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liegt noch in der Stadt Vacha; dort und in Gife« nach sind bereits Feldposten errichtet, m Vacha und Buttlar Überdieß auch Magazine, aus denen die Soldaten Mundvorrath und Fourage geliefert er- ha n Hinter Geisa sind die Truppen b.ö an d.e bäuerische Grenze, nach Tann zu, vorgeschoben; L er kurhessischen Grenze zu stehen die Vorposten nu? eine Viertelstunde hinter Buttlar. In und um Buttlar ist gestern Abend das Preuß. 7. Jägerregi- ment eingetroffcn, welches zuletzt in Hamburg stand und jene Stadt erst am vorigen Samstag verlassen hat. Dieses versieht den Vorpostenvienst, soll die Wachen jedoch mit ungeladenen Büchsen beziehen, weßhalb man kein ernstliches Zusammentreffen mit den Bundestruppen zu befürchten haben dürfte.

Leipzig, 12. Nov. Die Gerüchte vom Ein­märsche der Oesterreicher, der demnächst bevorstehen soll, mehren sich wieder, und mit Besorgniß, mit gerechtfertigter Besorgniß wacht man sich auf den Besuch kroatischer Freunde gefaßt. Eine Adresse an den König, welche hier in Umlauf gesetzt wer­den sollte, und worin derselbe flehentlich gebeten wurde, der bisherigen Politik zu entsagen und sich an Preußen zu schließen, ist auf Hindernisse gesto- ßen, die ein weiteres Vorgehen damit unmöglich machten.

Detmold, 10. Nov. In der Nacht vom 4. auf den 5. d. Mts. ist, wie das fürstlich lippesche Rcgiernugsblatt anzeigt, von den auf der Groten­burg am Fuße des kolossalen Unterbaus in einer Bretterbude aufhewahrten kupfernen Fragmenten zu einem künftigen Standbilde Hermans des Cheruskers der rechte Arm gestohlen worden. Es scheint nicht, daß die Diebe, wahrscheinlich poli­tisch sehr unschuldige Hirtenjungen aus einem der benachbarten Dörfer, eine Anspielung auf den der- maligen Stand der deutschen Sache beabsichtigt haben.

Berlin, 10. Nov. DieNat.-Ztg." will von einem Befehl wissen, welchen Hr. v. Nadowitz er­halten, nach England zu gehen, um daS dortige Kriegs- namentlich Artilleriewesen zu stuoiren. (?) DieNat.-Z." bemerkt dazu;Man will in dieser Verbannung auS der Nähe des Königs einerseits ein Zugcständniß an Rußland und Oesterreich, an­dererseits eine Machination der Partei sehen, welche den Einfluß eines unzweifelhaft geistreichen Man­nes, der wenigstens nicht ganz ihren absolutistisch­pietistischen Standpunkt theilt, fürchtet.

Hamburg, 12. Novembers (Wes. Z.) Unsere Stadt ist in Folge der jetzigen politischen Konstel­lation in einer Aufregung, wie wir sie mit Aus­nahme der Augusttage deS vor. Jahres seit 1848 nicht erlebt haben. Heute ist daS erneuerte Gerücht : von bevorstehendem Anmarsch der österreichischen Intervention Struppen nach Holstein wieder ! stark verbreitet. An Hannovers Protest glaubt | man wenig rmd ist viel eher geneigt an eine ver- 1 zweifelte Gegenwehr der schleswig-holsteinischen Ar­mee zu glauben. Hat man doch sogar geglaubt, die schleSwig-holsteinischen Kanonenböte seien be­stimmt einen Uebergang der Oesterreicher über die Elbe zu hindern, und Willisen sei deßhalb dieser Tage in Altona gewesen. So findet das Unwahr­scheinlichste Glauben, was doch jedenfalls geschehen wird, daß Preußen die Schmach ver österreichischen Intervention nicht abwehrt. Die Mobilmachung zwingt leider viele wackere Preußen der schleswig- holsteinischen Armee in ihr Vaterland znrükehren, schon haben manche ihre Heimreise angetreten.

Lübeck, 11. Nov. Der so viel besprochene französische Oberst Latour du Pin, der nicht in Paris, sondern nur in Berlin gewesen zu sein scheint, war gestern wieder hier. Er kam von Ham­burg, und eS scheint also, daß er wieder nach Ko- petthagen gehen wird.

Kiel, 11. Nov. Der Generalmajor von Wissel, Chef der Artillerie, soll gleichfalls um seinen Ab­schied nachgesucht haben. In Rendsburg erregte dieser Tage eine Person vieles Aussehen, die sich Prinz Plantagenet nannte und öffentlich in einer von Gold starrenden Phantasieuniform, mit unge­heueren goldenen Epauletts und einem kostbaren damaSzirten Säbel erschien. Es legte sich den Titel eines englischen Feldmarschalls bei und wünschte Dienste in Schleswig-Holstein zu nehmen. Einige wollten ihn für einen Sohn deS Herzogs v. Susser halten.. Da aber der gothaische Hoskalender keinen Prinzen Plantagenet kennt, und der englische Feld- marschal sich ohne alle Legitimationspapiere befand, so wurde ihm an die Hand gegeben, sich anderwärts umzusehen.

Von demItzehoer Wochenblatt" wird ein charakteristisches Beispiel dänischer Menschlichkeit erzählt. Als der oldenburgische Hauptmann Wed- derkop im Flensburger Lazareth ampuiirt war und man gewahrte, daß er nicht das Leben behalten werde, ließ man ihn in jener Kammer allein liegen, ohne sich weiter um ihn zu bekümmern, als daß man ihm seine Nahrung hinsetzen ließ. Umsonst

flehete der Sterbende um eine Unterredung mit ir­gend einem gebildeten Menschen, da er noch etwas Wichtiges, welches ihm auf dem Herzen liege, mit« zutheilen habe; umsonst baten einige Damen, zu ihm gelassen zu werden: eS sei nicht mehr nöthig hieß cs, der Verwundete müsse doch sterben. So ist er denn auch am dritten Tage allein und ver­lassen gestorben, wie es heißt, bei verschlossener Thüre, und nicht einmal seine Todesstunde ist Je­manden bekannt geworden, denn bei seinem letzten Kampf war Niemand zugegen.

Memel, 7. Nov. (Osts. Z.) Die Stürme der letzten Tage haben auch hier ihr Opfer fver, langt. Ein englisches Briggschiff ist gestern Nacht hier am Süderhaken gestrandet und mit Mann und MauS untergegangen. Von einem zweiten ebenda gestrandeten Handelsschiffe ist die Mannschaft ge­rettet.

Wien, 10. Nov. Marschall Radetzky begibt sich im Laufe der nächsten Tage, wie ich höre, am 21. d. M., zur Nordarmee nach Böhmen, wohin ihn der Kommandant der ersten Armee, F.-Z.-M. Graf Wratislaw, begleiten wird. Die Unterhand­lungen zwischen Berlin und hier dauern fort, waS immerhin ein günstiges Zeichen ist, daß man einer Verständigung die Thore nicht verschließt.

Wien, II. Novbr. (K. Ztg.) Die wichtigste Nachricht des TageS ist, daß Würlemberg durch seinen hiesigen Gesandten, Herrn v. Linden, Bruder deS vcrsassungSbrüchigen Ministers, eine österreichische Intervention nachgesucht hat, weil die Regierung sich nicht stark genug fühlt, um den Folgen ihrer letzten Gewaltstreiche zu begegnen. jNach den in Bregenz übernommenen Verpflichtungen wird Oester­reich nicht umhin können, dem Ansuchen zu entspre­chen. UebrigenS tritt damit ja der schon längst her- beigewünschte Augenblick ein, der preußischen Be­satzung Badens ein Paroli zu biegen. Die schlimme Frage ist nur: wo die Gelder und auch die Mann­schaft hernehmen? bereits hat man angcfangen, sich an dem Reste deS baaren Bankfonds zu vergreifen, und das Dekret, welches eine weitere Aushebung von 75,000 Mann befiehlt, liegt dem Kaiser zur Unterschrift vor. In Kroatien erhebt sich bereits ein sehr widerspänstiger Geist, und die vorgestern hier angelangten Regimenter machten vielerlei Schwierig­keiten, als sie auf der Nordbahn weiter lranSportirt werden sollten. Nirgends in Oesterreich offenbart sich eine Spur patriotischer Begeisterung. Wie will man solche aber auch von den Croaten, Magyaren und Italienern ver­langen? Es bleibt also nur der Deutsche. Aber wie politisch unmündig derselbe auch der Mehrzahl nach hier zu Lande ist, für den Bundestag kann er doch nicht enlhustaSmirt werden.

Wien, 10. Nov. (Allg. Z.) Der Hoffnungs­schimmer deS Friedens ist noch nicht erloschen, jedoch dauern die Kriegsrüstungen fort, und erst gestern wurde neuerdings der Befehl zum Ankauf von 14,000 Pferden gegeben.

Frankreich

Paris, 12. Nov.RonstitutionneP kommt heute abermals auf die Dczembristenverschwörung zurück. Als daS HauS desjenigen Spezereihändlers, wo die Verschwornen angeblich. zusammen gewe­sen , wurde daS Haus des Herrn Pichon bezeichnet. Der Untersuchungsrichter hat sich dahin begeben und gefunden, daß wenn das betreffende Zimmer auch von allen Möbeln geräumt gewesen, eS doch nicht 26 Personen hätte in sich aufnehmen können; daS Komplott sei also schon auS Mangel an Raum eine Unmöglichkeit. Was den Charakter einer Mystifi­kation noch vermehrt, ist, daß diejenige Person, welche dem Polizeikommissär Non Bericht abstattete und welche der Verhandlung beigewohnl haben will, nicht aufgefunden werden konnte. Dagegen beharrt Ordre" darauf, den Vorfall als eine Thatsache zu betrachten.

Presse" wiederholt in einer heutigen Nummer die angeblicheBotschaft des Präsidenten der Re- publik an die gesetzgebende Versammlung", welche gestern so viel Aufsehen erregte und die Beschlag­nahme dieser Zeitung veranlaßt; heute führt sie aber den Titel:Persönliche Politik des Präsidenten der Republik". Man hatte anfänglich geglaubt, E. v. Girardin habe wirklich vorläufige Mittheilung der Botschaft erhalten und folgerte daraus auf einen Umschlag in der Politik deS Elysee; man ging sogar soweit, folgende Ministerliste Herumzubielen: E. v. Girardin für die Finanzcn; Grevy das Innere; Iulius Favre die Justiz; Lamartine das Auswärtige; Billault die Marine; V. Lefranc die öffentlichen Arbeiten; Durand-Savoyat Ackerbau und Handel: V. Hugo Unterricht und Bedeau Krieg. Man be­stürmte Herrn Girardin, als künftigen Premier, schon mit Gesuchen und Empfehlungen, natürlich alles umsonst, da an der ganzen Sache kein wah­res Wort war. Es herrscht übrigens nur eine Stimme der Mißbilligung über dies Verfahre» der

Presse", deren? Zweck nichts anders war, als den Präsidenten und seine Botschaft mit seinen früheren Aeußerungen in Widerspruch zu setzen.

Mehrere Abgeordnete der gemäßigten Linken haben einen Antrag gestellt, um die Vorlegung der Protokolle der ständischen Kommission zu verlangen.

Paris, 13. Novbr. In der heutigen Sitzung der National-Versammlung bekämpfte Hr. Barrot' und die Versammlung verwarf den Antrag auf Vorlegung der Sitzungs-Protokolle der Perma­nenz-Kommission. Die früheren Vize-Präsidenten und Sekretäre wurden wieder gewählt. Für den Vorschlag wegen einer Polizei der Legislativen wurde eine Kommission bestellt. Die TierS-Partei nähert sich dem Präsidenten Napoleon wegen seiner Botschaft. Tigny hat seinen Antrag für Herstel­lung deS allgemeinen Stimmrechtes zurückgezogen.

Die Flotte ist in Brest angekommen.

Italien.

Venedig. Eine telegraphische Depesche hat nun auch den Oesterreichisch«Italienern die Nachricht überbracht, daß die lombardisch-venetianische An­leihe definitiv in eine ZwangSanleihe umgewandelt ist. Die erste Einzahlung soll innerhalb 8 Tagen erhoben werden. Ein bezügliches Dekret ist bis jetzt nicht erschienen, aber man weiß, daß die Zah­lungen in Silber mit Ausschluß der Papicrmünze erfolgen sollen, welche die Bedingungen der frei­willigen Anleihe zuließen. Welchen Eindruck diese Nachricht auf daS Publikum wie auf die Börse ge­macht, läßt sich denken.

Turin, 3. Nov. Hr. Bianchi Giovini ist wie­der in Turin erschienen und hat die Redaktion der Opinionc übernommen. ES geschah dieß auf Ver­mittelung deö neuen HandelsministerS, Grafen Ca­vour, dem Bianchi sehr befreundet ist.

Turin, 8. November. Die diesjährige Session des Parlaments, die bis zum Schlüsse deS Jahres dauern sollte, wird zu Shifang der nächsten Woche geschlossen werden. Durch Ihre römische Kor­respondenz werden Sie bereits Mittheilung über die päpstliche Ansprache in dem Konsistorium vom 1. November erhalten haben. Auffallend ist, daß der Papst in seiner Ansprache nicht nur gegen die Siccardischen Gesetze und die Erilirung der beiden Erzbischöfe Fransoni und Marongiu-Nurra, sondern auch gegen das UnterrichtSgesetz von 1848 Protest erhebt.

Nach Briefen aus Rom vom 6. Novbr. war man dort mitten in einer Ministerkrists. Der Fi- nanzminister Galli und der Kriegsminister Kalbcr- matten hatten ihre Entlassung eiugcrcicht. AlS Nachfolger des ersteren wird Senator Goya und Graf Zuchini, als Nachfolger deS letzteren Fürst Orsini bezeichnet. Fürst Orsini hat daS ihm an- getragene Portefeuille bis jetzt abgelehnt.

Rußland.

St. Petersburg, 5. Novbr. Am 2. d. Mts. wurde durch das Ausziehen der kaiferl. Flagge auf dem Winterpalast den Bewohnern der Residenz die erfolgte Rückkehr Sr. Maj. deS Kaisers von War­schau angezeigt.

Aus den Mittagspoften.

Darmstadt, 14. Novbr. Kürzlich wurde Hein, rich Staust mit feinem jüngsten Sohne Jakob und der früheren Geliebten desselben in das hiesige Arrest­haus gebracht, weil sich bei ihnen werkhvollc Schmuck­sachen, die allem Anscheine nach zum Bcsitzlhume der Gräfin v. Görlitz gehören, vorgefunden hatten.

Berlin, 13. Novbr. (D. Ref.) Die Bundes, crekution in Holstein wird in der nächsten Woche unvermeidlich erfolgen. Die Regierungen haben sich bereits dahin verständigt, daß der Marsch der Truppen durch Kurhessen und Hannover erfolgen werde.

Berlin, 13. Nov. Die Liih. Korr, sagt: Wir können mittheilen, daß die fortlausenden Verhand­lungen zwischen Preußen und Oesterreich, Preuß. SeilS unterstützt von der Aufstellung des zu den Waffen gerufenen VolkSheereS, Oesterreich auf den Weg einer mäßigen und gerechten Politik zurückge- führt haben, indem es in seinen Verhandlungen Präpositionen geltend macht, die eine Erhaltung deS Friedens herbeiführen können. Es gehören zu die­sen Propositionen die freien Konferenzen ohne An­erkennung des Bundestags, sowie die österreichische Anerkennung deS Rechis Preußens auf die Etap­penstraßen. Ueber die Verhandlungen resp. Propo- siiionen in Betreff der Besetzung Kassels durch Preußen, sowie über das Recht zur Unirung über- Haupt herrschen schwankende Nachrichten. Fest steht nur, daß Preußen Kassel besetzt hält und besetz Hal-