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Kyten Litzungen einen Bejchluß hinsichtlich Badens gefaßt ?kach Demselben wird das badische Land einschließlich der Festung " Rastatt innerhalb drei Monaten von sämmtlichen preußischen Besatzungen geräumt werden, gleichzeitig aber auch in dieser Zeit daS badische Militär in die Heimat zurnckge- kehrt sein (?). Das österreichische Armeekorps ver­bleibt zur Verfügung des Großherzogs in Vorarl­berg in den bisherigen Dislokationen.

Aus der Wetterau, 19. Oktbr. (M. I.) Wir hatten seither vierzehn Tage lang anhaltend Regen- wetter? waS für die Arbeiten deS Landmannes sehr störend war. Da indessen seit einigen Tagen wieder schönes Wetter eingetreten ist, so sind die Leute jetzt sehr geschäftig, ihre Wintersaat zu bestellen und den Rest der diesjährigen Ernte, als Kartoffeln, Kraut, und Wurzelgewächse nach Hause zu schaffen. Wir sind somit in der Lage, den ganzen diesjährigen Se, gen zu überschauen.

Di Gctraidearten sind inS Gebund gut, inS Maß aber sehr ergiebig ausgefallen und haben diese Früchte auch jetzt wieder einen annehmbaren Preis, waS dem Landmanne sehr zu gönnen ist; denn die vorjährigen niederen Fruchtpreise hatten, weil die­selben für die in früheren besseren Jahren entstände- neu theueren Pachte und Kaufschillinge nicht auS- reichten, die Stimmung sehr herabgedrückt und den revolutionären ^Vorspiegelungen geneigt gemacht. Die Shülsenfrüchte sind ebenfalls gut gerathen. Bei den Erbsen zeigt sich übrigens schon seit fünfzehn Jahren ein krankhafter Zustand, der in einem Jahre mehr, im anderen minder bemerkbar ist, und diese Frucht für den Menschen fast ungenießbar macht. Man bemerkt nämlich unter der Schale einen schwarzen Fleck, löst man nun von dieser Stelle die Schale ab, so kriecht oder fällt ein schwarzes geflü­geltes Insekt heraus, das sich in der Erbse selbst entwickelt haben muß, da die äußere Schale auch nicht die geringste Spur von einem Eindringen von außen zeigt. Auch der Wurm richtet jährlich an den Erbsen großen Schaden an, indem er dieselben arg zerfrißt, wodurch sie nur noch als Mast für die Schweine zu gebrauchen sind.

Die Obsterndte ist zu den schlechteren zu zählen, daS wenige vorhandene Obst hat daher einen sehr hohen Preis. Feines Tafelobst wurde das Matter Birnen zu 240 Pfund mit 6 fl. und das Malter Aepfel zu 200 Pfund mit 5 fl. bezahlt und daS Malter Kelteräpsel 3 fl. 30 kr. biS 4 fl. verkauft, waS einen theuren Aepfelwein in Aussicht stellt. Reps und Flachs sind für gut anzunchmen. Mit den Futterkräutern hätte es besser sein können. Der Regen ließ diesen Sommer lange auf sich warten, daher fi len die beiden Wiesenschuren sehr dünn aus, eben so auch die zweite und dritte Schur beim Klee; dagegen sind aber Dickwurzel, Kohlraben, Kraut, weiße und gelbe Rüben sehr gut gerathen und las­sen den Landmann wegen seiner Winlerfütterung unbesorgt sein. Auch die Kartoffelerndte ist nicht so schlecht ausgefallen, als man Anfangs geglaubt hat. Man hat auch einige faule, allein diese waren zu unbedeutend und der Art, baß man sie wie ge­sunde recht gut zur Fütterung benutzen konnte. Der Stock hing recht voll, nur hätten sie besser ausge wachsen sein sollen, woran wieder die zu lange an­dauernde Trocknung schuld war.

Wetzlar, 20. Oft. (O.-P.-A.-Z.) General v, Bonin ist gestern Abend von Koblenz hier ein- getroffen, um das Kommando der im Kreise Wetz­lar stehenden Truppen, welchen heute eine ansehnliche Verstärkung, namentlich durch eine 12pfündige Batterie, zugeführt wurde, zu übernehmen. Sobald die nach auf dem Marsche von Koblenz hierher be findlichen Mannschaften angekommen sein werden, wird, dem Vernehmen nach, das Korps vorrücken. Es ist auch nicht wohl anzunehmen, baß es in der Absicht liegt, einer Truppenmacht von Belang in einem isolirt gelegenen kleinen Gebiet, wie der Kreis Wetzlar, einen langem Aufenthalt zu geben.

Kassel, 19. Oktbr. Man hat alle Mittel er- schöpft, Oetker auS Der Haft zu befreien, alle sind sehlgeschlagen. Der Stadtkommandant General Gerland hat erklärt, die Verantwortung für die Freilassung OetkerS nicht auf sich nehmen zu können, eine Erklärung, die mit feinem Entlassungsgesuche in direktem Widersprüche steht.

Nach einer Mutheilung beabsichtigt der Kur­fürst seinen Sitz nach Wabern zu verlegen, wohin bereits Tapezirer abgegangen seien. Doch findet dieses Gerücht wenig Glauben, da daS Schloß in Wabern zu einer fürstlichen Wohnung nicht ein­gerichtet ist.

Kassel, 20. Oktober. (D. Z.) Oberfinanzrath Duysing, der vorgestern von Wilhelmsbad wieder zurückgekehrt ist, wurde gestern wieder dorthin be­rufen, diesmal aber vom jetzigen Finanzminister Volmar. Es steht anzunehmen, daß Hr. Duysing nur hinbeordert ist, um Hrn. Volmar aus der Ver­legenheit zu helfen. Ob die Ministerkrisis zu Ende ist oder nicht, darüber haben wir noch keine Nach­richten, doch glaubt man nicht, daß ElverS ein Ministerium zu Stande bringen werde, welches

dem Kurfürsten angenehm ist. Gestern kam der Fürst von Fürstenberg-Donaueschingen, ein Schwa­ger des Großherzogs von Baden hier an. Man sagt, er gehe in höherem Auftrage nach WilhelmS- bad, um dort zu vermitteln. Worin Diese Vermit­telung bestehen soll, weiß ich nicht, zumal es hier nichts zu vermitteln gibt.

Stuttgart, 18. Oft. Ueber die Konferenz in Bregenz erfährt man hier von glaubwürdiger Seite, daß man bei Hofe sowohl, wie im Ministerium mit dem Ergebniß derselben sehr zufrie en ist und daß das innige Bündniß Der Drei größern süddeut­schen Staaten dadurch nur noch fester geknüpft wor­den ist. Insbesondere wird auch gerühmt, daß unser König überall, wohin er gekommen, sehr im ponirt habe und der Gegenstand Der schmeichelhaf­testen Aufmerksamkeit und Hochachtung von Hoch und Nieder, vor allem aber von Seiten der hohen Generalität gewesen sei.

Dresden, 18. Oktober. Gestern ist der letzte strengbewahrte Gefangene, der vormalige Oberstlieu­tenant Heinze, von der Festung Königstein abgeführt worden. Er ist zu lebenslänglichem Zuchthaus begna­digt. ES befindet sich nun nur noch ein einziger Mai- gefangener daselbst, der Hauptmann v. Rohrscheibt, der bekanntlich seine Strafe hier verbüßt. Der Sohn deS Kaufmanns Lange, der in zwei Instanzen zum Tobe verurtheilt war, ist zu zehnjährigem LandeS- gefängniß in HuberluSburg begnadigt.

Dresden, 18. Okt. (Dr. I.) Zudem am heutigen Tage begonnenen Paßkartenkongresse allhier, welcher die Aufnahme deS Königreichs Bayern in den bereits bestehenden Paßkartenverein und die Verabredung weiterer Bestimmungen über die Einrichtung und Anwendung der Paßkarten, als einer wesentlichen Erleichterung für den Verkehr, zum Zwecke hat, haben sich als Kommissarien Der belheiligten deut­schen Staaten angemeldet: 1) auS Preußen der Geh. OberregierungSrath Frantz und der Geh. Le- gationsrath Hellwig; 2) aus Bayern der Lega- tionSrath Baron v. TautphoeuS; 3) aus Sachsen der Geh. Regierungsrath Koerner; 4) auS Han­nover Der Polizeidirektor Dr. Wermuth (zugleich für Schaumburg-Lippe) ; 5) auS Braunschweig Der KreiSdirektor v. Hohnhorst; 6) aus Mecklenburg- Schwerin der Regierungsrath v. Bassewitz ; 7) auS Koburg-Gotha der Ministerialrath Brückner; 8) aus Hamburg Dr. Asher; 10) auS Bremen der Sena­tor Dr. Olbers ; 11) auS Sachsen - Weimar der Geh. Regierungsrach Schambach (zugleich mit für Die Fürstenthümer Reuß älterer und jüngerer Linie).

Berlin, 19. Oft. (F. I.) Wohlunterrichtete Personen nehmen trotz deS wiederholten Schwankens des Kurfürsten von Hessen Die Entlassung deS Hrn. Hassenpflug für gewiß an; sie sind ebenso überzeugt, daß Die kurhessische Angelegenheit, so weit sie alS Gegenstand deS Konflikts zwischen Oesterreich und Preußen geltend gemacht wurde, abgethan ist. Von derselben Seite werden wir darauf hingewiesen, wie die Ministerkrisis in Hannover nicht blos äußer­lich, sondern auch innerlich zu den kurhessischen Verhältnissen in den intimsten Beziehungen steht und daß man von diesem Gesichtspunkte wohl an­nehmen darf, daß trotz der ziemlich gereizten Stim­mung das Ministerium Slüve sich doch noch im Amte erhalten werde.

Es wird mit Bestimmtheit behauptet, daß die Reise des Grafen Brandenburg ohne irgend einen politischen Auftrag ist uud lediglich die Begrüßung des Kaisers zum Zweck hat.

Berlin, 19. Oft. Des Königs Majestät haben Den kais. russ. Feldmarschall Fürsten von Warschau, Grafen Paszkiewicz-ErywanSki, zum Chef des 1. Lin ien - I u fa n! erie-R e g i m e n t S z u er­nenn en g eruh t. Direkten Nachrichten aus Böhmen zufolge sollen einige Regimenter deS böh­mischen Armeekorps bereits Marschordre nach Hessen- Kassel erhalten haben. Es ist nichtsdestoweniger zu bezweifeln, daß Diese Ordre zur Ausführung kommen wird.

Berlin, 19. Okt. (O.-P.-A. Z.) Der General- Adjutant Sr. Maj. beS Königs, kommandirender General des siebenten Armeekorps, Generallieute­nant Graf v. D. Gröben, hat daS Oberkommando der preußischen Operationsarmee an Der kurhessisch- preußischen Grenze übernommen uud^wird in Vacha erwartet.

Berlin, 17. Oft. Bekanntlich ist eine nicht unbedeutende Zahl von jetzt entlassenen preußischen Soldaten in die schleswig-holsteinische Armee einge­treten. Diese Thalsäche hat den dänischen Gesandten, Kammerherrn Bjelke, veranlaßt, eine Beschwerde zu erheben, in welcher namentlich hcrvorgchobcn wor­den, daß jene Freiwilligen in preußischen Uniformen nach Holstein gekommen und mit gültigen Militär- pässen versehen gewesen seien. Hieraus ist, wie ich höre, Die Antwort ertheilt worden, daß in Preußen jeder entlassene Soldat eine Uniform erhielte und

daß ihm natürlich frei stände, seinen Paßj ausstellen zu lassen wohin es ihm beliebe.

Berlin, 19. Oktbr. (D. Ztg.) Ein Protest gegen die Rechrsgiltigkeit der von derBundesver­sammlung" als solcher vollzogenen Ratifikation des dänischen Friedens ist, wie ich höre, Dem Fürsten­kollegium zu gemeinsamer Ausstellung vorgelegt worden. Dieser Protest ist faktisch durch Die erst nach jener Ratifikation vollzogene Auswechselung der oldenburgischen und braunschweigischen Ratifi­kationsurkunde ausgesprochen worden.

In den jüngsten Tagen haben die deutschen Verhältnisse wieder ein drohendes Ansehen genom­men. Von Seiten Preußens war Dem Wiener Ka­bine! der Vorschlag gemacht worden: alle Zwischen­fälle, die in DeuUchland eintreten möchten, von Der Hauptfrage Der Bundesverfassung zu trennen und gemeinschaftlich zu erledigen; zunächst Die Ver­wickelung in Kurhessen. Auf Diesen Vorschlag schien Oesterreich eingehen zu wollen. Seit der Zusam­menkunft in Bregenz ist aber diese Geneigtheit wie­der geschwunden und man hat sich hier überzeugt, daß auch ein entschiedenes Entgegenkommen Preu­ßens von Seiten Oesterreichs nicht gewürdigt wird. Die Sache steht nun wieder da, wo sie früher stand. Die in Frankfurt vertretenen Regierungen machen Miene, zu thun, waS Preußen als eine Kriegs­erklärung ansehen zu müssen bestimmt ausgespro­chen hat.

Berlin, 19. Oktober. Die Nachricht von dem Eintreffen einer österreichischen Note, welche gegen die fernerweite Besetzung Hamburgs durch preu­ßische Truppen prolestiren soll, wird der Const. Z. als unbegründet bezeichnet. Nach der Const. Ztg. hat die preußische Regierung sich an Unterhandlun­gen betheiligt, welche zwischen Anhalt-Dessau und Anhalt-Bernburg über den Rücktritt des Bernbur- ger Herzogs und die Vereinigung BernburgS mit Dessau geführt worden sind. Doch sollen die Ver­handlungen unbeendigt geblieben seyn, da der Bern- burger Herzog unerfüllbare Bedingungen stellte.

Hamburg, 19. Oft. Dem Altonaer Merkur geht von Seiten der Friedensfreunde in Lon­don eine gedruckte Ansprache an die Bewohner Dänemarks und Der Herzogtümer SchleSwig-Hol, stein zu. Sie enthält eine feierliche Aufforderung, mit Berufung auf Christenpflicht und Evangelium, den Krieg einzustellen uno die Streitfrage einem unparteiischen Schiedsgericht zu unterwerfen, und ist Namens des Komite des britischen Friedenskon­gresses unterschrieben von Joseph Cooper als Vor­sitzendem, und Elihu Burrilt und Henry Richarb als Sekretairen.'

Den Hamburger Nachrichten gebt folgender Dank v o m Heere zur Veröffentlichung zu:

Zu Arolsen, dem schmucken Städtchen im Wal­deckerlande, wo ein biederer deutscher Volksstamm lebt, haben sich die jungen Mädchen aufgemacht, um uns nicht weniger zu helfen, wie ihre Brüder. Sie sticken, stricken und zupfen nicht allein, um Lot­terien für uns zu veranstalten, um Strümpfe in unser Lager und Charpie in unsere Lazarethe zu senden, sondern sie unterstützen auch ausere Kassen mit baarem Gelde. Statt der Milchbrote, die sie sich nämlich früher zum Kaffee schmecken ließen, essen sie jetzt Schwarzbrot und sammeln die so gewonnenen Ersparnisse, die wöchentlich 4 Thlr. betragen, als Scherslein für die Sache, die wir verfechten. Ist daS nicht ergötzlich, rührend und ehrenwerth zu­gleich? Habt herzlichen Dank, ihr wackern Arolser Mädchen I Dächten alle Jungfrauen in allen deut, schen Städtchen wie ihr, Die 200,000 Thlr., welche unsere Freunde in Hannover dem Lande monatlich versprochen, wären bald verdoppelt. Wer das Kleine nicht ehrt, ist des Groschen nicht werth.

Von der schleswig-holsteinischen Armee, 17. Oft. (I. W.) An den Befestigungen von Rendsburg wird, so viel es Die fast anhaltend übele Witterung, Die fast alle Wege völlig ungangbar macht, zuläßt, noch fleißig gearbeitet. Auch unsere Stellung an Der Sorge und am Bisten- und Wittensee werken fortwährend noch auf jegliche Weise verstärkt. Wir stehen jetzt in und um Rendsburg so fest, daß eine doppelte Macht, wie die dänische es ist, dazu ge­hörte, um uns erst nach vielen blutigen Kämpfen gänzlich besiegen zu können. So lange das schles­wig-holsteinische Heer aber mit 30,000 Mann schlag­fertiger Truppen um Rendsburg' steht, muß daS dänische in eben solcher Stärke auch völlig bereit in Schleswig stehen. Die Besitznahme des Herzog- thums Schleswig ist also für die Dänen noch nicht im mindesten gesichert, kostet ihnen schon viele Men­schenleben, Denn, wie sie selbst cingcstehen, sind ihre Verluste bei tdussunde und Friedrichstadt Denen Der Schleswig-Holsteiner fast ganz gleich, und ihren Finanzen Die größten Opfer. DieS scheint man denn auch in Kopenhagen jetzt immer mehr Und mehr einzusehen, und die Sehnsucht nach einem gerechten Frieden soll jetzt sicheren Nachrichten zu­folge Dort schon viel größer sein, wie nach der Id­stedter Schlacht, wo man im ersten Siegeötaumel glaubte, nur so ohne weiteres in Holstein einmar-