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nothwendig. Unverbürgte Gerüchte stellen zu diesem Ende sogar die Ankunft des Kaisers von Oesterreich für die nächste Zeit in Aussicht. Dieselben dürften vielleicht ihren Grund darin haben, daß der Gene­ral-Adjutant deS Kaisers, Graf Grünne, sich auf dem Wege hierher befindet. Der Zweck seiner Reise ist mir unbekannt.

Berlin, 1. Mai. DerMagd. Corr." gibt Mittheilungen über den Inhalt deS Votums, wel­ches Hr. Delbrück mit nach Dresden genommen. Dasselbe behauptet, sagte das genannte Blatt, durchgängig den Standpunkt, welchen die preußische Regierung in der ZolleinigungSfrage schon seit lange festgehalten. Man wünscht diesseits mehrfache Ver- kehrSerleichterungen und Ausgleichungen in Maß und Gewicht; aber man widerspricht jeder Einigung, welche auf den Ruin deS Zollvereins hinarbeitet und auf Kosten der preußischen Interessen eine öster­reichische Machterweiterung anstrebt. Namentlich wird von hier auS der Gedanke entschieden abge­wiesen : der BundeSzentralgewalt die entscheidende Macht in allen ökonomischen Angelegenheiten ein­zuräumen. Preußen beharrt in Handels, und Zoll­sachen auf dem Grundsatz der freien Vereinbarung und verwirft Lie MajoritâtSentscheivungen mit ihrer despotischen Herrschaft über fremde Interessen.

Berlin, 2. Mai. Die Epen. Ztg. berichtet: Von dem Plane, der auS Dresden laut geworden ist, eine starke Bundesarmee für Nothfälle aller Art schon jetzt im Voraus zusammenzuziehen , hat man abstehen müssen. Die Gründe hiefür liegen theils in dem bisherigen Mangel einer neuen Einigung über die vollziehende Auctorität überhaupt, theils in den Aussichten auf ganz bedeutende Liquidationen für schon ausgelaufene Bundeskosten , wobei sehr schwierige Fragen Betreffs der Vertheilung sich er­hoben haben und die Höfe bereits lebhaft beschäf­tigen. Um also diese vorauszusehenden Weiterun­gen nicht noch zu vermehren, soll vor der Hand nur die Frankfurter Garnison verstärkt werden, min­destens auf daS Doppelte, höchstens auf das Drei­fache.

Ziemlich übereinstimmende Nachrichten gutun­terrichteter Männer aus Frankreich geben im Allge­meinen zwei Dinge als sicher an für die nächste Zukunft: den Fortbestand der Republik und die Er­hebung des Prinzen Joinville auf den Präsidenten- fitz; denn allgemein soll die Verstimmung gegen den jetzigen Präsidenten sein, so daß an seine Wie­derwahl kaum gedacht wird.

Nach derN. Pr. Ztg." wäre ein Versuch zur Wiederanknüpfung deS diplomatischen Verkehrs von Seiten des Hofes zu Stuttgart gemacht worden und hätte die diesseitige Regierung die Bedingungen aufgestellt, unter welchen die erneuerten diplomati­schen Beziehungen möglich sind.

Der König ist heute Morgen nach Ludwigs­lust gereist, von wo derselbe sich nach Schwerin be- geben wird. Seine Rückkehr wird gegen Mitte der nächsten Woche erwartet. Im Gefolge Sr. Maj. befinden sich der Generallieutenant v. Gerlach und der Major und Flügeladjutant v. Boddien.

Aus Norddeutschland, 30. April. (Wes.-Z.) Wenn nicht alle Zeichen trügen, so wird die schles­wig-holsteinische Angelegenheit im bevorstehenden Maimonat in ein neues Stadium treten. Wir brin­gen dabei begreiflicherweise eine allgemein europäische Bewegung, die auch Schleswig-Holstein wieder in ihre Kreise ziehen würde, nicht in Anschlag, sondern halten uns lediglich an die Thatsache, daß das Verhältniß Dänemarks zu Deutschland, welches die Diplomaten im Jahre 1850 schon aufs freundschaft­lichste definitiv arrangirt zu haben glaubten, täglich gespannter wird ES liegt nämlich offen zu Tage, daß alle Nachgiebigkeit Deutschlands, zumal Preu­ßens, gegen das dänische Kabinet nur dazu gedient hat, Dänemarks Prâtcnsionen zu steigern. WaS hat nun die Sendung deS Herrn v. Wildenbruch, der Rückzug deS Generals Wrangel auS Jütland und der Frieden von Malmoe im Jahre 1848, waS hat die die Schlacht bei Fridericia erst möglich machende unverantwortliche Kriegführung deS Generals Pritt­witz , der unmittelbar darauf folgende Waffenstill­stand vom 10.17. Juli und die Abordnung des Grafen Eulenburg zurLandes - Verwaltung" im Jahre 1849, waS hat der Berliner Friede vom 2. Juni und der Rückzug der preußischen Truppen aus Schleswig-Holstein im Jahre 1850, was hat end­lich die Üebergabe FriedrichSortS und des Rends« bürget KronwerkS, die auf wenig legalem Wege herbeigeführte Entwaffnung der schleswig-holsteini­schen Armee, die PreiSgebung Schleswigs an die Dänen, und waS sich daran reiht, im laufenden Jahre gefruchtet? Dänemark hält noch an Allem fest, waS es vor 1848 gefordert und erstrebt hat. Und so dürfte auch in Bezug auf Dänemark ein­mal wahr werden, daß Hochmuth vor dem Falle kommt.

Von der Niederelbe, 1. Mai. (Wes.-Z.) Am 28. ging in Kopenhagen daS Gerücht, Graf W. Moltke beabsichtige auS dem Kabinet zu treten. Graf W. Moltke auf Bergentved, früher Finanz­

minister und später eine Zeit lang Minister bei Auswärtigen, ist jetzt Präsident deS Conseils ohne Portefeuille.

Aus Holstein, 28. April. Es bestätigt sich, schreibt man derD. Allg. Z.", vollkommen, daß Preußen und Oesterreich jedes eine Note nach Kopen­hagen habe gelangen lassen, worin, wie wir ver­nehmen, daS Verfahren Dänemarks den Herzogthü- mern gegenüber eine arge Mißbilligung erfährt und namentlich folgende drei Punkte zur Jnbetrachlnahme hervorgehoben werden. Erstens die unbeschränkte Rückkehr der sämmtlichen Flüchtlinge Schleswigs ohne jede Ausnahme, da die letztere, wollte oder könnte man eine solche gestatten, einen sehr umfang­reichen Theil von Personen umfassen müßte, weil Offiziere, Unteroffiziere, Freiwillige, Beamte aller Grade, Geistliche, Lehrer und LandtagSabgeordnete alle gleichmäßig kompromittirt seien und der im Ko­penhagener Kabinet zu machende Unterschied zwischen Verführern und Verführten ein ebenso unsicherer und willkührlicher als ungerechter und auS persön­lichen Motiven fließender sein würde, wobei die am meisten Betheiligten am geringsten und die am we­nigsten Betheiligten am stärksten leiden könnten. ES wird deßhalb für ratsam erachtet, keine Ausnahmen von einer gänzlichen Amnestie in Schleswig eintreten zu lassen. Zweitens die Organisation deS Holstein- lauenburgischen Kontingents, welches ganz auS deutschen Elementen zu organisiren gefordert wird, einschließlich deS ganzen Offizierkorps und aller Mi­litärbeamten. Der dritte Punkt betrifft die Forde­rung zur Herstellung derjenigen Institutionen, welche die Verbindung Schleswigs mit Holstein zur Folge haben und die dänischerseitS durch den Grafen von Sponneck den Kabineten in Wien und Berlin auS eigenem Antriebe versprochen wurden; dieselben be­stehen nur in mehreren Institutionen materieller Natur und find ohne alle prinzipielle Bedeutung, doch scheint man in Kopenhagen auch diese nach­träglich streichen zu wollen.

Kiel, 30. April. (H. N.) Graf Criminil hat keine Resolution rücksichtlich der schleswig'schen Flüchtlinge mitgebracht. Diese Nachricht gewinnt aber dadurch erst ihre rechte Bedeutung, daß ver­sichert wird, die Regulirung dieser Angelegenheit sei lediglich dem Ermessen deS Hrn. v. Tillisch oder einer auf seinen Vortrag zu fassenden Allerhöchsten Resolution überlassen. Sollte dies sich bestätigen, so würden sich wohl nicht sehr Viele der Hoffnung auf Rückkehr überlassen können; es würde aber zu­gleich dann ein Beweis gefunden werden können, daß die dänische Regierung durch österreichische und preußische Noten in ihren Entschließungen nicht mehr bestimmt wird, als durch preußische Waffen. Man würde nach diesem Vorgänge fürchten müssen, daß ihre Hoffnungen auf den Sieg der Gesammt- staatSpartei sich als trügerische darstellen würden.

Rendsburg, SO. April. (H. Nachr.) Der Belagerungszustand ist jetzt über daS Rendsburger Gebiet, so weit es die Dänen in Besitz haben, also bis zur Schleuse im Kronenwerke , verhängt. In Folge dessen haben Waffenablieferungen rc. Statt gefunden. Sie sehen auch hieraus, daß an versöh­nende Schritte von dänischer Seite nicht gedacht wird, und zugleich, daß man von Seiten Deutsch­lands nicht gesonnen ist, irgend etwas für das arme Schleswig zu thun, vielmehr die faktische Inkorpo­ration, gegen welche Deutschland es zu schützen versprochen, ruhig geschehen läßt. Die Grenz- regulirungskommission hält wenige oder gar keine Sitzungen. Die ganze Sache erhält das Ansehen einer wissenschaftlichen Untersuchung. Die Rends­burger Einquartierungskommission macht bekannt, daß dem Vernehmen nach in der ersten Hälfte des MaimonateS ein Wechsel mit den k. k. östcrreichi, schen Truppen in der Festung Statt finden werde, so wie, daß bas Sommerkantonnement am 1. Mai beginne.

Wien, 29. April. Gerüchtweise erfährt man, Feldzeugmeister Baron Haynau soll reaktivirt wer­den. DaSNeuigkeilS- Bureau" (freilich eine unsichere Quelle) will wissen, Oesterreich und Preu­ßen hätten sich auf diplomatischem Wege über die Volksvertretung beim Bunde zur gemeinsamen Pro­position dahin geeinigt: daß dieselbe in drei Kurien, Oesterreich, Preußen und die übrigen Staaten zer­fallen, auS den Abgeordneten der Einzelstaaten ge­bildet, und mehr den Charakter eines berathenden als entscheidenden Organs entnehmen soll. Meh­rere hiesige Blätter bringen die Nachricht, die Wie­ner Garnison, die sich derzeit auf etwa 20,000 Mann beläuft , solle um ein Drittel vermehrt werben. Aengstliche Gemüther sehen in dieser Nachricht Stoff zu Befürchtungen, die übrigens ganz ungegrünbet sind, da lediglich der strenge Dienst und ein ziem­lich bedeutender Krankenstand der Garnison die Ver­mehrung nöthig machen sollen.

Wien, 30. April. DaSN. B." hat die Wahr­nehmung gemacht, daß in neuester Zeit zwischen Paris und Wien nicht nur eine Annäherung, son­dern auch eine Verständigung erzielt worden sei.

Die Reise des Grafen von Dietrichstein nach Paris hänge jedenfalls mit der Frage des Eintritts Ge- sammtösterreichs in Deutschland zusammen, in Be­treff welcher Der Graf mehrere geheime Aufträge erhalten habe. Der Kaiser gedenkt in den näch­sten Tage eine Reise man vermuthet nach Gali­zien anzutreten.

Man erwartet den kaiserl. Leibarzt Dr. See­kurger auS Triest zurück, da alle Gefahr bei Erz­herzog Ferdinand Mar beseitigt ist. Professor Rösner hat als Berichterstatter des Handelsmini­steriums die Reise zur Industrieausstellung nach London angetreten.

Die Ernennung von noch zwölf ReichSräthen soll nahe bevorstehen ; Baron Kübeck soll sich aus­drücklich dahin ausgesprochen haben, daß er daS bu- reaukratische Element nicht mehr, als bereits ge­schehen, reprâsentirt sehen will. Man glaubt deß­halb, die neuen Ernennungen werden aus den poli- t schen Kapazitäten genommen werden.

Mit allerhöchstem Befehlsschreiben vom gestri, gen Tage ist Feldmarschallieutenant Fürst Carl v. Schwarzenberg zum Militär- und Civilgouverneur in Siebenbürgen ernannt worden.

Wien, 30. April. Von Seiten der persischen Regierung wurde vor einiger Zeit an die diesseitige daS Ansuchen gestellt, ihr eine Anzahl österreichi­scher Offiziere als Instruktoren für die Kriegsschule in Teheran zur Verfügung zu stellen. In Folge einer Bekanntmachung des Kriegsministers hat sich die erforderliche Anzahl Offiziere gefunden, welche demnächst die Reise nach Persien antreten werden. Die Bedingungen deS Eintritts sollen sehr vortheil- haft sein: 2000 fl. C.-M. jährlichen GehaltS, 800 fl. Reisegeld, und nach einer gewissen Anzahl Dienst­jahre angemessene Pension.

Heute machte der Ministerpräsident Fürst Schwar­zenberg in Begleitung sämmtlicher Minister Sr. Maj. dem Könige von Griechenland die Aufwartung. Auch Baron Sina, in seiner Eigenschaft als grie­chischer Konsul, und mehrere hier weilende Griechen wurden von König Otto empfangen. Gestern wohnte derselbe der italienischen Opernvorstellung im Kärth« ner-Theater bei und erschien in der kaiserlichen Hof­loge in griechischer Nationaltracht. Heute ^unter­nahm der hohe Gast in Gesellschaft seines Schwa­gers, des Erzherzogs Albrecht und dessen Gemahlin, der Erzherzogin Hildegard, eine Luftfahrt nach Larenburg.

Wien, 2. Mai. (Dst. Z ) Ihre königl. Hohei­ten der Großherzog und die Großherzogin von Hes­sen sind heute Morgen 9% Uhr hier angekommen, und in der k. k. Burg abgestiegen. Morgen Abend begeben sie sich nach Triest.

Frankreich.

Paris, 1. Mai. Den 113 ungarischen Flücht­lingen in der Schweiz hat die französische Regierung den Durchgang unter der Bedingung gestaltet, daß sie sich nicht nach Montevideo, sondern nach Nord­amerika begeben würden. Die Flüchtlinge find auf diese Bedingung eingegangen.

Arff außerordentlichem Wege soll die Nachricht eingetroffen sein, baß am 24. April der Herzog von Saldanha nach einem mehrstündigen Kampfe in Oporto eingezogen sei und die Stadt sich zu Gun­sten des Aufstandes erklärt habe.

Der AlgiererAkhbar" vom 24. April meldet, daß in ganz Kabylien die größte Bewegung herrsche, und daß nicht daran zu zweifeln sei, daß Die fran­zösischen Erpebitionskolonnen dort auf einen lebhaf­ten Widerstand stoßen würden.

Der Minister der auswärtigen Angelegenheiten hat von Herrn von Salignac- Fenelon , dem neuen französischen Gesandten in Dresden , Depeschen erhalten, welche als besonders wichtig bezeichnet werden.

Paris, 2. Mai. (K. Ztg.) Die Liquidation hat sich an heutiger Börse gebessert. Die Verhand­lungen in der heutigen Sitzung der Nationalver­sammlung waren unbedeutend; man beschäftigte sich mit der West Eisenbahn-Debatte. DaS Gerücht, die Minister Leon Faucher und Baroche seien ge­spannt, erweist sich als grundlos. Die geheime Presse der bekannten ^hn Bulletins ist mit dem elften mit Beschlag belegt worden. Vier Indivi­duen, begnadigie Transportirte sind verhaftet. Die Justiz hat eine Untersuchung eingeleitet.

Zwei MontagnardS, Miot und Greppo, sind bei der Sache bedeutend kompromittirt; so viel steht fest, wenige Minuten bevor die Polizeiagenten daS Haus umzingelten, in welchem der wichtige Fang gemacht worben, hatten Beide dasselbe verlassen. Man er­wartete bereits in der heutigen Sitzung einen An­trag deS Ministers um Erlaubniß zu ihrer gericht­lichen Verfolgung; übrigens muß ich hinzufügen, daß auf die lebhaften Interpellationen ihrer Kolle­gen sowohl Miot als Greppo betheuerten, der Sache fremd zu fein.

Es hat sich hier einAllgemeines Komitè für die Revision der Verfassung" gebildet, das bereits