An die Freunde der Pflanzenkunde.
Nachdem es durch die fortgesetzten Bemühungen der Botaniker gelungen ist, eine ziemlich vollständige Uebersicht der in Hessen und den angrânzenden Ländern überhaupt vorkommendeu Pflanzenarten zu erhalten, so dürfte eS an der Zeit seyn, einen Schritt weiter zu gehen und danach zu streben, ein möglichst vollständiges Vegetativ nögemäldc, eine Geographie der Pflanzen dieses Gebietes herzustellen. Die überhaupt vorkommenden Pflanzen als bekannt vorausgesetzt, gilt eS nun, für jede einzelne Art den ganzen Berbreitungöbezirk festzustellen, um dann endlich die Ursachen aufzufinden, welche der einer jeden Art eigenthümlichen Begrânzung zu Grunde liegen, welche es bedingen, daß die eine Pflanze überall, die andere nur auf wenigen Stellen, auf den Spitzen der Bcrgè, auf bestimmten Felsarten vorkommt. Als solche Ursachen sind nach den in neuerer Zeit erschienenen Begetationsgemälden verschiedener Länder z. B. der Schweiz, veö Jura, Eng- lands u. s. f. im Allgemeinen folgende erkannt worden: atmosphärische Verhältnisse, Temperatur, Feuchtigkeit, Erposition, geognostische Beschaffenheit des unterliegenden Bodenö, leichte oder schwere Verwitterbarkeit der FelSarten, deren FeuchtigkeitS-Capazität, endlich die Elevation und selbst rein historische Bedingungen , Heerzüge, die fortschreitende Agrikultur, Forstwirthfchaft u. s. w. ES entsteht nun die Aufgabe, diese und ähnliche Verhältnisse auch in den
Verbreitungs-Erscheinungen der Pflanzen unseres Gebietes im Einzelnen nachzuweisen. Diese Arbeit aber, wenn sie mit Gewissenhaftigkeit ausgeführt wird, kann nickt ohne mannigfachen Nutzen selbst für das praktische Leben bleiben, indem bei einmal erkannten Gesetzen daS Vorkommen der unbedeutendsten Pflanzen oft die wichtigsten Fingerzeige über Bodenbeschaffenheit, Klima und Tcmperaturverhâlt- nisse zu geben im Stande ist. Allein um diese Arbeit, welcher sonach ein allgemeineres vaterländisches Interesse nicht abgeht, mit einigem Erfolge auszuführen, ist daS Zusammenwirken vieler Kräfte die erste und oberste Bedingung. Wir besitzen zwar in unserer floristischen Literatur einen reichen Schatz dahin gehöriger Thalsachen; auch habe ich selbst auf zahlreichen Wanderungen viele Notizen zu diesem Zwecke gesammelt. Aber dieses Material fist einer außerordentlichen Bereicherung fähig, wenn sich sämmtliche Botaniker entschließen wollten, ihre Er- sahrungen zu diesem Zwecke zusammenzustellen. Meine Bitte geht demnach dahin, daß die Herrn Kollegen zwischen Battenberg, Wimpfen, Koblenz und Fulda Verzeichnisse deS Vorkommens und der Verbreitung der von ihnen beobachteten, seltenen und gemeinen Pflanzen unfertigen und mir zur Benutzung für den angedeuteten Zweck (natürlich unter strenger Wahrung des Priorilâts- und EigcnthumSrechtS der Beobachtungen) zusenden möchten; auch der kleinste Beitrag ist willkommen. Ebenso würden Beobachtungen über die Temperatur der Lust oder der Quel
len *) sehr erwünscht sein. Und möchte sich Niemand durch die Betrachtung abhalten lassen, baß eine solche Zusammenstellung in ihrer ersten Ausführung unvermeidlicher Weise sehr viel Mangelhaftes mehr als einer Beziehung involviren muß. Ein Anfang muß gemacht werden; und es ist ohne Zweifel besser, einstweilen ein mäßiges Material sestzustellen, als daß es, in der vagen Hoffnung auf immer größere Vollständigkeit, wie es leider sè oft geschieht, früher oder später wieder zerstreut wird und so für die Wissenschaft ganz verloren geht.
H e r m. Hoffmann, Professor der Botanik zu Gießen.
*) Zu diesen Beobachtungen sind frei fließende, nicht versiegende Quellen (nicht Fontänen) auszuwählen, deren Temperatur an einer nicht von der Sonnè beschienenen Stelle in der Mitte eines jeden Monats um Mittag bestimmt wird, unter gleichzeitiger Beobachtung und Angabe der Lufttemperatur im Schatten, sowie der etwaigen Exposition der Quelle nach Nord, Süd, West oder Ost.
Für die Abgebrannten in Elz
sind bei den Unterzeichneten eingegangcn: von einer Ungenannten 30 kr. ' Süskind, Rabbiner.
Ferner bei der Redaktion der Nass. Allgem. Zeitung: Von einer lustigen Gesellschaft bei Kieme mit dem Motto: „Jeder gebe das Seine" 1 fl.
Bekanntmachungen
1085] Da gegen Peter Körber und dessen Ehefrau zu Oberwalluf der Concursprozcß erkannt worden ist, so werden alle Gläubiger dieser Eheleute zu Liquidation ihrer Forderungen an ihnen, dinglichen, wie persönlichen, hierdurch bei Vermeidung des Ausschlusses von der Masse auf
Donnerstag den 31. Oktober d. I., Morgens 9 U h r, hierher vorgeladen.
Das Prâclusiv-Dekret wird nicht weiter, als auf hiesiger Amtsstube, verkündet werden.
Eltville, den 3. Oktober 1850.
Herzog!. Nass. Justiz-Amt.
W e n ck e n b a ch. .
1119]
T a n n u s - G i se n b a h n
Montag den 28. Oktober d. I., Vormittags um 9 Uhr, werden in dem unteren Bahnhof zu Kastel die nach, stehend benannten Gegenstände öffentlich an den Meistbietenden gegen baare Zahlung versteigert:
12 Centner altes Kupfer,
circa
1120] Bei B. F. Voigt in Weimar ist erschienen und in der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung vorrâthig: , F. Kaiser, Prof. an der Universität in Leyden, das
Sonnensystem
und die Gesetze seiner Bewegung populär dargestellt. Deutsch von Dr. Tröbst, Professor ant Großherzogl. Gymnasium zu Weimar. Groß Duodez.
Geheftet. Preis 36 kr.
Wie der berühmte Professor Kaiser in Leyden die Wissenschaft der Astronomie durch Geist, Fleiß und Beharrlichkeit in verdienstlich-populärer Weise überhaupt auch größern Kreisen zugänglich gemacht hat, so hat er namentlich durch dieses kleine )ernhaftè Compendium die Verbreitung astronomischer Kenntnisse im Volke wesentlich befördert. Kein Gebildeter darf in den Erscheinungen des uns Allen angehörigen Firmaments ganz fremd bleibe», schon deßhalb nicht, um in gebildeten Kreisen über die erhabendsten Gegemiände der Welt- regieruxg ein Wort mitreden zu könne». Deßhalb wird dieses Büchlein in Deutschland denselben Beifall finden, dessen es sich in Holland erfreute.
1118] Im Laufe dieser Woche trifft ein Schiff mit Steinkohlen bester Qualität, für uns. in Biebrich ein, welche zu billigen Preisen abgegeben werden.
Wiesbaden, den 21. Oktober 1850.
Gebr. Blees, Michelsberg Nr. 2.
7201 Lichtbilder auf Kapier,
Kirchgassc Nr. 31 zu Wiesbaden
960]
12
1
44
10
2
8
150
40
30
5
1
5
2
20 Stück
alter
Gußeisen, Schmiedeisen, Eisenblech, Federstahl, Feilenstahl,
„ alte eiserne Röhren, „ alter Eisendrath, „ Elsendrehspähue, alte Wagenachsen von
Schmiedeisen circa
eine
eine
Parthie
Kurbelachse „ „ „
Bandagen von Wagenrädern „ „
„ ' „ Locomotivrädern „ „
Locomotivräder von Guß- u. Schmiedeisen „ Wagenräder „ „ „ „ „
alte Knhhaare,
„ hölzerne Trollwagen mit Eisenbeschlag,
„ „ Karrenräder,
„ tannene Stangen und sonstiges Holzwerk, '„' Abfälle von Wachstuch, Leder, Leinwand rc. „ verschiedener alter Fässer und Theertonnen,
noch brauchbare eichene Stiege,
18
8 55
35
6
17
Centner,
ein noch brauchbarer bronzener Luster.
Steigliebhaber, welche vorstehende Gegenstände besichtigen wollen, haben sich deßhalb an Herrn Maschinenmeister Heusinger zu Kastel zu wenden; außerdem kann Herr Maschinenmeister Claude in Frankfurt darüber Auskunft geben.
Kastel, den 18. Oktober 1850.
In Auftrag des Verwaltungsrathes: der Inspektor Wernher.
Das große Anlehen des Vereins deutscher Fürsten und Edelleute,
garantirt von dem Prinzen von Preußen, Herzog von Nassau, Herzog von Meiningen, Herzog von Koburq und andern Fürsten, bietet die schöne Gewinne von fl. 25000, 20000, 18000, 16000, 14000, 13000, 12000, 11000, 10000, 10 â 5000 rc. bis fl. 12 abwärts. Nächste Ziehung am 15. November 1850.
Zu diesem außerordentlich soliden und in jeder Hinsicht vortheilhaften Spiel empfiehlt Loose einzeln ä 1 fl. 30 h.; 4 Stück â fl. 5, 9 Stück â fl. 10, 20 Stück â fl. 20, 55 Stück â fl. 50 unterzeichnetes mit dem Verkauf beauftragtes Großhandlungshaus Julius Stiebel jun., Banquier, 1110] Büreau Wollgraben in Frankfurt am Main.
Frankfurt a. M., den 21. Okt. Mittags i Uhr.
O est e rre i ch , 5 "/» MetalliqueS . . .
" 2%% "
„ 3 °/o Bankactien 0. D. . .
„ 500 fl. Loose .....
„ 250 ft. Loose.....
Preußen, 50 Thaler Prämie»scheine . .
„ 3 7, % Staatsschulksch. ä 105 kr
Bayern, 3%% Obligationen .... B er b a ch er -E ife n bah n-Aeti e n . . W ü rteinberg, 3 7, % Obligationen . .
„ 4 7i % neue Obligationen
Baden,
3'/,% Obligationen von 1842 . Lotterie-Aul. â 50 fl. bei G. u. l
u. S.
WZ^ Wichtiges Werk für alle Stände!
In der Junfermannüchen Buchhandlung in Paderborn erschien so eben und ist in allen Buchhandlungen zu haben, in Wiesbaden in der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung vorräthig:
Das
B 11 eh der Völker
und der Könige.
Von Charles Salate - Coi.
Nach der neuesten, verbesserten und vermehrten Auflage bearbeitet von
Wilhelm Schwan.
8°. eleg. geh. — Preis: 15 Sgr. = 54 kr. rhein.
Inhalt: An alle Menschen. — Die Gesellschaft. — Die Päpste. — An die Könige und an die Völker. — An die Aerzte und an die Priester. — An die Kranken. — An die Advokaten. — An die Gemeinden. — An die Wähler. — An die Volksvertreter. ■— An die Richter und an die Geschwornen. — An die Notare. — An die Minister. — An die Gesandten. — An die Priester. — An die Bischöfe. — An die Ehegatten. — An die Väter und Müttter, — An die Erzieher. — An die Jugend. — An die Frauen. — An die Freunde. — An diejenigen, welche einen Todten beweinen. — An die mittleren Klaffen. — Au die Adeligen. — An die Schriftsteller.
die Erzieher. — An die Jugend
Auf katholischem Standpunkte stehend, enthält obiges Werk, in feuriger und überzeugender Sprache, Rathschläge für alle Stände. Der Verfasser, ein wackerer Kämpe für Freiheit und Recht, schildert darin die Fehler und Gebrechen der Neuzeit; klar führt er und die morschen sozialen und politischen Zustände vor Augen, und gibt Mittel an, wie dieselben verbessert und zum Wohle aller Menschen neugeftahet werden können. Es ist ein Buch voll hoher Moral!
„ 35 fl. Loose vom Jahr 1845 . .
Darmstadt, 3'/, "/» Obligationen . . . 4 <y „
„ 50 fl. Loose .....
„ 25 fl. Loose .....
Kurhessen, Friedr.-Wilh.-Nordbahn-Actien „ 40 Thlr. Loose bei Rothschild
Nassau, 37, % Obligationen bei Rothschild /, O ff k, ,/ „
„ 25 fl. Loose.......
Frankfurt, 3 °/° Obligationen ....
von 1839 .
von 1846 .
Taunus-Eisenbahn-Actien â 250 fl.
Holland, 27, % Integralen ....
Spanien, 3 °/o Innere Schuld .... „ 5 „ Ardoin incl. 17 Coup.
Polen, 300 fl. Lotterie-Loose ....
„ 500 fl. „ „ ....
Sardinien, 36 Frcs. Loose bei Bethmann Disco n t 0...........
Gold. : ft. IJT.
Pistolen .... Pr. Friedrichâd'or Holl. 10 fl. Stücke Rand-Ducateu 20 Francsstücke Enal. Souveraine
9
9
9
5
9
11
43
55
47
36
28
51
Silber.
Gold al Marco Laubth., ganze Preuß. Thaler 5 Frankenthaler Hochhaltig Silber Kerina u. mittelb.
Pap.
Geld.
787,
787,
61
60%
417.
41
1159
1154
157%
156%
98
97%
—
120
8671
85%
83%
83
78%
78%
83%
83
98
81%
80%
53
52%
31%
31%
85
84%
89%
88%
78%
78%
28
27%
417,
41
32
31%
86 7,
86
103%
102%
26
25%
81%
' ■
937,
927,
907,
907,
307
305
56%
56%
347,
34
—
—•
—
——
827,
81%
337,
337,
—
2%
382
1
2
24
ft.
457.
>1
30
Hierbei als Beiblatt „Der Wanderer".
3 °, 37, ,
Druck und Verlag der 8. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wie 'usqvqs