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Stuttaart, 80. Oktbr. Seme Malestat der Kenia von Würtemberg soll dem Vernehmen nach aenei' t sein, im Falle eines Krieges ein Kommando âbt 20 000 Würtemberger und 3040,000 Oester- reicker ui übernehmen. Die königl. FelVaKrustung sollvarat da lieben. In der Fremdenliste deS StaatSa eigerS vom 28/29 d. M, findet sich - > NftN'scher General, von Bregenz. Bekannt­lich meldete der amtliche ^vroler -Bote vom 22. <. MtS die Brigade Zobel in Vorarlberg habe Be­fehl zur Marschbereitschaft erhalten.

Koburg, 30. Okt. (N. Korr.) Der Herzog von Koburg ist nicht nach Magdeburg gereist, um den Oberbefehl über eine preußische Heerabtheilung zu übernehmen; er hat während der angegebenen Zeit sein Land nicht verlassen.

Leipzig, 2. Nov. Bürgermeister Gasch in Waldheim ist wegen seiner Betheiligung an den Maiereignissen zu 15 Jahren Zuchthaus verurtheilt worden.

München, 2. Nov. (Telegraphische Depesche.) Die Angaben derTimeS", bezüglich auf die Be­setzung der Rheinprovinz und Schlesiens, werden von derNeuen Münchener Zeitung" offiziell als vollkommen »»gegründet erklärt.

Berlin, 30. Okt. Die K. I. schreibt: Die große Nachricht ist, daß die preußischen Vorschläge in War­schau nicht angenommen worden sind. Hr. v. Meyen- borff hatte die freien Konferenzen unter gewissen Bedingungen empfohlen, wie denn seine Stellung, auch in Berlin als eine vermittelnde und noutrali- sirende sich stets geltend gemacht hatte. Der Union abgeneigt, ohne ihr mit offener Feindschaft entgegen­zutreten, wollte er den gegenwärtigen, von ihm als einen formellen bezeichneten Streit so bald als möglich zum AuStrag gebracht wissen. ES scheint ihm nicht gelungen zu sein. Man versichert, Schwar­zenberz habe an bas Versprechen des Kaisers er­innert, den Bundestag anznerkenneii, wenn derselbe den Frieden ratifizire und mit der Ausführung seiner Beschlüsse einen Anfang mache. Ist nun auch der Bundestag rechtlich noch nicht von Rußland anerkannt, so tritt die Unterstützung Beweiben durch den Czaren immer unzweideutiger hervor. Als zuver- ; lässig dürfen Sie annehmen, daß am 12. Okt. zwischen I Würtemberg, Bayern und Oesterreich ein Traktat ge- ; schlossen worden ist, dahin gehend, daß die Beschlüsse ! deS Bundestages zurAuSführung kommen sollen. Man j hat daS Faktum wiederholt in Abrede gestellt, es wird uns dasselbe jedoch von Personen, die den Vertrag gelesen, bestätigt. Preußen setzte indeß seine Vermittlungsvorschläge betretene die Einsetzung von gemeinschaftlichen Kommissionen ad hoc fort. Man hoffte hier bis zum letzten Moment, sie würden an­genommen werden. Dieß wäre also nicht geschehen. > Also die freien Konferenzen sind nicht angenommen, j so wenig wie die gemeinschaftliche Kommission in | Kurhessen. Die Briefe (nicht Noten), welche dieß | gestern in positiver Weise mittheilten, sollen so miß­billigend gelautet haben, daß der König sich nicht j auf die befohlene Jagd begeben wollte. Gestern i Abends war ein neuer Ministerrath. Ein an die Königin gerichteter Brief soll ihr Thränen entlockt haben. Heute früh war Konferenz im Ministerium deS Auswärtigen, welcher der König beilpohnte. Gebe der Himmel, daß Preußen nur jetzt nicht einen Zoll von seinem guten Rechte zurückweiche!

Berlin, 31. Okt. Wie sehr die Statthalter­schaft in Schleswig-Holstein den Frieden swünscht, davon hat sie neuerdings wieder einen Beweis ge­geben, indem sie sich gegen den General v. Hahn erboten hat, wenn die dänische Armee sich hinter die Demarkationslinie ziehen werde, einen Waffen­stillstand auf ein Jahr abzuschließen. Daß sie nur unter der angegebenen Bedingung und nicht auf kürzere Zeit als ein Jahr die Waffen ruhen lassen will, hat seinen guten Grund darin, daß das jetzige Schalten der Dänen in Südschleswig niemals zum Frieden führen kann unb daß man keine Veranlas­sung hat Dänemark die Gefälligkeit zu erweisen, in diesem Jahre wie in den beiden verflossenen den Waffenkampf im Winter einzustellen, damit er im Frühjahre von dänischer Seite mit größerem Ersolg wieder ausgenommen werden könne. (C. Z.)

Berlin, 29. Oktober. (D. Rchsztg.) Wir er­fahren heute die erste Wirkung der neuesten Lon­doner Anträge und Anklagen wider Preußen in puncto seiner angeblichen, den Frieden verletzenden, Begünstigung der Schleswig-Holsteiner durch Zu­laß von Zuzüglern und anderer llnterstützung. Der hiesige Verein für die Herzogthümer hatte' große Tafeln drucken lassen mit der Bitte um milde Beiträge für unsere leidenden Brüder. Bis jetzt hatten sie unbeeinträchtigt an den Schaufenstern und in den Läden ausgehangen. Heute kam der ausdrückliche Polizeibefehl, sie hcreinzuuehmen. Der Polizeimann wartete, bis es geschehen. Eine Rekla­mation dagegen wird voraussichtlich ohne Wirkung bleiben.

Berlin, 2. Nov. (Telegraphische Depesche.) Die ministerielleDeutsche Reform" bringt heute einen kriegerisch lautenden Leitartikel. Die De­pesche, welche das Einrücken der Bayern in Hanau meldete, habe, meint dieDeutsche Reform", die M ö g l i ch k e i t v o'n Konflikten nahe g c- bracht. DieReform" glaubt, daß einseitige Nebereilung die Schuld des vollbrachten Ein­marsches in Kurhessen trage. Der Kaiser von Rußland hat am 29. Okt. NachtS Warschau wieder verlassen und ist nach St. Petersburg wieder zu­rückgekehrt.

Hamburg, 31. Oklbr. (T. D. d. W.-Ztg.) Die Bürgerschaft hat in ihrer heutigen Sitzung die SenatSpropositionen, darunter eine die Kündigung der Militärkonvention mit Oldenburg betreffende, angenommen. Graf Moltke-Grünholz, der Prä­sident der ritterschaftlichen Versammlung vom 24. in Kiel, ist in Kopenhagen angekommen. Der fran­zösische Oberst Latour du Pin ist nach Paris ab­gereist.

Aus Schleswig, 30. Oktober. (D. A. Z.) Die dänische Armee hat in den letzten vier­zehn Tagen große Anstrengungen gemacht. DaS darf man sich nicht verhehlen. ES sind alle noch disponiblen Mannschaften unb Rekruten auS dem Königreiche wie auS dem Norden Schleswigs her, beigezogen, sodaß die Armee jetzt in ihrer Ausdeh­nung wohl eine Stärke bis 40,000 Mann zählt. Die VertheidigungSwerke sind nach allen Seiten hin verstärkt und Wälle, Blockhäuser und Schanzwerke in Masse errichtet, besonders ist DieS an venjeni: gen Orten geschehen, wo man bei der Verminde­rung der Wasserinassen einen Uebergang leicht be­werkstelligen kann. Alle fdiese VertheidigungSwerke sind mit zahlreichen Geschützen des schwersten Ka­libers versehen, die die Dänen leicht von ihren alten, unbrauchbaren Kriegsschiffen herbei schaffen konnten.

Wien, 29. Oktbr. Im Ministerium des Kul­tus finden Berathungen über Zivilehe statt. Der Beschluß darüber soll noch ungewiß, doch kennt man eine Aeußerung des Kultusminister, nach wel­cher derselbe daS Institut der Zivilehe sowohl von Seiten der Wissenschaft alö der Moral und Politik für »erweislich erklärte, welches ins Leben zu rufen er sich niemals herbeilassen werde.

Die Sendung des sächsischen Geheimrathcö Weinlig, der sich seit einiger Zeit hier befindet, be­trifft, wie wir hören, die vorgeschlagene Zoll- und Handelseinigung zwischen Oesterreich und den deut­schen Staaten. Nach dem gegenwärtigen Stand­punkte dieser Angelegenheit dürfte, wenn auch nicht die definitive Einigung jetzt schon, doch ehestens eine nach allen Seiten erwünschte Annäherung erzielt werden.

Wien, 30. Okt., Nachm. 3 Uhr. Der Kaiser | ist bereits gestern Abend wieder cingetroffen. Der 1 Bresl. Ztg. zufolge hat die Direktion der Südbahn die offizielle Weisung erhalten, daß ein ganzes Armee­korps, 30,000 Mann stark, aus Italien nach Böh­men rücken soll, wozu natürlich die Transportmittel der Eisenbahn von Laibach an in Anspruch genom­men werden. Sogar auS ToScana und dem Kir, chenstaat werden Truppen in die Nähe gezogen, un­bekümmert um die militärischen Vorkehrungen Sar­diniens, welches die Kopfzahl seiner Regimenter zu vermehren beschlossen hat.

Wien, 28. Okt. Die Hauptneuigkeiten der Allg. Ztg. von diesem Datum beschränken sich auf Berichte über die Truppenmârsche , die aus allen Punkten der österreichischen Monarchie in nördlicher oder westlicher Richtung stattfinben. Sämmtliche Schleppschiffe auf der Donau sind konsignirt, die Getreidepreise in Wien wie Pest deßhalb in die Höhe gegangen. Inzwischen dürfte Oesterreich sich genöthigt sehen, einen Theil seiner Streitkräfte an der Grenze gegen Bosnien aufznsteUen, da die Un­ruhen in Bosnien und ber Herzegowina, wo die Bevölkerung den Wessier vertrieben hat, einen im­mer ernstlicheren Charakter anzunehincn scheinen. ES ist nicht zu verkennen) sagt ein Korrespondent der Allg. Z. aus Triest, daß sich dort ein blutiges Drama vorbereitet."

Frankreich

Paris, 31. Oklbr. In der heutigen Sitzung der Permanenzkommission verweigert der Minlster Baroche, Aufschluß über die Versetzung Neumayer zu geben,' weil dies nur eine rein administrative Maßregel sei. Die Kommission nimmt diese Ant­wort zu Protokoll, faßt aber keinen Beschluß und vertagt sich bis Samstag. Der Kriegsminister Schramm war in der Sitzung nicht zugegen. Die Gesellschaft deszehnten Dezember" hat sich für permanent erklärt. Einem Gerüchte zufolge soll die Absetzung des Generals Perrot bevorstehen.

Man liest imPays":Der Prinz Ludwig Napoleon hat Montags in einer besondern Audienz

eine Person empfangen, die ihm ein goldenes Schiff auf Emailwogen übergab. DaS Schiff geht durch einen Mechanismus unter da erscheint die Gestalt LouiS Napoleons und die Wogen legen sich. Der Prinz hat dem Geber dieses allegorischen Mei­sterwerkes eine kostbare Stecknadel mit einer Biene übergeben". Die Biene ist bekanntlch auch ein kai­serliches Symbol.

Paris, 1. Aov. Zwischen dem Präsidenten und dem Minister Lahitte in der b e u l sch e n Frage herrscht augenblicklich mehr Meinungsverschiedenheit als jemals, und Hr. v. Persigny hat alle Aussicht, das Portefeuille deS Auswärtigen zu erhalten.

Italien.

Turin, 27. Oklbr. Der sardinische Gesandte Graf von Pralorme, soll seine Abberufung von Paris verlangt haben. Man schließt daraus, daß zwischen der französischen und der sardinischen Re- rierung nicht eben daSHerzlichste Einverständniß" herrsche.

Rom, 25. Okt. - Herr von Montalembert ist auf einem Dampfschiffe von Toulon hier angekom­men und hat sogleich um eine Audienz bei dem Kardi­nal Antonelli nachgesucht.

Griechenland

Athen, 22. Okt. Die Wahlen fielen fast überall ministeriell auS. Leonidas MauromichaliS hatte sich ebenfalls zur Haft gestellt. Der wieder von der englischen Gesandtschaft aufgestöberte Streit wegen vorübergehender Zurückhaltung der mit Korinthen beladenen englischen Dampfboote war ausgeglichen.

21 den Mittagsposten

Die Frankfurter Blätter bringen folgende wich­tige tel. Depesche auS Berlin vom 3. November: Die Reform vertraut nach dem AuSgange der gestri­gen Kronberalhung auf den Frieden. Der Mini­ster deS Auswärtigen hat seine Entlas­sung gegeben.

Frankfurt, 3. Nov. (O.-P.-A.-Z.) Nach so eben hier cingegangcnen sichern Privatnachrichten aus Berlin von gestern hat Hr. V. Ravowitz in der letzten Sitzung deS GesammtministeriumS wieder­holt die Mobilmachung der neun preußischen Ar­meekorps beantragt, und, als diese von sämmt­lichen übrigen Ministern verweigert wurde, sofort seinen Abschied eingereicht, der auchan- g e n o ni m e n würd e.

Frankfurt, 3. Novemb. (D. Z.) Bis heute Abend fehlt eS an aller Bestätigung der Mittags von der O.-P.A.-Z gebrachten Nachricht, daß Herr von Radvwitz feine Entlassung nachgesucht und er­halten habe. Wie man mit Sicherheit erfährt, ist auch den hiesigen preußischen Behörden bis zur späten Abendstunde nichts darüber bekannt gewor, den, Grund genug, die Richtigkeit der fraglichen Angaben in Zweifel zu ziehen. (Die telegraphische Depesche besagt, daß Herr von Radowitz um seine Entlassung nachgesucht habe, aber nicht, daß sie bis zum Abgänge der Depesche angenommen worden sei).

Fulda, 2. Nov. (Fr. I.) Es ist ein Befehl von WilhelmSbav hier eingetroffen, dem gemäß auch die kurheisische Landwehr, erstes Aufgebot, einbeordert wird, um mit ihren sämmtlichen Effekten nach Hanau zu marschireu.

Augsburg, 3. November, 9 Uhr Vormittags. So eben fahren österreichische Truppen auf der Ei se n b a h n v o r b c i. Die Nichtigkeits­beschwerde von Kolb ist vom Kassationshof ver­worfen worden.

Hanuover, 1. Nov. Der Staatsminister von Münchhausen, Vorstand des Ministeriums der aus, wärtigen Angelegenheiten, ist von Sr. köuiglichen Majestät zugleich zum Vorstand deS Ministeriums des königlichen Hauses ernannt.

Berlin, 30. Okt. (H. C.) Die neuesten Nach­richten auS Warschau lauten dahin, daß der Kai­ser von Rußland sich unbedingt für den sofortigen Beginn von Konferenzen erklärt hat, die von Bevollmächtigten aller deutsche«« Staaten zur Vermittellung und Ausgleichung der bisherige«« Differenzen abgehaltei« werden sollten. Sowohl der B «« n d e s t a g w i e d a s provisorische F ü r- st e nk o l l eg i u m sollen bis zu den durch jene mi­nisteriellen Konferenzen erzielten Entscheidungen ihre Wirksamkeit vertagen.

3n diesem Sinne soll auch die neueste russische Note, welche dieR. Pr. Ztg." als sehr kategorisch bezeichnet, abgefaßt sein.