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daß eS im Werke war oder noch ist, daß das AuS« scheiven deS Herrn Siccardi auS dem Kadinet gleichzeitig mit dem Rücktritte deS Herrn Antonelli zu Rom und der Berufung deS crilirten Erzdischo- feS Franfoni nach Rom Statt haben solle. So wären die wechselseitigen Bedingungen gestellt, welche ein friedliches Einvernehmen zwischen Pie­mont und Rom herbeiführen sollen. Die Depu- tirtenkammer hat gestern, trotz deS Festtages zu Ehren deS piemontesischen Schutzpatrons St. Mau­ritius, Sitzung gehalten. Der Gegenstand der De­batte war von Wichtigkeit und Interesse; sie betraf nämlich den Gesetzentwurf deS Finanz-Ministers über die Besteuerung der geistlichen Genoffenjchaf- ten und der geistlichen Güter. Im Laufe der De­batte fiel dem unvermeidlichen Herrn Brofferio ein, der Kammer eine Tagesordnung vorzuschlagen, in welcher die Regierung von der Kammer gebeten werde, ein Gesetz über "die vollständige Sequestri- rung der geistlichen Güter und die Aufhebung der Klöster und geistlichen Korporationen vorzulegen. Herr von Cavour bekämpfte diese Proposition, in­dem er bemerkte, daß die Regierung nie beabsichtigt habe, die Güler des Klerus zu sequestriren und der gegenwärtige Zeitpunkt nicht geeignet sei, eine solche Proposilion über eine solche Maßnahme in Betracht zu ziehen. Daß einige Mitglieder der Linken eS nicht unterließen, die Broffcrio'sche Proposition zu unterstützen, ist nicht auffallend. Brofferio war in­deß klug genug, seinen Antrag zurückzuziehen.

Aus den Mittagspoften.

Darmstadt, 22. Jan. Beim Beginn der heu­tigen sechsten Sitzung legte der Herr Finanzmini- sterialdirektor Frhr. v. Schenk einen Gesetzentwurf, die Regulirung der Zivilliste betreffend, vor, wonach dieselbe, welche 1830 mit den Ständen für den ver­storbenen Großherzog vereinbart wurde, im Betrag von 581,000 fl., auch für den jetzigen Großherzog beansprucht wird.

Aus Baden, 21. Jan. Nach derKarlsruher Zeitung" ist der Großherzog nach vorausgegangenen mehrtägigen katarrhalischen Erscheinungen seit gestern Abend von den Masern befallen worden. Die vor­handenen Krankheitserscheinungen lassen auf einen ganz regelmäßigen und milden Verlauf der Krank­heit schließen.

München, 20. Jan. Die nächste Arbeit deS Ministerpräsidenten, bemerkt dieAugSb. Abeudz.", wird die Ausarbeitung der Thronrede sein. Ob sich dann derselbe nochmals an den Dresdener Kon­ferenzen persönlich betheiligen wird, hängt von den Umständen ab, und wirs dieses nur im höchst drin­genden Fall geschehen, da Freiherr von Aretin die Vollmacht zurdefinitiven" Vertretung erhalten hat.

In Betreff der vielen Ausweisungen selbst baye­rischer Unterthanen, die seit einiger Zeit von der hiesigen Polizeidirektion verfügt und ausgeführt wurden, sowie in Betreff der so häufigen polizei­lichen Beschlagnahmen liberaler Blätter, werden von einigen Abgeordneten Interpellationen und An» träge vorbereitet, die unmittelbar nach der Eröff­nung des Landtags an die Kammer gebracht werden sollen.

Dresden, 20. Jan. Nach der D. A. Z. machte den beiden ersten Kommission der Ministerkonferenz die Bildung der drei Gruppen, unter welche die Kleinstaaten gebracht werden sollten, viel zu thun. In der FrellagSsitzuvg ist man nun endlich über- eingekommen, die erste Gruppe auS den beiden Hessen und Baden, die zweite aus Nassau, Olden­burg, den beiden Mecklenburg, Braunschweig und den Hansestädten, und die dritte aus den übrigen Staaten mit Einschluß von Holstein, Luxemburg und Limburg zu bilden. Der Vertreter Nas- sau's war jedoch noch zweifelbaft, welche Gruppe er seiner Regierung anrathen solle, wie denn über­haupt die Stelle der einen oder andern Regierung nach den etwaigen Wünschen derselben vielleicht später abgeändert werden dürfte.

Daß nun dennoch und zwar so rasch die preu­ßische Einladung zur Beschickung deS Zollkon­aresses nach Wiesbaden erfolgt, hat die hie­sigen Anhänger des österreichischen Zoll- und Han- delseinigungSprojektS durchaus nicht entmuthigt; vielmehr hegen sie die beste Hoffnung daß dasselbe doch noch durchgehen werde. Wenigstens, meinen sie, könne kein Staat eS verhindern, daß der künftige Bundestag die Sache in die Hand nehme, da er hierzu nach Art. 19 der Bundesakte nicht nur das Recht sondern auch die Psticht habe.

Düsseldorf, 21. Jan. Frau Johanna Kin­kel begab sich gestern Morgen von hier per Dampf, schiff über Holland nach England zu ihrem Garten.

S!, haLe ihre vier Kinder bei sich und war beglei­tet von Fräulein Schurz, der Schwester des Stu­denten , der zur Befreiung Kinkel'S so thätig gewe­sen sein soll. Von allen Personen, mir denen Frau Kinkel hier in Berührung kam, empfing sie die leb­haftesten Beweise der Theilnahme, welche ihr trau­riges Geschick einflößt.

Berlin, 21. Jan. DieDeutsche Reform" meldet: Die über Verweigerung der Parität, das Präsidium der Exekutivgewalt, über daS Eingehen aufdie österreichisch deutsche Zolleinigung, in mehrern Blättern verbreiteten Nachrichten sind schon auS dem einfachen Grunde unwahr, weil über jene Ge­genstände noch gar nicht verhandelt worden ist. In dem Befinden deS Hrn. Kriegsministers ist eine wesentliche Besserung eingetreten. Se. Erc. haben die Nacht fieberfrei zugebracht. Heute um 11 Uhr fand ein Ministerrath statt, in welchem nach äußern Wahrnehmungen wichtige Fragen zur Ent­scheidung gebracht worden sein dürften, indem, wie dieNeue Pr. Ztg." berichtet, wegen desselben der Herr Ministerpräsident einer Einladung Sr. Maj. des Königs nicht folgen konnte, und der Herr Mi­nister des Innern verhindert war, der auf heute Vormittag anberaumten dringenden Sitzung der Preßkommission der ersten Kammer beizuwohnen.

Bern, 21. Januar In Interlaken ist in der Nacht vom 19. zum 20. d. M. offener Aufruhr aus­gebrochen und ein Angriff auf den Amtssitz unter­nommen worden, wobei ein meuchlings auf den Re­gierungsstatthalter, Dr. Müller, gefallener Schuß denselben schwer verwundete. Im Laufe deS TagS sammelten die Führer deS Aufstandes alle ihre Kräfte, um zunächst die Bezirksbeamten zu verjagen. Es gelang jedoch der unterdessen aufgebotenen Mann­schaft mit Hülfe mehrerer hundert wackerer Frei­willigen aus umliegenden Ortschaften , die auf­rührerischen Haufen auseinander zu treiben. In Folge dessen darf die Sache als entschieden ange­sehen werden.

Madrid, 14. Januar. Bevor die Königin zu dem letzten Ball bei ihrer Mutter fuhr, hatte sie PivalS und seiner Kolleg n Entlassung angenom­men, Bravo Murillo mit Bildung eines neuen Ka- binets beauftragt und dessen erste Zusammensetzung verworfen._________________________

Verantwortlicher Redakteur: Dr. A. Boczek.

521 Wiesbadener Theater.

Abonnement suspendu.

Samstag, den 23. Januar 1851,

zum dritten Mal:

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Da«Allgemeine Volksblatt der Deutschen" von Schwerd t sagt darüber: Die Musik ist überall einhei­misch und ihre Sprache wird von allen verstanden. Auch in den Stuben der Bürger und Bauern steht hin und wieder ein schlichtes Klavier oder Fortepiano , und die Alten freuen sich, menn ihre Kinder darauf spielen. Wer nun diesen Kindern eine recht nützliche WeihnachtS- oder Geburtstagsfreude bereiten will, der kaufe ihnen die obigeAnthologie" (Blu- menlefe), die eben so zweckmäßig geordnet, als manigfaltig und reich ist. Wer die ersten Schwierigkeiten des Klaviers überwunden hat, wird sich an den gefälligen Melodien lange ergötzen.

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Verlag von F. A. Eupel in Sondershausen.

Bekanntmachungen.

Herrmann's Patent-Lampen.

Unterzeichneter beehrt sich hiermit anzuzeigen, daß die von ihm erfundene, im Herzogthum Nassau, in der freien Stadt Frankfurt, in Hessen-Darmsiadt und Bayern patentirte, auf alle Lampen mit hohlem Dochte unmittelbar anwendbare Brennvorrichlung, wodurch gegen bie bisher gebrauchten Lam­pen mit eingeschnürtem Cylinder entweder, oder was dasselbe ist bei gleicher Helligkeit die Hälfte Del erspart wird, für den Umpfang deS Herzogthum« Nassau ausschließlich von dem Hof - Drechsler Herrn Chu. Wolff zu W i e s b a d e n be­zogen werden kann.

Im Kreisamte Wiesbaden werden neue Patent-Lampen allein von ihm verkauft und gebrauchte Lanipen verändert.

Auswärts wohnende Spenglermeister, welche sich mit der Umänderung vorhandener und mit dem Verkaufe dieser neuen Lampen beschäftigen wollen, haben sich in frankirten Briefen an Unterzeichneten zu wenden.

Biebrich a. Rh., den 21. Januar 1851.

Herrmann, Reallehrer.

Mit Bezugnahme auf obige Anzeige empfehle ich mich dem verehrlichen Publikum bestens. Mein Lager neuer Patent- Lampen setzt mich in Stand, allen Anforderungen zu ge­nügen und werde ich die Umänderung gebrauchter Lampen so schnell ausführen, daß eine Unterbrechung im Gebrauche nicht stattsinden wird.

Wiesbaden, den 22. Januar 1851.

53] Chr. Wolff, Hof-Dreher.

641} Füx Lehrer, Aeltern und Erzieher.

51]

Bekanntmachung?

Während den Wintermonaten ist jeden Sonntag Abend in den Wein- und Kaffee-Zimmern zum Kursaal gehörend, musikalische Abendunterhaltung anzuireffen.

Wiesbaden, den 23. Januar 1851.

«J. F. Duensiny.

Frankfurt a. Ä)l., den 22. Januar. Mittags l Uhr

Oesterreich,^/, MetalliquSS . . .

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3 V, Bankactieu o. D. . . 500 fl. Loose.....

30] Eine Deutsche, die französisch und englisch spricht, und schon mehrere Jahre in einem Institute allen Elementar­unterricht, sowie den Unterricht in weiblicher Handarbeit er­theilt hat, sucht eine Stelle als Erzieherin in einem Privat­hause oder in einem Institute. Näheres in der Erpedition dieses Blattes.

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H » lfsbuch

beim Religionsunterricht in der Unterklasse der Volksschule

von I. G. Kurth,

Freiberg bei Craz 8» Gerlach.

brochirt. Preis 36 fr.

Diese Schrift enthält diejenige Auswahl der Glaubens­und Pflichtenlehren, welche sich für die Unterklasse, also für Kinder von 6 bis 9 Jahren, eignen, geordnet nach der Fas­sungskraft und erläutert durch zweckmäßige Beispiele. Es ist in einer so gemüthlichen und kindersreundlichen Weise ge­schrieben, daß Zeder, weß Standes er auch sey, mit Vergnügen darin lesen wird; und wenn überhaupt eine größere Bethei­ligung der Aeltern an dem Erzi. Hungs- und Unterrichtswesen gewünscht wird, so möchte dieses Buch allen Vätern und Müt­tern, denen religiöse Erziehung ihrer Kinder die höchste Auf­gabe ist, zu empfehlen seyn, um in stillen Stunden mit ihren Kindlein darin zu lesen und sie nach des Verfassers Art und Weise zur Religiosität zu erziehen.

250 fl. Loose.....

Preußen, 50 Thaler Prämienscheine. .

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Bayern, 3'/,°/, Obligationen .... Berbacher-Gisenbahn-Acticn . . Würtemberg, 37, % Obligationen . .

4 7, % neue Obligationen

Baden, 3/,% Obligationen von 1842 .

Lotterie-Aul. st 50 fl. bei G. u. S.

35 fl. Loose vom Jahr 1845 . .

Darmstadt, 3'/, V, Obligationen . . .

4 % .....

50 fl. Loose .....

25 fl. Loose .....

Kurhessen, Friedr.-Wilh.-Nordbahn-Actien 40 Thlr. Loose bei Rothschild

Nassau, 3 7, % Obligationen bei Rothschild 3

25 fl. Loose.......

Frankfurt, 3 % Obligationen ....

371 % von 1839 .

371 von 1846 .

T aunu S-Cisenbah il -A c t ien â 250 fl. Holland, 2 7i % Integralen ....

Spanien, 3 7, Innere Schuld ....

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Polen, 300 fl. Lotterie-Loose ....

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Sardinien, 36 FrcS. Loose bei Bethmann DiSco n t o...........

Gold.__

Pistolen .... Pr. FriedrichSd'or Holl. 10 fl. Stücke Nand-Ducaten 20 Francsstucke Engl. Souverains

st. ; tr.

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5 32

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53% 327,

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73%

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36%

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89%

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25%

25%

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81*/.

947,

94%

92%

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298

56%

56%

337,

33

817,

81%

347«

33*/.

2

Gold al Marco

372

Laubth., ganze

Preuß. Thaler 1 45

5 Frankenthaler 2 20%

Hochhaltig Silber 24 28 Gerina II mittels,

Hierbei als BeiblattDer Wanderer".

Druck und Verlag der & Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.