gemiethet; zur Ab­haltung der Feier und Einsegnung der Kinder war der Prediger Erdmann nach Berlin beschieden wor­den. DaS geräumige Lokal war überaus gefüllt und die zahlreiche Versammlung sah gespannt dem feier­lichen Acte entgegen; dieser Act aber kam heute nicht zur AuSführnng. Als der Prediger Erdmann den Predigttert verlesen und in seiner Anrede an die Confirmanden deS Umstandes Erwähnung that, daß jene von dem Pfarrer Brauner in der Reli- gionSlehre unterrichtet worden seien, daß eS dem- elben aber nicht vergönnt gewesen, auch die Ein- egnung zu vollziehen, da erhob sich der beaufsich- igende Polizeibeamte und erklärte die Versammlung m Namen deS Gesetzes aufgelöst, weil der Pre­diger sich vom Tert entfernt hatte.

Lübeck, 3. October. (Lüb. Z.) Sicherem Ver­nehmen nach ist von Seiten der hiesigen Behörde, unter Vorbehalt ber annoch anzustellenden techni­schen Untersuchung, die Genehmigung zur Eröff­nung der Lübeck-Büchener Eisenbahn zum 15. d. M. ertheilt worden. Am 16. d. M. wird sie dem öffent­lichen Verkehr übergeben werden.

Lauenburg, 3. October. (H. C.) Von den aus Schleswig-Holstein zurückkehrenden preußischen Trup­pen werden wir binnen kurzem wieder eine bis auf weiteres bleibende Garnison erhalten. Auch wird die Auszahlung ter Quartiergelder für die zum Bau der Pontonbrücke hierher beordert gewesenen Preußen morgen hier stattfinden.

Schleswig-Holstein, 5. October. Nachdem die in Rendsburg stationirlen 200 Mann Holsteiner unter dem Vorwande, daß sie die Kaiserlichen zu den bekannten Ercessen aufgestachelt, thcilweise auf die umliegenden Dörfer, theilweise nach Kiel verlegt worden, ist das Arsenal, welches das kostbare Kriegsmaterial der aufgelösten schleSwig-holsieini« schen Armee birgt, den Preußen ausschließlich zur Hut anvertraut. Die zum Handwerkeretat gehöri­gen Holsteiner, die im Laboratorium beschäftigt find, klagen bitter, daß sie einige Stunden täglich zu­rücklegen müssen, um nach Rendsburg zu kommen. Die Erhöhung der EinquartierungSgelder erstreckt stch bis jetzt nur auf Altona, welches als Residenz deS Oberbefehlshabers dieser besonderen Vergünsti­gung zu genießen scheint, und nicht auf baS übrige holsteinische Land. Nebenher sind dieselben noch vom Juli und einer Hälfte beS Juni her im Rückstände, und waS noch mehr ist, die holsteinischen Eisenbahn- directionen haben für die Beförderung der Oester- reicher bis jetzt noch keine pekuniäre Gegenleistung «rhalten.

Nach Kiel ist auS Eckernförde die Nachricht ge­langt, daß die dort eingelegten zwei Compagnien ErecutionStruppen am 1. Oktober von dort abge­zogen und nach Schleswig marschirt sind. Am fol­genden Tage war nach Angabe der Neuen Altonaer Zeitung mit Anshebung des Belagerungszustandes der Anfang gemacht worden, indem man die PaM« faden innerhalb der Stadt wegräumte und die Erd­wälle vor derselben auSebnete: Unentschieden war noch, ob bis zum Geburt-tage beS Königs sämmt­liche Pallisaden weggeschast und die totale Auf­hebung deS Belagerungszustandes proclamirt werden würde.

Wien, 4. Octbr. DieLith. Z.-C." schreibt: Die bevorstehenden Berathungen über Bankreform werden besonders zum Gegenstände haben, eine de­finitive Regelung beS Verhältnisse- zwischen dem Capital der Bank, dem Münzvorath und dem Bank­notenumlauf, eine strengere Controle der Banknoten­emissionen; die Errichtung von Gewerbebanken, ver­bunden mit ausgedehnterer CreditSgebung von Seite der Nationalbank bildet den zweiten Punkt der Be­rathungen, welche, wie man vernimmt, noch im Laufe dieses JahrS beginnen.

Znr Completirung deS neuen AnlehenS, auf welches beinahe ausschließlich vom Jnlande 75 Mill. Gulden gezeichnet worden sind, hat die österreichische Nationalbank 10 Millionen subscribirt. Somit ist daS AnlehkN vollständig gedeckt.