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wir solche in? der Beilage zu Nummer 284 der Nassauischen Allgemeinen Zeitung" in einem ange­gebenen Zahlcnverhältniß dergestalt finden, dürfte ès sehr zweckmäßig erscheinen auf einen Gegenstand hinzuweisen, wodurch eine bedeutende Ersparnis an Brennmaterial erreicht würde.

Hierunter verstehen wir die im Jahr 1848 von Herrn Johann Heinrich Kremer zu Höhn im Amte Marienberg neu erfundenen Oefen und Koch- Heerde. Die Konstruktion dieser neu erfundenen Brennapparate beruht auf mathemathischer Berech­nung, und es ist die Einrichtung der Art, daß dem brennenden Feuer stetS eine große Quantität Sauer­stoff mit warmer Lnft zugeführl wird wodurch die in dem Brennstoffe enthaltenen öhligen, harzigen und essigsauren Theile, welche bei der bisherigen Ein­richtung als Rauch entwichen, dem Feuer zur Nah­rung dienen und nicht nur eine große Hitze erzeugen, sondern auch eine vollständige Verzehrung des ver­wendeten Brennmaterials veranlassen. Es kommt nichts darauf an, ob das Holz erst frisch gefällt, oder ob dasselbe bereits getrocknet ist, ja selbst Holz das im Wasser gelegen hat und ganz durchnäßt war, hat sich bei diesen Brennapparaten sehr vortheilhaft bewährt, indem daS fortwährend sich entwickelnde WasserstoffgaS, dem Feuer stets neue Nahrung zu- führt, wodurch eS dann auch erklärlich erscheint, daß die Flamme nicht wie in andern Feuern roth, sondern weiß brennt.

Ganz besonders vortheilhaft eignen sich diese Brenuapparate zur Anwendung der Braunkohle ins­besondere deS sogenannten Kohlenklein. Von diesem Kohlenklein werden jährlich Millionen Zentner auf den Braunkohlengruden deS Westerwaldes gewon­nen, die bisher in Gruben zurückgeblieben und dem Verderben preißgegeben 'worden "sind.

Bei den von Herrn Kremer neu erfundenen Brennapparaten kann dieses Kohlenklein mit großem Vortheil verwendet werden. Auf dem Westerwalde sind dermalen 10 Braunkohlengruben im Betrieb und eS wird sich deren Zahl noch mit jedem Jahre vermehren. Man kann mit Gewißheit anneymen, daß in jeder Grube jeden Arbeitstag 30 Zain Koh­lenklein erzeugt wird und in der Grube zurückbleibt; dieses beträgt zu 300 Arbeitstagen für jede Grube im Jahr 9000 Zain und für alle 10 Gruben zu­sammen 90,000 Zain. Mit dieser Quantität Koh- lenklein, welches bisher ganz unbenutzt geblieben ist, können, wenn man auf einen Ofen in einem Monat einen Zain rechnet 7500 Oefen geheizt und in jedem derselben das für eine gewöhnliche Haus­haltung nöthige gekocht werden. Wenn man an­nimmt, daß hiernach 6 Zain Kohlenklein auf eine Klafter Holz gerechnet werden können, so würde durch Anwendung dieses Kohlenklein jährlich eine Ersparniß von 15,000 Klafter Holz eintreten. Auch an anderem Brennmaterial würde bei Anwendung der von Herrn Kremer erfundenen Brennapparate gegen die bisherige Einrichtung eine bedeutend Er­sparniß eintreten, welche wenigstens zu 30% ange­schlagen werden kann. J

Bei diesem Sachverhalte dürfte die Erfindung deS Herrn Kremer sehr zu empfehlen sein. Der. selbe hat für Nassau, Baden, Großherzogthum Hessen und Homburg bereits Patente auf 5 resp. 10 Jahre erhalten und eS wäre zu wünschen, wenn ihm auch für andere und größere Staaten solche Patente er­theilt würden, wie eS dann überhaupt wünschens- werth erscheint, daß diese gemeinnützige Erfindung einen gedeihlichen Fortgang nehmen möge.

Frankfurt, 21. Dezember. Wie man hört, sollen die in die bekannte (hier vor Kurzem abge- urtheilte) Wcchseffâlschung verwickelten Personen, welche unlängst gegen juratorische Kaution bis auf eine oder zwei vorläufig auf freien Fuß gesetzt wur­den, dieser Tage wieder eingezogen worden seyn.

Hanau, 2!. Dez. Herr Hassenpflug ist gestern als Bevollmächtigter KurhesseuS zu den freien Konferenzen nach Dresden abgegangen.

* Einem Privatschreiben aus der Umgegend Marburgs vom 18. Dez. entnehmen wir Folgendes: Unser Odergericht hat auch zum Theil abgedankt und sich der Ordonanzen der hier anwesenden Baiern (die Oesterreicher sind wieder nach Kassel) nicht un­terworfen. Fünf haben ihren Abschied genommen: v. Baumbach, v. Gehren, GanSland, Ho, dien. Die Bügergarbe hat alle Gewehre abgelie­fert, keine Zeitung darf gelesen werden außer dem Frankfurter Journal und Vilmar VolkSfreund, der Kriegszustand ist aufs Neue proklamirt, aber eS wird darüber gelacht. Die Befehlshaber, aber noch weniger die Soldaten sind streng. DaS Obcrap« pellationSgericht zu Kassel hat wiederholt, Angesichts Ler 21,000 Soldaten dortselbst, erklärt, daß es die Septemberveiordnung für verfassungswidrig halte und lieber in pleno seinen Abschied nehme, als zur Ausführung derselben behilflich sei. Geschieht dieS, dann ist per Sache AuSgang nicht abzufehen und Hessen zerfällt, der ganze Gerichtsstand löst sich auf; das Land kann dann sich nicht halten.

Baierhofer hatte 11 Mann Einquartierung, Löber 41 Mann, Schneider in Marbury 80 Mann. I Letztere« legte auf seinen Saal 1 Faß mit Rum,

1 Faß mit Wein und 1 Faß mit Bier, den Schin­ken mit eingeüeckteu Messern auf den Tisch und gab nun die Erlaubniß ad libitum sich zu bedienen. Hauptmann und Gemeine sprachen unendlich zu, kriegten Schneider um den HalS und betheuerten, bessere Leute gäbe eS nicht, als in Kurhessen. Ein Gensdarm, der sogleich hinkam nachzusehen, ob die Leute gut bewirthet würden, wurde forttranSportirt, b. h. barsch abgeschickt. Löber hat cs ähnlich so gemacht; Baierhofer dSgl, Sie sehen, daß wir viel ertragen und dazu lachen. Rentmeister Graß er­hielt 15 Mann: er solle sich binnen 2 Stunden er­klären, ob er Steuern erheben wolle oder nicht, oder den Abschied nehmen. Er erhob. Steuerinspektor Koch erhielt 15 Mann aber er erhebt nicht, son­dern hat einen Streich gemacht und füttert sie vorerst.

Kassel, 20. Dez. Heute sind 2000 Mann Bayern durchmarschirl und haben in den Ortschaf­ten auf der Nordseite der Stadt CantonnementS bezogen, so daß die BundeStruppen von allen Seiten nun bis nahe an die Thore der Stadt stehen. Das Hauptquartier ist aber vorerst noch in Melsungen geblieben.

Sicherem Vernehmen nach hat der bleibende landständische Ausschuß bei den Verhandlungen und dem Beschluß des OberappellalionSgerichtS, welcher wegen vorläufiger Erhebung der Steuern bis zur definitiven Regulirung der kurhcsstschen Angelegen­heiten gefaßt sein soll, sich in keiner Weise detheiligt.

Kassel, 20. Dez. Die O -P.-A.-Z. schreibt:

Die weiteren Verhandlungen zwischen den Herrn Kommissaren , F.M.L. Grafen von Leiningen und Generallieutenant v. Peucker einerseits, und den hiesigen Behörden anderseits, haben zwar eine Ueber­einstimmung mit den Stipulationen in der landes­herrlichen Verordnung vom 4. Sept. d. I., bezüg­lich auf die Stempelverwendung, herbeigeführt, über eine vollständige Anerkennung dieser Verordnung in allen ihren Punkten hat man sich indeß noch nicht i geeinigt. Nach einer seitens der Herren Kommis, sarien erfolgten Darlegung ihrer Befugnisse, welche durch die Gesammtabsicht aller deutschen Regierun­gen den nöthigen Nachdruck erhielten, würde ein theilweises Eingehen auf diese Anforderungen in so weit für überflüssig erscheinen, als die hiesigen Be­hörden und Direktoren der Kollegien in ihrer Vor­frage an die Kommissarien in obiger Beziehung ihre Fügsamkeit in alle seitens dieser zu treffenden Maß­regeln für diesen Fall schon erboten hatten. Man hofft jedenfalls, daß die Verhandlungen bald zu einem gedeihlichen Ergebniß führen werden. Die f. k. österreichischen und königl. bayerischen Truppen stehen in den Dörfern dicht um Kassel. Von königl. preußischen Truppen befinden sich noch das 13. In, fanterieregiment, eine Schwadron Husaren vom 11. : Regiment und eine Batterie vom 7. Artillerieregi­ment hier. DaS kurfürstl. hessische Leibgarderegiment ! soll, wie verlautet, heute auf der Eisenbahn hier { eintreffen.

Ein Korrespondent der N. Hess. Z. auS Frank, furt willaus bester Quelle" wissen, daß der Kur­fürst von Hessen sich zu dem, jetzt in Unterhandlung begriffenen, engeren Bündnisse der deutschen Mittel­staaten halte und halten werde.

Stuttgart, 20. Dezbr. Nach einer Verfügung deS kön. Justizministeriums sind die Rechtskonsulen­ten Becher (der Erreichsregent) von Ravensburg und Roth von Kirchheim, nachdem sie sich in daS Ausland entfernt (Roth war in die Trütschler'sche Aufruhrgeschichte verwickelt) und der an sie erlasse­nen öffentlichen Aufforderung an ihren Wohnsitz zurückzukehren, keine Folge geleistet haben, in der Liste der öffentlichen RechtSanwälte gelöscht worden. Becher ist in der Schweiz und Roth in Amerika.

Stuttgart, 19. Dez. Dem Vernehmen nach wird daS nächste Regierungsblatt eine provisorische k. Verordnung in Betreff der Presse bringen, wo­durch die Bestimmung getroffen sein soll, daß, wie in Frankreich, jedes Blatt vor seiner Ausgabe de- ponirt werden muß, damit der Staatsanwalt Zeit habe, falls er es für gesetzlich begründet erachtet, die Beschlagnahme zu verfügen, so lange sie noch wirksam ist, d. h. nicht erst, wenn die ganze Auf­lage längst in den Händen deS Publikums sich be­findet, wie dieS seither meist der Fall war.

Von dem k. Gerichtshof in Tübingen ist in dem am 13. Jan. hier zur Verhandlung kommenden Prozeß gegen Rau, Spreng und Müller von StaatS- wegen Rechtskonsulent Diezsch in Tuttlingen bestellt worden. Für die weitern Angeklagten in diesem Prozesse hat Rechtskonsulent Schoder in Stuttgart die Vertheidigung angenommen. (R. K,)

München, 20. Dezember. Ministerpräsident Hr. v. d. Psordten verläßt morgen mit dem ersten Bahnzuge unsere Stadt, um sich zu den freien Kon­ferenzen nach Dresden zu begeben. Ihn begleiten wie Ihnen bereits von anderer Seite mitgciheilt worden ist der LegationSrath Freiherr v. Aretin I und Ministerialsekretär Mayer. Wie man wissen I will, soll Herr v. d. Pfordten später durch den ehe­

maligen Staatsminister Reichsrath L. Graf v. Ar- mansperg in Dresden abgelöst werden.

Erfurt, 13. Dezember. Gestern wurde G. Krackrügge wegen eines Artikels in derN. E. Z." von den Geschworenen deröffentlichen Verbreitung der Thatsachen , welche in der Voraussetzung ihrer Wahrheit die Einrichtungen deS Staats dem Hasse und der Verachtung aussetzen würben", für schuldig befunden und von dem Gerichte zu acht Wochen Ge, fängniß verurtheilt. Heute wurde der Buchhändler Berlepsch der Majestätsbeleidigung schuldig befunden und zu 6 Jahren Zuchthaus verurtheilt.

Dresden, 20. Dezbr. Zweite Kammer. In der heutigen Sitzung wurde die Berathung deS PreßgesetzeS beendigt und schließlich der ganze Ge, setzentwurf mit 52 gegen 2 Stimmen angenommen.

Leipzig, 20. Dez. Dem akademischen Senat soll nun wirklich eine Umgestaltung bevorstehen. Die auf 42 angewachsene Zahl desselben ist zu hoch befunden worden ES soll demnach ein dem bis zum Jahr 1829 bestandenen Dezemviratkollegium ähnliches Kollegium zur Berathung der Universitäts- Angelegenheiten eingeführt werden; auch sollen die Rektorwahlen wieder, wie sonst, von dem ganzen Körper sämmtlicher Professoren vollzogen und in ähnlicher Weise auch die Wahl eines LandtagSabge- ordneten vorgenommen werden.

Hannover, 19. Dez. DieHannov. Ztg." meldet in ihrem amtlichen Theile:Der König hat den StaatSminister und Minister deS Innern, Dr. Lindemann, von der demselben einstweilen aufgetragenen Leitung deS Ministeriums der Finan­zen und des Handels zu entbinden und den bis­herigen Generalsekretär des Ministeriums des In­nern, Geh.-RegierungSrath Frhrn. v. Hammer­stein-Lorten, zum Staatsminister und zum Vorstände deS Ministeriums der Finanzen und deS Handels zu ernennen geruht.

Oldenburg, 18. Dezbr. Heute Morgen hat unser im April vertagter, dann aufgelöster und jetzt nach stattgehabter Neuwahl wieder einberufene Landtag seine erste vorbereitende Versammlung gehalten.

Schwerin, 17. Dez. (H. C.) Nachdem nun­mehr das Einladungsschreiben zu den freien Kon­ferenzen hier eingetroffen ist, scheint eS keinem Zweifel unterworfen zu sein, daß der Ministerpräsident Graf v. Bülow sich selbst nach Dresden begeben, und dort Mecklenburg vertreten werde.

Berlin, 19. Dezember. Nach der Konst. Ztg. sollen die freien Konferenzen am 23. pünktlichen Anfang und raschen Verlauf nehmen; noch daS Jahr 1850 soll das Ende derselben erblicken.

Graf Leiningen hat, wie wir hören, keine we­sentlichen andern Instruktionen , als vor ihm Graf Rechberg. Die Bundesversammlung hat Rechberg abberufen und Leiningen an seine Stelle gesetzt. In der Form dieser letzten Ernennung soll jedoch von den bisher beliebten Formen in etwas abgewichen sein, der BundeSpräsidialgesandte Gras Thun sie zwar vollzogen haben, aber augenscheinlich in seiner Eigenschaft als kaiserl. österreichischer Bevollmäch­tigter und im Namen der bei der Bundesversamm­lung zu Frankfurt vertretenen deutschen Regierungen.

Der Kurfürst von Hessen ist Willens, nach Kassel für jetzt nicht zurückzukehren. Jedenfalls wird abzuwarten fein, daß Herr Hassenpflug nach Dresden reist. Dann könnte der Kurfürst sich ent­schließen.

DieSpener'sche Ztg." sagt: AuS Greifswald hört man zwar von zuverlässiger Seite, daß eine neue Anklage gegen den Minister Hassenpflug von der Staatsanwaltschaft nunmehr beschlossen fei, und Juristen, welche bei der früheren Anklage behaupte­ten, daß eine Freisprechung erfolgen müsse, versichern jetzt mit gleicher Bestimmtheit, daß er diesmal ver. urtheilt werde. Wie die Zeitungen melden, soll Herr Hassenpflug beabsichtigen, nach Dresden zu gehen. Ob sich die andern Minister verstehen wer­den, mit ihm Rath zu pflegen? Wir glauben nicht.

Berlin, 19, Dezbr. Wie wir hören, berichtet tueLuh. Corresp.", sind die Instruktionen , welche der preußische Bevollmächtigte für Dresden empfan­gen soll, nunmehr vollständig auSgearbeitet. Be­kanntlich ist Herr Graf von AlvenSleben bei der Entwerfung dieser Instruktionen selbst thätig gewe­sen. AIs ein Hauptmomenl derselben darf ange­sehen werden, daß der preußische Bevollmächtigte für die Dresdener Konferenzen angewiesen ist, die preußische Verfassung in einer Richtung zu vertreten, die jede Gefährdung derselben im Prinzipe durch eine Unterordnung unter daS künftige deutsche Zen, tralorgan abschneibet. Andererseits soll der Ge, sandte ermächtigt seyn, über gewisse Vorschläge, die etwa in Dresden zur gleichmäßigeren Gestaltung einzelner Bestimmungen aller resp, deutschen Ver­fassungen gemacht werden, mitzuverhandeln. Etwaige Beschlüsse, so weit sie Aenderungen enthalten, sollen