Einzelbild herunterladen
 

beschränkten Gesichtskreises ersuchen, auf geeignetem Wege zu veranlassen, daß die befolgende Schrift nebst den dazu gehörigen Anlagen an die höchste com* geteilte Behörde zur Kenntniß und Beschlußnahme gelange.

Die Preuß. Zig. enthält folgende Notiz: Meh­rere Blätter beschäftigen sich angelegentlich mit einer Erklärung deS englischen Ministeriums. Letzteres soll auf eine Note, welche Graf Nesselrove zugleich im Namen der beiden deutschen .Großmächte an daS englische Ministerium gerichtet habe, geantwortet haben, daß England ein Einschreiten der drei Groß­mächte bei aufrührerischen Bewegungen in Italien u. s. w. nicht dulden werde. Wir können auS zuverlässiger Quelle mittheilen, daß sowohl die rus­sische Note als die englische Antwort gewöhnliche Zeitungsenten sind.

Dieansehnlichen Summen" , die Oesterreich zur Disposition der Flotte gestellt, haben eine neue Metamorphose erfahren; nach der L. Z. sind diese Summen noch nicht bewilligt, sondern werden eS erst werden.

Der B.Z. wird auS Düsseldorf unter dem 15. geschrieben: Hier ist die Nachricht verbreitet, daß der Präsident der hiesigen königlichen Regierung, Hr. v Maffenbach, die bisherige Stelle deS jetzigen Oberpräsidenten Herrn v. Puttkammer einnehmen und der RegierungSvicepräsivenl Hr. v. Spankeren zu Coblenz die Stelle des Hrn. v. Massenbach er- halten werde.

Aus Holstein, 15. Juli. (Hamb. Nachrichten.) Eine abermalige Nachgiebigkeit gegen die Dänen, die unsers Erachtens, die es mit den Herzogthümern wohlmeinenden deutschen Staaten rücksichtlich der Verlängerung der an Oesterreich und Preußen er­theilten Vollmacht mehr und mehr bedenklich machen müßte, scheint sich jetzt verwirklichen zu wollen. Nachdem man sich hinsichtlich des Kostenpunktes ge­einigt hat, wird die Ablieferung sowohl deS Schoo- ner» Elbe als deS Dampfschiffs Kiel an die Dänen erfolgen und daS Herzogthum Holstein gegen die Schiffe eine Geldforderung an das Königreich Däne­mark eintauschen, worüber, wenn erst der intenbirte Gesammtstaat glücklich vom Stapel gelaufen, ein Strich gemacht werden wird. Ja eS wird und als zuverlässig mitgetheilt, dâß man sogar beabsichtige, die seinerzeit in daS Rendsburger Zeughaus ge­brachte Gallion deS bei Eckernförde in die Luft ge­flogenen Linienschiffs Christian VIII. den Dänen auf ihr Verlangen zurückzuliefern. Doch meinen wir, daß gegen diese Schmach, wenn sie als be­gründet sich erweisen sollte, die Herzöge von Koburg und Nassau noch zeitig proiestiren und verlangen werden, daß die Gallion neben der großen Flagge deS Linienschiffs in der Bundesfestung Mainz auf- bewabrt werde, damit Deutschland eine seiner schön- sten Trophäen conservirt bleibe.

Bromberg, 13. Juli. Gestern traf hier bei der Direktion der königl. Ostbahn die Anfrage ein, ob die Bahn wohl schon am 26. d. M. fahrbar sein könnte; in diesem Falle werde Se. Maj. am 26. pr. Eisenbahn hier eintreffen, am 27. zur Grund­steinlegung der Weichselbrücke nach Dirschau und von dort am 28. nach Danzig reisen. Die Direktion hat noch am gestrigen Tage die Antwort übersandt, daß unbedingt für Vollendung der Bahn bis zum 26. d. M. gesorgt sein werde. UebrigenS unterliegt dies um so weniger einem Zweifel, als schon seit längerer Zeit auf dem hiesigen Bahnhof und den tnoch nicht vollendeten Strecken der Bahn daS regste Leben herrscht.

Wien, 15. Juli. Herrn v. Bruck sind er­neuerte Anträge gemacht worden, in den Staats­dienst einzutreten, und man hofft, dieselben ange­nommen zu sehen.

Gold und Silber, schreibt man derSchles. Z.*, M seil einigen Tagen in fortwährender Baisse; man schreibt dieses Ereigniß dem Gerüchte zu, daß die Regierung mit holländischen Banquiers eine Anleihe -im Betrag« von 100 Mill, abgeschlossen habe. Man sieht der Bestätigung jeneö Gerüchts sehnsuchtsvoll entgegen, indem man sich der festen Hoffnung hin- sgibt, daß in Folge des Abschlusses dieser Anleihe ^dieValuta bald auf ihren normalen Stand gebracht werden würde.

Ein Wiener Correspondent deSConstitutio- nellen BlatteS aus Böhmen" will wissen, daß be< kette die Bestimmungen festgestelll feien, unter denen die Aufhebung deS Belagerungszustandes vor sich gehen, und daß dieselbe in Prag und Wien an einem und demselben Tage erfolgen solle. Jeden­falls sei gewiß, daß durch die neuen Preßverord- nungen ein großes, ja vielleicht das größte Hinder­niß wegfalle, welches bis jetzt der Einführung deS ordentlichen Gesetzzustandes im Wege stand. Für Ungarn, wo daS LandeSstatut noch n4chl veröffent­licht, wo die neue Genchrsorganisalion noch nicht ins Leben getreten, so wie für Italien, wo die anti­österreichische Partei erst unlängst ein so furchtbares Lebenszeichen gegeben, sei freilich v'e Aushebung deS Belagerungszustandes noch nicht sobald zu erwar- ten. Ein anderer Correspondent desselben BlatteS schreibt: Die letzte Preßverordnung hat viele Be­

fürchtungen erregt, welche sich vorzüglich auf die den Statthaltern eingeräumte Macht basiren. Indeß wird diese Macht bestimmtere Gränzen erhalten, indem das Ministerium spezielle und vertrauliche Instructionen an die Slatthallereien erlassen wird.

Frankreich.

Paris, 15. Juli. (Köln. Ztg.) Die heute Morgen imMoniteur erschienene Ernennung des Generals Magnan zum Oberbefehlshaber der Armee von Paris beichäftigt alle Gemüther. Man be­trachtet dieselbe als ein Ereigniß sehr ernster Na­tur und überläßt sich den verschiedensten Ausle­gungen. In der Nationalversammlung besprach man ebenfalls diese Ernennung auf die verschiedenste Weise. ES hieß, man wolle die Regierung intet# pelliren, da ein Repräsentant, der seine Entlassung einreicht, erst nach sechs Monaten eine Anstellung annehmen darf.

Paris, 16. Juli. Der X @otr. derK. Z." fügt: Die Nachricht von der Ernennung des Gene­rals Magnan, welche ich Ihnen schon gestern geben konnte und der heutigeMoniteur" offiziel ankün- digt, hat in den Reihen der Majorität im Allge­meinen befriedigt, obgleich der tapfere General nicht mit Unrecht einer entschiedenen Anhänglichkeit an die Person deS Präsidentenbeschuldigt" wird. Man erinnert in dieser Beziehung an die Affaire von Boulogne. General Magnan tommandirte zu jener Zeit daS Lager von St. Omer, und eS ist beinahe erwiesen, daß L. Napoleon bei seiner Landung alle Urselche hatte, zu hoffen, daß sich General Magnan mit seinen Truppen ihm anschließen würde.

AuS dev gestrigen Rede Berryer'S tragen wir noch Folgendes nach: Berryer stellt zuerst das Ver­hältniß seiner Freunde zum Entstehen der Revisions­frage fest.Wir erkennen allein an" sagt er unter Andermdaß die gesetzgebende National, Versammlung nicht das Recht hat, die Veränderun­gen an den politischen Institutionen Frankreichs zu bezeichnen, welche die constiluirende vollbringen soll. Wir haben deßhalb auch keinen Antrag auf Revision gestellt. Allein alS derselbe von anderer Seite her kam, durften wir nicht verkennen, daß wir, von den Gebrechen und Gefahren tief überzeugt und entge­gengesetzten Prinzipien fest zugethan, dem Lande ge­genüber, daS von dem Gefühle seiner Bedürfnisse bewegt ist, nicht schweigen dürfen. Nicht um unse­ren Wünschen, unsern Ansichten über die beste Zu­kunft Frankreichs eine Genüge zu thun, sondern wegen der dem Lande drohenden Gefahren haben wir uns entschlossen daS Wort zu nehmen". Die­ser Gefahren gibt eS dem Redner zufolge Haupt, sächlich zwei: den gleichzeitigen Sturz der beiden Staatsgewalten, d. h. des einzigen nach der Februar- Revolution in aller Eile aufgerichteten DammeS gegen die Anarchie, und die Möglichkeit, daß daS Volk, durch sechSzigjâhrige Revolution deS politi' schen Glaubens entwöhnt und nur noch Momente von Ruhe verlangend, sich demabscheulichen Heil­mittel" in die Arme werfe, selbst die Verfassung zu verletzen und Anarchie der Anarchie entgegenzusetzen. Die Revision der Verfassung hält daher der Redner unter allen Umständen für nöthig und gibt sodann ohne Verzug, obschon er sich nicht daS formelle Recht anerkannt hat, den Sinn zu bestimmen, in welchem er die Revision vollzogen wünscht, seine Ansichten über die beste Regierungsform für Frank­reich. Die Republik kommt dabei schlecht weg; Berryer läßt ihr nichts, als die SchreckenSzeit und in den letzten Jahren Attentate, wie den 15. Mai, den Juni-Aufstand rc. Für das Königthum nimmt er die großen Reformen von 1789, die Gründung freier politischer Institutionen auf der Grundlage der monarchischen Erblichkeit und der Souveränität der Nation, die ruhmvolle und mächtige Stellung Frankreichs dem Auslande gegenüber, große Ent­wickelung deS materiellen Wohlstandes u. s. w. in Anspruch. Die Emigranten - Milliarde entschuldigt er als eine Protestanon gegen die Confiscation und eine Huldigung gegen daS Princip des Eigenthums, die Verbannung der KönigSmörder als eine gerechte moralische Nothwehr. Die Juli-Ordonnanzen nennt er dagegen verbrecherisch und heilloS. DaS Recht von Gottes Gnaden gibt er ebenfalls auf: er er­kennt blos ein göttliches Recht an, dasjenige, daS den Menschen geschaffen habe, um in Gesellschaft zu leben, und die Grundlagen dieser Gesellschaft: Fannie und Eigenthum , vorgeschrieben habe. Die Republik sei so gut eine Form der Gesellschaft, wie die Monarchie, diese aber für Frankreich bei seiner historischen und geographischen Lage, bei seiner star­ken nationalen Einheit die allein anwendbare. Zu­letzt kommt Berryer auf die drohende Wiederernen­nung L. N. Bonaparte'S zurück und fordert seine Collegcn, wenn die Revision scheitere, zum entschie­denen Festhalten an der Gesetzlichkeit auf, indem er auSruft:Achten wir die Verfassung und schließen wir und' in die Gesetzlichkeit ein; denn ein schlech­tes Gesetz ist besser alS die Gesetzlosigkeit und waff- neu wir unS mit ihr gegen allen Ehrgeiz und Auf­ruhr" ! (Donnernder Beifall.)

DebaiS" wird aus Rom vom 10. b. M. ge, schrieben, der Papst wolle seinen Aufenthalt in Ca, fiel Gandolfo verlängern. Den König von Neapel begleiteten französische Dragoner, die er reichlich be, schenkte, bis nach Porto d'Anzio.

Die Budgetcommission hat gestern, trotz der günstigen Schilderung deS Finanzministers und ge­gen seine Ansicht, beschlossen, in ihrem Bericht eine Anleihe von 60 Mill. Fr. zu beantragen, wenn die gesetzgebende Versammlung die Concession der Lyo­ner Eisenbahn an eine Privatgesellschaft verwerfen sollte. Dieser Beschluß beweist für die richtige Dar- steüung der Finanzen durch den Abg. Paffy.

Den 5. August beginnt bestimmt die Verhand­lung über daS Complot von Lyon. Unter den Ver­theidigern nennt man Julius Favre, Bac, Madier v. Montjau und Cremieur.

Das FusionSblattAssemblee nationale" kann seinen Verdruß über den Gang der Revisionsdebatte nicht verbergen. ES meint, die gestrige Sitzung habe bewiesen, daß die Republikaner nur durch die Spaltung in den Reihen der Royalisten et;# flirten.

Der StaatSrath hat bei Berathung deS Ver- antwortlichkeitSgesetzes sich entschieden, daß die Can- didatur deS Prinzen von Joinville nicht verfassungs­widrig fei , weil er die in Art. 44 geforderten Ei­genschaften : geborner Franzose, 30 Jahre Alter und Vollbesitz der Eigenschaft eines Franzosen für sich habe.

PariS, 17. Juli. (Tel. Dep. b. K. Z.) In der heutigen Sitzung der National-Versammlung wurde die Revisionsdebatte fortgesetzt Pascal Du­prat erklärt die Monarchie für unmöglich; die Re> vission der Verfassung würde die Wiederwahl des Präsidenten der Republik herbeiführen, und da die Rechte eine solche Wiederernennung verwerfe, so müsse die VerfassungS -Revision vermieden werden. Larochejaquelin nennt daS Wahlgesetz vom 31. Mai antinational; auch er verwirft die Revision. Victor Hugo greift hierauf mit großer Heftigkeit daS monarchische Prinzip an, wodurch ein furchtbarer Tumult entsteht, welcher mehrere Ordnungsrufe zur Folge hat.

Italien.

Mailand, 12. Juli. Der König und die, nigin von Sachsen werden in einigen Tagen hier erwartet. Zu ihrem Empfang werden schon ent­sprechende Vorbereitungen getroffen. Heute gegen 1 Uhr Mittags ist der Erzherzog Karl Ferdinand hier angekommen und im Gasthof Alla Villa abge, stiegen. Er begab sich sogleich nach Monza um dem Helbenmarschall seine Aufwartung zu machen, und kehrte dann wieder nach Mailand zurück.

Der Kaiser wird im August im Lustschlosse in Monza absteigen. Graf Radetzky wird während deS Aufenthaltes deS Kaisers in Monza die nahe gelegene Villa Melzi bewohnen. Drei Armee, korpS sollen, dem Vernehmen nach, in kurzer Zeit nach Italien marschiren. (?)

AuS Verona verlautet, daß, um nöthigenfallS Lebensmittel und Militär leichter und schneller auS Tirol an sich ziehen zu können, die Anlegung einer neuen militärischen Straße über Montorio, Tre- guano, Valvagno u. s. w. angeordnet wurde.

Nachrichten auS Rom vom 10. Juli zufolge sah man dort einem durch den Geldmangel im päpstlichen Schatze nöthig- gewordenen Finanzedicte entgegen. In Imola war wiederum ein poli­tischer Mord begangen worden. Garafini, der Kanzler deS CriminalgerichtS jener Stadt, war am Hellen Tage, um 4 Uhr Nachmittags, auf offener Straße getödtet worden. Den Mörder hatte man noch nicht verhaftet.

Aegypten.

Dem gestern theilweise mitgetheilten Schreiben der A. A. Z. aus Alexandria vom 5. d. M. ent­nehmen wir noch folgendes: Die Lage deS Vice- königs ist sehr mißlich. Beschwerden über Beschwer­den laufen über das ägyptische Gouvernement bei den bezüglichen Gesandtschaften ein. AbbaS Pascha, der mit seinen Räthen den Kopf verloren zu haben scheint, läßt alle eingegangenen Reclamationen Un­berücksichtigt. Er hat jetzt Niemanden, auf den er sich verlassen könnte. Selbst Mustafa Bey, ein Sohn Ibrahim Pascha'S, der stets zu ihm gehalten hatte und von ihm außerorordentlich geliebt wurde, hat Partei gegen ihn genommen. Mustafa Bey ist am 3. d. mit Halim Bey, einem Bruder Said Pa- scha's, nach Konstantinopel abgegangen. Fast die ganze Familie der Aaliden ist jetzt beim Sultan. Ismail Bey, Sohn Ibrahim Pascha'S; Kasseref Bey, der Bruder von Artin Bey ; dessen Schwager Kalil Effendi, sowie vie beiden Töchter Mehemev AÄks Bancha el-Affal und NaSle-Hanem, operiren in Ver­bindung mit Artin Bey fortwährend gegen AbbaS Pa­scha. DaS türkische Ministerium soll dabei regen An­theil nehmen. ES wird nichts weniger bezweckt, alS Ab-