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Fall der die Nothwendigkeit, die Kompetenzder Assisen- Gerichte in gewisser Begehung zu beschränken, abermals schlagend darthut.) Friedrich Heß ist angeklagt, im Herbst 1847 einen Schein auf den Ramen des Phi, lipp Bgum auSgefertigt und solchen als von Phi­lipp B-um herrührend an Peter Dambeck abge­geben zu haben, um diesen zu bestimmen, ihm ein von dem genannten Metzger Baum gekauftes Fer­kel zu überliefern.

Die Verhandlung leitet Appellationö-Vizeprä- fident Trepka; als Staatsanwalt fungirt Staats- Prokurator-Substitut Moritz; als Vertheidiger Prokurator Dr. Großmann.

Biebrich, 18. Mai. Zn der gestrigen Nummer desFr.J." ist zu lesen:Schon seit einiger Zeit kamen Frachtgegenstânde auf der Eisenbahnstation Hattersheim abhanden und eS wurde deßhalb eine größere Aufmerksamkeit, die zu Entdeckung des Die­bes führen sollte, angeordnet. Gestern ist dieß nun auch gelungen, und zwar wurde ein angestellter Ar­beiter bei genannter Station ertappt und deßhalb sofort nach Wiesbaden an daS dortige Kriminalge­richt abgeliefert. Die günstige Witterung hatte heute wiederum eine große Menschenmaffe von nah und fern hieher gelockt, welche sich in dem, mit je­dem Tage schöner sich gestaltenden Schloßgarten er­gingen. Die Prinzen von Rumpcnheim, welche gestern hier bei Sr. Hoheit dem Herzog auf Besuch waren, sind Abends 7 Uhr wieder abgereist, und heute stattkke der Herzog mit seiner hohen Gemahlin einen Gegenbesuch auf dem Schlosse Rumpenheim ab, von wo sie AbendS 10 Uhr zurückkehrten.

Wied-Selters, 11. April. (Durch Zufall vrrspâlet.) Der Korrespondent vom Westerwald in Nro. 80 d. Bl. glaubt seine Erwiderung vom 31. März l. IS. schuldig gewesen zu sein, um einige eine WahrheuStreue verdächtigende Behauptungen in der Erklärung von hieraus in Nro. 76 d. Bl. zu berichtigen. Allein gerade durch diese Erwide­rung verdächtigt der Westerwälder Korrespondent seine WahrheitSlreue immer mehr, indem er ab­sichtlich den Inhalt : eS sich in seinem Besitze be­findlichen, auf Antrag einiger VereinSkorpS ergan­genen Schreibens des Mitgliedes des hiesigen Schü- tzenvereinS vom 13. November v. Js. verschweigt uub sich auf ein früheres vom 24. September v. JS. beruft. Das letztere Schreiben, worauf sich der Korrespondent bezieht, enthielt keineswegs feie Einladung zu der Versammlung in Montabaur, diese war vielmehr im Schreiben vom 13. Novem­ber v. JS. auSgedrückt, worin eS unter Anderem heißt:Sollten Sie am Erscheinen verhindert sein, so haben Sie die Gewogenheit durch den Vorstand einen Stellvertreter ernennen und diesen informi- ren zu lassen, da die zu fassenden Beschlüsse defini­tive sein sollen und daher jedes Vereinskorps ver­treten sein müßte. Sie werden ersucht, sich zu allen vorzunehmenden Verhandlungen volle Gewalt geben zu lassen x." Sämmtliche in Montabaur erschiene­nen Deputirten hatten mit Ausnahme des früher erwähnten Einzigen von ihren Vereinen demgemäß auch unbeschränkte Vollmacht erhalten, weßhalb denn auch ihre zu Montabaur gefaßten Beschlüsse vollgültige sind. Daß aber auch zu Montabaur nicht ein bloßer Entwurf der Statuten erstrebt wer­den sollte und erzielt worden ist, bezeugt daS über brr Verhandlungen vom 24. November v. JS. auf­genommene und von den Deputirten unterzeichnete Protokoll, worin eS wörtlich heißt:Es wurden sodann die hier angebogenen Statuten entworfen und solche für den Hauplverein rezipirt. Man schritt hierauf zur Wahl deS VcreinSoffizierS, wo­bei sich jedoch der Dcpulirte von X der Wahl ent, hielt u.* Auch dieses Instrument besitzt der We­sterwälder Korrespondent in einer ihm von hier auS mitgetheilten Abschrift. Ist der Herr Korrespondent gut unterrichtet, so ist man eS hier besser, weil man lm Besitze der sämmtlichen Originalaktenstücke ist und die diesseitigen Erklärungen denselben treu ent­lehnt sind. Wie aber der den äußeren Prunk be­kannter Weise in einem sehr hohen Grade liebende Westerwâlber Korrespondent diesen alS ein Mittel der Dieffeite zur Irreführung in den Wahrheiten erklären kann, ist wahrlich unbegreiflich schön. Er. widrrungen, welche ihm nicht passen, bezeichnet er alS nicht zur Sache gehörend und Wahrheiten be­liebt er Spitzfindigkeiten zu nennen. Daß des Kor­respondenten zwei Hauptanträge in der Versamm­lung vom 24. November v. JS. mit Stimmenmehr­heit burchfieltn, war natürlich, weil beide Anträge dahin gingen, die Freiheit der Einzelvereine zu be­schränken, daß er aber mit seinem weiteren Wunsche nicht reüssirte, daran trägt man von hier auS kein Verschulden. Hierin ist auch der Grund deS Wider­strebens Seitens des Korrespondenten gegen die ohne seine Zustimmung gefaßten Beschlüsse der übri. gen Deputirten zu finden.

Mit dieser Erklärung schließt man von hier auS diese Verhandlungen ist aber aus andere Weise zu jeder anderweiten Erklärung erbötig.

= Weilburg, 19. Mai. Ihr geehrtes Blatt hat uns in der letzten Zeit von den Geschicken der SUIecn, Schloßgärten und sonstigen Parkanlagen

unseres Landes erzählt. Der Sturz so manches allen stolzen Baumes, wenn derselbe auch vom Standpunkt des forstwirthschaftlichen Betriebs oder der neueren Gartenkunst aus gerechtfertigt fein mochte, wurvè beklagt. Wir sahen in dieser Theil­nahme einen erfreulichen Beweis, daß die alte Pie­tät unseres Volkes für mächtige, schön geformte Bäume noch nicht erstorben ist. Wir schreiben die. sem Ratursinn eine große sittliche Bedeutung zu- Auch im hiesigen Schloßgarten haben große Ver­änderungen stattgefunden. Die schönen Baumgrup­pen, welche unsere Kirche umgaben, und sozusagen einen schützenden, daS Gemüth zur Sammlung ein­ladenden Hain bildeten, welcher zugleich die Kirche gegen das zu grelle Licht abschloß, sind in diesem Frühjahr entwurzelt worden, weil, wie eS hieß, sie für die umliegenden Mauern und Gebäude zuviel Feuchtigkeit anzögen. Hoffentlich werden die neuen, wenn gleich sehr lichten Anlagen bald einigen Er, satz bieten.

Der untere Theil deS Lustgartens nach der Lahn zu, daS sogenannteGebück", hat durch die AuSholzung, den befferen Ausbau der jähen Wege, sowie die Errichtung vieler Sitze für den ermüdeten Bergerstciger offenbar gewonnen. Eine der Stadt gegenüber liegende Lindenallee ist indessen durch die starke Beraubung der untern und mittleren Aeste auf Jahre hin arg zugerichtet. Mancher alte Weil­burger beklagt es, daß dieses nothwendige Manöver gerade in einem Jahr geschehen mußte, in welchem eS seine neue LandeSfürstin in seinen Mauern erwartet.

* Vom Westerwald, 18. Mai. Es hat uns gefreut, daß Ihr geehrtes Blatt schon einige Mal Gelegenheit genommen hat, auf die Wichtigkeit un­serer großen politischen und poetischen Vorzeit für ächte Jugendbildung hinzuweisen; denn darüber sind alle Kulturpolitiker einig, daß jeder Einzelne den Bildungsgang seiner Nation, nur in kürzerer Zeit und auf das Wesentlichste beschränkt, durchwa­chen müsse. Alle tüchtigen Völker haben bei der Erziehung ihrer Jugend diesen Grundsatz befolgt und sich gut dabei befunden. Wir Deutsche sind in vieler Beziehung so haltungSloS geworden, ha­ben so sehr das jeder Nation nöthige Selbstver, trauen zu den Aufgaben unseres LebenS verloren, weil wir durch traurige Geschicke unsere Vorzeit eingebüßt und so zu sagen ganz und gar vergessen haben. Wo die Erinnerung noch daran äußerlich besteht, fehlt aber daS tiefere Verständniß und da­mit aller Segen, welcher auS der lebendigen Er, kenntniß deS eigenen Nationalalterthums fließt. Muß I man ein Volk nicht tief bedauern, welches seine eigene Heldensage und eignes Epos vergessen hat und dazu eine Heldensage von solchem poetischen Werthund sol­chem ethischen Gehâlt? Wir sind indessen bei der Um­kehr angelangt. Kunstsinnige Bearbeiter und Künst­ler aller Art bieten ihre besten Kräfte auf, unser VolkSepoS dem jetzigen Geschlecht wieder näher zu bringen. In den gebildeten Ständen deS Volkes gelingt es über Erwarten rasch; denn die große Vorzeit, in welcher Religion und Kunst in so inni­ger Verbindung standen, war dem bei einseitiger VerstandeSkultur auSgeleerten Gemüthe ein wohl­thätiger reicher Inhalt. Aber in den unteren Schich­ten deS Volkes, welche so lange die nationale Poesie in treuem Herzen bewahrt, während die sogenann­ten Gebildeten fremder Kultur huldigten, ist noch wenig Sinn für die großen Dichtungen und LebenS- anschauungen der Vorfahren erwacht; denn sie lei­den noch jetzt an dem Abklatsch der einseitigen Ver- staudeSbildung, welche die strebenden Geister des Volkes schon am Schluß des vorigen Jahrhunderts überwunden haben. Wie eS auf- und ausklärenden Lehrern und Beamten Mühe gekostet hat, die tief- poetischen Volksbücher mit der gesunden, kühnen Weltanschauung auS dem Herzen des Volkes ju reißen durch Verbot deS Verkaufs derselben auf den Jahrmärkten, durch Verbreitung der faden Kaleu- bergeschichteu rc., so hält eS der Zähigkeit deS Volks- charakterS gemäß auch schwerer, diese Dichtungen wieder in ihm zu beleben, obgleich sie Fleisch von seinem Fleisch und Blut von seinem Blut sind und ewig jung bleiben. Nur durch die Volksschule kann hier gründlich geholfen werden; aber die Volksleh­rer müssen erst selbst wieder für die volksthümliche Poesie empfänglich sein. Hier erwächst nun dem Schullehrerseminar zu Idstein eine schöne Aufgabe. Die VolkSbibliotheken müssen dann nachhelfen, wo­bei alles darauf anfommt, daß man zu keinen ge­schmacklosen Bearbeitungen greift. Der erweckte Schön­heitssinn wird dann unter Anderm auch der Ge- werbthâtigkeil zu Statten kommen, von welcher in öffentlichen Blättern jetzt so viel die Rede ist.

Frankfurt, 19. Mai. Schöff und SyndicuS Dr. Harnier ist von Dresden gestern hier eingetrof- sen. Der f. preuß. Gesandte, Generallieutenant v. Rochow, wird in 8 bis 10 Tagen von Warschau wieder zurück sein. Vor dessen Rückkunft dürfte wohl keine Sitzung der Bundesversammlung statt­finden. Eine Deputation des Senats, aus den Herren Schöff v. Schweizer und Senator Hessen- berg bestehend, legte am Sonntag Vormittag in dessen Namen und Auftrag den üblichen Staatsbe­such bei Hrn. v. Tallenay ab, der bekanntlich vor

einigen Tagen seine Beglaubigungsschreiben als be­vollmächtigter Minister der französischen Republik bei der freien Stadt unserm ältern regierenden Bürgermeister überreichte.

Frankfurt, 20. Mai. Im Laufe deS gestrigen TagS traf der neue k. hannoversche Bundestags, Gesandte, Hr. v. Scheele, hier ein. Legatiousrath Detmold begibt sich nächster Tage nach dem Sitze seiner hohen Regierung. Wie man von glaubwür, diger Seite vernimmt, stünde die Betrauung des bisherigen hannoverschen Bundestagsgesandten mit einer anderen diplomatischen Mission in nächster Zukunft bevor.

Der k. preußische Obrist Graf von Waldersee ist zum k. preußischen BundeSmilitärkommissär er­nannt worden und bereits heute Morgen hier ein­getroffen. Auch soll derselbe, dem Vernehmen nach, instruirl worden sein, den bisher hier amtlich be, schâstigten k. preußischen Offizieren zu eröffnen, daß sie ihre Funktionen einstweilen fortsetzen sollen.

DerKass. Z." berichtet man von hier:In mehren Zeitungen wiederholt sich immer wieder von Neuem das Gerücht, daß der bayerische General Tylauder als Gesandter seines Hofes bei dem Bun, destag abberufen sei, oder doch werde. Wir können mit Bestimmtheit aus der besten Quelle die Ver­sicherung geben, daß hieran kein wahres Wort ist. ES scheint erklärlich, daß der General einer gewissen Partei ein Dorn im Auge ist; aber eben so klar ist eS, daß der Hof nicht daran denkt, eine so aus­gezeichnete Persönlichkeit eines Postens zu entheben, der in den schwierigsten Zeitpunkten von ihm zur vollen Anerkennung und mit allem Erfolg ausgefüllt wurde".

Kassel, 19. März. (Fr. I.) Je ärmer die letzt- verwichcne Zeit^ an TageSneuigkeiten war, um so mehr häuften sich die Gerüchte von entscheidenden Veränderungen in unsern öffentlichen Verhältnissen. Bald hieß es, eine Reihe von Verordnungen sei unter der Presse, betreffend die Einberufung der Ständeversammlung und Maßregeln gegen.die Presse; dann wieder, Herr Hassenpflug sei in Konflikt mit Herrn v. Leiningen gerathen, und habe deßhalb um seinen Abschied nachgesucht. Was an diesen Ge­rüchten Wahres ist, wird die nächste Zukunft leh­ren. Von größerer Konsistenz scheint daS Gerücht von einer Spannung zwischen dem Kurfürsten und Herrn Hassenpflug zu sein; letzterer soll nämlich, dem allgemeinen Nothschrei im Lande nachgebend, die Zurückziehung der fremden Truppen beantragt, mit diesem Antrag aber höchsten OrtS kein Gehör gefunden haben, wo vielmehr die Absicht vorherr­schen soll, daS kulhessische Militär zur 9Verwendung bei der um Frankfurt zusammenzuzielnnden Dun- deSarmee zu stellen und die fremden Truppen deß­halb noch zu verstärken. ES wird versichert, daß der Konfllk zwischen dem Kurfürsten und seinem Pre- miermintster so bedeutend sei, daß ersterer den CtaatSrath Scheffer zur Uebernahme eines Mini- sterposteuS habe auffordern lassen, was letzterer je­doch abgelehnt habe. DaS Verhältniß zwischen den verschiedenen Truppengattungen ist nach wi« vor ein höchst gespanntes; wenn auch Auftritte, wie sie früher vorkamen, durch die strengsten Maßregeln verhindert werden, so sind doch Neckereien und selbst thätliche Zusammenstöße zwischen einzelnen Solda­ten nicht selten; an öffentlichen Orten behauptest die ErekutionSiruppen in der Regel eine isolirte Stellung, während die preußischen Truppen mit den hiesigen Bürgern aufS freundschaftlichste verkehren. Bei den bayerischen Truppen wird ohnedieß der Verkehr mit hiesigen Einwohnern so viel alS mög­lich durch angestrengte Beschäftigung der Soldaten gehindert; ja es werden dieselben, wie versichert wird, aufS Strengste überwacht. Bei den Oester« reichern ist dieß weniger nöthig, weil sie zum größ­ten Theile kein Deutsch verstehen, und dadurch ihr Umgang mit hiesigen Einwohnern erschwert ist. â Die Frist, welche den Mitgliedern deö permanenten AuöschuffeS zur Einreichung ihrer Vertheidigung gestattet war, ist erstreckt worden; sie gebt in# deß im Laufe dieser Woche zu Ende. Die An­klage geht auf öffentliche Anreizung zum Unge­horsam gegen Anordnungen der Regierung. Hen, kel wird außerdem wegen seiner offenen Brief« an den Kurfürsten und an Herrn von Haynau prozessirt.

Stuttgart, 19. Mai. Unsere Abgeordneten­kammer hat nun auch ihren Vicepräsidenten ; Ober­justizrath Wiest, der Abg. von Ehingen, früher Staatsanwalt am Gerichtshof zu Eßlingen, der mit 41 Stimmen als einer der drei Kandidaten der Kammer gewählt worden war, ist von Sr. Maj. dem König hierzu ernannt worden. Daß Neyscher, der 43 Stimmen erhalten hatte, wegen seiner Tbeil- nahme am unberechtigten Ausschuß und der vom StaatSgenchtShof abgewiesenen Ministeranklage, alS persona ingrata nicht werde ernannt werden, ließ sich voraussehen. Auch Duvernoy, der nur 37 Stimmen erhalten hatte, konnte sich auf Ernennung nicht wohl Rechnung machen. Die neue Geschäfts­ordnung ist heute vollends zu Ende berathen und dabei nach langer Debatte die von der Geschäfts-