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Bamberg nach Hof aufgestellt werden sollen, wäh­rend die noch übrigen 20,000 Mann der bayerischen Armee die verschiedenen GarnisonS- und FestungS- besatzungStrupPen diesseits und jenseits deS Rheins bilden sollen. Was bisher von einer demnâchstigen Reduktion gesprochen wurde, ist nur Vermuthung, denn bis zur Stunde hat eS einmal den Anschein, daß dieselbe nicht sobald, als man gedacht, erfolge.

Ein Bevollmächtigter der schleSwig-holsteinischen Statthalterschaft, Herr Schleiden, befindet sich seit gestern hier, ohne Zweifel, um sich bei der Regierung für die Herzogthümer, über deren An­gelegenheit die Entscheidung dort bevorsteht, zu ver­wenden.

Die Abreise des Herrn StaatSministerS v. d. Pfordten zum Kongreß nach Dresden ist auf näch­sten Samstag Morgens festgesetzt.

Aus Thüringen, 16. Dezember. DieGoth. Zeitung" deutet in einer ihrer letzten Nummern dar­auf hin, daß der StaatSrath Seebeck in Berlin im Namen der thüringischen Staaten gegen daS Eingehen auf die freien Dresdener Konferenzen sich erklärt habe und daß die kleineren Staaten anfingen gegen diese Konferenzen Mißtrauen zu hegen.

Berlin, 16. Dezbr. (D. Z.) In Sachen der Vervollständigung des KabinetS hat heute abermals ein Vortrag des Ministerpräsidenten bei dem Könige in Bellevue und später im Ministerrath stattgehabt; wie man vernimmt, ist es immer noch zu keinem definitiven Resultate gekommen. Eine kombi- nirte Opposition der Mittelstaaten soll in Dresden nicht zu erwarten sein, da der Bund und seine Verfassung alS solche nicht aufgegeben, sondern nur mit freier Zustimmung aller Regierungen reorgani- sirt werden wird; doch soll Bayern noch immer die Absicht haben, in Vereinigung mit den andern Mil- telstaaten eine allgemeine deutsche Volksvertretung neben dem Bunde zu beantragen. Die Wünsche und Propositionen der Mittelstaalen werden nicht in der eigentlichen Konferenz, sondern in Vorbe- rathungen zur Erledigung kommen. Man hört ver­sichern, daß sich jedenfalls die leitenden Staatsmini- stex von Preußen, Oesterreich und Bayern an der Konferenz selber beiheiligen werden.

Nach derNeuen Preußischen Zeitung" glaubt man inwohl-unterrichteten Kreisen", daß den Kammern unmittelbar nach ihrem Wiederzusammen­tritt am 3. künftigen.MonatS eine königliche Bot­schaft über die Olmützer Punktation und die aus derselben hervorgegangenen freien Konferenzen zugehen werde. ES ist schon erwähnt worden, daß Oestreich auf denfreien Konferenzen" nicht durch den Unterstaats­sekretär Werner, sondern durch den Grafen Buol- SLaueMM vertreten werden wird. Nach der 3L Pr. Z, ist dieser Pcrsonenwechsrl mit Befriedigung ausgenommen worden. Graf Buol ist ein Ver­wandter deS Baron v. Meyendorf, deS russischen Gesandten in Wien.

Berlin, 17. Dezember. (Köln. Z.) Während man die Uebereinstimmung Preußens und Oester­reichs als so vollendet darstellt, daß sich Oesterreich verpflichtet habe, die Höfe von Baiern und Wür- temberg für den gemeinschaftlichen Plan zu gewin- nen, wird und von Neuem versichert, Schwarzen­berg sei in Olmütz der förmlichen Verabredung über Delegation der Erekuiivgewalt auSgewichen. Oester- reich hat diese Form stetS als annehmbar bezeichnet, aber die Zustimmung seiner Verbündeten Vorbehal­ten. Darüber hinaus fei man auch in Olmütz nicht gekommen. Es ist allerdings anzunehmen, daß Oesterreich der Aufgabe, der Verwirklichung des Dualismus bei feinen Verbündeten zu befürworten, sich nicht entziehen konnte.

Die Nat.-Z. schreibt: Beim Obertribunale kam heute die Disciplinarsache gegen den Vizepräsidenten p. Kirchmann und die übrigen vier Richter deS Kriminal-Senates deS AppellalionSgerichleS zu Ra- tibor wegen des Beschlusses in dem HochverrathS- Prozeffe gegen den Grafen OSkar von Reichenbach zur Verhandlung. DaS Oberlribunal hat sein Ur­theil dahin gefällt, daß der Vizepräsident v. Kirch­mann noch drei Monate vom Amte zu suspen« Piren und demselben für diese Zeil nur sein halbes Gehalt auszuzahlen, er demnächst aber wieder in sein Amt einzuführen sei. Die anderen Richter wurden mit Verweis und Geldbußen belegt, und zwar die Herren Wollenhaupt und ProSke mit 50 Thlrn Hr. Uscher mit 100 THU». Die Verhand­lung der DiSziplinarsache gegen die fünf oppelncr Richter, welche ebenfalls heute beim Obertribunal Statt finden sollte, ist ausgesetzt worden.

Die von einem hiesigen Blatte wiederholt ge­gebene Meldung, daß der preußische Gesandte in Baden, Hr. v. Savigny, seine Entlassung nach, gesucht habe, ist nach der Deutschen Reform unwahr.

Kiel, 14. Dezcmb. Von Horst müßte man, wenn Worte Thaten wären, ein sehr energisches Handeln erwarten; er hat wemgstens vor den Tho­ren von Rendsburg eine sehr kriegerische Anrede an daS I. JâgerkorpS gehalten und große KricgSthaten für eine unferne Zeit in Aussicht gestellt. Gleich­lautende Mittheilungen soll ein Major vor der

Fronte seines Bataillons gemacht haben. Man spricht auch in diesem Augenblick von der Einberufung der dem Gouvernement zur Verfügung gestellten 18jâh- rigen Mannschaft als einer naheliegenden Eventua, litât. ES wagt sich auch immer lauter und drei­ster die Behauptung hervor, daß auch in diesem Jahre das KriegeSspiel der verflossenen wäre fort­gesetzt, daß jedesmal das Zeichen zum Rückzug wäre geblasen worden, wenn man den Feind in seiner Gewalt gehabt hätte, besonders wäre dieß bei Missunde der Fall und die eigentliche Veranlassung zu dem Zerwürfniß zwischen Tann und dem Ober­general gewesen. Leider bleibt diesem nicht viel mehr, als die Alternative übrig, entweder fei/ nen moralischen, oder seinen militärischen Ruf zu verlieren.

Wien, 14. Dezember. Dem Vernehmen nach wird der Kaiser noch im Laufe d. MtS. eine mehr­tägige Reise in der Richtung der Nordbahn antre- ten. Die wiederholten Angriffe deSLloyd" auf den Finanzminister erweckten neuerdings daS Gerücht, daß Baron Krauß fein Portefeuille niederlegen wolle, und man ergeht sich in Muthmaßungen , welchen Nachfolger derLloyd" in Petto habe. Einstweilen ist alles dieß bloß Gerücht und nur gewiß, daß der Ministerrath über die Finanzen fleißig Berathungen hält, diese aber noch zu keinem Resultate geführt haben. Feldmarschall Graf v. Radetzky hat heute bei dem Kaiser Abschieds-Audienz gehabt. Die erfreuliche Botschaft von der friedlichen Wendung der Dinge soll Se. Majestät dem Marschall per­sönlich mitgetheilt haben. Bei seiner Abreise hat sich der Marschall jede Feierlichkeit verbeten. Die Kommission, welche mit Abfassung des Ent­wurfes eines allgemeinen österreichischen Zoll -Ta­rifes betraut war, hat ftcb getrennt, und daS be/ zügliche Elaborat liegt bereits zum Drucke vor.

Der Lloy meldet nach dem NeuigkeitSbureau: In gut unterrichteten Kreisen spricht man davon, daß in nicht ferner Zeit von den sämmtlichen ge- regelten europäischen Mächten entscheidende Schritte gegen die Schweiz, reip. gegen den Herd des Radi­kalismus , den die Flüchtlinge aller Nationen dort aufgeschlagen haben, um Unordnung und Aufregung über Europa zu verbreiten, übereinstimmend vorbc- reiten werden.

Wien, 15. Dez. Einlangenden Berichten zu­folge geht die Betheiligung an dem lombardisch - venetianischen Anlehcn günstig von statten. Welche unüberwindliche Abneigung übrigens in den italie­nischen Provinzen überhaupt gegen alles herrscht was Papiergeld und StaatSpapier heißt, möge man daraus ersehen, daß dieComune Udine", welche auf den ihr repartirten Theil 5 Millionen Lire vom erwähnten Anlehew-zw.Lckernetzâ»-haur , phne sich nur zu besinnen, den ganzen Betrag mit einem Nachlaß von baaren 10 Prozent in Silber einem Handlungshause überließ! Daß die Summe bei diesem enormen Rabatt sogleich, und zwar größten- theils hier im Wege der Subskription vergriffen wurde, braucht wohl kaum erwähnt zu werden. Graf Radetzky ist heute früh auf der Südbahn nach Ita­lien abgereist. Der Marschall hält heute sein erstes Nachtquartier in Mürzzuschlag, daS zweite in Lai­bach, das dritte in Porbenone, und trifft am 4ten Tage in Verona ein.

Frankreich»

Paris, 17. Dezbr. Nach amtlichen Berichten betrugen die Wähler nach den Listen von 1849 9,618,057, nach denen von 1850 in Folge des neuen Wahlgesetzes 6,611,186, also weniger 2,906.871. Die bonapartistische ZeitungPays" kündigt vom 1. Januar 1851 als Feuilleton an: Memoiren von Lola Montez, Gräfin von Landsfeld, von ihr selbst geschrieben. Dieses Feuilleton ist eine Spe­kulation der Lola Montez, ihre Börse zu füllen. DaS Geld dazu soll die Gesellschaft deSDix Decembre" beigeschafft haben.

Patrie" erklärt sich ermächtigt, das Gerücht von einer Scheidung des Königs von Dänemark von seiner morganatischen Gemahlin zu widerlegen.

Alle Blätter, mit Ausnahme der republikanischen und derOpinion publique", erklären sich für Bei­behaltung des neuen Wahlgesetzes.

Die äußerste Linke ist gegnwärlig in drei Frak­tionen gespalten. Außer den Fraktionen Michel (von Bourges) und Mathieu (de la Drome) hat sich nämlich noch eine dritte Fraktion JuleS Favre gebildet, welcher Grevy, Viktor Hugo, Girardi», Charras, Laure»t (von Ardecke) angchören. Die- , selbe soll die Verbindung deS Berges mit der Par« I tei Cavaignac als Uebergang vermitteln.

Paris, 17. Dez. ES möchte Sie interessiren, zu erfahren, daß der österreichische und preußische Gesandte gemeinschaftlich mit dem Botschafter Ruß, landS vom Präsidenten dieser Tage offiziell empfan­gen worden sind. L. Napoleon beglückwünschte die Vertreter der beiden deutschen Mächte zu dem er­freulichen (?) Resultate der Olmützer Konferenz, hatte indessen Takt genug, nicht aach gegen den russischen Gesandten ein Gleiches zu thun, was derselbe ersichtlich erwartet zu haben schien.

Die Regierung soll in Folge von Depeschen, welche sie von ihrem Gesandten in Rom, Hrn. v. Rayneval, erhalten, und auf ein besonderes Ansu, chen des Generals Gemeau beschlossen haben, biS auf Weiteres keine Reduktion deS Okkupationskorps in Rom eintreten zu lassen.

Im ElysSe-National soll man jetzt ernstlicher als je daran denken, einen neuen DotationSentwurf zu Gunsten deS Präsidenten L. Napoleon vor die Nationalversammlung zu bringen. Zn verschiedenen KlubbS der parlamentarischen Majorität soll diese Angelegenheit demnächst in Anregung kommen.

Paris, 17. Dezbr. (K. Z.) Minister Barsche gegen den Antrag in Betreff der AuSdehnun- der Macht der Generalräthe für den Fall eined Staatsstreiches oder einer Revolution. Die wegen deS Lyoner KomplotS Angeklagten werden vor ein Kriegsgericht gestellt, nicht vor den hohen Gerichts­hof. In der National-Versammlung wurde die Hypotheken Reform debattirt. Sämmtliche Jour­nale der Majorität sind für Beibehaltung deS Wahl­gesetzes. _____

Großbritannien.

London, 16. Dez. Die hier anwesenden Italie­ner wollen aufHannover Square ebenfalls einen anti« papistischen Meeting halten, der die Aufmerksamkeit deS Publikums sehr auf sich zieht, weil mehrere Mitglieder der republikanischen Regierung von 1848 dabei über daS Papstthum zu sprechen beabsichtigen, Morning Post", eines der Organe deS KabinetS, empfiehlt den Dresdener Konferenzen, den alten Bundestag wieder herzustellen, damit die Revolutio­näre sich überzeugen könnten, daß ihre Sache ver­loren sei. Außer einem großen Gasthofe für Ar­beiter wird auch für die Londoner Ausstellung von 1851 eine anglikanische Propaganda organisirt, welche Bibeln vertheilen und Bekehrungen machen soll; eS sind schon 500 Pfd. Sterl, zu diesem Zweck gezeichnet. Kardinal Wiseman hat gestern in der GeorgSkirche einen zweiten religiösen Vortrag über die Errichtung der katholischen Hierarchie in Eng­land gehalten. _________________

Italien.

Ein Brief auS Rom vom 3. Dezember in dem TurinerRisorgimento" berichtet, daß die österrei, chischen Truppen am folgenden Tage wiederum alle Stellungen einneßmen sollten, welche sie früher in Perugia und an anven Plätzen in Umbrien und den Marken innegehabt haben. Die Individuen; welche beschuldigt find, in den letzten Tagen der römischen Revolution einige Beichtstühle verbrannt zu haben, sind zu Isjâhriger Zwangsarbeit verurteilt wor­den; auch Ciccruacchio, dessen man nicht habhaft geworden, befindet sich unter den Drrurtheilten. Der Prozeß wegen der Verbrennung einiger Kardinals­wagen ist noch nicht zu Ende gediehen.

Dem TurinerRisorgimento" wird unterm 9. Dezember aus Rom geschrieben:Ein Agent des Hauses Rothschild hat vor einigen Tagen eine Konferenz bei dem Kardinal Antonelli gehabt, um im Namen seines Chefs di« Ausführung gewisser Konzessionen, welche im Interesse der Juden ver­sprochen worden sind, zu verlangen. Der Kardi­nal hat demselben geantwortet , daß die päpstliche Regierung, welche vorzugsweise geistlicher Natur sei, dasjenige, waS die anderen Regierungen ge­than hätten, nicht thun könne, ohne ihre Existenz zu kompromtttiren. Er setzte hinzu, die Regierung hätte große Jrrlhümmer gemacht; er könne dieses eiiigestehen, weil er denselben fremd sei, daß die Zeit dennoch gekommen sei, wo er seine zu schmerzliche Erfahrung in Anwendung bringen könne. Alles, was der Agent hätte erlangen können, sei die Hoff­nung gewesen, daß bei der GerichlSreform, die eben in Roni vorbereitet wird, die Juden die nämliche Geltung erhalten sollen, wie die übrigen päpstlichen Unterthanen.

O-stindien.

Nach den der AugSb. Allg. Ztg. über Triest zugegangcncn letzten Bombayer Zeitungen biS zum 16. Nov. war Nepalese Bahadur, der als Gesandter in England gewesen, glücklich in Bombay anqekom- men, wo er ehrenvoll empfangen wurde. Er trat am 14. November eine Pilgerfahrt »ach dem be­rühmten Hindu-Tempel in Dwarka an, und wollte dann nach Calcutta weiter reisen. In Bombay er/ fuhr die Gesandtschaft den Tod der Königin (Ma­harani) von Nepal, und legte sofort tiefe Trauer an. Eine Singapurer Ztg. vom 6. Nov. meldet, daß die Holländer mit mehreren kleinen Malaienfürsten, resp. Seeräubern, in Streit lagen.

A»S de» Mittagsposten.

Darmstadt, 19. Dez. Frhr. von Dalwigk ist zum großherz. Bevollmächtigten für die Dr«Sd«ne» Konferenzen ernannt worden.