fairen, Rendsburg einnehmen, das schleSwigchol- steinische Heer zersprengen und als ein übermüder S r Wiebe Bedingung diktiren zu können Daß ni.iit so ging, wie man glaubte, ist das ^dienst de? Generals Willisen und unsere« Hee- und Mil R?cht gebührt daher beiden auch der ^ak welchen die einsichtsvolle Mehrheit des schlcS- UolSeini chen Volks ihnen gern zollt. Alle Ver. StHiimen von welcher Seite sie auch kommen prallen an dem gesunden Sinn der hiesigen Bevölkerung ab, und Thatsachen zeigen unS fast täglich oaß das Vertäuen auf daS Heer und die Führer desselben noch glücklicherweise fest und unerschütterlich dasteht.
Rendsburg, 17. Okt. (H. N.) Im fernen AuSlande gewinnt die schleswig-holsteinische Sache immer mehr an Theilnahme; so sind von CararcaS eingesandt 800 Mk. Bko., von Manchester (wie auch wir chon zu melden im Stande waren) 1600 L., wozu, wie rühmend hervorgehoben werden muß, daS dortige Haus Souchay allein 1200 L. beigelragen hat.
Wien, 17. Okt. In gut unterrichteten Kreisen wird versichert, daß die jetzigen Verhandlungen in Bregenz und die frühern mit Rußland die Entwaff. nung der schleSwig-holstein'schen Truppen in erste Linie gestellt haben. Rußland, England und selbst Frankreich drohten in dieser Frage mit einer Intervention, worauf Oesterreich die Entwaffnung durch den deutschen Bund vorgezogen, und sich, um obige, Schmach zu verhindern, mit den deutschen Mächten hierüber in Verhandlung eingelassen. Wie dem auch sei, die europäischen Großmächte dringen zu einer Lösung in der schleSwig-holsteinlschen Frage.
AlS künftigen Statthalter von Ungarn bezeichnet man seit gestern allgemein den prov. Landeschef Frhrn. v. Geringer.
Wien, 17. Okt. Nach der „Kölner Zeitung" wäre man in Wien geneigt, die norddeutsche Union unter der Aegidc Preußens anzuerkennen und den „Bundestag" aufzugeben, wenn von Seiten Preußens das Schutz- und Trutzbündniß der süddeutschen Union anerkannt würde. Im Ministerrathe selbst soll die deutsch-österreichische Zoll- und Handelseinigung auf bessere Zeiten vertagt und mit Zustimmung des Hrn. v. Bruck beschlossen worden sein, keinerlei offizielle Schritte weiter darin zu thun. । Eine Note vom 2. d. Mts. an daS Berliner Kabi- i net kann als die letzte der in dieser Sache 'ergan- j genen angesehen werden. >
Während die österreichische Note in Betreff der preußischen Besetzung Hamburgs von Berlin aus in Abrede gestellt wird, gibt ein Wiener Correfpon- dent der „Leipziger Zeitung" sogar ihren Inhalt an. Es sei in der Note unter Anderm gesagt, daß der Hamburger Senat in keiner Weise die Intervention nachgesucht habe, noch weniger sie dermalen verlange; denn aus dem Umstande, daß er der Schwache, schweige und ruhig das Recht deS Stärkern hinnähme, könne doch nicht auf seine Zustimmung gefolgert werden. Im Gegentheil, lägen I dringende Motive vor, daß die Hansestadt an der ] Elbe ihr selbstständiges , unabhängiges Regiment ' sehnlich zurückwünsche. Preußen solle schon darum so gerechtem Begehren willfahren, um zu beweisen, daß Hamburgs Verbleiben bei der Union ein durchaus freiwilliges, selbst von dem Scheine eines Zwanges entfernt sei. Der Korrespondent versichert weiterhin: Herr von Graffen, der hanseatische Geschäftsträger am kaiserlichen Hofe, hat in letzter Zeit mehrfache Konferenzen mit dem Fürsten Schwarzenberg gehabt.
Schweiz.
Bern, 18. Okt. Trotz der genauesten Nachforschungen von Seite der Bundes- und Kantonal- behörben, welche den Beweis liefern, daß Fickler nicht in der Schweiz sich befindet, erneuert das badische Ministerium seine Beschwerde in dieser Beziehung, mit der Behauptung, Fickler halte sich unter falschem Namen in Rheinfelden auf.
D a n e m a r k.
Kopenhagen, 16. Okt. Die „Berlingsche Zeitung" theilt nach einem Privatschrciben mit, daß während der Beschießung von Friedrichstadt 10 Einwoh- tut getödtet und 13 verwundet worden sind. Von den 506 Häusern der Stadt sind 137, die zusam- ân einen Werth von Crt. Mk. 364,720 haben, völlig abgebrannt, 285 Häuser sind beschädigt, der Schaden beträgt Crt. Mk. 153,030; die übrigen Häuser sind mehr oder minder beschädigt, bis auf zwei, die -ganz unverletzt geblieben sind.
Nach der „D. Ref." hat das Kopenhagener Komite zur Unterstützung für die Bewohner Frie- drichstadtS 4000 Thlr. an dieselben in voriger Woche abgesandt und es sind bereits an 6000 Thlr. an das Komite eingegangen.
Nach den „Neuesten Nachrichten" werden die dänischen Kriegsschiffe in diesen Tagen nach Ko
penhagen zurück erwartet werden können. Damit könne man den Feldzug dieses Jahr wohl bei dem herannahenden Winter für geschlossen ansehen, indem beide Heere in festen Stellungen sich einander gegenüber ständen, wobei der Feind natürlich suchen werde, wie er unS beunruhigen könne.
Die Lage der hier befindlichen schleswig-Holsteinischen Gefangenen muß nach dem, waS man darüber erfährt, zumal bei der jetzigen rauhen und kalten Witterung, eine schreckliche sein. Sie erhalten kaum hinreichende Nahrung, ein kärgliches MittagS- essen und alle 5 Tage ein Brod, dazu eine tägliche Löhnung von IV» Schilling gleich I Sgr. Sie sind nicht gegen Kälte geschützt, da man ihnen an Bekleidungsgegenständen nur gelassen hat, waS sie auf dem Leibe tragen, entbehren der Handtücher u. s. w. Ihr Lager besteht auS einem Strohsack und einer Decke für je zwei Personen.
Frankreick.
Paris, 18. Okt. DaS von einigen Zeitungen verbreitete Gerücht von der Entlassung des Generals von Haulpoul ist eben so grundlos, als dasjenige von dem Rücktritt deS Generals Cbangarnier. — Der Präsident der gesetzgebenden Versammlung, Herr Dupin, hat in der letzten Sitzung der ständischen Kommission erklärt, daß er von jetzt an ununterbrochen in Paris bleiben werde. — Die acht Zeitungen, welche die Kompetenz des Polizeihofs nicht anerkannt hatten, erschienen heute nicht vor dem Appellationshof. Ihre Angelegenheit wurde daher auf acht Tage verschoben. — „Univers" hat die Nachricht erhalten, daß unter dem 10. Oktober 1850 der Papst ein Breve nach London gesendet habe, welches die bischöfliche Hierarchie in England wieder herstellt. — In den Kasernen ist daS Lesen gewisser konservativer Journale, welche in neuester Zeit das Elysee angriffen , z. B. „Ordre", „Assemblee nationale", den Soldaten verboten worden.
Portugal
Lissabon, 9. Oktober. Der Graf Thomar hat einen seiner Gegner, den Baron D'Ourem, Ober, sten des 4. Artillerie-Regiments und früher Minister in dem Kabinct des Herzogs von Saldanha, zum Generalgouverneur des portugiesischen Indien ernannt, unter der Bedingung, daß er in 40 Ta- gen bereit sein soll, unter Segel zu gehen. Man glaubt, daß der Premier-Minister daran denke, sich mehrerer Mitglieder der Opposition auf eine ähnliche Weise, nämlich durch Ernennung zu den Gou- verneurposten nach Macao , Mozambique und Angola zu entledigen.
Türkei
Die von einigen Blättern gegebene Nachricht, daß auf der Insel SamoS neuerdings Unruhen ausgebrochen seien, erweist sich als falsch; vielmehr meldet die neueste vorgestern in Triest eingetroffene Levanter Post, daß die Ruhe nicht einen Augen- blick unterbrochen worden ist, wenn auch nicht in Abrede gestellt wird, daß wegen der durch Mustafa Pascha verlangten Abschlagszahlung von 200,000 Piaster einiger Unmuts erregt wurde. Die Dorfhäuptlinge versammelten sich am 22. v. M in dem Hauptorle, um eine Petition an die Pforte zu richten, dahin gehend, daß der Tribut auf die Vermögenden repartirt, Zoll und Zehent abgeschafft, und Samos zum Freihafen erklärt werde. Der Gouverneur hat diese Petition nach Konstantinopel gesendet und weitere Instruktionen von dort verlangt. — Ibrahim Pascha, welcher nach Smyrna gekommen war, um die Brüder Sr. Maj. des Kaisers von Oesterreich im Namen des Sultans zu einem Besuche in Konstantinopel einzulaben, drückte dem österreichischen Konsul sein aufrichtiges Bedauern auS, Ihre kais. Hoheiten versäumt zu haben. — In Konstantinopel' ist ein Sohn des Baron Rothschild aus Paris eingetroffen.
Aus den Nkittagspoften
0 Von der mittleren Lahn, 20. Oktober. Gestern ist auf seiner Reise nach Wetzlar General von B oniu, dem der Oberbefehl über die dort zu- ,ammengezoge„en Truppen (gegen wen?) übertragen sein soll, von Koblenz hier durchgekommen. Die angekündigten Uhlanen sind bereits gestern eingetroffen und wurden größtentheils in Off- Heim und Dietkirchen einquarliert, während der Stab, so wie derjenige vom 17ten Infanterie- Regiment, nebst der Musik, und einigen hundert Mann in Limburg übernachtete. Die übrigen lagen auf den Dörfern und in Runkel und Hadamar. ES sollen noch mehr Truppen — man spricht von 9000 Mann — im Anzug und bereits angemeldet sein.
Frankfurt, 21. Off. Der Nürnb. Korr. bringt eine (meist gut unterrichtete) Korrespondenz aus München vom 18., wonach aus ganz verlässiger Quelle berichtet wird, „daß die zu Bregenz gefaßten Konferenzbeschlüsse dahin gehen, vorläufig in Kurhesscn nicht zu interveniren, aber ein imposantes TruppenkorpS am untern Main aufzustellen.
Offenbach, 20. Okt. Es wurden von hier auS in den letzten 6 Wochen 40 Mann zu der Armee nach Schleswig Holstein befördert und mit den erforderlichen Reisemitteln versehen. Dabei befanden sich 12 geborene Offenbacher, die Nebligen sind auS andern deutschen Ländern. DaS Komite verwandte hierzu eine Summe von beiläufig 700 fl.
Kassel, 19. Okt. Die Kass. Z. enthält von hier folgende auffallende Mittheilung: Die militärischen Vorsichtsmaßregeln sind in den letzten Tagen verstärkt worden; so hat General v. Haynau eine Ordre erlassen, welche einem jeden Korps Platz und Stellung für den Fall einer militärischen Operation anweist. Der Glockenthurm von St. Martin soll besetzt werden, um das Sturmläuten zu verhindern, ebenso der Bahnhof und einige offene Stadtthore.
Berlin, 20. Okt. Auch der C.Z. zufolge habe der Kurfürst von Hessen in seinem bekannten Schreiben von Preußen nicht sowohl die Uebernahme eines VermittleramteS verlangt, als vielmehr sich eine Intervention ohne sein ausdrückliches Begehren verbeten , jedoch hierbei anerkannt, daß Preußen vorzugsweise geeignet sei, den hessischen Wirren ein Ende zu machen.
Flensburg, 14. Okt. Der Oheim des Königs, der Erbprinz Ferdinand soll sich auf der Reise nach Warschau befinden, um dort den Czaren zu begrüßen.
Wien, 20. Oktbr. Die Militärbehörde verbietet den Redaktonen, Mittheilungen über Militär- bewegungen zu machen, wozu sie sich durch die Gerüchte über die Truppenmärsche gegen Deutschland veranlaßt gesehen hat.
Kopenhagen, 17. Oktober. Wie die D. Ref. j meldet, sind zwei österreichische Offiziere, die Lieutenants von Grabow und von Meixner hier angekommen und werden als VolontairS in die dänische Armee eintreten. Nach demselben Blatte soll sich der aus der schleswig-holsteinischen Armee desertirte österreichische ^Offizier Jvanowitsch in Kopenhagen als Gefangener auf Ehrenwort in einem der ersten Hotel 's befinden und vom Kriegsminister einen Thaler Diäten erhalten. Die letzten Sitzungen deö Reichstages, hauptsächlich daS Budget betreffend, sind für das Ausland ohne Interesse.
Paris, 19. Oktober. Ein Neffe deS Generals von Radowitz, Herr von Redmer, ist hier in Paris «„gekommen, er ist der preußischen Gesandtschaft alS Attache beigegeben.
Der ehemalige berühmte Minister deS verstorbenen Königs von Sardinien, Gioberti, ist gestern in Paris angekommen. Derselbe hat in einem der I ersten politischen SalonS interessante Aufschlüsse über die zwischen Rom und Turin schwebenden Differenz gegeben, die sich jedoch, wie er meint, leicht durch ein diplomatisches Conclusum würden auSgleichen lassen.
Der Offizier, welcher sich durch seine erzentri« scheu Rufe bei der Versailler Revue bemerkbar ge- macht und von dem man glaubte, daß er vor ein Disziplinargericht gestellt werden würde, soll nach dem „Evenement" vor einigen Tagen beim Präsidenten gespeis't haben und dem Prinzen von Cnva vorgcstellt sein.
London, 18. Okt. Die Nachrichten aus Brasilien lauten ziemlich beunruhigend. Die Bevölkerung ist gegen die Engländer erbittert und die Negierung läßt alle Festungen in VertheibigungS- zustand setzen.
dkackfchrift.
* Wiesbaden, 22. Okt. In der heutigen Sitzung der Stäukcversammlung hat daS StaalSmini- sterium die Verlobung Sr. Hoheit des Herzogs mit Ihrer Durchlaucht der Prinzessin Adelheid Marie von Anhalt-Dessau angezeigt, nachdem die offizielle Genehmigung Sr. Hoheit deS Herzogs von Anhalt.Dessau als des Chefs deS Herzoglich An, haitischen Hauses seit der vorigen Sitzung eingc- troffen war.
Die Ständeversammlung hat darauf beschlossen ihre Theilnahme an diesem für daS Land und die Herzog!. Familie so erfreulichen Ereignisse durch eine Deputation von 7 Mitgliedern , dem Herrn Präsidenten Wirth und den Abgeordneten Bellinger, Keim, Bertram, v. Gödecke, Zollmann, Schlemmer auszudrücken.
Verantwortlicher Redakteur: Dr. 2s, Botzek,