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Die eben erschienene Landbötin berichtet n.i$ directen ihr zugekommenen Briefen, daß der Schrof­fenberg bei Brannenburg 4000 Fuß hoch sei, und die in daS Thal gegen zwei geometrische Stunden vorwärts geschobene Erbmasse von Sachverständigen auf 40,000 Schachtruthen geschätzt werde, dann daß die bereits abgelvSie Fläche 70 Tagwerke be­trage.

Arolsen, 12. August. Nachträglich zu unserer gestrigen Mittheilung bringen wir noch folgendes Nähere aus der D. N. 3.: Die Fürstin Emma hat am 8. August aufGrund politischer Nothwendig­keit" ein Wahlgesetz octroyirt, weil eine Revision deS frühern Wahlgesetzes mit dem Landtage nicht habe vereinbart werden können. Der Landtag näm­lich erledigte allerdings das Gesetz, beschloß aber nicht immer im Sinne der Regierung. DaS oc- troyirte Gesetz hält etwa die Mitte zwischen den Beschlüssen deS Landtags und den Vorschlägen der Regierung. Ein Hauptunterschied ist, daß die Re­gierung die mündliche Abstimmung zu Protocoll kingeführt hat, ein Punkt, gegen den sich der Land­tag besonders entschieden erklärt hatte.

Bernburg, 15. Aug. Der hiesigen freien Ge, meinde ist untersagt, die Sprecher der Magdeburger freien Gemeinde, Uhlich und Sachse, in ihrer Mitte auftreten zu lassen. Gleichzeitig ist der Gemeinde eröffnet, daß die Mitglieder derselben nicht mehr für Christen" angesehen werden könnten.

Aus Thüringen, 16. Aug. In Schwarzburg, Rudolstadt, wo zur Unzufriedenheit fast die wenigste Ursache vorlag, zeigte sich die Democratie ravicaler unk hartnäckiger als irgendwo sonst in Thüringen. Durch übertriebene Nachgiebigkeit und Schwäche hat man eS so weit gebracht, daß daS unter der Asche fortglimmende Feuer in diesen Tagen im Amie Weißbach wieder zur Hellen Flamme auSbrach. Volksmassen rottirten sich zusammen, um den Amt­mann, den Schultheisen und einige andere mißlie­bige Personen, â la 1848, sorlzujagen. Ehevorge, ftern marschieren 70 Mann Soldaten unter Anfüh« rung von Hauptmann Bosse, der jetzt daS ganze rudolstävtische Militär commandirt, dorthin, um den Aufruhr zu dämpfen.

Hannover, 16. August. (H. Z. Der Erzher- zog Albrecht von Oesterreich ist gestern von Nor- dernei hier angekommen und heute nach Hamburg weiter gereist.

Nach derN. S. Z." hat der preuß. Minister­präsident Veranlassung gefunden, noch den heutigen Tag hier zu verweilen.

Berlin , 16. Aug. DieN. Pr. Z." tritt der Nachricht derV. Z.", daß die Eröffnung deS Pro- vinciallandtageS am 1. Sept. stattfinden werde, mit der Berichtigung entgegen, daß die Eröffnung am 31. August erfolgen werde. DieN. Pr. 3 " be­merkt hierzu, sie müsse den von ihr genannten Ter­min um so mehr aufrecht halten, als derselbe auf einen Sonntag falle, und die Stände nicht von dem Gebrauch abgehen würden, die Sitzungsperiode mit Gottesdienst zu beginnen.

Der Hamburgische Correspondent brachte kürz­lich ein Gerücht, nach welchem Hannover die Ab- sicht hege, die von Preußen aufgegebene UnionSidee wieder aufzunehmen. Die Aational-Zeitung sagt dazu: Insofern Hannover bemüht ist, den Anschluß einiger Kleinstaaten, behufS .eines gemeinsamen Ver­haltens innerhalb der Bundesversammlung, herbei- zuführen, dürfte jene Mittheilung nicht ganz unbe- gründet sein. Man scheint nur eine solche Verbin­dung mit einem zu weit gehenden Namen belegt zu haben. Man nennt Oldenburg und Bremen als diejenigen, welche sich bereit erklärt haben, gemein, sam mit Hannover jede Beeinträchtigung der Sou, veränetât der Kleinstaaten abzuweisen und es dürf- ten sich leicht noch andere Regierungen entschließen, in einer Verbindung mit Hannover Schutz gegen drohende Eingriffe zu suchen.

Vom Rhein auâ findet jetzt eine früher von und gegebene, zum Theil von der N. Pr. Ztg. in Abrede gestellte Mittheilung ihre Bestätigung. ES »pird nämlich nun auch von Köln und Coblenz auS berichtet, baß die Einführung der Schutzmannschaklen in der Rheinprovinz keineswegs aufgegeben sei, daß uzan vielmehr mit den betreffenden Einrichtungen beschäftigt sei.

Swinewünde ist vom Könige zum Kriegshafen, wie zur künftigen Garnison deS Marinecorps, der Matrosen-Stammdivision, deS Schiffsjungeninstituts und zum Sitze vieler andern zum Seewesen ge­hörenden Anstalten bestimmt und die darauf bezüg- lichen Arbeiten werden ununterbrochen fortgesetzt.

In der Schlesischen Zeitung heißt eSr Nach lyehrfach gegebenen und niemals widerlegten Mit­theilungen öffentlicher Blätter hat sich bei den Ar- Hsiten der von Dänemark und Deutschland ernann­ten GrenzregulirungScommission aus Urkunden er­geben, daß Deutschland nicht nur alle diejenigen Gebiete zukommen, welche in dem Bereich der auf der Nordseite der Eider gelegenen Festungswerke von Rendsburg liegen (mit Einschluß der Ortschaf­

ten, in deren Nähe die Statthalterschaft vor einem Jahre neue Schanzen anlegen ließ), sondern auch der ganze Hafen von Kiel mit Einschluß von Friedrichsori. Werden die deutschen Regierungen, insbesondere die österreichische und preußische, auch den Willen und die Kraft haben, die Resultate jener Untersuchung zu benutzen und die genannten Gebiete mit dem deutschen Holstein zu verbinden? Oder sind jene Arbeiten nur zu dem Behufe unter­nommen, damit Deutschland doch recht bestimmt wisse, ein wie großes Stück deutscher Erde an Dänemark verloren gehe?

Breslau, 13. August. DieNeue Oberzeitung" enthält über den gegenwärtigen Aufenthalt der be- kanntesten deutschen politischen Flüchtlinge die fol­genden Mittheilungen: Franz Raveaur wird sich in Tirlemont niederlassen und wahrscheinlich daselbst ein Geschäft etabliren; B. Eisenstuck denkt nicht an eine Rückkehr nach Sachsen, ist vielmehr eifrig be- müht, seine mit Oldenhoven u. Comp. in Belgien begonnene Garnspinnerei ins Leben zu rufen; K. Grün lebt in Brüssel als Privatlehrer; Löwe von Calbe gebraucht eine Kaltwasserkur auf Rigi-Schei- deck in der Schweiz; Heinrich Simon von Breslau hat sein Gut zu Mariafeld am Züricher See an Francois Wille aus Hamburg verkauft und zieht nach Zürich oder Genf; v. Rappard wohnt in Zürich und beschäftigt sich mit mikroskopischen Studien und Anfertigung von dazu erforderlichen Präpara­ten; Dr. Schulz, Lieutenant a. D. Hepp, Todt, die Lieutenante v. Müller und Rüstow, Prof. Kolaczeck und sein Busenfreund G. Herwegh, K. Nauwerk, Tschirner auS Sachsen, Hans Kudlich aus Oester- reich, vordem Advocat, jetzt durch energischen Willen und Fleiß Assistenzarzt deS Dr. Giesker, leben in Zürich und Tschirner, unter dessen Namen sich un- längst in Westfalen ein Schwindler herumgetrieben, um Geld zu erbetteln, hat keinen Augenblick die Schweiz verlassen. Assessor Reinstein, K. Mayer auS Eßlingen, Dr. Wieöner aus Felsberg, Referen­dar Jacobi auS Münster wohnen im Kanton Bern ; Ludwig Simon von Trier hatte bisher seinen Aufenthalt im Lausanne und zieht jetzt nach Zürich. In Summa sind sie wohl und guter Dinge. Karl Vogt wohnt in Nizza und ist mit seinen zoologischen Briefen beschäftigt. Graf OScar Reichenbach hat seinen Wohnsitz in England genommen, wo er sich indessen nicht, wie früher gemeldet, ankaufen wird. Ziegler aus Brandenburg wird daS halbe Jahr sei­nes ErilS in London verleben. Dr, Engelmann wohnt in Brüssel, wo er nach glänzend bestandener Prüfung das Recht zur Ausübung der ärztlichen Praxis erhalten hat. Mätze auS Bernstadt hat sich in TeraS angesiedelt. Schlöffel lebt in Neuyork, Bucher, der verurtheilte Steuerverweigerer, in Lon­don. Dr. ElSner ist seit dem 11, von London hier, her zurückgekehrt. Außerdem reist JuliuS Fröbel bekanntlich in Nicaragua und Heinrich Zitz lebt im Staate Neuyvrk, wo er sich angekauft hat.

Wien, 13. August. Eine interessante Neuig­keit kann ich nicht unterlassen, Ihnen anfolgend mit* zutheilen ; sie betrifft den fähigsten Vertreter der ton* servativen Presse in Oesterreich, nämlich Herrn Warrens, den Redacteur desLloyd". Derselbe wurde auS Oesterreich ausgewiesen, und zwar mit solcher Eilfertigkeit, daß ihm aus besonderer Girgde nur vierzehn Tage zur Ordnung seiner Angelegen­heiten gegönnt wurden. Als Grund wurde der Ab­gang deS österreichischen StaatSbürgerrechtS vorge­schützt. WarrenS ist nämlich ein geborner Schwede und hat in Nordamerika daS Staatsbürgerrecht er­langt. Die AuSweisungSordre soll vom Kaiser selbst auSgegangen sein; wer sie jedoch eingeleitet, ist noch zweifelhaft, man vermuthet Bach oder Krauß. Er­sterer möchte WarrcnS' Hinneigung zur Partei der Aliconservativen besorgnißerregend oder Letzterer dessen Angriffe gegen den Finanzminister unbequem gefunden haben.

Wiener Briefe vom 14. d. bringen der A. A. Z. die Nachricht, daß der Finanzminister von den bereits bekannt gewordenen Modalitäten deS neuen AnlehenS zurückkommen, daß man keine Diffe­renz bei Silberzahlungen und Silbervcrzinsungen eintreten lassen will, sondern daß die Emission einfach in 5proc. MetaUiqueS mit Einzahlung in Papiergeld statthaben wird. Auch soll die Bankdi- rection den neulich mitgetheilten Antrag: den Baar­schatz zu Ausleihungen von Silber gegen Wechsel zu benutzen, zurückgewiesen haben. Die Administra­tion der Versorgungsanstalt, durch die Beschuldig­ungen der Preffe aufgeregt, hat um eine strenge Untersuchung ihrer Verwaltung gebeten. AuS Hcr- mannstadt in Siebenbürgen wird von großen Ueber# schwemmungen geschrieben, doch steht wohl daS me­teorologische Phänomen in keinem Zusammenhang mit dem Unwetter Ende Juli, denn die Wolkenbrüche fielen zu Siebenbürgen etwas später.

Wien, 14. August. DaS Wiedererscheinen der Presse" erregt, wie derNürnb. C." meldet, be­sonders deshalb die öffentliche Aufmerksamkeit, weil dadurch eine Aenderung deS ganzen Systems ange­bahnt wird, welches die Regierung bis gegenwärtig gegenüber den nnterdrückten Journalen befolgte.

Bisher hielt sie mit eiserner Consequenz daran, kei­nes der unterdrückten Journale vor Beendigung des AuânahmözustandeS erscheinen zu lassen, und sie hat entgegenstehende Bitten selbst in solchen Fällen nicht berücksichtigt, in denen ihr alle Garantien für die conservattve Tendenz geboten wurden; überhaupt war eS ihre Ansicht, kein neues Journal mehr zu dulden, und eS wurden âcht conservative Männer, welche um eine Concession ansuchten, abgewiesen. Nun aber, da diePresse", welche eine andauernde Opposition gegen daS Ministerium führte, wieder erscheinen .wird, werden auch andere Redacteure, deren Blätter suSpendirt wurden, mit allem Eifer die Bewilligung zur Wiederherausgabe ihrer Jour­nale nachsuchen. ES ist auch nicht unwahrscheinlich, daß mehrere Bewilligungen erfolgen werden.

Wie derCorriere Jtaliano" wissen will, soll der Ministerpräsident, Fürst Schwarzenberg, dem englischen Gesandten, welcher ihm ein Exemplar der Briefe Mr. Gladstone'S über Neapel" überreichte, entgegnet haben, daß eS dem englischen Cabinet am wenigsten anstehe, Klagen über allzugroße Strenge zu führen, da eS doch selbst in seinen Maßregeln gegen Chartisten und gegen die aufrührerischen Be­wohner der jonischen Inseln und Ceylon eine unge­meine Härte gezeigt habe.

Schweiz

Bern, 15. August. Ueber den nähern Inhalt der bundesräthlichen ZollerpreffungSvorschlâge er­fährt die BaSler Zeitung noch* Folgendes: Sie be­schlagen: Gerste und Gerstenmalz 10 Batzen a. W. per Centner. Bier und Bierhefe 20 Btz. Weißen Wein 20 Btz. Cichorien 25 Btz. Drechsler und gemeine Holzwaaren 35 Btz. Carotten 8 F. Gemeine Leberwaaren (Sattler und Schusterwaaren) 10 Fr. Schwarzwälder- Uhren 10 Fr. Alle Sorten von Rauch- und Schnupftabak in die nächst obere Klasse. Die Stimmung ist fortwährend sehr getheilt , ein Na­tionalrath auS einem der östlichen weinprodueiren- den Kantone meinte, allerdings werden die Maß­regeln ihnen nichts nützen, sondern nur kosten, aber man dürfe nicht nach Hause gehen, ohne etwas ge­than zu haben, man müsse zeigen, daß sie freie Schweizer sind. In der Freiheit ist allerdings auch das Recht begriffen, sich selbst Schaden zuzu­fügen.

DieKarlSr. Ztg." führt in einem längeren Artikel aus, doß die Schweiz kein Recht habe, über die in diesen Tageu erfolgte Zurücknahme der Zoll­begünstigungen, welche der deutsche Zollverein zu Gunsten des schweizerischen Verkehrs bisher gewährt hatte, zu zürnen. Der Zollverein habe der Schweiz in den Jahren 1835 und 1838 erhebliche Zollbegün, stigungen eingeräumt; man erwartete dafür, daß die Schweiz in ihrem eidgenössischen und Cantonal- zollwesen keine für die VereinSstaaten nachtheilige Veränderungen eintreten lassen und daß sie die Hand bieten werde zur Unterdrückung des Schmuggels. Diese Voraussetzungen seien aber nicht eingetroffen. Der Schmuggel habe sich vermehrt und das seit Februar 1850 ringeführte neue schweizerische Zoll­system habe den Zollvereinsstaaren Nachtheile gebracht, namentlich habe man im eidgenössischen Zolltarif daS deutsche Fabrikat von geschmiedetem und ge­walztem Eisen, auch Eisenblech, um 100 Procent höher besteuert, alö daS englische Erzeugniß. Der Zollverein habe in einer Denkschrift vom November vorigen JahreS die Schweiz darauf aufmerksam ge­macht, auf Wegräumung des Differentialzolls zu Ungunsten deS deutschen Eisens angetragen und zuletzt angedeutet, daß, falls dies nicht geschehe, nichts übrig bleibe, als die bisherigen Zollvergün­stigungen zurückzuziehen. DaS sei denn nun auch geschehen, nachdem die Schweiz diesen Forderungen nicht Gehör gegeben.

Frankreich.

Paris, 16. August. Nach demMoniteur de l'Armee belauft sich der Effeelivbestand deS franzö­sischen HeereS gegenwärtig auf 345,690 Mann.

Der Herzog von Aumale wird in Madrid zu einem Besuche am spanischen Hof, vor seiner Rückkehr nach England, erwartet. Er ist am 6. d. von Cadir in Sevilla, bei dem Herzoge und der Herzogin von Monipensier eingetroffen.

Die von dem Admiral Parker befehligte bri­tische Flotte hat sich von der Rhede von Tunis wieder entfernt und die Richtung nach der Küste CatalonienS eingeschlagen.

Herr Odilon Barrot hat seit der Vertagung mehrere Unterredungen mit dem Präsidenten der Republik gehabt. Zu gleicher Zeit verbreitet sich daS Gerücht, man wolle die Canbivatur JoinvilleS zur Ersatzwahl im Seinedepartement fallen lassen.

Man sagt, Herr v. Girardin werde nach Lon­don zurückkehren, um eine neue Consercnz mit Ledru- Rottin und Genossen zu haben, seine Reise fei aber durch die Uneinigkeit der democraliichen Fraktionen einige Zeit verschoben. Einige dieser letzter» sollen