aber der diesseitigen verfassungsmäßigen Genehmigung unterbreitet werden. — Die Grundzüge?der Instruktionen , welche man in Wien für den öster- reichischen Bevollmächtigten in Dresden beliebt, sollen auf diplomatischem Wege der diesseitigen Regierung notifizirt worden sein.
Berlin, 20. Dezember. An die Herren Fürst Schwarzenberg und v. Manteuffel ist aus Dresden die Einladung ergangen, ihre Wohnung in dem königl. Schloß, in dem sogenannten PrinzesstnpalaiS, zu nehmen.
Aus Kassel wird der „N. Pr. Ztg." gemeldet, daß daselbst eine telegraphische Depesche von dem österreichischen Gesandten am hiesigen Hofe, Herrn V. Prokesch, eingegangen ist, durch welche der österreichische Kommissär, Graf Leiningen, angewiesen wird, die Bayern auf jegliche Weise von einem Einrücken in Kassel abzuhalten.
Die Lith. Corr, sagt: „Durch die Halsstarrigkeit und Unzuverlässigkeit deS Kurfürsten von Hessen, der gegenwärtig auf der strikten Ausführung der Septemberverordnungen besteht, sind die Verhältnisse in Kurhessen neuerdings wieder verwickelter geworben. Die hiesige Regierung hat dieselben in ernste Erwägung gezogen, wenngleich die ganze Angelegenheit erst in Dresden zur Erledigung kommen wird."
Die Minister v. Schleinitz aus Braunschweig und v. Bülow auS Schwerin sind hier angekommen. Hr. Vollpracht reist in diesen Tagen nach Wiesbaden ab.
Berlin, 18. Dez. Unter den vielen oft widerspruchsvollen Behauptungen über den Inhalt der bevorstehenden freien Konferenzen zu Dresden zeich, net sich eine an Glaubwürdigkeit aus, indem man schon während des kriegerischen MonatS November auf ihre Erfüllung deutete. Es ist dieses die Flüchtlingsfrage in der Schweiz. — Von unterrichteter Seite wird behauptet, daß diese Angelegenheit der nothwendigen Wehre eine Vorlage unter den zur Berathung zu stellenden bilden werde, und daß schon auf den Konferenzen zu Warschau und Ol- mütz dieselbe zu den dringlichsten Antezedentien gerechnet wurde.
Lübeck, 17. Dez. Der Senat hat beschlossen, den mit Ende dieses Jahres den Vorsitz im Senate abgebenden Bürgermeister Dr. Brehmer nach Dresden abzuordnen.
Altona, 18. Dezember. Währens in Folge der | preußischen RückberufungS-Ordre mehrere hundert j Mann (man darf die Zahl wohl auf 7 — 900 an« | schlagen) in den letzten Tagen hier durchgekommen : sind, um sich nach ihrer Heimat!) zu begeben, sind heute mit dem Morgenzuge wieder etwa 89 Freiwillige (auS Westphalen u. f. w.) nach den Norden abgegangen um sich in unser Heer einreihen zu lassen. (Wes. Z.)
Aus dem Schleswigschen. Nach einer Mittheilung im Kolding Avis sind am 13 Dez. vier ; Zivil arrestanten unter militärischer Bedeckung { durch Kolding transportirt worden. Es sollten * Bürger der gebildeten Klasse von Kappeln sein, ein Konsul (der schwedisch,norwegische Vizekonsul, Holzhändler Lorentzen), ein Apother und ein Kandidat. Der vierte ist nicht bezeichnet. Von dem Kandidaten wird bemerkt, daß er nach Odensee bestimmt fei, um unter die spezielle Aufsicht des Generalkommandos gestellt, die Nebrigeu, um über Kopenhagen nach Deutschland auSgewandert zu werden. In der Norddeutschen Freien Presse wird über die Veranlassung der Ausweisung des allgemein bekannten Konsuls Lorentzen erzählt, daß er den dänischen Offizieren auf die Frage, ob er Däne oder SchleS- wig-Holsteiner sei, geantwortet: er sei Normann (er ist geborner Norweger) und als ihm bei fortgesetzter Inquisition ein dänischer Söldling ein Glas Wein ins Gesichl geworfen, diesem einen Schlag »ersetzt habe.
Rendsburg, 18. Dezember. Bei der hiesigen Verwaltung freiwilliger Gaben für verwundete und im Felde stehende schleswig-holsteinische Krieger ist auS allen Ländern Deutschlands, außer Dem, was den Truppen von inländischen und Hamburger Hülfsvereinen direkt zugesandt ist, Folgendes seither eingegangen: An baarem Gelbe 32,492 Mk. Ferner 1738 wollene Lagerbecken, 11,627 Hemden, 12,508 Paar Strümpfe, 1580 Unterjacken, 872 Untetbeinfkiber, 2195 wollene Leibbinden. 5006 Betttücher, 60 Matratzen nebst Kissen, zirka 600 Steppdecken, 22 Orhoft Wein und 9 Faß echtes bayerisches Bier. Außerdem eine Menge verschiedener Lazarethbedürfnisse und bedeutende Quantitäten L^>e- und Stärkungsmittel. (H. N.)
Wien, 15. Dezember. Ein Korrespondent der Deutschen Zeitung schreibt: Die Verständigung in Olmüy scheint keineswegs das Resultat besserer Einsichten, sondern lediglich durch die Erkenntniß der Gefahr vor der noch „unbefriedigten Revolution" hervorgerufen. Man wird eS wenigstens versuchen, eherne Mauern aufzuführen, um den Kreis
der „Revolution" immer mehr und mehr einzuengen. Der erste. Schritt zu diesem angestrebten Ziele wird die Einführung deS Dualismus unter russischem Beistände in Deutschland fein. Die kleinen Fürsten und Fürstchen werden sich zwar dessen erwehren wollen, aber gerade sie werden die erste Zielbscheibe der nächsten Schüsse abzugeben verurtheilt sein. Wohl werden sie sich auS der erstickenden Umarmung her- auSsehnen, und namentlich wird Baiern, wie eS schon so oft gethan, an Frankreichs deutsche Sym- pathieen appelliren! Jenen Moment erwartet man, dann er ist der entscheidende und der Krieg, der jetzt geschickt zwischen Oesterreich u»d Preußen vermieden wurde, wird dann auch in den Augen deS deutschen Volkes eine scheinbar bessere Berechtigung finden. Durch diesen Krieg hofft man die Revolution in allen ihren Verzweigungen und in ihrer GeburtSstâlte zerstören zu können. So stehen heute die Konstellationen der Politik und eS wird von Tag zu Tag klarer werden, daß Rußland ruhig, aber um so entschiedener seinen Gang immer in derselben Richtung geht und einhält. Rußland geht überdies von der Ansicht aus, daß eS jenseits deS Rheins für die Erhaltung der absoluten Macht in seinem eigenen Lande kämpfen muß, und obgleich man sich eingesteht, welcher Gefahr man sich gleichwohl aussetzt, so glaubt die russische Regierung doch, den Moment nicht lange mehr verschieben zu zu können, in welchem sie die letzte, die entscheidende Karte auSzuspielen wagen muß.
Wien, 16. Dezbr. (Const. Bl. a. B.) Alle Verordnungen, die lombardo-venetianischen Staaten betreffend, sind nicht blos fertig, sondern auch vom Kaiser sanknonirl. Es scheint gewiß, daß Marschall Radetzky mancher dieser Verordnungen gestern mit sich genommen hat, und daß eine der wichtigsten, nämlich jene betreffs der Kommunalorganisation sogleich nach seiner Ankunft in Verona ins Leben treten wird. Bei seiner letzten Audienz entließ ihn Se. Majestät mit folgenden Abschiedsworten: „Sie haben durch ihren ruhmvollen Sieg den Frieden in Italien hergestellt, wir hoffen mit ihrem Beistand diesen Frieden durch die wohlthätige Entwickelung der Institutionen zu befestigen und zu erhalten."
Wien, 17. Dez. Das Gerücht vom Rücktritt deâ Baron Krauß erhält sich und wird heute noch Imit weiteren Nebenumstänben ausstaffirt, die wohl hier und da ihre gläubigen Ohren finden, jedoch j insgesammt als müßige Kombinationen erscheinen I müssen.
Das hiesige Konsistorium hat gegen die soge- 1 nannten Jungkatholiken, die in ihrem Eifer zu é weit gehen, wiederholt eine Ermahnung erlassen und einem Haupiverlreter derselben, dem Redakteur eines katholischen Blattes, mit Versetzung von Wien gedroht.
Wien, 18. Dezember. (A. A. Z.) Wie ich höre, begibt sich Fürst Schwarzenberg übermorgen nach Dresden um die Konferenzen zu eröffnen, wird jedoch daselbst nur drei Tage verweilen, dann wieder ! nach Wien zurückkehren. Der gestern mit wichtigen 1 Depeschen auS Petersburg hier erwarteleCourier ist erst heute cingetroffen, da die Eisbildung auf den Flüssen die Ueberfahrlen erschwerte. Ungeachtet dessen hat derselbe die Reise hierher binnen sechs Tagen zurückgelegt. Aus Petersburg wird gemeldet, daß die großartigen Vorbereitungen, welche zu der Feier der sünsund« zwanzigjährigen Thronbesteigung deS Kaisers Nikolaus getroffen werden sollten, auf besonderen Befehl deS Czaren eingestellt und die dazu bestimmt gewesenen Summen zu wohlihätigen Zwecken verwendet werden.
Wien, 19. Dez. Oesterreich will bei den Dresdener Konferenzen auf dem Eintritte seiner G e s a m m l st a a l e n in den deutschen Bund bestehen.
Frankreich.
Paris, 19. Dezember. Nach dem Journal deS Debats soll ein neues legitimistisches Komitee gebildet worden sein, welches das auS 5 Mitgliedern bestehende „leitende Komitee" ersetzen würde, daS nach dem Kongresse von Wiesbaden: von dem Grafen von Chambord mit der Wahrung seiner Interessen in Frankreich beauftragt worden war. DaS neue Komitee soll auS zwölf Mitgliedern bestehen, deren Zahl auS der Reihe der legitimistischen Abgeordneten entnommen wäre. Der Graf v. Chambord hatte dieselben in nachstehender Reihenfolge ernannt: Berryer, Herzog von NoailleS, v. Fallour Benoist d'Azy, von VatismeSnil, General Graf de Saint Priest, Marquis Sauvaire.Barthelemy, Herzog von Clermont Tonncrre, Herzog von Valmy, von Raineville, Marquis von Pastorct und Herzog des CarS.
Herr Guizot hatte vorgestern eine lange Konferenz mit dem General von St. Priest. Es heißt, daß abermals ein Versuch gemacht werde, eine Vereinigung zwischen den Legitimisten und Orleanisten zu Stande zu bringen.
Herr Drouyn de LhuyS ist von London hier eingetroffen, Er überbringt dem Vernehmen nach einen mit Lord Palmerston vereinbarten Vertragsentwurf in Bezug auf daS Verhalten, welches die Kabinele von London und Paris in Betreff der Dresdener Konferenzen beobachten würden. Man versichert, daS französiche Kabine! werde einen Spe- zialagtnlcn nach Dresden für die Dauer der Konferenzen senden.
Nach der „Kölner Zeitung" wird die Demission von DeSfosseS und Bineau erwartet. Die Nationalversammlung hat heute daS Wuchergesetz mit verschärfter Strafe angenommen. Nach Berichten aus Madrid vom 14. Dezember ist daS Budget den Kammern vorgelegt; eS gibt ein Defizit von 183 Mill. Realen. AuS Meriko wird gemeldet, Arista sei Präsident geworden.
AuS dem Ain-Departement schreibt man, daß die schweizer Grenze plötzlich mit starken Truppenmas, sen besetz» worden ist, weil unsere Regierung Nachrichten auS der Schweiz und namentlich auS Genf erhalten habe, die eine genaue Ueberwachung dieser Grenze erheischen. — Der bekannte spanische Kar- listenchef Tristan», welcher sich zu Toulouse versteckt hielt, ist verhaftet und nach dem Innern von Frankreich abgeführt worden.
Paris, 20. Dezbr. (Köln. Z.) Die Nationalversammlung beschließt heute die zweite Lesung deS algierischen HandelSprojekteS. — Die Interpellation deS Kriegsministers wird auf morgen verschoben.— Konkurrenten bei dem Rentenverkauf sind daS HauS Rothschild und das DiSkonlo-Komptoir. — AuS Madrid vom 15. Dezember wird gemeldet, daß keine Budgetdebatte statlfand und die Steuern provisorisch bewilligt sind. Die Antizipation von 1852 deckt daS Defizit, deßhalb 1852 keine Zinsenzahlung.
Spanien.
Madrid, 13. Dez. In einem gestern stattgehabten Ministerralhc ist die Frage in Bezug auf das Budget definitiv geregelt worden. Die Reqic- rungSorgane geben daS Ausgabebudget für 1851 auf 1050 Millionen Realen an, was einErsparniß von 150 Millionen im Vergleich mit dem letzten Budget ergibt. Man glaubt jedoch, daß dieses Er« sparniß in Erica.Ausgaben wieder aufgehen werde.
Italien.
Mailand, 14. Dezember. (N. M. Ztg.) Ich beeile mich, Ihnen eine Nachricht mitzutheilen, welche mehr als bloßes Gerücht ist, die nämlich, daß es im Werke ist, das lombardisch-venetianische Königreich in zwei selbstständige Kronlânver zu theilen, was sehr im Interesse der Einwohner diese» Königreichs liegen dürfte. Die neue hochwichtige Maßregel soll nach Auflösung deS Generalgouvernements und nach Aufhebung des Belagerungszustandes durchgeführt werden. Man sieht demnächst schon der Veröffentlichung deS bezüglichen .Statut» entgegen.
Turin, 11. Dezemb. Ein schlagender Beweis dafür, wie sehr die sardinische Regierung nach Fran« soni'S Ausweisung, trotz so mannichfacher Hetzereien, Alles zu vermeiden sucht, waS den h. Stuhl ver, letzen könnte, möchte wohl der Umstand sein, daß Fransoni vom AuSlande auS seine bischöflichen Verrichtungen fortsetzen darf. Alle geistlichen Geschäfte und Formalitäten werden in seinem Namen verrichtet ; er veröffentlicht die Aufforderungen zu Versammlungen, verleiht Stipendien, und an den Pforten deS erzbischöflichen Palastes erblickt man nach wie vor sein Wappen und seine Siegel. Das Erz- biSihum Turin wird in seinem Namen von zwei Vikaren verwaltet.
AuS den Mittagsposte«.
Frankfurt, 22. Dez. (D. Z.) ES haben die Dinge in Kassel eine in Wilhelmsbad kaum erwartete Wendung genommen, und eS ist der heute von WilhelmSbad hier cingetroffenen Nachricht Glauben zu schenken, wornach der Kurfürst nun endlich daran denkt, nach Kassel zurückzukehren. Die Sendung des Hrn. Hassenpflug nach Dresden überhebt diesen auch der Noihwciidigkeil, zugleich mit dem Kurfürsten in Kassel einzuzichen. Man weiß ja auS den Artikeln der Kaff. Z. , welches Grauen der Mann vor der Residenz empfindet.
Der Bazar für die Verwundeten, Verwitlweten und Verwaisten in Schleswig-Holstein hat Freitag Nachmittags sein Ende erreicht. Er hat ein überaus erfreuliches Ergebniß geliefert, nämlich einen Ertrag von beinahe 5500 fl., wovon freilich die jetzt noch nicht zu bestimmenden unvermeidlichen Ausgaben abjuziehen find. (VlkSb.)
Müucheu, 20. Dez. (R. M. Z.) Während der Dauer der Abwesenheit de» Herrn Minister- Präsidenten wird Herr EtaatSrath Freiherr von