Italien.
Rom, 31. Dez. (Const. 3 ) Der Papst ver- ordnet, daß alle Unkosten, welche durch Vie Beschickung der Londoner Industrieausstellung mit römischen Erzeugnissen auf laufens von der Staatskasse getragen werden, jedoch müssen die einzusendenden Gegenstände längstens bis 20. Januar dem Handels- Ministerium zugestellt werden.
In Genua haben am 1. Januar unruhig« Auftritte stattgefunden, die jedoch nicht besonders ernster Natur waren. Die Veranlassung war eine sehr unerhebliche. Ein paar TirailleurS, die in einer Weinstube zechten, wurden von einigen Knaben verhöhnt, und als sie aus die Straße hinaus- eilten, um ihre Beleidigungen zu züchtigen, wurden diese von einem Pöbelhaufen vertheidigt. Es kam zu einem Handgemenge und einige Verwundungen fielen vor. Ein Piquet Nationalgardisten machte dem Streit ein Ende.
Türkei
Ueber die neuesten Vorgänge in Bosnien und Herzegowina wird vom 31. v. MtS. berichtet: »Der rebellische, plötzlich wieder zum Vorscheine gekommene KavaS Pascha hat sich in Mostar ringe, nistet, und alle jene Bewohner, weiche zur Ergebung riethen, unnachsichtig vertrieben. Dieselben haben sich theils zum Vezier, theils nach Stolacz geflüchtet. Der Vezier hat blos etwa 500 RajahS in feinen Diensten behalten, die übrigen entlassen. DaS Gerücht in Betreff einer von dem SeraSkier erlittenen Niederlage erweist sich jetzt offenbar als falsch. Am 17. war derselbe von Tuzla in Serajewo eingetrof- fen und mit Kanonensalven feierlich empfangen worden. Mahmud Pascha von Tuzla, Mahmud Allaj Beg und dessen Söhne von Gravacz wurden von ihm als Gefangene in Ketten mitgebracht.
Aus den Mittagsposten.
München, 7. Januar. Man stellt die Rückkehr deS Ministerpräsidenten v. d. Pforten noch für den Lauf dieses Monats in Aussicht. Hr. v. Are-
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tin würde in Dresden allein verbleiben und mit den nöthigen Vollmachten ausgerüstet werden.
Gestern Abend mit dem letzten Bahnzuge auS Dresden eingetroffene Nachrichten haben in den betreffenden Kreisen keinen erfreulichen Eindruck ge- macht. Man soll Aeußerungen vernehmen, alS handle Oesterreich „undankbar" an Bayern.
Dresden, 7. Jan. Die zweite Kommission der deutschen Konferenz hat gestern und heute über 3 Stunden lange Sitzungen gehabt; weiter vernimmt man nichts.
Dresden, 8. Jan. (Tel. Dep. d. Fr. Bl.) Oesterreich macht große Anstrengung für eine Ver- einbarung in Zollangelegenheiten. Zum Zollver- einökongreß, dessen Wiedereröffnung demnächst hier erfolgt, werden Oesterreich und der Steuerverein (Hannover k.) Spezialbevollmâchligte abordnen, um eine Einigungsbasis aufzufinden. Im Einverständ- niß mit Oesterreich betreiben die Mittelstaaten und die Schutzzollpartei die beabsichtigte Einigung auf Grundlage v. d. Heydtscher Tarifvorschläge, auf welche Oesterreich seine Zollsätze stufenweise zu re- duziren beabsichtigt.
Berlin, 7. Jan. Der Oberst v. MoSle befindet sich seitens Oldenburgs seit acht Tagen wieder hier in Berlin. — AuS Briefen auS London geht hervor, daß Hrn. v. Radowitz dortselbst noch fortwährend in den höchsten Kreisen die größten AuS- zeichnungen zu Theil werden. — Unter den für Schleswig-Holstein bestimmten preußischen Truppen hören wir auch vaS 8. und 24. Regiment mit der entsprechenden Landwehr bezeichnen.
Berlin, 7. Jan. (Frankf. I.) Seit gestern und wiederholt heute klingen auS,Dresden Gerüchte herüber, welche von erheblichen Differenzen sprechen, die sich zwischen Preußen und Oesterreich bei den Verhandlungen in Dresden herausstellen. Man bringt dieselben jedoch wohl nicht mit Unrecht in Verbindung mit der preußischerseitS erfolgten Zurückweisung deS von Oesterreich über die Regelung der Erekutive deS Bundes eingereichten Vorschlags, welcher durch die Einschiebung einer dritten entscheidenden Instanz bei Differenzfâllen zwischen den beiden Großmächten Preußens Stellung zu sehr zu beeinträchtigen droht. Vielleicht aber ist dieser Schatten einer fernen Möglichkeit deS Bruchs
mit der bisherigen Politik nicht ohne Absicht herübergeleitet worden, wo die Kammern im Begriffe standen, noch einmal ein entscheidendes Votum über die RegierungSpolitik abzugeben.
Berlin, 8. Januar. Generalmajor v. Wussow, welcher bestimmt ist, den Befehl über die nach SchleSwig-Holstein zu verwendenden Truppen zu übernehmen, hat in den letzten Tagen mehrfache Besprechungen mit dem Kriegsminister gehabt.
Die „N. Pr. Ztg." bringt neuerdings die von Hamburger Blättern bestrittene Nachricht, daß Hamburg von preußischen Truppen besetzt wird.
Die „Const. Ztg." meldet: Fürst Schwarzenberg hat dem Vernehmen nach neuerdings die Forderung gestellt, in Oldenburg und Braunschweig unter dem Namen eines Neservekorps für den General Legeditsch ein zweites österreichisches Korps ausstellen zu wollen. PreußischerseitS hofft man, den Fürsten von dieser Forderung abzubringen, und soll dieselbe der Grund der neuerlichen Uneinigkeit der beiden Minister sein. Fürst Schwarzenberg scheint in dieser Weise das System der kurhessischen Exekutionen auf die unionSlreuen Staaten auS- behnen zu wollen.
Hamburg, 9. Jan. (Tel. Dep. d. Fr. Bl.) Die BundeSkommissarien haben den Termin, nach welchem die Statthalterschaft in Kiel ihre Erklärung abzugeben hat, um zwei Tage, also bis Sonnabend, den 11. Jan. 1851, verlängert.
Schleswig-Holstein, 7. Januar. Die beiden Statthalter empfingen die gestern in Kiel angekom, menen Herren Zivilkommissäre, oder wie der BolkS- witz sie hier nennt, die „Männer der Unruhe" auf" dem Schlosse, woselbst sie eine Unterredung bis 3 Uhr Nachmittags hatten, und dann dem StaatSrath beiwohnten, worauf der Telegraph mehrere Depeschen für die Kommissäre zu spediren hatte. Die Forderungen, welche von den Kommissären gemacht werden, sollen sein: Rebuzirung der Armee auf 12,000 Mann, Räumung der Festung Rendsburg und Besetzung derselben durch österreichische Truppen und Zurücktretung der Statthalterschaft. Diese soll dann ersetzt werden durch eine Regierungskommission, welche aus lauter Holsteinern zusammengesetzt werden solle.
Verantwortlicher Redakteur: Dr. A. Boczek.
Bekanntmachungen.
23] Nächsten Samstag den 11. dieses Monats, I 641j »- Q^-p- U-stevN und Cmtefitt Morgens 11 Uhr, wird in dem Geschäftslokale des Her- vNk ^eszrkr, ^ktlkkN UNV ^rglklzkr»
zoglichen Kreis-Amts dahier die Unterhaltung des Daches auf dem RechuungSkammergebäude dahier an die hiesigen Dachdeckermeister wenigstnehmend auf zehn Jahre öffentlich versteigert werden. Lusttragende haben sich in diesem Termine einzufinden.
Wiesbaden, den 7. Januar 1850.
Herzogl. Nass. Kreis-Amt.
Feiger.
17] Ein wohlerzogener Junge wird tn die Lehre gesucht von Gold- und Silberarbeiter A. Schellenberg in Wiesbaden.
841 Wiesbadener Theater.
Abonnement suspendu.
Sonntag, den 12. Januar 1851,
zum ersten Mal wiederholt:
Der Prophet, große Oper in 5 Akten von Scribe, übersetzt von Rellstab. Musik von Meyerbeer.
Mit neuen Dekorationen und Kostüms.
In der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden ist zu haben:
Hülfsbuch
beim Religionsunterricht in der Unterklasse der Volksschule
von I. G. Kurth,
Freiberg bei Craz K Gerlach, brochirt. Preis 36 kr.
Diese Schrift enthält diejenige Auswahl der Glaubenâ- und Pflichtenlehren, welche sich für die Unterklasse, also für Kinder von 6 bis 9 Jahren, eignen, geordnet »ach der Fassungskraft und erläutert durch zweckmäßige Beispiele. GS ist in einer so gemüthlichen und kinderfreundlichen Weise geschrieben, daß Jeder, weß Standes er auch sey, mit Vergnügen darin lesen wird; und wenn überhaupt eine größere Betheiligung der Aeltern an dem Erzi.hungs- und Unterrichtswesen gewünscht wird, so möchte dieses Buch allen Vätern und Müttern, denen religiöse Erziehung ihrer Kinder die höchste Aufgabe ist, zu empfehlen seyn, um in stillen Stunden mit ihren Kindlein darin zu lesen und sie nach des Verfassers Art und Weise zur Religiosität zu erziehen.
183 Kamphin.
Diejenigen, welche die Zubereitung des Kamphin erlernen wollen, erfahren in der Expedition bei wem.
IragTC den 9. Januar/
Mittags 1 Uhr.
12531 OeschichtswiffenschasUiches Werk.
Im Verlage von G. Hitz in C h u',r ist erschienen und in der L. Schellenberg'schen Hof- Buchhandlung in Wiesbaden zu haben:
Regesten, die, der Archive in der schweizer. Eidgenossenschaft. Herausg. v. Th. v. Mohr. gr. 4° I. Bandes 1teS Heft: Die Regesten der Benedietiner-Abtei Einsiedeln. Geh. 2 fl. 20 kr.
I. BanveS 2tes Heft: Die Regesten der Klöster und kirchlichen Stifte des Kantons Bern. Geh. 2 fl. 42 kr.
I. Bandes 3tes Heft: Die Regesten des Klosters Cappel, des Archivs der Stadt Raperswil und der Landschaft Schanfigg. Geh. 1 fl. 36 fr.
I. Bandes 4teS Heft: Die Regesten der ehemaligen Abtei Pfeffers. (Unter der Presse.)
Die meisten historisch-kritischen Zeitschriften haben sich über dieses Regesienwerk bereits sehr günstig ausgesprochen. Um so mehr möge eS uns erlaubt sein, die Aufmerksamkeit aller Freunde der geschichtlichen Literatur, insbesondere aber der Herren Bibliothekare auf dieses Werk nochmals hinzulenken und zur Subskription auf daselbe, da wo eS noch nicht geschehen, ergebendst einzuladen. Die Auflage erstreckt sich nur auf eine kleine Anzahl Exemplare über die bis jetzt eingegangenen Bestellungen, daher wir an diejenigen geehrten Geschichtsfreunde, welche sich für dasselbe interesfiren und gesonnen sind, solches in Ihre Bibliothek aufzunehmen, den Wunsch aussprechen, dieSfallsige Aufträge möglichst bald ertheilen zu wollen, indem der Fall eintreten kann, daß bereits erschienene einzelne Hefte später vergriffen sind, die nicht wieder neu anfgelegt werden, demnach komplette Exemplare nicht mehr geliefert werden könnten.
Oesterreich, 5°/. Metalliques . . .
» 4 7, % „
n 2'/, „ „ ...
„ 3 % Bankactien 0. D. . .
„ 500 fl. Loose.....
„ 250 fl. Loose . . . . .
Preußen, 50 Thaler Prämienscheine. .
„ 37, % Staatsschuldsch. è 105 kr
Bayern, 3'/,% Obligationen .... Berbacher-Eisenbahn-Actien , . Würtemberg, 3'/,% Obligationen . .
„ 4 7, % neue Obligationen
Baden, 3'/,% Obligationen von 1842 .
„ Lotterie-Anl. ä 50 fl. bei G. u. S.
„ 35 fl. Loose vom Jahr 1845 . .
Darmstadt, 3'/, % Obligationen . . .
„ 4 % .....
„ 50 fl. Loose .....
„ 25 fl. Loose .....
Kurhessen, Friedr.-Wilh.-Nordbahn-Actien
„ 40 Thlr. Loose bei Rothschild
Rassau, 3'/, % Obligationen bei Rothschild 5 „ „ „ „
, 25 fl. Loose.......
Frankfurt, 3 7, Obligationen ....
„ 3',, 7, „ von 1839 .
, , 3'/, „ „ von 1816 .
T aunu S-Eisenbah n-A c t i en â 250 fl. Holland, 27, 7. Integralen ....
Spanien, 3 7. Innere Schuld ....
„ 5 „ Ardoin incl. 17 Coup. .
Polen, 300 fl. Lotterie-Loose ....
„ 500 fl. „ ,, r ,. , . .
Sardinien, 36 FrcS. Loose bei Bethmann Disconto ...........
Pistolen .... Pr. FriedrichSd'or Holl. 10 fl. Stücke Rand-Ducaten 20 Francsstücke Engl. SouverainS
9 277,
9 56
9 38
5 35
9 21
11 37
Silver.
Pap
73'/, 637, 38'/, 1045
1557, 87'/,
Geld.
72’/, 637, 38'/.
1040
155
87
120 85'/, 837, 807,
86
84 7, 80’/,
847, 837,
84'/, 007, 987. 977. 82'/, 817.
54 537,
32 317,
877. 867, 897.
737, 287, 357,
31
90'/, 104
25'/. 817, 94% 927.
300 56’/, 33'4
877. 907, 74
287, 357. 31'/.
25’/.
82
957, 937.
302 ;
577, 337.
817. 81'/, 337. 33'/. - 2 7.
Gold al Marco 374 — Laubth., ganze — — Preuß. Thaler 1 45'/, 5 Frankenthaler 2 20'/, Hochhaltig Silber 24 29 Gerinq n. mittelb. — —
Hierbei alS Beiblatt „Der Wanderer".
Gold. I kr.
t
st. fr.
Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.