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letzteren Orte verkaufen wollte. Die von den Auf­ständischen belagerte portugiesische Besatzung Ba- hia'S litt großen Mangel an Lebensmitteln. In ähnlicher Lage befanden sich 23 in der Nähe lie­gende portugiesische Schiffe. Bei der Ankunft der Porcupine" nahmen diese gewaltsam 45 auf der, selben befindliche Ochsen hinweg, setzten einen will- kührlichen Preis dafür fest und gaben dem Kapitän eine Anweisung auf die Lissaboner Staatskasse. Diese erkannte die Forderung an, hat aber bis jetzt, trotz wiederholter Mahnungen von Seiten der bri­tischen Regierung, noch keine Zahlung geleistet, in< dem sie Geldmangel vorschützt. Sir G. Seymour, der englische Gesandte, hat die Sache in energischer Weise wiederum in Erinnerung gebracht DaS in Lissabon erscheinendeDiario do Goberno" vom 8. d. erklärt alle Gerüchte von einer angeblich aus- gebrochenen Störung deS guten Einvernehmens zwischen der portugiesischen Regierung und den Re­gierungen Spaniens, Englands und Frankreichs für durchaus unbegründet und falsch. Daö amtliche Blatt weist darauf hin, wie jenen Regierungen die Grundsätze, von welchen daS gegenwärtige Ministe­rium sich leiten lasse, und sein fester Entschluß, die konstitutionelle Monarchie deS Thrones Ihrer Maj. Donna Maria II., ihre Dynastie und die in der konstitutionellen Charte gewährten Freiheiten auf, recht zu erhalten, bekannt seien. Der englische Gesandte Sir G. Seymour hat am 8. dem Mini­ster deS Auswärtigen einen Besuch abgestattet und sich ihm gegenüber dahin ausgesprochen, man möge sich davor hüten, in progresfistischer Richtung zu weit zu gehen, um nicht rem Kabinett von Madrid Anlaß zu Befürchtungen zu geben. Von dem französischen Gesandten weiß man, daß er für den Grafen Thomar eingenommen ist. Die neuen Civilgouverneure sind meistens aus Männern der Junta von Oporto gewählt; eben so die Räthe, mit welchen sich die Minister umgeben haben. Selbst die dem Grafen Thomar feindseligsten Chartisten halten sich im Hintergründe und wollen den Pro- gressisten nicht die Hand bieten zur gemeinschaftli. chen Ausarbeitung eines Wahlgesetzes, welches dem Vernehmen nach dem allgemeinen Stimmrechte so nahe kommen soll, wie daS System der indirekten Wahlen dies gestattet.

Großbritanuie n

London, 18. Juni. Die Männer des Frie­denskongresses haben in der gestrigen Sitzung deS Unterhauses eine ärgerliche Schlappe erlitten. Mr. Cobden stellte nämlich den Antrag eine Adresse an die Königin zu richten und Ihre Majestät zu ersu­

chen , sie möge doch durch Lord Palmerston der französischen Regierung den Vorschlag machen lassen, gemeinschaftlich mit England in der gegenwärtigen Friedenszeit eine großartige Entwaffnung vorzu­nehmen, die sich namentlich auf die Flotte und die Festungen erstrecken solle. Die Herren Roebuck, Milner Gibson und Hume waren natürlich mit diesem humanen Vorschläge einverstanden und sicher wäre eS auch die deutsche Erzellenz gewesen, welche seiner Zeit in Frankfurt a. M. die Friedenspfeife so rührend geschmaucht hat. Der Enthusiasmus wurde jedoch bald durch Lord Palmerston in länge­rer Rede gedämpft, indem Se. Lordschaft unter williger Anerkennung der guten edlen Zwecke von Cobden und Konsorten erklärte, daß, so lange die Völker und ihre Interessen in Konflikt miteinander gerathen könnten, die Realisirung iolcher Pläne ihre Schwierigkeiten habe. Die Hauptsache sei also, daS Vertrauen der Völker zu einander zu heben und dieser löbliche Zweck würde gewiß durch Cobden'sche ParlamentSreden noch mehr gefördert als durch diplomatische Verhandlungen. Die Sache war da­mit erledigt.

Italien.

Verona, 12. Juni. (A. A. Z.) Da viele Hand- lungShâuser gegen Banknotenzahlung in Wien viele Briefmarken ankaufen und hier verwenden ließen, wodurch daS Aerar hier, wo man die Marken mit Silber bezahlen muß, keinen unbedeutenden Verlust erlitt, so wurde augeordnet, daß man im lombar- disch-venetianischen Königreich Die Briefe mit den eigens für diese zwei Kronländer angefertigten Mar­ken, auf denen daS Porto nicht in Kreuzern , son­dern in Centisimi auSgedrückt ist, zu franfiren habe, indem Briefe welche mit den in andern Kronlän­dern eingesührten Marken versehen sind, als nicht frankirt behandelt werden sollen.

Neueste Nachrichten

Friedrichshafen, 18. Juni. (St.-Anz. f. W.) Gestern Nachmittag 4 Uhr wurde die TrauungS- feierlichkeit eer Prinzessin Auguste mit dem Prinzen Hermann von Sachsen-Weimar in der hiesigen Schloßkirche vollzogen.

Braunschweig, 17. Juni. Heute hat die Ge- setzgebungSkommijston und mit ihr die Regierung bei Gelegenheit der Abstimmung über einen Gesetz- enhvlirsswodur ch' z w e i g7 e i ch l a u t e n d e n'Entscheldun - gen des KassationShofeS die Wirkung beigelegt

werden uHte, daß er selbst und alle Gerichte deS LandeS bis zur Abänderung durch die Gesetzgebung daran gebunden sein sollten, eine Niederlage erlitten, indem der Entwurf mit 26 gegen 21 Stimmen ab­gelehnt wurde.

Hannover, 18. Juni. Der Großhcrzog und die Großherzogin von Mecklenburg-Schwerin sind hier eingelroffen. Beide Kammern haben in ihren heutigen Sitzungen die Konferenzvorschläge in Be­treff der Provinziallandschasten angenommen.

Hamburg, 18. Juni. DaS SechSziger,Kol­legium hat, wie zu erwarten stand, in seiner heu­tigen Sitzung das neue Preßgesetz mit großer Majori­tät genehmigt und zwar ohne daß eine eigentliche Diskussion stattfand. Hinzuzufügen wäre, daß der Senat sich das Recht vorbehält, auswärtige Zeitungen zu verbieten, daß dieses Verbot jedoch aufgehoben ist, falls ein hiesiger (redaktionsfähiger) Staatsangehöriger die volle Verantwortlich­keit für das auswärts erscheinende Blatt über­nehmen will!!

Kiel, 17. Juni. (H. C.) Die nahe bevor­stehende Uebernahme des Kommandos über das holsteinische BundeSkontingent von Seilen deS Ge­nerals v. Bardenfleth dürfte durch die Verlänge­rung deS Kommissoriums abseiten deS Bundestags für Oesterreich und Preußen nicht über das Ende dieses Monats ausgesetzt werden.

Königsberg, 15. Juni. (N. Pr. Z.) Die Eisenbahn von Woldenberg nach Bromberg wird schon Anfangs Juli fertig und befahrbar sein. Da­gegen bietet der Brückbau über daS Fahrwasser bei Schwetz der Schwierigkeiten so viel dar, daß die Bahnstrecke von Bromberg nach Dirschau schwerlich im Laufe dieses Jahres fertig werden wird. Jene Brücke geht in einer Höhe von 180 Fuß über daS steile Uferbett deS Flusses.

Wien, 17, Juni. DerLloyd" meldet: Feld, zeugmeister Baron Haynau ist heute Morgen nach den von ihm in .Ungarn erworbenen Gütern abge­reist. Samstag hatte derselbe die Ehre, von Sr. Maj. in einer Audienz auf das gnädigste empfan­gen zu werden. Der General will sich fortan nur der Landwirthschaft in Ungarn widmen.

Kopenhagen, 16. Juni. Kammerherr von Reedtz wird nun, wieFlyveposten" berichtet, am Sonnabend den 21. Juni zurückerwartet.

Verantwortlicher Redakteur: Dr. A. Boczek.

b»ctif«'ii 'ii iw«au«stJmAJMWt»ja»wmwuMa

Bekanntmachungen.

550] Samstag d e n 19. Juli, Morgens 10 Uhr, wird das den Erben des Johann Georgus lr. zu Lierscheid zustehende Erbl/ihhofgut, bestehend in Wohn- und Oekonomie» Gebâuden, in 115 Güterstücken in der Gemarkung Lierscheid und in 3 in den Gemarkungen Nochern und Auel gelegen, in dem Rathhause zu Lierschied zum drittenmal öffentlich ver­steigert und der Zuschlag ohne Rücksicht aus den SchâtzungS- werth definitiv ertheilt werden, sobald durch das eingelegte Gebot die eingeklagten wie die Hypothekforderungen und die Kosten gedeckt sind.

St. Goarshausen, den 16. Juni 1851.

Herzogl. Nass. Landoberschultheiserei.

S ch n abe liu S.

552] Nach einer von Herrn Professor Dr. Fresenius vor­genommenen chemischen Analyse enthält das Badwasser meiner Quelle dieselben Bestandtheile wie die des KochbrunnenS.

Dieses Wasser wird stets unentgeldlich abgegeben und nur für die Einrichtung dasselbe bequem in Faß bringen zu kön­nen, eine geringe Vergütung in Anspruch genommen.

C. Wörner, Goldgasse Nr. 19.

553] Indem ich ein verehrlicheS Publikum hiermit benach­richtige, daß ich seit dem Ableben meines seeligen Mannes, des Försters Friedrich Bock, die dahier bestehende Wirth­schaft von dem Herrn Hofbestânder Heyl übernommen habe, bitte ich unter Zusicherung reeller und prompter Be­dienung um recht zahlreichen Zuspruch.

Elarenthal, im Juni 1851.

Friedrich Bock Wittwe.

547] Der Unterzeichnete, welcher schon seit Jahren die hie­sigen Jahrmärkte bezieht, macht hiermit seinen Freunden und Gönnern die ergebenste Anzeige, daß er künftigen JohanniS- Markt mit einer reichen Auswahl von Gaffer-zubern, Waschbütten und Badewannen in jeder beliebigen Größe erscheinen wird, verspricht billige Behandlung und bittet um geneigten Zuspruch.

Schierstein , den 19. Juni 1851.

Joseph Velten, Küblermeister.

461] Ein solides und gebildetes Frauenzimmer, welches in allen häuslichen und weiblichen Beschäftigungen erfahren ist, wünscht bei einer achtbaren Familie eine ihren Kennt­nissen angemessene Stelle zu bekonimen. DaS Nähere in der Erpedition dieses Blattes

41,1 Rheinische Dampfschifffahrt.

Kölnische ,-ââ Gesellschaft.

Tägliche Fahrten vom 1. Mai an:

Von Biebrich Morgens 57« Uhr nach Böln, an den Zug um 3 Uhr Nachmittags nach Lüttich.

,, Morgens 9 7, Uhr nach Böln, an die Züge Nachmittags 4 Uhr nach Hamm, Münster, Paderborn u. Abends 6 Uhr nach Aachen.

Morgens 107* Uhr nach Holm.

,, ,, Mittags 19/« Uhr nach Böln, an die Züge Abends 10Uhr nach Berlin; Nachts 11 7, Uhr nach Paris, Belgien, (London).

Morgens 1O Uhr nach Mannheim, Carlsruhe, Neustadt.

,. Nachmittags 31/, Uhr nach Matww- heitn, Strassburg.

Abfahrt der Omnibus von Wiesbaden:

Morgeris 4%, «'/,, »V, und 11-/, Uhr.

Näheres in WIESBADEN bei dem Agenten

Carl Leyendecker,

Marktplatz Nro. 38 neben dem Rathhaus.

5511 Todesanzeige.

Es hat dem Herrn gefallen, unseren geliebten Vater, den Herzoglichen Archivrath Zos. Schiffner, in seinem 73. Lebensjahre, nach längerer jedoch schmerz­loser Krankheit, heute früh aus diesem Leben abzurufen. Wir widmen diese Anzeige unsern Verwandten und Freunden mit der Bitte, um stille Theilnahme. Langenschwalbach, den 19. Juni 1851.

Wilhelmine Roth geb. Schiffner. J. Roth, Kreisamtssekretär.

452] Das Landhaus Nr. 5 a in der angenehmsten Lage an den Kurhausanlagen ist zu vermiethen und kann gleich be­zogen werden. Auch ist dasselbe aus freier Hand zu verkaufen.

Frankfurt a. M., den 20. Juni

Mittags 1 Uhr.

Oesterreich, 5 % MetalliqueS . . . v 47, % 21 1 ,, 3 Bankactien o. D. . . 500 fl. Loose..... 250 fl. Loose.....

Preußen, 50 Thaler Prämienscheine . . 3/i % Staatsschuldsch. â 105 kr Bayern, 37. % Obligationen .... Berbacher-Eisenbahn-Actien . . Würtemberg, 3V,"/, Obligationen . . 47, % neue Obligationen Baden, 37.% Obligationen von 1842 . Lotteöie-Anl. â 50 fl. bei G. u. S 35 fl. Loose vom Jahr 1845 . .

Darmstadt, 37, % Obligationen . . . " 50 fl. Loose ..... 25 fl. Loose .....

K n r Hessen, Friedr.-Wilh.-Nordbahn-Actieii 40 Thlr. Loose bei Rothschild R af fau, 37. % Obligationen bei Rothschild 25 fl, Loose....... Frankfurt, 3% Obligationen .... 37. % von 1839 . 37. von 1846 . TaunnS-Eisenbahn-Actien â 250 fl. Holland, 2V>°/<> Integralen .... Spanien, 3 % Innere Schuld .... 5 Ardoin incl. 17 Coup. Polen, 300 fl. Lotterie-Loose .... 300 fl. " .... Sardinien, 36 FreS. Loose bei Bethmann D i s c o n t ............

Pap.

Geld

76 V,

76%

67V,

67%

39%

397,

1179

1174

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96%

95%

131

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101%

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95%

299

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58'/.

58

35%

35%

84%

84%

36

35%

1%

Gold. . ü. i kr.

Pistolen .... Pr. FriedrichSd'or Holl. 10 fl. Stücke Rand-Ducaten 20 FrancSstücke Engl. SouverainS

9

9

9

5

9

11

36

59 477, 35

30

54

Silber. fl.. Gold al Marco 378 Laubth., ganze Preuß. Thaler 1 5 Frankenthaler 2 Hochhaltig Silber 24 Gerina u mittelh.

45/,

217,

30

Hierbei als BeiblattDer Wanderer".

Druck und Verlag der L. Schellenderg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.