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auf Verlangen der kaiserlichen Regierung nach Wien abaeqangen, um den dort abzuhallenden militärischen Konferenzen beizuwohnen. Gestern sind im Schlosse Den Soldaten die deutschen Kokarden abgenommen worden Damit, meint man, Hal man die zwei vergangenen Jahre auS dem Buche der sächsischen Geschichte gestrichen. Möglich, ja wahrscheinlich, daß die Geschichte diesemMan" ebenfalls einen Strich durch die Rechnung macht, und eS fragt sich dann sehr, ob es dieselben Hände sein werden, die jetzt den Soldaten die deutschen Farben abgenom­men, die sie ihnen wieder aufstecken.

Dresden, 29. Oft. DaS königliche sKriegS- Ministerium hat durch Verordnung nach eingeholter allerhöchster Genehmigung anbefohlen, daß in dem Soldateneide sowohl als in den Kriegsartikeln der Landesverfassung in Zukunft keine ausdrückliche Er, wâhnung mehr gethan werde.

Stolpen, 25. Okt. Von 30 und einigen Per­sonen, die hierselbst, angeblich wegen Betheiligung an den Maiereigniffen deS vorigen Jahres, in Un­tersuchung genommen worden, blieb von einer Am­nestie Bürgermeister Advokat Meyer und Schlosser, gesell Zeibig ausgeschlossen. Beiden ist soeben daS in erster Instanz auf den Tod lautende Urtel pu. blizirl worden. Beide Familienväter waren schon vor längerer Zeit wieder eingezogen.

* Hannover, 28. Okt. Ueber die amtliche Ver- kündiguNg der neuen Ministerernennungen bemerkt die Zeitung, f. Nordd.:Indem wir uns einiges Nähere zur Charakteristik der neuen Minister vor­behalten, machen wir für heute nur darauf aufmerk­sam, daß an die Stelle der bisherigen Ministerial- Vorstände oder Direktoren wirkliche Staatöminister getreten sind. DaS f. Patent, welches der Ernen­nungbeigegeben ist, scheint vorläufig daS Programm des neuen Ministeriums vertreten zu sollen Die Versicherung, daß der bisherige Gang der Regie« rung im Wesentlichen auch ferner befolgt werden soll, würde Alles enthalten waS zur Beurtheilung dieser Regierung nöthig ist, wenn man überhaupt bestimmt wüßte, wie der Gang der Regierung in der allgemeinen Politik in neuester Zeit gewesen ist. Für die inneren Verhältnisse läßt die k. Erklärung, wie eS gar nicht anders erwartet werden konnte, die Ausführung der grundgesetzlich verbürgten Re­formen hoffen". Für die Verwirklichung dieser Ge, setze sind Petitionen und Erklärungen von dem Volks- und Handwerkervereins in Celle, dem Bür­gerverein in Lüneburg und sonst aus verschiede­nen Orten des Landes neuerdings eingegangen.

Berlin, 26. Okt. (D. A. 3D Oeffentliche Blätter bringen die Nachricht, daß England, Ruß­land und Frankreich jetzt die Pazifikation Hol­steins in die Hand nehmen würden. Es ist leicht, die Absurdität einer solchen Nachricht zu beweisen. Die benannten drei Mächte könnten hierbei nur als Seemächte agiren. Denn keine von ihnen grenzt mit Holstein, um ihre Truppen dort einrücken zu lassen. Dies kann nur von der Seeseite und durch Transportschiffe, von Kriegsflotten unterstützt, ge­schehen. Die schon soweit vorgerückte Jahreszeit macht aber alle Seeoperationen unmöglich. Hat sich doch auch bereits die dänische Flotte ebensowohl wie die russische von Holsteins Küsten zurückgezogen. Alle etwaigen Plane obiger Großmächte gegen Hol­stein müssen daher bis zum künftigen Sommer ver­tagt werden. Was bis dahin geschehen wird, wissen die Götter. Soviel ist indeß gewiß, daß für jetzt alle Chancen für Schleswig-Holstein sind. Der Herbst gebietet beiden Theilen jetzt Waffenruhe. Unterdessen strömen Verstärkungen dem holsteini­schen Heere zu. Bald wird eS dem dänischen nu­merisch gleich sein. Die zugefrorenen Flüsse, Ka­näle, Sümpfe werden ihm erlauben, die dänischen Schanzen beliebig zu Umgehen, den Feind aus Schleswig zu drängen, vielleicht sogar bis Jütland zu verfolgen. Durch keinen Waffenstillstand wie bisher gehemmt, könnte daS holsteinischeHeer, wenn glückliche Erfolge ihm eine zahlreiche deutsche Ju­gend zuführen und ein strenger, Winter einen Ueber- gang über die Belte ermöglichte, seinen Erbfeind unter den Mauern von Kopenhagen aufsuchen, ohne daß die ihm feindlichen Großmächte irgend Etwas dagegen thun könnten. Schöne Aussichten des Pa­triotismus Und der nationalen Gerechtigkeit! Sie liegen keineswegs außer dem Bereich der Möglich­keit, nicht einmal der Wahrscheinlichkeit. Mögen sie sich verwirklichen!

Berlin, 30. Okt. (Tel. Dep. d. K. Z.) Die Neue Preußische Zeitung" wiederholt die Behaup­tung, daß eine russische Nole ein preußisches Vor­gehen gegen andere Truppen in Kurhessen als Kriegserklärung bezeichnet. Nach zuverlässigen War- schauer Nachrichten soll bei mündlichen Konferenzen eine Einigung über mehrere Fragen erfolgt sein. Man hoffe dasselbe für andere Fragen und "schrift­liche Konferenzen.

Die Professoren der hiesigen Friedrichs,WilhelmS- Universität haben für Schleswig-Holstein einen

monatlichen Unterstützungsbeitrag von 92 Thl. qe, zeichnet. Es ist dies Resultat vornehmlich den Be­mühungen Jakob Grimms zu danken.

Berlin, 28. Okt. (C. B.) Wie wir vernehmen, ist diesseits die Nachricht eingegangen, daß die fran­zösische Regierung den Beschluß gefaßt hat, die Getreideeinfuhr nach Frankreich zollfrei zu gestalten.

Wie man aus Warschau erfährt, soll Rußland nicht mit der preußischen Politik einverstanden, vielmehr gesonnen sein, sich auf Seite Derjenigen zu stellen, welche in Hessen und in Schleswig- Holstein dieOrdnung" herzustcllen gesonnen sind. Rußland begünstigt also offenbar die revolutionäre Politik der Kopenhagener Demokratie, wie die deS Hrn. Hassenpflug, gegenüber dem Konstitutionalis­mus in Deutschland.

DaS Ministerium hat nun mehr beschlossen, die in den ParlamentSgebäuden zu Erfurt zurück­gebliebenen Mobilien und Schriftstücke hierhernehmen, auch bas Ameublement deS dortigen Diensthauses des früheren Vorsitzenden deS VerwaltungsraihS zur Ausstattung der Dienstwohnung deS Präsidenten der zweiten Kammer benutzen zu lassen.

Ein definitiver Beschluß über den Termin der Einberufung, der Kammern wird gleich nach der Rückkehr deS Grafen Brandenburg gefaßt werden.

Altona, 20. Oklbr. (Telegraphische Depesche derWeser Zeitung".) Die dänische Eskadre, die bisher in der Eider lag, hat sich nordwärts ge­wandt, um nach Kopenhagen zurückzukehren. Hei. ligenhafen (an der Nordostküste Holsteins, der Insel Fehmarn gegenüber) soll von einem dänischen An­griff bedroht sein. Von Kiel ist deshalb Verstär­kung dahin abgegangen.

Rendsburg, 27. Okt. Vom Kriegsschauplatz nichts wesentlich NeucS. Man erwartet noch immer einen Angriff der Dänen. Lieutenant Hausen, vom zweiten Dragonerregiment, der sich zu wiederholten Malen durch seine Bravour, namentlich noch den 24. d. bei Kropp, ausgezeichnet hat und mehrfach vom Generalkommando belobt worden, ist zum Rittmeister ernannt. Zu den jüngst eingetrete­nen Freiwilligen gehört ein schlesischer Referen­dar, Sohn deS Oberappellationsgerichtsrathes von Wenzel. Ein Angehöriger dieser Familie hat dem i jungen W. außerdem 1000 Thlr. mitgegeben , die I er in Rendsburg als Beitrag für die Herzogthümer i abliefern soll. DieFlcnsb. Ztg." meldet, am 22. I Okt. seien dortals Ueberläufer von den Insur­genten angekommen, der frühere preußische Lieute­nant v. Bähr und Sergeant SicmerS". Die Deut« scheu in Hadersleben haben 2000 Mk. für die Frie- brichstäbter zusammcngebracht.

AIS Belohnung für Soldaten, welche sich wäh­rend der Erpedition gegen Friedrichstadt auSgezeich« nek haben, sind von patriotischer Hand außer den - 6 Goldmünzen, über welche wir neulich berichteten, noch zwei Uhren und ein sehr schöner mit Silber I beschlagener Mecrschaumpfeifenkopf geschenkt wor- ! den. Die eine Uhr hat Jäger Paulsen von der 1. I Kompagnie deS 5. JâgerkorpS, die andere derPio- } nir Feilenhauer aus WandSbeck erhalten, und der I Meerschaumkopf ist dem Kanonier Posselt bei der 3. 12pfündigen Batterie überreicht worden. Der letztere hatte sich durch die unerschrockenste Bravour ausgezeichnet, als die zwei vom Lieutenant Paulß kommanbirten Geschütze im stärksten feindlichen Feuer auf der Seclher Chaussee vorgingen.

Wien, 26. Oktober. Einem Schreiben aus Venedig vom 21. d. Mts. entnehme ich, daß drei Brigaden aus Italien durch telegraphischen Befehl nach Wien berufen wurden: sie sollten sich unmit­telbar nach Triest einschiffen, und von dort ohne Aufenthalt den Marsch antreten. Man glaubt, sie seien bestimmt, die Besatzung Wiens zu ergänzen, von -welcher ein Theil nach Böhmen abgehen wird. Venedig war in großer Bewegung darüber. Man glaubte der Maßregel nur die allerwichtigsten Be­weg-Gründe unterlegen zu können, da eS keine Kleinigkeit sei, gerade jetzt das Heer in Italien zu schwächen und dazu so bedeutende Kosten aufzu- wenven.

Wien, 28» Okt., Nachmittags. (Tel. Dep. d. D. A. Z.) M DouaudampfichifffahrlsgeseUschaft hat Befehl erhalten, Remorqueurs zum Transport von kroatisch serbisch-walachischen Grenz truppen bereitzuhallen. __________________

D ä n e m a r k

Kopenhagen, 26. Oktober. Nach der Berling. Zeitung ist der Oberstlieutenant Marquis Laiour du Pin, aus dem französischen Generalstabe, vom König am 21. d. zum Kommandeur vom Danebrog ernannt worden. >

Aus Rönne auf Bornholm sind hier spätere Nachrichten über die russische Dampffregatte "Armi- mebes" eingegangen, wonach eS mit dem Bergen deS Inventariums deS Schiffes sehr gut geht. Ob das Schiff abzubringen sein würde, sei aber noch unbestimmt, obgleich eS nicht unwahrscheinlich sei,

wenn die Witterung gut bliebe. Die drei russi­schen DampfchiffeKamtschatka",Smeloy", und Ottwaschney" lagern sämmtlich auf der Rhede von Rönne.

Nach Berichten auS Sonderburg nimmt die Fregatte Gefion" im Eckeruförder Hafen jetzt Ballast ein, um nach einem deutschen Hafen ab­zugehen.

Frankreich.

Paris, 29. Okt. (K. Z.) DerMoniteur,, meldet nun auch, daß im Cher-Departement die Wahlen am 24. November stattfinden. Persigny wird nach Beendigung seines sechsmonatlichen Ur­laubs zurückerwarlet. DasPayS" greift heute den General Changarnier heftig an. Die Per- mauenzkommifsion hielt heule Sitzung. ES hieß, Changarnier wolle nicht abtreten, er wolle seine Absetzung abwarten. Der Ministerrath ist versöhn, lich gestimmt. In Algerien herrscht die Cholera in heftigem Grade.

Paris, 28. Okt. Die Börse hatte heute eine festere Haltung als gestern. Am Schluß hieß eS, die in Betreff des Generals Neumayer entstandenen Differenzen zwischen dem Elysee-National und dem General Changarnier seien in einer heute stattge- Habten Sitzung des KabinelSratheS ausgeglichen worden. General Neumeyer soll nun den Wunsch geäußert haben, ein anccreS militärisches Kommando zu erhalten; er hätte dieß gethan, um jeden Vor­wand zu einer Opposition des Elysee-National ge- gegen den General Changarnier zu beseitigen. ES wäre demzufolge der Beschluß gefaßt worden, daß General Neumayer nach seinem Wunsche versetzt und General Changarnier in seiner Stellung be­lassen werden solle. Ferner hieß eS, daß die neue­sten Mittheilungen auS Deutschland mehr beruhi­gender Art seien.

In Lyon ist die Zahl der Verhaftungen, wie die neuesten Blätter von dort berichten, auf fünf­zehn gestiegen. Das Komplott soll nach allen An­zeigen keine große Ausdehnung gehabt haben.

General Charron, Er-Generalgouverneur von Algerien, soll zum Generalinspektor der Geniearbei­ten ernannt werden.

Großb ritannien.

London, 24. Oktober. (Const. Z.) Professor GervinuS ist heute mit Zustimmung der Statt­halterschaft nach Deutschland, und zunächst nach Kiel gegangen. Man darf,ihn in London zurücker­warten , sobald Aussicht vorhanden ist, daß seine Anwesenheit zum Besten der Herzogthümer beitra­gen kann.

Die Newyorker Briefe vom 18. d. enthalten I nähere Details über eine Ruhestörung, welche in Boston daS letzte Konzert der Jenny Lind begleitete; eine Volksmasse vrang mit Gewalt In den Konzert­saal ein und jagte fast alle, welche Billette hatten, hinaus.

Amerika.

New-Aork, 12. Okt. Die hiesigen deutschen Lehrer haben vor einigen Tagen eine Assoziation gebildet; der Zweck derselben soll hauptsächlich ver sein, deutsche Bildung auf amerikanischen Boden zu verpflanzen und zu verbreiten. Bisher haben sich noch nicht alle Lehrer betheiligt, aber dennoch ist so ziemlich schon jeder Zweig der Wissenschaften ver­treten ;besoubers Sprach-Sludium u. s. w. D. Kör­ner ist Präsident, Reichs-Kanarienvogel Rösler ist protokollirender, Herr ArenS korrespondirender Se­kretär, und der Ungar Breisach Rechnungsführer. Von den eigentlichen Deutschen ist für das Unter­nehmen wenig ober gar nichts zu hoffen, weil die Meisten von ihnen wenig Sinn für wahre Bildung haben. ES ist also mehr Aufgabe des Vereins auf die Anglo-Amerikaner zu wirken und die Achtung, welche deutsche Kunst und Wissenschaft bei ihnen genießt, die jetzt aber durch allerlei eben angekom- mene, untaugliche Eindringlinge mitunter wankend gemacht wird, zu fördern.

Aus den Mittagsposten.

Frankfurt, 28. Oktbr. (N. C.) Der vorge­stern hier staltgchabten Auswechslung der Ratifika­tionen deS FriedenSvertrageS von Seiten des deut- sen Bundes und Dänemarks ist, wie aus flutunter» richteter Quelle verlautet, bereits gestern die Absen­dung eines Inhibitoriums an die Statthalterschaft gefolgt, die Statthalterschaft wird darin angewiesen, nach nunmehr von Seiten deS deutschen Bundes abgeschlossenem Frieden sofort die Feindseligkeiten gegen Dänemark einzustellen und daS Heer in Hol­stein auf den Bestand deS BundeSkoulinqenlS zu reduziren. Dem Vernehmen nach sind Oesterreich und Hannover mit der Erekution dieses Beschlusses beauftragt.