ist die sogenannte Bountyland Bill, vermöge welcher die Veteranen deS Krieges von 1812 nach Verhältniß der Länge ihrer damaligen Dienstzeit von hundertsechzig bis vierzig Acres Land zum Geschenk erhalten. ________________
Aus den Mittagspoften
Frankfurt, 25. Okt Der bekannte französische General Cavaignac weilt seit gestern in unserer Stadt. — Der offiziöse Gesandte Rußlands hat eine größere Gartenwohnung für längere Zeit in Miethe genommen.
Würzburg, 22. Okt. Ein eingelaufenes Kriegsministeriaireskript ordnet an, daß schleunigst alle Säbel geschliffen werden müssen (!), und die betreffenden hiesigen Gewerbsmeister sind Tag und Nacht mit dieser Arbeit beschäftigt.
München, 23. Oktbr. Die Beilage der heutigen N. Münchener Ztg. enthält auö „verlässiger Quelle" die wichtige Nachricht, daß das in Tyrol und Vorarlberg stehende k. k. österreichische Armeekorps den Befehl zur Marschbereitschaft erhalten habe. DaS erste Bataillon des ersten Infanterieregiments geht — falls nicht abermals Gegenbefehl erlassen wird — morgen, und das zweite Bataillon übermorgen mit der Eisenbahn von hier zu dem Armeekorps am Main ab.
Berlin, 23. Okt. Die „Nationalztg." berichtet: „Der Graf Brandenburg ist in Warschau vom Kaiser von Rußland schlecht empfangen worden;
dieß ist die Neuigkeit des Tages. Es kann hierbei natürlich nur von der politischen Seite seines Besuches die Rede sein, kenn persönlich, so setzt dieselbe Nachricht hinzu, habe der Kaiser den preußischen Premierminister vielmehr mit großer Freundlichkeit behandelt, nur habe er eS rundweg abgelehnt, in das Detail der vom Grafen Brandenburg überbrachten preußischen Vorschläge irgendwie einzuge- hen, vielmehr die österreichische Politik kurzweg gut, geheißen.
Berlin, 24. Okt. Zwischen Preußen und England soll ein Vertrag zum formellen Abschluß ge- kommen sein, der für gewisse Eventualitäten ein Schutz- und Trutzbündniß involvire.
Prinz Karl von Preußen ist gestern Abend abgereist, um den Kaiser von Oesterreich zu bewill- kommnen, sobald er das preußische Gebiet berührt, nach Andern, um sich zum Kaiser von Rußland selbst zu begeben.
Von der Elbe, 23, Okt. Im SchleSwigschen ist eine Bekanntmachung erschienen, betreffend die Untersagung aller Schifffahrtvon schleS- wigschcn Häfen und Küsten nach holsteinischen Häfen und Küsten.
Ungeachtet dieser Bekanntmachung fahren doch nach wie vor mehrere Fahrzeuge zwischen den Inseln der schlkSwigschen Westküste und Altona, und auch die Außenfahrt ist ungehemmt.
• Einem Schreiben aus dem Schleswig'schen vom 22. Oktober zufolge, hat die dänische Regierung bei der preußischen auf Entlassung deS (deutsch,
gesinnten) preußischen Konsuls in Flensburg,« Andresen, angetragen. Einem ähnlichen suche, in Betreff des russischen Konsuls, F sm’ Funke, soll von der russischen Regierung auf»toi chen worden sein.
Altona, 23. Oktober. (Lith. Corr.) Briefen auS Schleswig ist in dem dänischen eine ungewöhnliche Regsamkeit bemerkbar. Allem Anschein nach konzentrirt man die dänischen Truv. pen im Zentrum, wenigstens treffen von Ost Uni) West, so wie aus dem Norden Verstärkungen in Schleswig, welche sich um das Dannewerk lagern ein. Es scheint demnach als beabsichtigten die Dâ', neu vor Eintritt deS Winters noch einen Angriff auszuführen, um die obschwebende Frage zu ein« Entscheidung zu bringen.
Innsbruck, 22. Oktbr. Der „Tyroler Bote" berichtet: Die Brigade Zobel in Vorarlberg und ein Theil der Brigade Kolery hat Befehl zur Marsch, bereittchast erhalten.
London, 23. Okt. Die Journale von Rio-Ja- neiro melden, daß die brasilianischen Kammern sich am 16. August versammelten, um die Prinzessin Isabelle Christine, die älteste Tochter deS regieren, den Kaisers (geboren am 29. Juli 1846), als pra- sumtive Erbin des Thrones von Brasilien anzuer. kennen. Der feierliche Akt dieser Anerkennung wurde von sämmtlichen Senatoren und Deputirten unterzeichnet.
Verantwortlicher Redakteur: Dr. A. Boczek,
Bekanntmachungen.
1131] Der Fouragebedarf für die hier stationirten 18 Stück Landesbeschäler, soll
Mittwoch den 13. November l. I., Nachmittags 2 Uhr,
auf dem Herzogs. Recepturbureau dahier, für'« Jahr 1851 wenigstnehmend vergeben werden.
Weilburg, den 24. Oktober 1850.
Herzogl. Nass. Receptur.
Booss.
1132] Cdictalladung.
Ueber das Vermögen des Wittwers Wilhelm Huth 2t von Michelbach ist durch Urtheil vom 28. August l. I. der ConcurSprozeß erkannt und dieses Urtheil rechtskräftig geworden. Dingliche und persönliche Ansprüche an die Masse find daher
Donnerstag den 2 8. November l. I., Morgens 8 Uhr, bei unterzeichnetem Amte persönlich oder durch gehörig bevollmächtigte Vertreter bei Vermeidung des ohne weitere Dekretur erfolgenden Ausschlusses geltend zu machen.
Wehen, den 21. Oktober 1850.
Herzog!. Nass. Justiz-Amt.
Schenck.
1134] Fruchtversteigernng
Montag den 25. November, Morgens 9 Uhr, soll auf dem' Rathhause ^^ ta3 erste Drittheil der Herzoglichen Domanialfrüchte, nämlich:
circa 69 Malter .stor»,
40 „ Gerste,
32 „ Hafer,
alt Friedberger Maßes, öffentlich versteigert werden.
Reichelsheim, den 24. Oktober 1850.
Herzog!. Nass. Receptur.
v. P r eu sch e n.
Hilf Bei B. F. Voigt in Weimar ist erschienen und in der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung vorrälhig:
Handbüchlein des guten Tons
und der feinen Gesellschaft.
Ein neues Komplimentirbüchlein und treuer Wegweiser für junge Leute, sich in Gesellschaft und im Umgänge beliebt zu machen, auf eine gefällige Weise zu reden und zu schreiben und sich in vorkom. wenden Fällen gut und richtig zu benehmen. Nebst einer Anleitung zum Tranchiren und Vorlegen und zum Anordnen der Tafel, und einem Anhänge von Gesellschaftsspielen und PfânderauSlosen. Fünfte, sehr vermehrte und verbesserte Auflage von Ferd. Frhr. v. Bi eben seid. Mit 2 lith. Taf.
12. eleg. broch. Preis 1 fl. 21 kr.
Bei den vielen zeitgemäßen Verbesserungen, welche jeder neuen Auflage dieses beliebten Handbüchleins sorgfältig einverleibt worden sind, kann man in der neuesten, fünften, kaum eine Aehnlichkeit finden mit der 1823 erschienenen tten seit welcher das Glück, welches sie machte, eine große Anzahl von Nachahmungen, Plagiaten und Nachdrücken sservorgèrusen X Aber trotz aller Konkurrenz von Schriften mit ähnlichen Titeln, aber viel geringerm Werth, hat dasselbe bis heute unter allen seinen Rivalen den ersten Platz und vorzüglichsten Ruf behauptet und vermehrt, denn schon von der ersten Auflage sagt ein Rezensent, daß es das große Glück, so es gemacht, blos seinem wirklichen inneren Werthe verdanke. Von dieser, aus der Hand eines hochgebildeten und beliebten Schriftstellers Hervorgegangeuen Sten Auflage ist zu bemerken, daß während die früheren und alle ähnlichen Bücher sich blos mit der wandelbaren, aber bei allen Nationen verschiedenen Außenseite, mit der Form und Mode beschäftigen, sich tiefe 5te Auflage die Aufgabe gestellt hat, den prinzipiellen Ursprung, die menschheitliche Nothwendigkeit dessen, was man guten Ton nennt, also das Unwandelbare und Höhere in demselben, zur Anschauung z» bringen und so dem Ganzen ein tiefliegenderes Interesse zu geben. Aber auch Solche, die auf diese höheren Beziehungen des guten Tons wenig Gewicht legen und die das Denken nicht eben lieben, können getrost die ganze erste Abtheilung überschlagen, denn sie werden dennoch in der zweiten und dritten Abtheilung dieser Auflage mehr finden, als in allen frühern und sich dabei vieles Neuen zu erfreuen haben. Wie diese neueste Auflage jetzt geistig und belehrend ausgestattet ist, empfiehlt sie sich auch männlichen und weiblichen Erziehungsanstalten und als Lesebuch in gebildeten Familien.
1130] Bei unS erschien und ist durch alle Buchhandlungen zu beziehen, in Wiesbaden durch die L. Schellenberg'sche Hof ■ Buchhandlung r
Auszüge
aus dramatischen Dichtungen
für
die oberen Klassen höherer Töchterschulen.
Von
L. Daube,
Direktor der höheren Töchterschule in Bernburg. Elegant geheftet 42 kr.
Die vorliegende Sammlung bietet eine wesentliche Ergänzung der vorhandenen Chrestomathien und Lesebücher. Der Verfasser, der sich als Vorsteher einer vielbesuchten UnterrichtS- Anstalt rühmlichst bekannt gemacht hat, bemerkt in der Vorrede mit Recht, daß die dramatische Literatur in den verbreitetsten Schulwerken dieser Art gewöhnlich allzu dürftig berücksichtigt worden ist. Er unternahm deßhalb, um auch diesen Zweig unsrer Nationalliteratur der weiblichen Jugend zugänglich zu machen, eine Zusammenstellung wahrhaft gediegener dramatizcher Szenen aus den hervorragendsten Dichtern der neuern und neuesten Zeit. Bei der Auswahl dieser Musterstücke, welche seiner Belesenheit und seinem Geschmacke alle Ehre macht, stellte der Verfasser sich die Ausgabe, Alles fern zu halten, was für die jugendlichen Leserinnen irgenwie hätte anstößig oder schädlich seyn können. Wir müssen ihm daS Zeugniß geben, daß sein Werk in dieser Beziehung nichts zu wünschen übrig läßt; sowie wir eS überhaupt als ein äußerst gediegenes und brauchbares Schulbuch allen Lehrern an höheren Töchterschulen aus voller Ueberzeugung empfehlen können.
Bernburg, im Oktober 1850.
Buchhandlung von F. W. Gröning.
790] In allen Buchhandlungen, in Wiesbaden in der L. Schellenberg'schen Hos-Büchhandlung ist zu haben:
Der kleine Franzose
oder die Kunst die französische Sprache, ohne Lehrer, auf eine leichte und ganz faßliche Art in einigen Tagen, selbst ohne vorher ein Wort davon zu verstehen, vollkommen richtig sprechen zu lernen. Ein HülsSbuch für Alle, welche nach Frankreich reisen und Diejenigen, welche schnell französisch lernen wollen.
Herausgegeben von
Dr. Fr. R. Meyer
Zweite Auflage. LS drosch. 5 Sgr. oder 48 kr.
Dieses Büchelchen, welches Alles kurz gedrängt enthält, was zur schnellen Erlernung der französischen Sprache nöthig ist, wird gewiß für Jeden' im fremden Lande ein unentbehrliches Hülfsbuch sein. Die schnell vergriffene erste Auflage bürgt für die Vortrefflichkeit dieses zweckmäßigen WerkchenS, das in keiner Hand deS nach Frankreich Reisenden fehlen sollte.
Der kleine Engländer
oder die Kunst die englische Sprache, ohne Lehrer, auf eine leichte und ganz faßliche Art in einigen Tagen, selbst ohne vorher ein Wort davon zu verstehen, vollkommen richtig sprechen zu lernen. Ein HilfSbuch für Auswanderer und Diejenigen, welche schnell englisch lernen wollen.
Fünfte vermehrte Auflage.
Von Prof. Dr. A F. Grün
LS. drosch. 5 Sgr. oder 18 kr.
Von einem praktischen Gelehrten ist hier ein sehr guter Leitfaden zur Erlernung der englischen Sprache zusammenge- stellt, und in kürzester Zeit und ohne die Ermüdung, welche gewöhnlich das Studium dieser schwierigen Sprache begleitet, wird man mit leichter Blühe in den reichen Schatz dieser jetzt so unentbehrlichen Umgangssprache eingeführt. Die sehr schnell vergriffenen zwei ersten Auflagen verbürgen hinlänglich die Nützlichkeit des schön ausgestatteten Buches, das für den Deutschen in England und Amerika unentbehrlich ist.
Frankfurt a. M., den 25. Okt. Mittags I Uhr.
Oesterreich, 5 % MetalliqueS . . .
" 2'4% " ' '
„ 3 % Bankactien o. D. . .
„ 500 fl. Loose.....
„ 250 fl. Loose.....
Preußen, 50 Thaler Prämienscheine. . „ 3'/, % Staatsschuldsch. « 105 kr
Bayern, 3'/, % Obligationen .... Berbacher-Eisenbahn-Actien . . Würtemberg, 3'/,% Obligationen. .
„ 4% % neue Obligationen
Baden, 3%% Obligationen von 1842 .
„ Lotterie-Aul. s 50 fl. bei G. u. S.
„ 35 fl. Loose von, Jahr 1845 . .
Darmstadt, 3'/, '/, Obligationen . . .
„ 4 % „ ...
„ 50 fl. Loose .....
„ 25 fl. Loose.....
Kur Hessen, Friedr.-Wilh.-Nordbahn-Actien „ 40 Thlr. Loose bei Rothschild
Nassau, 3*4% Obligationen bei Rothfchild „ 5 „ - „ „ „
„ 25 fl. Loose.......
Frankfurt, 3 % Obligationen ....
„ 3*4 % „ von 1839 .
„ 3'4 „ „ von 1846 .
TaunuS-Gisenbahn-Actien ä 250 fl. Holland, 2'/,"/» Integralen .... Spanien, 3 % Innere Schuld .... „ 5 „ Ardoin incl. 17 Coup. .
Polen, 300 fl. Lotterie-Loose .... „ 500 fl. „ „ ....
Sardinien, 36 FrcS. Loose bei Bethmann Disco n t o...........
Gold.___, fl.
Pistolen .... 9
Pr. Friedrichsd'or 9
Holl. 10 fl. Stücke 9
Nand-Ducaten 5
20 Francsstücke 9
Engl. SouverainS 11
kr.
42
55 46% 36
28
50
Pap. Geld.
76% 66% 40'4
1135 152%
96
123% 85% 84'4 77% 82% 97% 80% 52 % 31'4
89% 77'4 28
31% 86%
103
26
81
93%
90%
305
56'4
34%
76% 66% 40% 1130
151% 95%
85% 83% 77% 82 97% 80
52% 31
84% 88% 77 27% 40% 31%
85% 102%
25% 80% 92% 90%
303 56% 33%
31% 33%
Silver. st.
Gold al Marco | 382
Laubth., ganze —
Preuß. Thaler 1
5 Frankenthaler 2
Hochhaltig Silber 24
Gering u. mittelst —
81% 33% 2%
kr.
45 4
21
30
Hierbei als Beiblatt „Der Wanderer' •
Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.