ihm tiue Katzenmusik und warfen ihm die Fenster ein. Sir Stratford Canning hörte von diesem Un* fug und nahm sich des Verfolgten an. Er wendete sich an die Pforte, und bewirkte, daß alle Theiineh» m-r an jenem Erzeß eingezogen und gefangen geletzt wurden. Der russische Gesandte, Herr von Titow, ergriff aber nun Partei für die Elngekerker- ten. Zeugen sagten auS, der protestantische Grieche habe zuerst sich Thätlichkeiten erlaubt. Darauf hin forderte Herr v. Titow die Freilaffung der Ruhestörer, und die Pforte gab auch nach dieser Seite Willig Gehör und ließ die zur Strafe Gezogenen wieder frei. So hatte der Vertreter Ihrer brit. Maj. die Partie verloren. Sir Stratfort ist aber nicht der Mann, der eine Niederlage so ruhig annimmt. Er benutzte dies! Belegenheit nur, um eine andere Sache wieder anzuregen und durchzusetzen. Er drang bei der Pforte auf Einsetzung eines geist- lichen Oberhaupts auch für die protestantischen RajaS. Die Pforte willfahrte, und hat nun auch einen protestantischen Patriarchen ernannt Dies ist soviel als eine offizielle Anerkennung der protestantischen RajaS.
Aus den Mittagsposten
♦ Von den unS durch die Mittagspost zuge- henden Blättern ist heute nur die „OberpostamS- Zeitung" eingetroffen.
Stuttgart, 2. Februar. In der abgelaufenen Woche ist mit der Absteckung der badifch-würtem- bergischen Eisenbahn von Bietigheim auS auf wür- tembergischem Gebiete begonnen.
Altona, 1. Febr. (B. H.) Heute morgen gingen mildem Zuge ein österreichischer und ein preußischer Offizier als Quartiermacher nach Rendsburg ab. Der letztere war der frühere Kommandeur deS 5. schleSwig-holsteinischen JâgerkorpS Sandrart; General Baudissin ging gleichfalls nach Rendsburg. Mit dem heutigen Morgenzuge von Glückstadt sind 750 dänische Kriegsgefangene und zirka 10 Offiziere nebst Eskorte nach Rendsburg befördert worden. Sie sollen dem Vernehmen nach in Kropp gegen die in dänische Kriegsgefangenschaft gerathenen SchleS« Wig-Holsttinern auSgewechselt werden.
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Zu bemerken ist indeß, daß ein Korrespondent der „Neuen Preuß. Ztg." nur von Auslieferung, nicht von Auswechselung der dänischen Gefangenen spricht und bemerkt, daß die Anrege der Auslieferung auf besonderen Wunsch der Kommissare von der Statthalterschaft beschleunigt worden sei.
Altona, 2. Febr. Der heutige Merkur enthält in seinem amtlichen Theile die folgende Ansprache :
Mitbürger! Von den deutschen Großmächten im Namen des deutschen Bundes dazu aufge- fordert, und in Uebereinstimmung mit dem Beschlusse der LandeSversammlung vom 11. Januar b. J. hat die Statthalterschaft den Uebergang der von der Zentralgewalt Deutschlands ihr übertragenen Regie- rungSgewalt zu einer von dem deutschen Bunde einzusetzenven Regierung vermittelt. WaS dazu von ihr gefordert wurde, ist jetzt geschehen. Die Statthalterschaft hat ihre Gewalt in die Hände der Kommiffarien deS deutschen Bundes niedergelegt. Die Aufgaben deS bisherigen Kampfe- sollen jetzt auf dem Wege friedlicher Verhandlung gelöst werden. Der deutsche Bund will daS Recht und die Interessen deS Landes und das alterkimmlich berechtigte Verhältniß zwischen Holstein und Schleswig schützen und, nach sestgestelllem Verhältniß, daS Land in die Hände unsers rechtmäßigen LandeSherrn zurückgeben. Eben dieses Ziel haben wir seit dem Beginn deS Kampfes zu erreichen gestrebt.
Bewohner Schleswig-Holsteins! Die Statthalterschaft dankt Euch, daß Ihr treu und fest zu ihr gestanden in guten, wie in bösen Tagen, daß Ihr den Ruhm der Ordnung und Gesetzlichkeit Euch bewahrt habt bis auf diesen Tag. Bewahrt ihn auch fernerhin; unterstützt die friedliche Lösung; leistet deßhalb den eingesetzten RegicrungSgewalten willigen Gehorsam! Gott, der das Recht schützt, läßt festes Vertrauen nicht zu Schanden werden. Er wird die Sache des theuren Vaterlandes schließlich zum guten Ende führen. Kiel, 1. Februar 1851. Die Statthalterschaft der Herzogthümer Schleswig- Holstein. F. Reventlou. Boysen. Francke. Krohn. Rehhoff, de Fontenay,
Ferner enthält das genannte Blatt noch eine Bekanntmachung, betreffend die Entlassung der De- partemcntschefS Francke, de Fontenay, Rehhoff, Boysen, und Krohn.
Pari-, 1. Fehruar. Ueber die DotationSan« gklegenhcit soll im Elysee folgender Beschluß gefaßt worden sein: Die Forderung soll 1 V, Millionen Franken betragen, da der Präsident der Republik seine Ausgaben einschränken will. Wenn diese Summe nicht bewilligt wird, so werde er seinen Hausstand so weit verringern, bis er in die Schranken der verfassungsmäßig bestimmten Summe zurückgetreten wäre. Dies und die Revision des Wahlgesetzes vom 31. Mai sind die alleinigen Gegenständ« der Tagespolitik.
Am Beginn der heutigen Sitzung überreichte der Abg. Moulin den Kommissionsbericht über daS SchulvenhaftS-Ansuchen gegen den Volksvertreter Mauguin. Die Kommission erklärt sich für Bewilligung der Haft.
Sprechsaal
für Stadt und Land.
Lorch, 29. Januar. Durch die in dem Rhein- gauer Volksboten von einem hiesigen Bürger am verflossenen Sonntag wiederholt gegen den Herrn Pfarrer Filjinger dahier veranlaßten Ehrenkränkung hält es die Mehrzahl der Gemeinde für Pflicht, den Einsender hiermit aufzuforvern, seine anonyme Eingabe vorerst durch seine Namen-unterschrift zu vertreten, weil man vor anonymen Inseraten der Art nicht viel Achtung haben kann.
ES könnte wohl mancher dahier Unbekannte glauben, die Bürger von Lorch lebten mit ihrem Herrn Pfarrer in der größten Feindseligkeit, und doch sind es nur wenige, welche daS Sprüchwort bewähren , daß eS in jeder Heerde auch räudige Schafe gibt.
Da man sich jedoch dem Vorurtheile deS unbekannten LeserS vorzubeugen genöthigt sieht, so bescheinigen wir zum Voraus, daß wir nicht allein mit der Dienstversehung unseres Herrn Pfarrer- Filjinger vollkommen zufrieden sind, sondern daß auch derselbe ein humaner, leutseliger Mann ist, der noch nie der Armuth sein Herz verschlossen hat.
Die Mehrzahl der Bürger von Lorch.
Verantwortlicher Redakteur: Dr. A. Boczek.
84] (Lor Sba ch.) Ludwig Jung von Lortbach beabsichtigt mit seiner Familie nach Amerika auSzuwandern, welche« nach der Verordnung vom 24. März 1849 zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird.
Höchst, den 30. Januar 1851.
Herzogl. Nass. Kreis-Amt.
v. Wintzingerode.
Bekanntmachungen.
Ziehungslisten
der am 1. Februar 1851 gezogenen Herzogs. Nassauischen fl. 25 Loose sind â 3 kr. per Stück zu haben.
L. Schellenberg'sche Hof-Buchhandlung.
1304] In allen Buchhandlungen, in Wiesbaden in der L. Schellenberg'! chen Hof-Buchhandlung ist zu haben:
Neue musikalische Anthologie, enthaltend: die beliebtesten neuern Opernmelodien, Volkslieder, Tänze, in methodischer, vom Leichtern zum Schwerern fortschreitender Stufenfolge.
Zugleich als praktische Klavierschule. Ausgearbeitet von dem fürstlichen Kammermusiku« zu Sondershausen I. Birnstein. Dritte verbesserte und vermehrte
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Preis 2 fl 42 fr.
Das „Allgemein e Vo lksblatt d er Deutschen" von Schwerdt sagt darüber: Die Musik ist überall einheimisch und ihre Sprache wird von allen verstanden. Auch in den Stuben der Bürger und Bauern steht hin und wieder ein schlichtes Klavier oder Fortepiano , und die Alten freuen sich, wenn ihre Kinder darauf spielen. Wer nun diesen Kindern eine recht nützliche Weihnachtâ- oder Geburtstagsfreude bereiten will, der kaufe ihnen die obige „Anthologie" (Blumenlese), die eben so zweckmäßig geordnet, als manigfaltig und reich ist. Wer die ersten Schwierigkeiten des Klaviers überwunden hat, wird sich an den gefälligen Melodien lange ergötzen.
Denen, welche dieffelbe erst sehen und prüfen wollen, werden gern Eremplare zur Ansicht abgegeben.
Verlag von F. A. Eupel in Sondershausen.
88] Ein Pelzkragen ist am Sonntag Abend verloren worden. Der Finder erhält bei erfolgter Ablieferung eine angemessene Belohnung. Die Erpe- dition gibt nähere Auskunft.
Wiesbaden, den 4. Februar 1851,
601 Blutegel-Verkauf.
AuS meinen Teichen dahier sind fortwährend vorzügliche Mittel-Egel pr. 100 um 7 fl. 30 kr.
„ größere Egel „ „ „ 9 „ 30 „ zu beziehen.
Bei Abnahme von größeren Parthien findet Preisermäßigung statt.
Höchst a. M., den 24. Januar 1851.
JoA. Rac?u
Frankfurt a. M., »eu 2 Februar.
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Darmstadt,
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25 fl. Loose . .
Friedr.-Wilh.-Nordbahn-Actien 40 Thlr. Loose bei Rothschild
Nassau, 31/, V« Obligationen bei Rothschild
Kurheffen,
„ 5 „ ff ff ff
„ 25 fl. Loose.......
Frankfurt, 3 7, Obligationen ....
ff 3717o ff von 1839 .
ff 371 ff ff von 1846 .
Taunu«-Ei senbahn-Actien â 250 fl.
Holland, 2 V, V, Integralen ....
Spanien, 3 7, Innere Schuld ....
„ 5 „ Ardoin incl. 17 Eoup.
Polen, 300 fl. Lotterie-Loose .... ff 500 fl. „ ff ....
Sardinien, 36 FrcS. Loose bei Bethmann DiSconto...........
Gold. fl. tr.
Pistolen .... Pr. FriedrichSd'or Holl. 10 fl. Stücke Raud-Ducaten 20 Francsstucke Engl. sonverainS
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Gold al Marco Laubth., ganze Preuß. Thaler 5 Frankenthaler Hochhaltig Silber Gerina u. mittelh.
372
1
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24
kr.
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Hierbei als Beiblatt „Der Wanderer",
Druck und Verlag der L. Schelleuberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.