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Nassauische Allgemeine Zeitung.

M 1«

Sonntag den 19. Januar

1851.

Die Nass. Allg. Zeitung mit dem Wanderer erscheint einmal täglich mit Ausnahme reS Sonntags. Der vierteljährige Prânumecationsvreis ist in Wiesbaden für den UmfanS des HerzogthumS Nassau, des GroßherzogthumS und KurfürstenthumS Hessen, der Landgraffchail Heyen-Homburg und der freien Stadt Frankfurt 8 fl., in den übrigen Ländern des fürstlich Thurn - und TariSschen Verwaltungsgebietes S fl. io kr Inserate werden die dreispaltige Petitzeile oder deren Raum mit 3 fr, berechnet. Bestellungen beliebe man in Wiesbaden in der L. Schellen berg'fchen Hof-Buchhandlung , auswärts bei den nächst gelegenen Postämtern <u machen

Uebersicht.

Amtlicher Theil.

Bekanntmachung, das Befahren des Rheines bis in die See betr.

Bekanntmachung, das Ausschreiben der Brand­assekuranzbeiträge für das Jahr 1S&O betr.

Nichtamtlicher Theil.

Die Waldkultur, der Weittbau und die Bade­industrie in Nassau.

Deutschland. Wiesbaden (Landtag. Kirchenbau. Aus der Provinz (Die Eisenbahnfrage). Von d er Lahn (Gemeindeviehaffekuranz). Vom Westerwald (Hebung der Gewerbe). Karlsruhe (Die Besetzung von Rastatt. Freih. v. Andlaw). Stuttgart (Graf Taube). München (Die königl. Glasmalereianstalt).

Dresden (Beschlüsse). Meißen (Die Porzellan­fabrik. Lehrer Thürmer). Hannover (Stillstand der Oesterreicher). Berlin (Die Zollvereinsfrage. Ziegler. Die zweite Kammer. Neues Wahlgesetz. Diepenbrock. Meherbeer). Ham bürg (General von Thüinen). Altona (Von der Armee). Kiel (Sitzung der Lan­desversammlung). Wien (Die Beruhigung KurhessenS. Der Zollkongreß).

Frankreich. Paris Changarnier's Absetzung. Lamartine. Finanzausweis. Vermischtes).^

Neueste Nachrichten.

Amtlicher Theil.

Polizeiliche Verordnung über das Befahren des Rheines von Basel bis in die See.

Zweite Abtheilung.

Besondere Bestimmungen.

(Fortsetzung und Schluß.)

Art. 18.

1. Wahrschau.

Zur Sicherheit der Schifffahrt werden an fol­genden Stellen Wahrschau-Stationen errichtet: 1)am Bingerloche, 2) an der Wirbelay und zwar auf der Ecke derselben, 3) am Kaminereck, 4) am Ochsen- thurm, 5) an der Bank bei St. Goar, 6) bei einem Wasserstande deS Andernacher Pegels unter 10 Fuß (3,14 Meter), am Enger'schen Grunde, 7) bei einem Wasserstande des Bonner Pegels unter 11 Fuß (3,45 Meter) in der Rheindorfer Kehle.

Für diese Wahrschauen wird von allen, an den vorbezeichneten Punkten vorbeifahrenden Schiffen und Flössen, zur Deckung der Kosten, ein mäßiges Entgelt erhoben. In Betreff dieses Entgelts und des Wahrschaudienstes werden besondere Bestim­mungen erlassen werden. Jeder Schiffs- und Floß­führer hat die ihm durch die letzteren aufz.uerlegen- den Verbindlichkeiten pünktlich zu erfüllest.

Art. 19.

II. Besondere Bestimmungen.

1) Für die Strom strecke von St. Goar bis Dingen.

1) Auf der Stromstrecke zwischen St. Goar und Bingen darf niemals ein Schiff an den Rad­kasten eines Dampfschleppschiffes genommen werden. 2) In der Bergfahrt auf der gedachten Strecke müssen die, einem Schleppschiffe angehängten Fahr, zeuge in Einer Linie hinter einander gehalten wer­den. 3) Einem zu Berg fahrenden Schleppschiffe dürfen auf der zu 1 bezeichneten Strecke höchstens drei Schiffe angehângt werben, jedoch nur dann, wenn die Ladungsfähigkeit aller drei zusammen 250 Last (10,000 Zentner) oder weniger beträgt, Be läuft sich die Ladungsfähigkeit höher, so dürfen nur zwei Schiffe in daS Schlepptau genommen werden, 4) Einem zu Thal fahrenden Schleppschiffe dürfen auf der zu 1 bezeichneten Strecke höchstens vier Schiffe angehängt werden.

Art. 20.

2) Für die Rheindurchftiche.

Rheindurchstiche dürfen erst dann befahren wer­den , wenn die .Schifffahrt durch dieselben von der zuständigen Behörde mittelst öffentlicher Bekanntma­chung für eröffnet erklärt sein wird.

Bekanntmachung.

(AuSschreibeu der Branoaffecuranzbeiträge für das Jahr 1850.)

Das Verzeichnis der im Jahre 1850 vorgekom­menen und zur Vergütung geeigneten Brandschäden nebst der Berechnung der zur Berichtigung derselben und der Verwaltungskosten erforderlichen Summe wird

in nachstehender Uebersicht gebracht.

zur öffentlichen Kenntniß

£ s SS

i §

SV

Zeit des stattge­habten Brandes.

Monat. T

N

Aemter.

amen

der

Ortschaften.

Abge- schatzte Brand- schadens- Vergü- tung.

1 2

3

4

5 6

7 8

9

10

11

12

13

14

r 15

16

17

1 18

19

20

21

22

23

24

25 26

27

28 29

30 31

32

33

34

35

36 37

38

39

40

41 411 42

43 431

44 45

46

47

48

49 491

50

51

52

53

54

55 56

57 58

59

August 2

April Juli 1 Februar Septbr. 1 Januar 1 Februar April z Juni Januar 2 Juli Septbr. 3 1

Januar {

Juli Septbr. { Januar Juni 2 2

Mai ;

August 1

Mat 2 Januar Februar Mai }

Juli 1 Juni 1 Juli i April 1

Juni 2 1 Januar Juni 2 August 1

Avril 2 Mai 2 October 1 Juni 2 Januar ] März Januar 2 Februar j März Mai I Septbr. Juli Juni \ Januar 1 April 2

Mai Juni 2 Juli 1 August 2 i

Juli 2

3 Braubach

? Die";

6

4 Dillenburg

? Eltville

7

2

6 Hachenburg

7

0 Hadamar

7

i Hochheim

2 Höchst

4

?

8 Idstein

1

7

1 Königstein j L.Schwalbach

2

7 Limburg

8 Nassau

3

z Nastätten ö

2 Rennerod

6 3

1 RüveSheim 0

1

3

8 Runkel

2 8

7

f St. Goarsh

8 ff

5 SelterS

k

8

5

7

1 »

? Wehen

0 Wiesbaden

8

2 ff

1 :

8 >,

6

1

7

Niederbachheim Camp Burgschwalbach Cramberg *

Rittershausen Wiffenbach Oestrich Rendorf Niederwalluf Hattenheim Lochum Lochum Niederhadamar Elz Breckenheim Höchst Heddernheim Höchst NiederselterS Niedernhausen Wörsdorf Hornau Erienhof bei Map­pershain Grebenroth Egenroth Klrberg EmS Winden Laugenauer Mühle bei Lollschied DorfemS Munchenrod Marienfels Gemünden auf der

Knochenmühle Elsoff Rückershausen Geisenheim

RüdeSheim Lorch Munster Villmar

Langheck Dahlheimer Mühle Caub Maroth SelterS Ransbach Steinebach Marienhauseu Hartenfels Alsbach Orlen MoSbach Sonnenberg Wiesbaden Sonnenberg Bierstadt Wiesbaden

Klostermühle bei Wiesbaden Wiesbaden

fl.

551

76 540 288 220 872

1091

90 3562

189 833 540

110

38976 678

45 391

442

6983

6 159

3801

2835

5 105

63813 2020

48

742 1205

436 1482

» 212

46 35

55 4586

410 203

78

15

260 846

1000 990

40

20 1070 1140

10 730 866

10 3515

38 945

1270 157 707

11085 65936

kr.

30

30

30

18

20

18

45

6

6

21

13

Summe [229423[27

Nachträglich wurden noch angewiesen aus dem Jahr 1848 und 1849.

1

1848 Januar 1349

25

St. Goarsh.

Transport

Caub

ff. |fr.

229423 27

12 40

2

August

23

Braubach

Niederlahnstein

3790

3

11

Eltville

Kiedrich

588

4

October

2

Hachenburg

Mudenbach

746 30

5

August

14

Königstein

Glashütten

479 40

6

Januar

19

Marienberg

Puschen

6 48

7

August

20

Rennerod

Nister Möhrendorf

1491 45

8

Juni

29

Rudes Heim

Johannisberg

77030

9

Januar

1

St. GoarSh.

Hof Rodel b.Welterod

84113

10

October

20

Selters

Hewchbach

7648.56

11

Juni

26

SelterS

Hartenfels

8 15

Zusammen

241)807144

Zur Erigen; für 1850 gehören:

1) Der Betrag der Brandschäden mit. . 245,807 ss. 44 kr.

2) Die Abschätzungskosten...... 420 fl. 4 kr.

3) Zinsen von Passiv-Capitalien . . . 4,361 fl. 12 kr.

4) Hebgebühren der Herzoglichen Recepturen 5,185 fl. 52 kr.

5) Verwaltungskosten ....... 500 ff. fr.

6) Außerordentliche Ausgaben .... 257 ff. 34 fr

256,532 ff. 26 kr.

Hiervon gehen ab:

1) Der Ueberzchuß aus den, Jahr 1849

mit...... 2,789 ff. 32 fr.

2) Außerordentliche Ein­

nah men. für 1850 incl.

Zinsen aus dem Conto

Corrent Herzoglicher

StaatScasse . . . 647 fl. 3 fr.

3,436 fl. 32 fr.

Verbleiben daher 2537095 fl. 54 kr.

Zur Deckung dieser '-summe werden auf daS ganze Ver- sichernngScavital von 103,717,630 ff., fünfzehn Kreuzer auf 100, fl. ausgeschlagen. Die Erhebung ist den 28. Februar künftigen JahreS mit acht Kreuzer und den 30. September mit sieben Kreuzer von den Herzoglichen Recevturbeaniten in­nerhalb der gesetzlichen Frist von sechs Wochen zu vollziehen.

Die Beiträge bet Herzoglichen Aemter berechnen sich auf folgende Summen:

Name»

Betrag der

s

Brand-

Brand

ss

der

Verfiche- rungs- Capttal.

steuern ad 15 fr. von

«

Aemter.

100 fl.

Capital.

ff.

ff.

fr.

1

Braubach......

248967s

6224

101

2

Diez........

3936601

9811

30

3

Dillenburg......

4337580

10843

57

4

Eltville.......

390827s

9770

401

5

Hachenburg......

2034051

5085

71

6

Hadamar......

3941930

9854

491

7

Herborn ......?

3264960

8162

24

8

Hochheim......

3456000

8640

9

Höchst. .......

5803731

14509

191

10

Idstein.......

3914880

9787

12

11

Königstein......

4179780

10449

27

12

L.Schwalbach.....

3037500

7593

45

13

Limburg.......

4<67810

10919

311

14

Marienberg......

1537420

3843

33

15

Montabaur......

3077470

7693

401

16

Nassau.......

40200911

10050

131

17

Nastätten......

3336530

834!

IO!

18

Reichelsheim.....

405450

1013

371

19

Rennerod......

2733920

6834

48

20

Rüsesheim......

4043560

10108

54

21

Runkel.......

3564450

8911

7}

2.

St. Goarshausen ....

2789310

6973

161

2.3

Selters.......

3319221

8298

3

24

Usingen .......

4532010

11330

1

25

Wallmerod......

2307860

5769

39

26

Wehen .......

2042130

5105

191

27

Weilburg......

4380U30

10950

41

28

Wiesbaden . . . . . .

12955420

32388

33

Summa

103717630

259294

4

Da die ausgeschlagene Summe Smacht, der Bedarf aber nur. .

. . 259.294 ff. 4 fr.

au

. . 253,095 ff. 54

fr.

beträgt, so werden für 185l disponibel bleiben 6,198 ff. 10 fr.

Wiesbaden, den 26. Dez. 1850.

Herzoglich Nassauisches SlaatSministerium,

Abtheilung deS Innern. Wintzingerode.

vdt. Brandscheid.

Nichtamtlicher Theil.

*ä=* Die Waldkultur, der Weinbau und die Badindustrie in Nassau.

Da eS den Anschein hat, daß eine Berg- und Forstschule errichtet wird, für die, wie wir schon früher auSgeführt haben, Dillenburg der passendste Ort ist, so wird bei der erstaunlichen Menge von Schulanstalten, welche unser kleines Land besitzt, wieder die Frage von der Aufhebung eines unserer drei gelehrten Gymnasien auslauchen, wobei sich Niemand verhehlen kann, daß Weilburg dann wird zurückstchen müssen. Dieses scheinen auch die Bürger dieser Stadt gefühlt zu haben, als sie vor einiger Zeit eine Deputation dieserhalb nach Wiesbaden schickten. Diese Angelegenheit wird aber doch bald zur Entscheidung kommen müssen und dann dürfte eS wohl am zweckmäßigsten sein, daS Real- Gymnasium nach Weilburg zu verlegen, da das­selbe nur in der N â he un I erer I ndustrie kräftigere Wurzeln schlagen kann und die Stadt Weilburg darin ein Äquivalent für daS