selb- schon seit einiger Z-'t 'M Geheimen vorbere. t st Die Flucht erfolgte in der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag, und schemt der Gefangene i n Best Ke von Nachschlüsseln gewesen zu sein, da der am Morgen die Zelle öffnende ,Schließer Schloß SW«. umwW« »"» in »« 3<0« nur Züchtlinqskleircr des Gefangenen vorfand. Auf die erste Nachricht von der Flucht hat sofort eine starke reitende Schutzmanns-Patrouille über Span- Lu und Nauen die Spur des Flüchtigen verfolgt. Der Führer der Patrouille ist mit den erforderlichen Mitteln und Ordres zur ausgedehnten Verfolgung Dcrfcbcn.
Ein gestern vielfach verbreitetes, aber allerdings nicht zu verbürgendes Gerücht behauptet, daß die Flucht in der That in folgender Weise bewirkt worden sei: Einer der Gesangenwärter sei durch Bestechung von außen her vermocht worden, die Flucht zu vermitteln; es habe dieser in die Zelle Kinkel'S eine vollständige Offiziers-Uniform mit Helm und Schärpe geregt und mit dieser bekleidet soll Kinkel in der Nacht unter der Maske eines RondeoffizierS, der die Schildwachen inspizirt hat, ^nS Zuchthaus unangefochten verlassen haben.
Nach der „Konst. Ztg." soll Herr v. Persigny an den interimistischen Minister des Auswärtigen erneut daS Ansinnen gestellt haben, sämmtliche preußische Unterthanen auS der schleswig-holsteinischen Armee zurückzurufen. ES soll ihm geantwortet worden sein, daß dem Minister hierzu jede gesetzliche Ermächtigung sfchle. Preußische Landwehrmänner folgen selbstverständlich gegenwärtig der auch an sie ergehenden Einberufung. — Wie wir hören, wird in Beziehung auf die Kammermitglicder; welche zur Landwehr gehören, dieselbe Bestimmung Platz greifen, welche für 'Offiziere der Armee gilt, daß sie ohne Urlaub in die Kammer eintreten können.
Eine aus London hierher ergangene Kundgebung des englischen KabinelS v. Lord Palmerston soll die Versicherung geben, daß er eine Einmischung Frankreichs oder Rußlands in die Streitigkeiten Deutschlands nicht ruhig hinnehmen werde Und für den Fall einer Intervention sich weiteres vorbehalte. Die Stimmung im Publikum wird durch steigendes Mißtrauen in die wahren Absichten und wirklichen Zweck der Rüstungen sehr getrübt; wir nehmen jedoch noch Anstand, verschiedenen Gerüchten Ausdruck zu geben.
Wie wir hören, haben die Mitglieder des Für- stenkolleginms in den letzten Tagen wiederholt sich zu traulichen Besprechungen über ihre Haltung gegenüber der neuesten Wendung der preußischen Politik vereinigt. Man soll einstimmig der Ansicht sein, daß die Verwirklichung der ursprünglich an Oesterreich erklärten Zusage, die Unionsvcrfaffung aufheben zu wollen und dies durch eine Botschaft an das Fürstenkollegium zu erklären, ein Rechts- und Vertragsbruch sein würde, dem man durch einen gemeinschaftlichen Protest zu begegnen hätte. Ein solcher Protest würde, wenn er nöthig werden sollte, unter Hinweisung auf die wiederholten früheren Erklärungen Preußens unter Berufung an das Rechtsgefühl dieses Staates und einer künftigen Regierung desselben erfolgen.
Berlin, 9. November. Im Laufe deS gestrigen Tages ist der Staatsregierung von Seiten der hiesigen Kaufmannschaft das Anerbieten eines Anlehens von vierzehn Millionen Thalern gemacht worden.
Altona, 8. Nov. (Wes. Z.) Obrist Latour du Pin, der vorige Woche in Berlin war, ist in Hamburg. Daß er wieder nach Kopenhagen zurückkehren werde, scheint man dort selbst zu bezweifeln. Der Statthalter Beseler soll heute nach Berlin gereist sein.
Rendsburg, 7. Nov. (H. B.) Die Berichte, die hier über die den Bewohnern Angelnö und SchwansenS vom Feinde auferlegten Kontributionen an Viktualien, Fourage und dergleichen einlaufen, gränzen an's Unglaubliche. Widersetzlichkeit wird durch Zwangsmaßregeln bestraft; nebenbei müssen sich Die Einwohner Privatraubzüge gefallen lassen, deren Thäter in den meisten Fällen nicht zu entdecken sind.
Dem Vernehmen nach, sollOberst Fürsen-Bach- mann, Chef unserer Kavallerie, sein Abschiedsgesuch eingereicht haben. (H. C.)
Oberst v. d. Tann hat bereits einen Nachfolger gefunden. Es ist heute der Jngcnieuroffizier Oberstlieutenant Jeß in Kiel zum Chef des Generalstabs ernannt, wonach zu schließen, daß Ersterer entweder nicht zurückkehrcn, ober, wie cs kurz vor Abgang desselben verlautete, b.i seinem Wieberkom- nien eine untere Charge bekleiden wird.
Heute hat zwischen einer Kompagnie unserer Jäger vom 3. Korps und, wie man erfährt, drei Kompagnien Dänen in und um Breckendorf ein kleiner Kampf stattgefunden, wovon daS Resultat in so weit bekannt, daß die Unsrigen den Platz behauptet haben.
Der „Breslauer Zeitung'' wird auS Wien vom 5. geschrieben „Ueber die Bedeutung der gegenwär
tigen Versammlung der ausgezeichnetsten Generäle in der Residenz verlautet, daß nicht blos Berathungen über wichtige Militärresormen der Zweck seien, sondern namentlich die Absicht bestehe, sich der Beistimmung der Heerführer zu versichern wegen der demnächst bevorstehenden Aufhebung der Reichs- Verfassung vom 4. März, an deren Stelle, da man sich von ihrer Unhaltbarkeil überzeugt hat, nun mehr eine neue Konstitution oklroyirt werden soll, deren Umriß sich besser zu der Einfügung des Gesammtstaates in den deutschen Bund eignen dürfte.
Wien, 7. Nov. Durch einen KriegSministerial- Erlaß sind die Beurlaubungen von Ober- und Unteroffizieren, dann jene der Manschaften vorläufig ohne Ausnahme eingestellt worden.
Glaubwürdig vernehmen wir, daß ehestens eine Ministerialverordnung erscheinen werde, welche bestimmt, daß die sämmtlichen Studirenden in die Verzeichnisse der Militärlosungspflichten aufzunehmen sind, und eS dürften die nöthigen Vorkehrungen dazu schon bei den bevorstehenden Losungen getroffen werden.
Die Wiener Zeitung vom 6. November theilt mit, daß das letzte vom 5. d. aus Ebenzweier eingetroffene Bulletin über die Krankheit des Erzherzogs Ferdinand d'Este dahin laute: daß die baldige _unb gänzliche Aufreibung der Kräfte des erlauchten 'Kranken in naher trauriger Aussicht stehe.
Italien.
Die sardinischen Kammern haben am 5. d. in Turin ihre Sitzungen wieder ausgenommen. ES wurde keine Thronrede gehalten, da nur eine Vertagung des Parlaments stattgefunven hatte.
In Genua hat sich daS Konnte zur Unterstützung italienischer Flüchtlinge auS Mangel an Geldmitteln aufgelöst.
Rom. Der Papst hat am l. d. M. im geh. Konsistorium eine die Lage Piemonts betreffende Allokution gehalten und soll der Bannfluch gegen dieses Land in Aussicht gestellt sein. Ein früheres Gerücht, daß er bereits erfolgt sei, war demnach voreilig.
Nach Briefen aus Rom hat sich der Papst dem zwischen Oestereich, Parma und Modena abgeschlossenen Vertrage, in Bezug auf die freie Schifffahrt auf dem Po angeschlosscn.
Aus den Mittagsposteu
Mainz, 10. Novbr. Heute traf die erste Abtheilung der aus Westphalen in ihre Heimaih zurückkehrenden badischen Truppen hier ein und ging ohne Aufenthalt per Dampfboot nach Mannheim.
Frankfurt, 11. November. Die O.-P.-A.-Z. meldet: Herr Fürst Gorlschakoff ist heute um zwei Uhr Nachmittags von dem kaiserlich österreichischen Herrn Präsivial-Gesandten, Grafen von Thun-Hohenstein, in feierlicher Audienz empfangen worden, und hat Sr. Erzellenz daS Kreditiv übereicht, welches ihn in der Eigenschaft als außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister Sr. Maj. deö Kaisers aller Reußen bei dem deutschen Bunde beglaubigt.
Von der würtembergischen Grenze, 5. Nov. (D. Volksbl.) Heute Vormittag elf lUjr sind die bisher in der Nachbarstadb Hechingen gelegenen preußischen Truppen ganz plötzlich und unerwartet mit Sack und Pack abgezogen, um noch in einem forcirten Marsche nach Sigmaringen zu gelangen, von wo aus sie sich sodann mit den in Baden befindlichen Truppen vereinigen sollen.
München, 9. Nov. (A. Abbz.) Man spricht von einer aus Wien cingetroffenen telegraphischen Depesche, wonach sämmtliche bunbes- freundliche Regierungen den diploma- tischen Vekkehr mit Preußen abbrechen sollen.
Berlin, 9. Nov. Die hiesigen Blätter bringen heute eine Verordnung, betreffend die Zurückberufung der im Auslande befindlichen preußischen Militärpersonen vom Stande der Beurlaubten; durch diesen Erlaß verliert die schleSwig-holsteinische Armee gegen 3000 Mann:
Wie verlautet, ist heute bereits eine offizielle Nachricht von einer zwischen Hannover und Preußen abgeschlossenen folgenreichen Konvention hierher gelangt, wonach beide Staaten jeden Versuch, Ere- kutionslruppen nach Holstein durch ihre Länder mar- fairen zu lassen, zurückweisen würden. (Const. Z.)
Berlin, 10. Nov. Unsere auswärtigen Beziehungen stellen sich, namentlich was bie Allianz mit England betrifft, immer günstiger. Frankreich, oder doch die französische Regierung, scheint sich immer mehr der österreichischen Politik zuzuneigen. So meldet eine Privatdepesche, daß die französische Regierung damit umgehe, offiziell sich für das Recht
Oesterreichs und des Bundestags in der kurhessischen Frage zu erklären.
Kiel, 7. Nov. Von Gagern heißt, er läge krank in Rendsburg. Die Meinung von dem Austritt Tann'S aus unserem Heere erhebt sich zur Gewißheit. Eine Koterie, welche stets die Fernhaltung aller nicht streng konservativen Elemente anstrebte, an deren Spitze der Prinz von No er stünde, soll neuerdings eine Intrigue angesponnen haben, um auch den erst kürzlich in unsere Dienste getretenen Stabschef Görgey'S, einen kriegserfahrenen bewährten Offizier, auS dem Generalstahe zu entfernen.
OllmüH, 6. Nov. Die ehemaligen Vorstädte und umliegenden Ortschaften der Grenzfestung Oll- mütz füllen sich von Tag zu Tage mehr mit Truppen, welche von allen Seiten herbeirücken und, wie früher angesagt wurde, ein KorpS von 15,000 Mann bilden werden.
Paris, 9. Nov. Herr Goury du RoSlau, Gesandter in La Plata, ist in Paris angekommen. Derselbe hat dem General de La Hitte, Minister deS Auswärtigen, den Vertrag überreicht, welchen Admiral Lcprcdour mit Rosas abgeschlossen und dem der General Oribe bei getreten ist.
Zugleich mit der „Gesellschaft vom zehnten Dezember" ist auch durch Beschluß deS SlaatSrathS eine legitimistische Verbindung, welche unter dem Namen „Legitimisten - Zirkel" bestand, aufgelös't worden.
Florenz, 29. Oktober. Ein neuer Postvertrag zwischen ToScana und Frankreich ist abgeschlossen.
Ein Gensd'armcriefelvwebel ist gestern auf offener Straße ermordet.
Wiesbaden, den 10. Nov. In No. 259 Ihres Blattes tritt ein 0 Korrespondent, Von der Lahn, 29. Okt., für die Fideikommisse auf und gedenkt meiner zugleich in einer väterlichen Zurechtweisung. AlS Freund der Presse habe ich gegen die Aufnahme dieses Artikels nicht daS Mindeste zu erinnern; erwarte aber, daß Sie auch meine Erwiderung aufnehmen. *)
Vor Allem muß ich dem Herrn Korrespondenten meinen Dank aussprechen, daß er über den in Hadamar und Esch vorgekommenen Fideikommissarischen Skandal Erkundigung eingezogen hat und die Richtigkeit zugiebt.
Meine angezogene Flugschrift hat der Herr Korrespondent nicht gelesen. Ich kann das freilich auch nicht verlangen, da er diese Ehre nicht einmal den Grundrechten und den Nassauischen Gesetzen erzeigt. — Der gute Mann hat offenbar, als er die von ihm ungezogene Stelle fand, in seiner Freude gleich zu der Feder gegriffen; denn sonst hätte er auf derselben Seite die Stelle gefunden:
„Unter diesen Umständen hat der Staat nur „die Wahl, daS Fideikommiß-Jnllitut anfzu- „heben, oder neu zu organisiren. Letzteres kön« „nen wir nicht, wegen der Grundrechte und „der Verordnung vom 28. Dezember 1849, also „muß daS Erstere geschehen".
In der angeführten Verordnung (Zusammenstellung deSNassauischen StaatSrechts) heißt cS 8.38:
„die Familien-Fiveikommiffe sind aufzuheben".
Ich bin also zu meinem Verlangen der Aufhebung nicht, „mittelst unhaltbarer Beweisführung" und „falscher Voraussetzungen" gekommen, sondern auf dem ganz einfachen Wege, daß ich verlangt habe, die Regierung solle ihreGesetzevoll« ziehen. Und dies darf doch jeder verlangen. Es hat schon vielseitiges Befremden erregt, daß die Regierung immer noch keine sichtbaren Schritte gethan, um dieses Gesetz zu vollziehen.
Meine Fmanzpläne sollen, nach deS Herrn Korrespondenten Ansicht, zum Ruin deS StaatSver- mögenö führen. Derselbe führt als -Grund an: „seine feste Ueberzeugung". Nach der Art, wie der Herr die LandeSgesetze studirl resp, nicht studirt, kann er nicht verlangen, daß auf seine Ueberzeugung irgend ein Gewicht gelegt werde.
Schließlich bedrohet mich derselbe noch mit einer „gründlichen Zurechtweisung". — DieS ist freilich bedenklich; denn cS erinnert, wie überhaupt der ganze Artikel, an jene bekannte Partei, welche für jede Druckschrift die Formel: „mit Erlaubniß der Obern" verlangt und für die Ueberlreter eine Skala von Strafen bereit hält, die mit der Zurechtweisung beginnt und mit dem Scheiterhaufen endigt. **)
Sollte vielleicht die Rücksicht auf letztere Strafart dem Herrn Gegner die Erhaltung der Wälder so wünschenSwerth machen?
Dem in Aussicht gestellten Zurückkommcn auf meine Broschüre sehe ich getrost entgegen, muß aber doch dem Herrn Gegner noch zurufen: „Grobheiten sind keine Gründe und Witzeleien kein Geist".
Dr. LeiSler sen.
*) Das versteht sich wohl von selbst.
** ) Diese Bemerkung dürfte auf den 0 Korrespondenten nicht ganz passen. Die Red.
Verantwortlicher Redakteur: Dr. A. Boczek.