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Mailand, 3 August. Ich kann Ihnen heute mittheilen, daß nicht nur ein Handelsvertrag zwi­schen Oesterreich und Piemont dem Abschluß nahe sei, sondern daß auch daS piemontesische Eisenbahn« system mit dem lombardisch-venezianischen zur Ver­bindung der beiderseitigen Linien in Einklang ge­bracht werden soll. In der Nacht vom 30. auf den 31. Iulius d. I. gegen 27, Uhr wurde auf dem Corso di Porta Ticinese der verheirathete, 37 Jahre alte Tapezierer Antonio Sciesa auS Mailand von der Patrouille auf frischer That ertappt, alS er gerade an den Straßenecken aufrührerische Prokla­mationen anschlug, und sofort festgenommen. Es fanden sich bei ihm noch sechzehn andere ähnliche gedruckte, ihm höchsten Grade revolutionäre Aufrufe, und das Nöthige um sie anzuschlagen. Nachdem der verbrecherische Versuch erwiesen war, wurde der Gefangene vom Kriegsgericht einstimmig zum Tode durch den Strang verurtheilt. Wegen Mangel eines Scharfrichters wurde er jedoch gestern um 2 Uhr Mittags mittelst Pulver und Blei hingerichtet. DaS Standrecht ist pudlicirt. Die Aufregung im Volke wird immer drohender. Das ganze Militär ist fast ununterbrochen in doppelter Bereitschaft.

Amerika.

New-Aork, 24. Juli. In Washington hatte man die Mittheilung erhalten, daß die bei dem jüngsten Unternehmen gegen die Insel Cuba be- theiligten Flibustier ihre Absichten noch keineswegs aufgegeben hätten, sondern in den nächsten Mona­ten einen neuenVersuch zu machen gedächten. Einige hundert der zu diesem Zwecke bereits gewonnenen Leute sollen noch während deS Sommers in kleinen Abtheilungen auf verschiedenen Fahrzeugen als arbeit­suchende Handwerker nach der Insel geschickt werden, um sich dort insgeheim mit Waffen zu versehen und alS besondere Abtheilung der bewaffneten Expedition bei und nach ihrer Landung auf Cuba zur Verfü« gung zu stehen.

Nachrichten auS der Havanna vom 17. Juli melden den Ausbruch einer Emeute in Puerto Principe. Den Zeitungen zufolge wäre diese Emeute keineswegs für unbedeutend zu halten; dagegen heißt eS in Privaibriefen, waS die Blätter von einer in Puerto Principe gegen die spanische Regie­

rung auSgebrochenen Verschwörung berichteten, sei nur alS Uebertreibung aufzunehmen. Einige junge Leute hätten sich auf einem Besitzthum in der Nähe jenes Platzes zu einem Komplotte versammelt, man habe sie aber in ihrer Falle erwischt; einer sei ver­wundet und sechs seien verhaftet worden; eS werde ihnen schlimm gehen. Vierzig Flinten, einige Mu­nition, eine Menge Proklamationen und eine ame­rikanische Fahne habe man aufgefunden. In einem anderen Berichte heißt eS dagegen, eS sei zwischen einem Volkshaufen von fünf- bis sechshundert Mann und den Truppen zu einem Zusammenstoß gekommen und letztere seien mit dem Verluste ihres Befehls­habers und achtundzwanzig todten und verwundeten Soldaten zurückgeschlagen worden. Die Ausständi­schen hätten sich in daS Gebirg gezogen und dort verschanzt. Andere Städte seien dem Beispiele von Puerto Principe gefolgt und in wenigen Tagen werde die Revolution sich über den ganzen östlichen Theil der Insel verbreitet haben. Truppen, welche die Regierung die Woche zuvor nach MatanzaS zu schicken im Begriff gewesen, seien daselbst nicht ein­getroffen, weil ihre Verwendung im Osten der Insel nothwendiger geworden. Die Blätter auS der Ha­vanna selbst verhalten sich schweigend, und eS heißt deßhalb, die Regierung thue alles in ihren Kräften Stehende, die wahre Lage der Dinge nach außen nicht bekannt werden zu lassen.

Neueste Nachrichten

Kassel, 6. Aug. Der Beitritt KurhessenS zu dem österreichisch,deutschen Postvereine wird in diesen Tagen erfolgen; eS ist alles soweit vorbereitet, daß nur noch die Ratification der Verträge zwischen Sr. Durchlaucht dem Herrn Fürsten von Thurn und TariS und der hiesigen Regierung zu geschehen braucht.

Berlin, 6. August. Dem Vernehmen nach, meldet dieConst. Corr.", hat unsere Regierung neuerdings die Verwaltungsbehörden angewiesen, mit aller Strenge der bestehenden Gesetze gegen die freigemeindlichen Bestrebungen zu verfahren und namentlich die neuerdings in Bezug auf Trauun­gen, Beerdigungen u. s. w. erlassenen Bestimmungen mit Energie in Anwendung zu bringen. Der

nenernannte Finanzminister v. .Bodelschwlngh wird am 9. d. M. hier eintreffen.

Königsberg, 4. August. Die Enthüllung des Denkmals deS hochseligen Königs hat gestern Mit­tag in der durch daS Festprogramm vorgeschriebe­nen Weise stattgesunden.

Kiel, 3. August. (H. N.) Nachdem die Be> rathung deS StaatSrathS 4 über die Gutachten der Notabeln beendet sein wird, sollen die daraus her- vorgehenden Beschlüsse nebst jenen Gutachten sowohl dem dänischen Reichstage, als den beiden nach dem Wahlgesetz vom 15. Mai 1834 zu wählenden Stände­versammlungen Schleswigs und Holsteins vorge­legt werden.

Aus sonst gut unterrichteter Quelle wird uns die Nachricht, daß sämmtliche Mitglieder der Civil- behörbe ihre Entlassung eingereicht haben. AlS in der Natur der Verhältnisse liegend, ist nach dem jüngsten Generalkommando « Befehl den nach Re- duction der Armee wegen Invalidität entlassenen Soldaten daS Tragen der schleSwig - holsteinischen Uniform untersagt.

Madrid, 31. Juli. Der neu ernannte fran­zösische Botschafter, General Aupick, ist hier ein­getroffen.

Turin, 31. Juli. ES heißt, daß der Secretâr der piemonlesischen Gesandtschaft in Paris, Herr Pralormo, zum Gesandten in Frankfurt ernannt wurde. Der König und die Königin von Sachsen sind in Castel d'Aglio angelangt.

Neapel, 25. Juli. Die Regierung hat den Zenobilen in Jerusalem 10,000 Ducaten gesendet.

Rom, 29. Juli. Der baierische Gesandte, Graf Spauer ist angelangt.

Athen, 29. Juli' Dem Vernehmen nach sol­len die Herren Metara, ZographoS auS Constanti- nopel und Petersburg zur Bildung eines neuen Ministeriums berufen werden.

Beirut, 22. Juli. Die große Karawane auS Bagdao ist mit 1600 Kameelen glücklich angelangt. Die Provinz Samaria ist wegen der Rekrutirung in voller Nevölte begriffen.

Verantwortlicher Redakteur: Dr. A. Boczek.

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Bekanntmachungen.

^22] (Ed dersh eim.) Johan» Geiger, ledig, von Eddersheim beabsichtigt nach Amerika auszuwandern, welches tu Gemäßheit der Verordnung vom 24. März 1849 zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird.

Höchst, den 24. Juli 1851.

Herzog!. Nass. Kreis-Amt.

v. Wintzingerode.

723] (Kriftel.) Philipp Hahn, ledig, und Adam Lebkücher von Kriftel, letzterer mit Familie, beabsichtigen nach Amerika auSzuwandern, was in Gemäßheit der Verordnung vom 24. März 1849 zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird.

Höchst, den 26. Juli 1851.

Herzog!. Nass. Kreis-Amt.

v. Wintzingerode.

72°J Justizamtsferienanzeige.

Die Gerichtsferien am hiesigen Justiz-Amte nehmen am 2. September d. I. ihren Anfang und endigen mit dem 30. September l. I.

Während dieser Zeit kommen nur Rechtssachen zur Ver­handlung, welche keinen Aufschub erleiden.

Königstein, den 2. August 1851.

Herzog!. Nass. Justiz-Amt

Becker,

692] Amtferirnanzeige

Die Ernteserien bei dem hiesigen Amte beginnen mit dem neunten September und endigen mit dem vierten October dieses Jahres.

Während derselben kommen von Civilsachen nur solche, welche keinen Verzug leiden, zur Verhandlung.

Usingen, den 22. Juli 1851.

Herzog!. Nass Justiz-Amt.

Vonhausen.

724} Steinkohlen

Von heute an bis in den späten Herbst sind bei Unter­zeichnetem beste Rubrer Steintobien, stets aus dem Schiffe, zu den billigsten Preisen zu beziehen. Bestellungen hierauf beliebe man direkt oder in Wiesbaden auf der Agentur der Düsseldorfer Dampfschiffe zu machen.

Meinen verehrlichen Kunden liefere ich die Kohlen im Laufe des Winters zu den jetzigen Preisen.

Biebrich, den 6. August 1851.

J. K. Lembach.

708] Auf freiwilliges Anstehen des Eigenthümers ist ein sich sehr gut rentirendes Spezerei-Geschäft aus freier Hand zu verkaufen. Das Nähere in der Erpedition dieses Blattes zu erfragen.

721] Mittwoch den 20. d. M. und die folgenden Tage, jedesmal Nachmittags 2 Uhr, werden in der Wohnung des verlebten Herrn Ober-MedicinalrathS Thewalt dahier fol­gende Gegenstände freiwillig, gegen gleich baare Zahlung versteigert:

eine aus circa 200 Bänden bestehende medicinische Bibliothek, welche größtentheilS neuere Werke enthält, eine Parthie chirurgiicher, besonders Augen- und geburts- hülflicher Instrumente,

eine gut erhaltene einspännige Chaise nebst Fahrgeschirr, eine Chaisenremise mit Schieferdach,

2 Kanapee'S,

1 großer Schreibtisch mit Schränkchen und Schubladen, 2 kleine Schreibtische,

6 Bettladen,

1 GlaSschrank,

4 Ofen von Guß,

1 großer und ein kleiner kupferner Waschkeffel, mehrere Kommode, Schränke, Stühle, Tische, Spiegel und andere kleinere Gegende.

Mit den Buchern wird der Anfang gemacht, und beliebe man sich wegen dieser, sowie der ärzlichen Instrumente an Herrn Medicinalrath Dr. Hehdenreicb dahier zu wenden, welcher die nöthige Auskunft ertheilen wird.

Limburg, den 6. August 1851.

Hatstein, Bürgermeister.

7151 Nicht zu übersehen!!!

Das fast allgemein bekannte W ir th schaft S l o ka l deS A. Brumhardt zu Sonnenberg eine halbe Stunde von Wiesbaden entlegen ist von der dermaligen Eigen- thümerin unter sehr vortheilhaften Bedingungen auS freier Hand billig zu verkaufen oder auch zu verpachten. Die Loka­litäten bestehen in einem neu erbauten großen Tanzsaale mit einem großen Speicher, auf welchem noch mehrere Zimmer angelegt werden können, sodann in einem damit in Verbin­dung stehenden Hause, welches 7 geräumige Zimmer, eine Küche und Speisekammer, sowie einen großen Speicher und zwei gewölbte Keller enthält, ferner in einer neuen Scheune nebst Stallungen und einem geschloffenen Hofraume , endlich in einer schönen Wirthschaftsanlage mit Zelt und einer Kegel­bahn und einem geschloffenen Gemüßegarten rc.

In diesen Lokalitäten kann der Lage und Annehmlichkeit wegen eine ausgedehnte Wirthschaft mit Erfolg betrieben und sonach die Eristenz des NebernehmerS gesichert werden.

Lusttragende wollen sich an Herrn Minisierial- Probator Gasteyer in Wiesbaden, welcher auf mündliche und schrift­liche Anfrage nähere Auskunft ertheilt, wenden.

706] Bei Wilh. Zingel jun. (Langgasse Nr. 26 bei Hrn. Kaufmann Bergmann) ist so eben erschienen:

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Sämmtliche Ansichten sind auch auf Briefpapier zu haben.

Das so eben neu erschienene Staats- Adreß- Handbuch für das Herzog­tum Stanau ist vorräthig in der

L. Schellenbergschen Hof-Buchhandlung in W ieSbadeN.

Hierbei als BeiblattDer Wanderer".

Druck und Verlag der L. SchelleUberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.